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Geändert: 2007-11-04
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fiBardesanes
frBardesane d'Édesse
Kategorie: Mann Syrer Gnostiker Geboren 154 Gestorben 222 Christlicher Orient Literatur (Syrisch)

Bardesanes

Bardesanes (auch Bar-Daisan, dt.: Sohn des (Flussgottes) Daisan in Edessa; * 11. Juli 154 in Edessa (Mesopotamien), † 222 vielleicht in Anierer) war ein syrisch Gnostiker.

1 Leben
2 Werk
3 Bedeutung
4 Ausgaben
5 Literatur

Leben

Bardaisan war Sohn heidnischer Eltern persischer oder parthischer Herkunft aus vornehmem Stand und wurde am Hof in Edessa zusammen mit dem Kronprinzen des Königreiches Osrhoene erzogen. Er soll, bevor er Christ wurde, Priester der Großen Muttergottheit Dea Syria in Hierapolis Bambyke (Mabog in Syrien) gewesen sein. Abgar VIII der Große (177–212) war ein Jugendfreund Bardaisans, der den König wahrscheinlich nach 202 für das Christentum gewann. Abgar VIII. war der erste christliche König und beide zusammen, der König und der aramäische Philosoph, schufen mit Osrhoene den ältesten christlichen Staat der Weltgeschichte. Das ist bedeutsam, auch wenn dieser Staat nur „eine flüchtig vorübergehende Erscheinung“ (Lit: Hilgenfeld 1864, S. 22) darstellte. Der römische Kaiser Caracalla setzte nämlich um 214 den Sohn und Nachfolger Abgars des Großen, Abgar IX, ab und beendete das Experiment eines unabhängigen christlichen Staates.

Werk

Bardesanes stand der Kirchenlehre näher als andere Gnostiker seiner Zeit. Seine Gedankenwelt war jedoch stark von chaldäischer Mythologie und Astrologie beeinflusst. Sein besonders Interesse galt kosmologischen Spekulationen. Seine Ansichten zogen ihm das Missfallen späterer Autoren seit Ephraem dem Syrer zu. Das führte zum Verlust der Schriften des Bardesanes, sowohl seiner Versdichtung wie seiner Prosa. So müssen die Lehren des Bardesanes weitgehend aus den Berichten seiner Gegner rekonstruiert werden. Erhalten ist jedoch ein Dialog über das Schicksal, besser bekannt unter dem Titel liber legum regionum. Er wurde ins Griechische übertragen und wird in den recognitiones des Pseudo-Clemens (IX 19–29) in lateinischer sowie von dem berühmtesten antiken Kirchenhistoriker Eusebius von Caesarea in der Praeparatio Evangelica (Buch VI 10,1–48) in griechischer Version zitiert. Bekannt ist Bardesanes auch als Vater des syrischen Kirchenliedes. Ephraem der Syrer kannte ein Buch von ihm mit 150 Psalmen oder Hymnen.

Bedeutung

Bardesanes war, neben den Enkratiten, von größtem Einfluss auf das syrische Christentum des 3. Jahrhunderts. Vermutlich ist auch die Abgarlegende in seinem Kreis entstanden. Die Tätigkeit der Nachfolger des Bardesanes lässt sich noch in der frühen islamischen Zeit nachweisen.

Ausgaben

  • H.J.W. Drijvers (Hrsg.): The book of the Laws of Countries, 1965.
  • F. Nau (Hrsg.): Liber legum regionum (Patrologia Syriaca 2), 1907, S. 490–657.
  • Ders.: Bardesane, Le Livre des lois des Pays, 1931.

Literatur

  • Hendrik J.W. Drijvers: Art. Bardesanes. In: Theologische Realenzyklopädie 5 (1980), S. 206-212
  • F. W. Bautz: Bardesanes, in: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon 1 (1990), Sp. 368–369. Online Weblinks Mit weiteren Literaturangaben.
  • S. Brock (übersetzt von S. Zimmermann): Bardesanes, in: Der Neue Pauly Bd. 2, Stuttgart 1997, Sp. 446. Mit kurzem Überblick über den neuesten Forschungsstand.
  • H.J.W. Drijvers: Bardaisan of Edessa, 2. Auflage, Assen 1966.
  • A. Hilgenfeld: Bardesanes, der letzte Gnostiker, Leipzig 1864.

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