Geografie
Geografische Lage
Bad Schwalbach ist ein
Kurort etwa 20 km nordwestlich von
Wiesbaden. Er liegt in 289 bis 465 Meter Höhe im
Taunus an der
Aar. Über 56 Prozent der Gemarkungsfläche besteht aus Wald.
Nachbargemeinden und -kreise
Bad Schwalbach grenzt im Norden an die Gemeinde
Hohenstein, im Osten an die Stadt
Taunusstein, im Süden an die Gemeinde
Schlangenbad, sowie im Westen an die Gemeinde
Heidenrod.
Stadtgliederung
Die Stadt besteht aus den Ortsteilen Adolfseck, Bad Schwalbach, Fischbach,
Heimbach, Hettenhain, Langenseifen,
Lindschied und
Ramschied.
Geschichte

Karte von Langenschwalbach im Jahre 1728
1655

Bad Schwalbach um 1832 auf einem Stich nach Tombleson
Bad Schwalbach wurde als
Langinswalbach im Jahre 1352 erstmals urkundlich erwähnt. Erste zuverlässige Berichte über die Mineralquellen gibt es ab 1568 durch den Wormser Arzt
Tabernaemontanus, der den Ort auch in seinem 1581 erschienenen Werk
New Wasserschatz bekannt machte. Obwohl Langenschwalbach im
30-jährigen Krieg völlig zerstört wurde, wurde es schnell wieder aufgebaut, der Handel mit dem Heilwasser begann zu blühen. Zunächst im Versandhandel, das Wasser wurde in Krügen und Fässern in ganz Europa verkauft. Nur wenige Heilung Suchende nahmen den beschwerlichen Weg in den Taunus auf sich.
Erst mit der Verbesserung der Verkehrsverhältnisse durch den Straßenbau setzte zu Beginn des 19. Jahrhunderts der Kurbetrieb ein, die 1889 fertig gestellte Aartalbahn von Wiesbaden nach Langenschwalbach trug auch wesentlich dazu bei. Zahlreiche gekrönte Häupter, Fürsten und Grafen kamen nun zur Kur und besuchten die Spielbank, wo auch weniger seriöse Herrschaften verkehrten. Nach Ende des 1. Weltkriegs verlor der Adel schnell an Bedeutung und es begann der langwierige und teilweise schmerzhafte Wandel vom Luxusbad zum Sozialbad, der erst nach dem 2. Weltkrieg vollendet wurde.
In einem Wald bei Bad Schwalbach soll Katharina Pfeifer aus Langenhain im Taunus Ende 1800 oder Anfang 1801 dem Räuber Schinderhannes ein Kind geboren haben.[Bayerlein, S. 214]
Politik
Stadtverordnetenversammlung
Die Kommunalwahl am 26. März 2006 lieferte folgendes Ergebnis:
| Parteien und Wählergemeinschaften
| % 2006
| Sitze 2006
| % 2001
| Sitze 2001
|
| CDU
| Christlich Demokratische Union Deutschlands
| 34,1
| 13
| 33,0
| 12
|
| SPD
| Sozialdemokratische Partei Deutschlands
| 30,8
| 11
| 32,8
| 12
|
| GRÜNE
| Bündnis 90/Die Grünen
| 11,1
| 4
| 9,3
| 4
|
| FDP
| Freie Demokratische Partei
| 4,0
| 1
| 3,9
| 1
|
| BSB
| Bad Schwalbacher Bürgerblock
| 15,8
| 6
| 11,2
| 4
|
| FWG
| Freie-Wähler-Gemeinschaft
| 4,1
| 2
| 9,8
| 4
|
| Gesamt
| 100,0
| 37
| 100,0
| 37
|
| Wahlbeteiligung in %
| 46,6
| 52,4
|
Bürgermeisterwahl
Martin Hußmann (FDP) setzte sich bei der Wahl am 4. November 2007 mit 50,4 % der Stimmen gegen den Amtsinhaber Michael Kalhoff (CDU) durch und tritt sein Amt am 1. April 2008 an.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Besonderen Zugang zur Stadt- und Kurgeschichte bietet die
Bad Schwalbacher Kurbahn, die auf den historischen Gleisen der ehemaligen Moortransportbahn im Kurpark verkehrt. Von April bis Oktober fahren die Züge des Bad Schwalbacher Kurbahn Verein e.V. an allen Sonn- und Feiertagen. Von der Station Moorbadehaus aus führt die Strecke zu den Moorgruben, vorbei am Golfhaus, Schwalbenbrunnen und Waldsee.
Bad Schwalbachs einziges Museum wurde 2002 mit neuen Ausstellungsstücken neueröffnet. Mit seinen Exponaten versucht es die Besucher durch die Geschichte Bad Schwalbachs und dessen Kurleben zu führen. Das Museum beherbergt unter anderem das früher in Privaträumen betriebene Apothekenmuseum. Das Apothekenmuseum zeigt die im Jahre 1642 gegründete und vollständig eingerichtete älteste Apotheke im Taunus. Im Museum ist auch das Stadtarchiv untergebracht.
Sehenswert sind außerdem die insgesamt sieben Brunnen und viele Tempel, u. a. der Elisabethentempel, der von der Kaiserin Elisabeth von Österreich-Ungarn (Sissi) bei einem Kuraufenthalt in Langenschwalbach gestiftet wurde. Von dort aus hat man eine gute Aussicht über die Stadt.
Nördlich der Stadt befindet sich Alexander’s Rest, eine überdachte Sitzbank, die als Gedenkstätte dient.
Wirtschaft und Infrastruktur
Größter Arbeitgeber ist die Schwälbchen Molkerei Jakob Berz AG.
Verkehr
Bad Schwalbach liegt an der
Bundesstraße 260, auch
Bäderstraße genannt, sowie an der
B 54 und der
B 275. Autobahnanschluss besteht in 15 km Entfernung an die
A 66 und in 20 km Entfernung an der Anschlussstelle Idstein der
A 3.
Bad Schwalbach liegt auch an der Aartalbahn, auf der es jedoch seit 1986 keinen regelmäßigen Personenverkehr mehr gibt, nur noch saisonalen Museumsbahn-Verkehr durch die Nassauische Touristikbahn. Bad Schwalbach ist damit die einzige hessische Kreisstadt, die im fahrplanmäßigen Eisenbahnverkehr nicht mehr bedient wird. Bemühungen um eine Reaktivierung der Strecke gibt es, bis jetzt allerdings ohne Erfolg. Die Strecke steht in Hessen unter Denkmalschutz und ist als Kulturdenkmal Hessens längstes Baudenkmal – nur der römische Limes, ein Bodendenkmal, ist länger.
Persönlichkeiten
In Bad Schwalbach wurden geboren:
Außerdem lebten und wirkten in der Gemeinde:
- Matthäus Merian, der Ältere (1593–1650), Kupferstecher und Verleger, starb in Bad Schwalbach
- Johann Heinrich Fenner von Fenneberg (1774–1849), Badearzt
- Philipp Hoffmann (1806–1889), Architekt und Baumeister
- Adolphus Busch (1839–1913), Unternehmer
- Paul Wallot (1841–1912), Architekt des Reichstagsgebäudes, starb in Bad Schwalbach
- Friedrich Delitzsch (1850–1922), Assyriologe, starb ebenfalls hier
- Bernhard Bendel (1908–1980), Gründer der katholischen Organisation Opus Spiritus Sancti
Die Realschule im damaligen Langenschwalbach (Hufeisenschule) besuchte in den Jahren 1846 bis 1848
Nikolaus August Otto (1832–1891), der im nahen Holzhausen an der Haides geborene Erfinder des
Otto-Motor.
Bildungseinrichtungen
- Nikolaus-August-Otto-Schule (Gesamtschule, ca. 1200 Schüler)
- Wiedbachschule (Grundschule)
- Janusz-Korczak-Schule (Schule für Lernhilfe Sonderpädagogisches Beratungs- und Förderzentrum)
Einzelnachweise
Literatur
Weblinks