Unter einer Arie (von italienisch aria „Weise, Luft“, dies zu lateinisch aera von aer „Luft“) versteht man ein solistisch vorgetragenes Gesangsstück, das von Instrumenten, im Regelfall einem Orchester, begleitet wird. Meistens ist eine Arie Teil eines größeren Werkes wie einer Oper, einer Kantate oder eines Oratoriums. Die Arie vermittelt in einer lyrisch-empfindsamen Singweise die Gefühle und Stimmungen, den Affekt – im Gegensatz zum dramatisch orientierten Rezitativ, das die Handlung vorantreibt.
Eine Arie für zwei Gesangsstimmen heißt Duett, für deren drei Terzett, für vier Quartett.
Zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurde begrifflich noch nicht zwischen Arie und Liedsst differenziert – auch strophische Gesangücke mit sparsamster Instrumentalbegleitung waren „Aria“ betitelt.
Eine beherrschende Stellung in der Barockmusik erlangte die Da-capo-Arie (da capo = „vom Anfang“) in dreiteiliger A–B–A-Form, bei der der Anfangsteil am Schluss in wörtlicher oder variierter Gestalt wiederkehrt und so den Ausführenden Gelegenheit für Verzierungen und andere Variationen bietet. Sie taucht zuerst in Monteverdis „L’Orfeo“ auf. Im 17. und 18. Jahrhundert wird die Da-capo-Arie weiter ausgebaut und häufig auf fünf Teile erweitert. Während die alte einfache Strophe
Besonders in der nachbarocken italienischen Oper ist die Arie oftmals in zwei voneinander abhängige Teile strukturiert: einer davon langsam-meditativ, der andere (die so genannte Cabaletta) schnell-expressiv, die es einem Sänger gestattet, seine volle Virtuosität zu zeigen. Ein typisches Beispiel hierfür ist die Arie „O zittr'e nicht“ der Königin der Nacht in Mozarts „Zauberflöte“.
Im späten 18. Jahrhundert, besonders nach der so genannten „Opernreform“ durch Christoph Willibald Gluck, der damit die weniger von formalen Schemata geprägte französische Operntradition weitergab, näherte sich die Arie wieder mehr der Lied
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