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Geändert: 2007-12-17
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fiIbn al-Haitham
frAlhazen
noAl-Haitham
Kategorie: Astronom des Mittelalters Mathematiker des Mittelalters Optiker Autor Mittelalter (Literatur) Literatur (11. Jahrhundert) Literatur (Arabisch) Sachbuch (Physik) Mann

Alhazen

Kupferstich auf dem Titelblatt des <em>Thesaurus opticus</em>. Die Darstellung zeigt, wie Archimedes von Syrakus

Kupferstich auf dem Titelblatt des Thesaurus opticus. Die Darstellung zeigt, wie Archimedes von Syrakus

römische Schiffe mit Hilfe von Parabolspiegeln in Brand gesetzt haben soll Abu Ali al-Hasan Ibn Al-Haitham (, latinisiert Alhazen, (* um 965 in Basra, Irak; † 1039 oder 1040 in Kairo), war ein bedeutender muslimischer Mathematiker, Optiker und Astronom.

Ursprünglich zwecks Regulierung des Nilss nach Kairo an den Hof Al-Hakim berufen, brachte er es dort bis zum Amt eines Wesirs. Doch Macht und Karriere reizten ihn nicht so sehr wie die Wissenschaft; da er jedoch den Zorn Al-Hakims fürchtete, gab er sich geisteskrank, um seine Beamtenlaufbahn zu beenden und sich am von Al-Hakim gegründeten Haus der Weisheit der Wissenschaft zu widmen. Nach dem Tode Al-Hakims im Jahr 1021 genas er auf scheinbar wunderbare Weise.

In seinen zahlreichen mathematischen Werken beschäftigte er sich mit Problemen der Geometrie.

Von größter Bedeutung sind jedoch seine optischen Experimente: Die meisten Wissenschaftler der Antike, darunter Euklid und Ptolemäus, nahmen an, dass so genannte „Sehstrahlen“, die vom menschlichen Auge ausgehen sollten, die Umgebung abtasteten und so den visuellen Eindruck im Gehirn erzeugten -- ähnlich einem Blinden, der seine Umgebung mit einem Stab abtastet. Aristoteles hingegen war der Ansicht, dass Licht unabhängig vom menschlichen Auge existierte und sich über ein Medium seinen Weg von den Gegenständen in das Auge bahne. Alhazen jedoch ging auf neue Weise an die Frage heran, indem er den Aufbau des Auges analysierte. Er erkannte die Bedeutung der Linse im Auge und widerlegte in wissenschaftlichen Experimenten die Sehstrahlen-Theorie.

Auch verfeinerte und erweiterte er die Theorien Ptolemäus' zur Lichtbrechung und Lichtreflexionoberfloberfl; insbesondere hat er die Eignung gewölbter Glasächen zur optischen Vergrößerung erkannt und beschrieben. Mit diesen Erkenntnissen stellte er Lesesteine aus Glas her. Damit gilt er als Erfinder der Lupe und inspirierte wahrscheinlich mit seinen Schriften Roger Bacon zur Erfindung der Brille.

Noch heute ist sein Name mit einem Problem der Optik verbunden, das Alhazensche Problem: Er löste die Aufgabe, in einem sphärischen Spiegel den Punkt zu berechnen, von dem ein Gegenstand von gegebener Entfernung zu einem gegebenen Bild berechnet wird über eine Gleichung vierten Grades.

Ausgehend von seinen Erkenntnissen auf dem Gebiet der Optik entdeckte Alhazen, dass das Brechungsgesetz auch für die Lufthülle der Erde gilt. Er stellte auch fest, dass der Mond sowohl am Horizont als auch im Zenit die gleiche Größe hat. Er erkannte also den scheinbar größeren Durchmesser des Mondes in Horizontnähe als eine Wahrnehmungstäuschung (Mondtäuschung). Auch berechnete er die Höhe der Atmosphäre aus der Beobachtung von Sonnenuntergängen.

Auch machte er sich um die Wissenschaftstheorie verdient: Als erster wandte er systematisch die induktiv-experimentelle wissenschaftliche Arbeitsweise an, bei der zuerst Experimente durchgeführt und erst danach anhand der Versuchsergebnisse Theorien aufgestellt werden; bis dahin war es üblich, Erkenntnisse nur durch logische Schlussfolgerungen zu gewinnen und Experimente allenfalls zur Veranschaulichung der so gefundenen Theorien durchzuführen.

Alhazen inspirierte noch Jahrhunderte später viele bekannte Wissenschaftler mit seinen Werken, so unter anderem Witelo, der Alhazens berühmtestes Werk Kitab-al Manazir 1270 ins Lateinische übersetzte, und Johannes Kepler.

1 Werke
2 Literatur
3 Weblinks

Werke

  • Kitab-al-Manazir. (deutsch: Wahrnehmungslehre, lateinisch: Thesaurus opticus)

Literatur

  • Karl Kohl: Über das Licht des Mondes. Eine Untersuchung von Ibn al Haitham. In: Sb. der Phys.-med. Sozietät. Bd. 56/57, Menke, Erlangen 1926
  • Matthias Schramm: Ibn Al-Haithams Weg zur Physik. Wiesbaden 1963
  • Gotthard Strohmaier: Alhazen - Physik am Rande des Irrsinns. In Spektrum der Wissenschaft. 12/2004. Spektrum der Wissenschaft Verlag, , S. 90-97

Weblinks

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