(gemäß Internationalem
Protokoll)
Nur der Botschafter eines ausländischen Staates hat Anrecht auf die Anrede „Exzellenz“. Trifft man im Ausland den Botschafter seines eigenen Landes, so lautet die Anrede „Herr Botschafter“ respektive „Frau Botschafterin“.
| Titel, Rangbezeichnung
| persönliche Anrede
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| Papst
| Euer Heiligkeit oder Heiliger Vater (für Katholiken)
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| Patriarch der katholischen Armenier
| Euer Seligkeit
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| Patriarch der Maroniten, der Melkiten, der syrischen Kirche und von Jerusalem
| Euer Seligkeit
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| Kardinal
| Euer Eminenz, Hochwürdigste Eminenz
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| Bischof, Erzbischof, Titularbischof (Weihbischof)
| Euer (Hochwürdigste) Exzellenz bzw. (Erz-)Bischöfliche Gnaden (letzteres findet keine Verwendung mehr) - im vollen Titel „Seine Exzellenz der Hochwürdigste Herr Bischof“
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| Apostolischer Protonotar und Ehrenprälat Seiner Heiligkeit
| Hochwürdigster Herr Prälat
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| Kaplan Seiner Heiligkeit
| Monsignore (Monsignore (deutsch: etwa Gnädiger Herr) ist die italienische Anrede für alle Prälaten bis zum Erzbischof)
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| Abt
| Hochwürdigster Herr Abt (in Österreich auch: Herr Prälat) bzw. Hochwürdigster Vater Abt; Euer Gnaden
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| Priester (Welt- und Ordens-)
| Hochwürden, Hochwürdiger Herr Pfarrer/Pater/Abbé
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| Diakon
| Hochehrwürden, Hochehrwürdiger Herr
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| Subdiakon (im neuen Ritus abgeschafft)
| Wohlehrwürden, Wohlehrwürdiger Herr
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| Nonne
| Ehrwürdige Schwester
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| Laienbruder und Novize
| Ehrwürdiger Bruder, Ehrwürdiger Herr, Ehrwürden
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Die Anrede „Heiliger Vater“ für den Papst wird dabei von Katholiken, „Euer Heiligkeit“ von Nichtkatholiken bevorzugt.
Jedoch werden mit Ausnahme des Papstes die Würdenträger auch wie hier angeredet.
Anreden außerhalb der Katholischen Kirche und von Würdenträgern anderer Religionen:
Die Anrede „Heiligkeit“ wird zum Beispiel auch für folgende kirchliche Würdenträger gebraucht: der Patriarch von Moskau und ganz Russland (Russisch-Orthodoxe Kirche), der serbische Patriarch (Serbisch-Orthodoxe Kirche), der Patriarch der Bulgarisch-Orthodoxen Kirche, der höchste Patriarch und Katholikos aller Armenier und der Katholikos des Heiligen Stuhls des Großen Hauses von Kilikien (beide Armenische Kirche), der Papst der Kopten, der Fürstpatriarch von Antiochien und dem ganzen Osten (Universale Syrisch-Orthodoxe Kirche) und der Katholikos-Patriarch der Kirche des Ostens (Apostolische Katholisch Assyrische Kirche des Ostens). Schließlich wird auch der Dalai Lama mit Heiligkeit angesprochen.
Der Ökumenische Patriarch wird mit „Euer Allheiligkeit“ angesprochen.
Die Anrede „Euer Seligkeit“ erfahren der Papst und Patriarch von Alexandria und ganz Afrika (Patriarchat von Alexandria), die Patriarchen von Antiochia), der Erzbischof von Athen und ganz Griechenland (Griechisch-Orthodoxe Kirche) und die Armenischen Patriarchen von Jerusalem und Konstantinopel (Armenische Apostolische Kirche).
Das Oberhaupt der Georgisch-Orthodoxen Kirche, der Erzbischof von Mtskheta-Tbilissi und Katholikos-Patriarch von ganz Georgien, wird schließlich mit „Euer Heiligkeit und Seligkeit“ angesprochen.
In den orthodoxen Kirchen bzw. den christlichen Kirchen mit byzantinischen Ritus wird der Bischof oftmals mit Vladika angesprochen. Vladika bedeutet Gebieter und wurde im slawischen Kulturkreis auch als Anrede für Adlige gebraucht.
Ferner wird der Titel Hochwürden außerhalb der katholischen Kirche in Form von Reverend im angelsächsischen Sprachraum für einen Prediger verwendet
ehemalige Adelshäuser in Deutschland
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| Ehemalige Titel, Rangbezeichnung
| persönliche Anrede
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| Prinz, Herzog, Fürst, Graf
| Prinz (von) ... etc.; nicht Herr Prinz.
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| Freiherr/Freifrau
| Baron (von) ... oder Herr/Frau (von) ..., nicht Herr Baron.
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| niedriger Adel
| Hochwohlgeboren
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| übriger ehemaliger Adel
| Herr/Frau von ..., Frau von ...
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Anmerkung: Auf Anreden wie „Durchlaucht“ sowie Anrede in der dritten Person besteht in Deutschland kein Anspruch mehr. Ehemalige Adelstitel sind seit 1919 fester Bestandteil des bürgerlichen Nachnamens. Die Betroffenen konnten sich entscheiden ob und welchen Zusatz sie in den Nachnamen aufnehmen wollten. Wer sich z.B. für „Freiherr von und zu Sachsenhausen“ entschied, muss diesen Nachnamen auch weiterhin zumindest im amtlichen Verkehr verwenden, außer man beantragt die Namensänderung. Man kann nicht das „Freiherr“ oder das „von“ oder „und zu“ einfach einmal weglassen und ein andermal wieder schreiben. Es gibt nun allerdings viele Leute, die dadurch einen sehr langen Nachnamen haben und sich mal so, mal so nennen, weil der richtige Name ihnen viel zu lang ist. Viele Leute sprechen die betreffenden Personen aus Höflichkeit auch heute noch gerne mit „Baron“ oder „Prinzessin“ an.
Früher galt: Bei der persönlichen Anrede des Freiherrn (Baron) und Grafen entfiel das „von“ bzw. das „zu“. Beispiel „Graf Lambsdorff“. In der schriftlichen Anrede spielte die Hierarchie eine entscheidende Rolle. Abwärts wie seitwärts in der Hierarchie entfielen grundsätzlich in der persönlichen Anrede alle Zusätze wie „von“, häufig aber auch die Titel selbst. Ein Graf, beispielsweise „Graf Lambsdorff“, wurde einem anderen gleich- oder höhergestelltem Adeligen als „Otto Lambsdorff“ vorgestellt. In der schriftlichen Anrede wurde allgemein nicht von der formalen Form abgewichen. Fürsten und Herzöge wurden allgemein als gleichrangig eingestuft, wobei die Frage nach dem Haus eine Rolle spielte.
Umgang mit ehemaligen Adelstiteln heutzutage
Das Prädikat „von“:
Der Name: Friedrich von Sachsenhausen
| Briefanschrift
| Herrn Friedrich von Sachsenhausen
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| Briefanrede
| Sehr geehrter Herr von Sachsenhausen
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| Karteiname (lexikalischer Name)
| Sachsenhausen, von (unter „S“, in amtlichen Registern unter „V“)
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| Anrede
| Herr von Sachsenhausen
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| Gästeliste
| Herr Friedrich von Sachsenhausen
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Umgang mit Personen, die ein ehemaliges Adelsprädikat im Namen haben (Beispiel „Freiherr“)
Adelsprädikate sind seit 1919 abgeschafft, aber weiterhin Bestandteil des Familiennamens. Daher steht heute der Vorname vor dem ehemaligen Adelstitel, nicht - wie früher - danach.
Da „Freiherr von Sachsenhausen“ rechtlich gesehen der Familienname ist, wäre es theoretisch korrekt, „Herr Freiherr von Sachsenhausen“ sowie „Frau Freiherr von Sachsenhausen“ (sic!) zu sagen oder schreiben, da Nachnamen nicht dekliniert werden. Bei den ehemaligen Prädikaten (Graf, Gräfin, Freiherr, Freifrau usw.) wird allerdings von den Standesämtern bei Frauen die entsprechende weibliche Bezeichnung eingetragen; der Nachnamen lautet somit z.B. „Freifrau von Sachsenhausen“ oder „Freiin von Sachsenhausen“ (die Freiin ist die noch unverheiratete Tochter eines Freiherren).
Auf Briefumschlägen werden auch heute noch teilweise Kürzel wie „I.H.“ (Ihre Hochwohlgeboren) oder „S.H.“ (Seine Hochwohlgeboren) verwendet. Allerdings outet sich der Absender damit als „Insider“. Bsp:
S.H.
Friedrich Freiherr von Sachsenhausen
Beispielstrasse
PLZ Ort
Der Name: Friedrich Freiherr von Sachsenhausen
bzw.: Friederike Freifrau von Sachsenhausen
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| Briefanschrift
| Friedrich Freiherr von Sachsenhausen
Friederike Freifrau von Sachsenhausen (verheiratet)
Friederike Freiin von Sachsenhausen (unverheiratet)
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| Briefanrede
| Sehr geehrter Freiherr von Sachsenhausen
Sehr geehrte Freifrau von Sachsenhausen
Sehr geehrte Freiin von Sachsenhausen
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| Karteiname
| Sachsenhausen, Freiherr von oder Freiherr von Sachsenhausen (zwingend in amtlichen Registern)
Sachsenhausen, Freifrau von oder Freifrau von Sachsenhausen (zwingend in amtlichen Registern)
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| Anrede
| Baron (von) Sachsenhausen oder Herr von Sachsenhausen
Baronin (von) Sachsenhausen oder Frau von Sachsenhausen
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| Fremdvorstellung
| Baron Sachsenhausen, unter Standesgenossen: Friedrich Sachsenhausen
Baronin Sachsenhausen, unter Standesgenossen: Friederike Sachsenhausen
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Ausländische Adelshäuser
(Abweichungen werden jeweils von Staats- bzw. Hausprotokoll geregelt)
| Titel, Rangbezeichnung
| persönliche Anrede
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| Kaiser
| Kaiserliche Majestät oder Majestät
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| König
| Majestät
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| Prinz (aus kaiserlichem Haus)
| Kaiserliche Hoheit (dritte Person)
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| Prinz (aus regierendem Haus)
| Königliche Hoheit (dritte Person)
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| Großherzog (aus regierendem Haus)
| Königliche Hoheit
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| Herzog
| Hoheit
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| Fürst (regierend)
| Durchlaucht
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| Prinz (aus fürstlichem Haus)
| Durchlaucht
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| Graf
| Graf (von) ...
Seine Erlaucht (aus ehemals regierendem Haus)
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| Baron
| Baron (von) ...
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- vgl. Adelstitel, Adelsprädikat und Genealogisches Handbuch des Adels
Universitäten, Hochschulen
| Titel, Rangbezeichnung
| persönliche Anrede
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| Rektor
| (Euer) Magnifizenz oder Herr/Frau Rektor
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| Dekan
| (Euer) Spektabilität (Professoren sagen Spectabilis) oder Herr/Frau Dekan
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| Professor
| Herr bzw. Frau Professor, möglich ist auch Frau Professorin oder Hochgelehrter Herr Professor / Hochgelehrte Frau Professor(in)
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erworbene, akademische Grade
| Titel
| persönliche Anrede
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| Doktor
| Herr/Frau Doktor (die lateinisch richtige weibliche Form wäre „Doktrix“)- Sehr geehrter Herr Dr. / Sehr geehrte Frau Dr.
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| Magister/Magistra (Mag.)
| Wohlgelehrter Herr Magister / Wohlgelehrte Frau Magistra (aber nur in Österreich) / Sehr geehrter Herr, Sehr geehrte Frau (Deutschland).
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| Dipl.-Ing., Dipl.-Kfm., Dipl.-Hdl., etc.
| Herr/Frau Dipl.-Ing., Dipl.-Kfm., etc (in Österreich)
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| Bakkalaureus / Bakkalaurea (Bac.)
| Gelehrter Herr / Gelehrte Frau (nur in Österreich)/ Sehr geehrter Herr, Sehr geehrte Frau (Deutschland).
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Sonstige öffentliche Ämter
Bei der Anrede von Trägern anderer öffentlicher Ämter und Funktionen, Würdenträgern der evangelischen Kirche, der jüdischen Gemeinde und oben nicht genannter Würdenträger der katholischen Kirche sowie Trägern von Ämtern bei Gericht, an Hochschulen und in der Wirtschaft wird in der Regel einfach ein Herr bzw. Frau vor den Titel oder die Amtsbezeichnung gesetzt, jedoch ohne Nennung des Nachnamens (bei der Postanschrift jedoch: „Herrn Botschafter …“).
Vorsitzende Richter werden vor Gericht in Deutschland als Herr Vorsitzender bzw. Frau Vorsitzende, in Österreich als Herr bzw. Frau Rat (am Obersten Gerichtshof: Herr Hofrat bzw. Frau Hofrätin) angesprochen.
Die Inhaber hoher öffentlicher Ämter ausländischer Staaten (in der Regel Staatsoberhäupter, sofern diese nicht Monarchen sind und deshalb Anrecht auf eine andere Anrede haben, Regierungschefs und sonstige Mitglieder der Regierung) erhalten zumindest im schriftlichen Gebrauch ebenfalls oft den Exzellenzentitel. Gleiches gilt für deutsche Amtsträger, soweit sie ein Ausländer anschreibt (ein Franzose könnte also einen Brief an „Seine Exzellenz den Herrn Bundespräsidenten“ richten, ein Deutscher schreibt nur „Herr Bundespräsident“). Dabei gilt es zu bedenken, dass das Richten eines Schreibens an ein fremdes Staatsoberhaupt ein Vorrecht anderer Staatsoberhäupter ist. Will man an ein fremdes Staatsoberhaupt schreiben, so richtet man dieses an den Büroleiter oder Sekretär mit der Bitte, den Inhalt dem Staatsoberhaupt vorzutragen oder das zweite Schreiben, das man verfasst hat, dem Staatsoberhaupt vorzulegen.
Beispiele
In der Politik:
Bei Gericht:
Im kirchlichen Bereich:
An
Hochschulen:
In der Wirtschaft:
Anmerkung: Bei staatlichen Titeln, wie etwa Bundeskanzler oder Minister, werden akademische sowie Adelstitel nicht berücksichtigt. In der
Schriftform werden vereinzelt die akademischen Titel berücksichtigt.
Akademische Titel werden in der direkten Anrede (schriftlich oder mündlich) nicht „gehäuft“, es heißt also Frau Professorin XYZ, nicht Frau Professor Doktor XYZ. In Anschriften werden alle Titel vor dem Namen genannt (Herr Prof. Dr. med. XYZ).
Gleichrangige benutzen in der Anrede nie den Titel: gleichrangig = Herr/Frau Kollege.
Militär
Bei der Bundeswehr besteht die Anrede für Soldaten aus „Herr“ beziehungsweise „Frau“ plus dem Dienstgrad, für zivile Angestellte der Bundeswehr richtet sich die Anrede „nach den gesellschaftlichen Gepflogenheiten“. Militärische Dienstgrade nehmen niemals die feminine Form an. Eine Unterscheidung der Dienstgrade zwischen Frau und Mann in Form eines angehängten '(w)' ist nicht vorgesehen. Dies ist lediglich bei Beschriftungen von Unterkünften gebräuchlich, leidet aber unter einer truppenalltäglichen Verallgemeinerung.
Beispiele:
Ausnahmen:
- Alle Generäle und Admirale werden immer mit „Herr/Frau General“ bzw. „Herr/Frau Admiral“ angesprochen.
- Sanitätsoffiziere im Generalsrang werden immer mit „Herr/Frau Generalarzt“ angesprochen, Marine-Sanitätsoffiziere im Admiralsrang entsprechend mit „Herr/Frau Admiralarzt“.
- Alle Stabsoffiziere der Marine (Korvettenkapitän, Fregattenkapitän und Kapitän zur See) werden mit „Herr/Frau Kapitän“ angeredet.
- Kapitänleutnante werden mit „Herr/Frau Kaleu“ angeredet
- Bei Marinedienstgraden, die den Zusatz „zur See“ (z.S., beispielsweise „Leutnant z.S.“) enthalten, wird dieser in der direkten Anrede weggelassen.
- Dienstgradzusätze, die die Laufbahn anzeigen (d.h. (OA), (UA), (FA), (BA), (mbL)), werden in der mündlichen, nicht aber in der schriftlichen Anrede weggelassen.
- Der Name kann, muss aber nicht zugefügt werden.
Bei der
Nationalen Volksarmee der
DDR bestand die Anrede aus „Genosse“ und
Dienstgrad beziehungsweise „Genosse“ und Name (bei Zivilbeschäftigten).
Beispiele:
In der
Wendezeit 1990 wurde die Anrede in „Herr/Frau“ und Dienstgrad geändert.
In der Schweizer Armee wird die Anrede „Mann“ oder „Frau“ erst ab dem Grad „Adjutant Unteroffizier“ verwendet.
In den (anglo-)anglikanischen Streitkräfen werden Vorgesetzte in der mündlichen Kommunikation mit „Sir“ und nachfolgendem Dienstgrad, z.B. „General Sir“ angesprochen.
Übersetzte fremdsprachliche Anreden
Insbesondere in deutsch synchronisierten Filmen und Fernsehserien aus dem angloamerikanischen Kulturkreis finden sich oft Anreden, die eine eingedeutschte Version der dort üblichen Anreden darstellen und in der Realität nicht vorkommen.
Beispiel: „Euer Ehren“, übersetzt aus „Your Honor“, ist in den USA die korrekte Anrede des Richters, in Deutschland als Anrede für einen Richter falsch.
Siehe auch
Weblinks