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Geändert: 2007-12-05
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Kategorie: Bergbau Montangeologie Ingenieurwissenschaft Markscheidewesen Umweltgeschichte

Bergbau

Schema eines Bergbaus. a=Gänge, b=Lager und Flöz

Schema eines Bergbaus. a=Gänge, b=Lager und [[Flöz

, c=Stöcke, d=Stollen, e=Schacht, A=Nebengestein]]
„Schlägel und Eisen;“ – Symbol für den Bergbau;

Schlägel und Eisen;“ – Symbol für den Bergbau;

Als Bergbau bezeichnet man die Gewinnung von mineralischen Rohstoffen aus einem Gesteinskörper der oberen Erdkruste. Häufig geförderte Rohstoffe sind z. B.: Die abzubauenden Stoffe befinden sich in einer Lagerstätte, deren Ausmaß und Lage heute meist durch geophysikalische Exploration untersucht wird. Doch sind von der Vorgeschichte bis zum Mittelalter viele Lagerstätten – z. B. Erzadern – auch durch Ausbisse (Sichtbarkeit an der Erdoberfläche) gefunden worden. Eine in der Zukunft zunehmende Bedeutung wird der Abbau von Lagerstätten in der Tiefsee erhalten.

In Deutschland ist der Bergbau grundsätzlich durch das Bundesberggesetz geregelt, in anderen Ländern durch entsprechende Regelungen. Die öffentliche Stelle, der die gesetzliche Kontrolle übertragen ist, heißt Bergamt, in Österreich Montanbehörde.

1 Abbautechniken
2 Geschichte
3 Rekorde
4 Siehe auch
5 Einzelnachweis
6 Literatur
7 Weblinks

Abbautechniken

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen drei Techniken:

Geschichte

Darstellung Georgius Agricolas aus dem Jahre 1556

Darstellung Georgius Agricolas aus dem Jahre 1556

Früheste archäologische Zeugnisse des Bergbaus weisen in die Jungsteinzeit. Kupfer wurde schon um 5000 v. Chr. im Sinai, Kupfer, Gold und Türkise um 3000 v. Chr. in Ägypten abgebaut. Wahrscheinlich gab es gegen 3000 v. Chr. auch schon Metallgruben in Indien und China. Um 2500 v. Chr. begann dann auch die Kupferförderung in Mitteldeutschland. Eisenerz wurde ab etwa 800 v. Chr. in den Alpen abgebaut ab 500 v. Chr. in Mitteldeutschland. Zeugnis davon ist ein Ofen aus der La-Tène-Zeit in Wilnsdorf. Der Abbau von Steinkohle ist seit dem 9. Jahrhundert in England bekannt. Vögel dienten früher als Alarmanlage bei Sauerstoffmangel.

Bergbau in Deutschland

Erste schriftliche Zeugnisse über den Metallabbau im mittelalterlichen Mitteleuropa berichten aus Böhmen im 8. Jahrhundert, Goslar im 10. Jahrhundert, dem Erzgebirge in Freiberg und Joachimsthal im 12. Jahrhundert und in allen Fällen vorwiegend im Zusammenhang mit Silber und Kupfer. Im 15. und 16. Jahrhundert entwickelten sich weitere erzgebirgische Bergstädte wie Annaberg zu Zentren des deutschen Bergbaus. Mitte des 16. Jahrhunderts veröffentlichte Georgius Agricola mehrere für den Bergbau entscheidende Werke, wie das 1556 erschienene De re metallica libri XII. Ab dem Mittelalter lassen sich Bergordnungsen nachweisen, die den Bergbau umfassend regelten. Mitte des 19. Jahrhundert traten an ihre Stelle Berggesetze.

St. Annenkirche

St. Annenkirche

zu Annaberg)]]
Wieliczka bei Krakau (Polen)]]
Steinkohleförderung im Aachener Revier an Inde und Wurm wird in den Annales Rodenses des Klosters Roda (heute Rolduc/NL) bereits für das Jahr 1113 bezeugt. Abbauort war der Beckenberg (schwarze Berg) direkt bei der Burg und Siedlung Rode (heute Herzogenrath/D). Der Eschweiler Kohlberg wird 1394 urkundlich erwähnt, der Eschweiler Bergwerksverein 1838 gegründet. Im Ruhrgebiet wird Steinkohle seit dem 14. Jahrhunderts gefördert, Mitte des 18. Jahrhundert begann man an der Saar Steinkohle abzubauen, wo dieser Bodenschatz im 20. Jahrhundert das ganze Land zum Spielball zwischen Frankreich und Deutschland machte; später förderte man auch in Oberschlesien.

Durch die Industrialisierung, besonders die 1769 von James Watt wesentlich verbesserte Dampfmaschine wurde vor allem der Abbau von Kohle und Eisenerz erheblich gesteigert und sorgte so für die Häufung von Industrie zum Beispiel im Ruhrgebiet und in Oberschlesienn. Gebraucht wurde z. B. Steinkohle zu Heizzwecken, auch in Form von Brikett (in Deutschland seit 1861) oder als Treibstoff für Lokomotive und stationäre Dampfmaschinen zum Antrieb von Arbeitsmaschinen in Industriebetrieben. Später stellten die kohlebefeuerten Dampfkraftwerke das Rückgrat der Stromversorgung dar, und dies ist auch heute noch so. Nachdem Rohstoffe immer günstiger vom Ausland eingeführt werden konnten, verloren besonders die heimischen Eisen- und Metallerzlagerstätten an Bedeutung, da diese nur schwierig und somit teuer zu gewinnen waren. Auch die Steinkohlengewinnung ist in Deutschland geologisch bedingt schwierig und daher teuer. Steinkohlenzechen werden jedoch nach Ansicht der Befürworter als sichere Energiequelle im eigenen Land benötigt und um die führende Position der Bergbautechnologie auf dem Weltmarkt beibehalten.

Ab dem 18. Jahrhundert wird die Region um Siegen zu einem der wichtigsten Zentren der Eisenerzförderung. Im Siegerländer Erzrevier, das sich von Hilchenbach bis Neuwied (Rhein) über Siegerland und Westerwald zog, standen fast 5000 Gruben, darunter die tiefsten Europas. Die erste urkundlich erwähnte Grube wird bereits 1298 genannt. Noch heute ist die Region von der Metallverarbeitung geprägt, siehe Bergbau im Siegerland.

Die Förderung von Braunkohle, die 30 % der deutschen Energieversorgung darstellt, sowie von Kali- und Steinsalz werden in großem Umfang weiter betrieben. Kali und Steinsalze werden unter anderem in der heimischen Agrarwirtschaft als Dünger eingesetzt und auch weltweit exportiert. Deutschland besitzt die weltweit modernsten und leistungsfähigsten Kalibergwerke. Ein erheblicher Wirtschaftsfaktor stellt auch der Bergbau auf Steine und Erden dar, die i. d. R. im Tagebau abgebaut werden.

In Deutschland befinden sich drei montanwissenschaftliche Hochschulen (auch Bergakademie genannt), die Technische Universität Bergakademie Freiberg, die Technische Universität Clausthal und die Rheinisch-westfälische technische Hochschule Aachen. Ferner existiert auch die Technische Fachhochschule Georg Agricola in Bochum und einige weitere Bergschulen.

Im Jahre 2007 bestehen in Deutschland acht Zechen mit rund 25.700 Bergleuten im Steinkohleabbau.[1] Weblinks Insgesamt waren im Jahre 2005 ca. 94.800 Personen im Bergbau beschäftigt.Der Bergbau in der Bundesrepublik Deutschland 2005, Dokumentation Nr. 559 des BMWi, Online verfügbar unter: [1] Weblinks

Rekorde

  • Tiefstes Bergwerk: Goldmine Tautona
  • Tiefste Bohrung (Forschung):
  • Tiefste Bohrung (Förderung):

Siehe auch

Einzelnachweis

Literatur

  • Georgius Agricola: De re metallica libri XII. Basel 1556 (Digitalisat der 2. Ausgabe 1561 Weblinks)
  • Der belehrende Bergmann. Ein leicht fassliches Lese- und Bildungsbuch für Kinder und Erwachsene…. Friese, Pirna 1830 (Digitalisat Weblinks)
  • Karl Bax: Schätze aus der Erde. Die Geschichte des Bergbaus. Econ, Düsseldorf 1981, ISBN 3-430-11231-1
  • Hermann, Wilhelm und Gertrude: Die alten Zechen an der Ruhr. Vergangenheit und Zukunft einer Schlüsseltechnologie. Mit einem Katalog der 'Lebensgeschichten' von 477 Zechen. 6., um einen Exkurs nach S. 216 erweiterte und in energiepolitischen Teilen aktualisierte Auflage 2008 der 5., völlig neu bearbeiteten und erweiterten Auflage 2003, Nachbearbeitung 2002: Christiane Syré, Endredaktion 2007 Hans-Curt Köster. Langewiesche, Königstein i. Ts. 2008, ISBN 978-3-7845-6994-9
  • Ernst-Ulrich Reuther: Einführung in den Bergbau. Ein Leitfaden der Bergtechnik und der Bergwirtschaft. Glückauf, Essen 1982, ISBN 3-7739-0390-1
  • Ulrich Borsdorf (Hrsg.): Untertage – Übertage – Bergarbeiterleben heute. Beck, München 1985, ISBN 3-406-30833-3
  • Lothar Suhling: Aufschliessen, Gewinnen und Fördern. Geschichte des Bergbaus. Rowohlt, Reinbek 1983, ISBN 3-499-17713-7
  • Bernd Küppers (Red.): Bergbau und Hüttenwesen. Literatur aus vier Jahrhunderten (16. bis 19. Jh.). Aus den historischen Beständen der Hochschulbibliothek der RWTH Aachen. Shaker, Aachen 2002 (Bibliographie historischer Bergbauliteratur)
  • Hans Röhrs: Erz und Kohle : Bergbau und Eisenhütten zwischen Ems und Weser, Ibbenbüren : Ibbenbürener Vereinsdruckerei 1992, ISBN 3-921290-62-7
  • Hubert Rickelmann und Hans Röhrs: Der Ibbenbürener Steinkohlenbergbau von den Anfängen bis zur Gegenwart. Schöningh, Paderborn, München, Wien und Zürich 1987, ISBN 3-506-77223-6
  • Hans Röhrs: Der frühe Erzbergbau und die Hüttenindustrie im Tecklenburger Land, Ibbenbüren : Ibbenbürener Vereinsdruckerei 1987, ISBN 3-921290-23-6

Weblinks

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