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Geändert: 2007-11-16
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Kategorie: Elektroinstallation

Blitzableiter

Blitzableiter auf einem Dach

Blitzableiter auf einem Dach

Erdung

Erdung

Als Blitzableiter wird eine Einrichtung zum Schutz von Gebäuden vor Blitzeinschlägen bezeichnet. Fachsprachlich werden diese Einrichtungen heute als Blitzschutzsysteme bezeichnet.

Dringt ein Blitz in ein Haus ein, entsteht meist erheblicher Sachschaden, da nahezu alle elektrischen Geräte und Anlagen zerstört werden. Durch die hohe Temperatur (mehrere 1000 °C) steigt die Gefahr eines Brandes.

Ein Blitzableiter ist ein bis an eine exponierte Stelle geführter, geerdeter elektrischer Leiter, der dank seines großzügig bemessenen Querschnitts über eine hohen elektrischen Leitwert verfügt. Er soll den Blitzstrom an der Außenseite des zu schützenden Objekts entlang sicher zum Erdboden ableiten.

1 Geschichte
2 Entwicklung von Blitzschutzanlagen
3 Literatur
4 Weblinks

Geschichte

Um das Jahr 1170 v. Chr. wurden unter Ramses III am Tempel von Madinat Habu und am Chontempel von Theben vergoldete Masten angebracht. Man nimmt an, dass sie die Funktion von Blitzableitern hattten.

Als neuerlicher Erfinder des Blitzableiters gilt Benjamin Franklin, der am 15. Juni 1752 in einem Versuch mit einem elektrischen Drachen seine Theorie bestätigt erhielt, dass Blitze nichts anderes als Funken in riesigem Maßstab seien.

In den Anfangszeiten der Blitzableiter war man der Meinung, dass Blitzableiter nicht nur am höchsten Punkt des zu schützenden Objektes angebracht, sondern auch besonders spitz sein müssen. Die Form des höchsten Punktes hat jedoch keinerlei Einfluss auf die Funktion. Der erste Blitzableiter in Deutschland wurde auf der Hamburger Hauptkirche St.Jacobi installiert.

Im süddeutschen Raum entwickelt Johann Jakob Hemmer, Leiter des Physikalischen Kabinetts am Hof des Kürfürsten Karl Theodor in Mannheim den „Hemmerschen Fünfspitz“. Ein Blitzschlag in den Marstall von Schwetzingen (1769) scheint hier Anlass gewesen zu sein, dass sich der bekannte Universalgelehrte Hemmer auch mit der Notwendigkeit des Blitzschutzes beschäftigte und den fünfstrahligen Blitzableiter, gekennzeichnet durch eine senkrechte Stange und ein waagrechtes Strahlenkreuz, erfand und einführte. Der erste Blitzableiter Hemmerscher Art wurde am 17. April 1776 auf dem Schloss des Freiherrn von Hacke in Trippstadt/Pfalz installiert. Die weitere Entwicklung wurde durch eine Verordnung des Kurfürsten Karl Theodor beschleunigt, der 1776 bestimmte, dass alle Schlösser und Pulvertürme des Landes mit Blitzableitern auszurüsten seien. In den folgenden Jahren breitete sich ein weiter Elektrizitätstaumel in Deutschland aus, der dazu führte, dass die „Hemmerschen Fünfspitze“ mehr und mehr nachgefragt wurden. Ein Nutzen des waagerechten Strahlenkreuzes konnte jedoch nie nachgewiesen werden. Die Konstruktion blieb deshalb letztlich ohne Einfluss auf die technische Entwicklung des Blitzschutzes.

Ein radioaktiver Blitzableiter war eine besondere Ausführung eines Blitzableiters, bei dem eine radioaktive Substanz durch ihre Strahlung die Luft um die Blitzableiterspitze ionisieren und dadurch den Blitz auf diese lenken sollte. Als radioaktive Substanz enthielten sie einen Alpha-Strahler (Radium 226 oder Americium 241) mit einer spezifischen Radioaktivität von 30 bis 70 MBq. Es konnte allerdings nie nachgewiesen werden, dass die Radioaktivität die Wirksamkeit verbessert. Radioaktive Blitzableiter wurden unter anderem in der Westschweiz, in Spanien und in Serbien eingesetzt. Sie werden heute aus Umweltschutzgründen demontiert.

Entwicklung von Blitzschutzanlagen

Reste eines der ältesten Blitzableiter der Welt im Narrenturm des alten Allgemeinen Krankenhaus in Wien (um 1782)

Reste eines der ältesten Blitzableiter der Welt im Narrenturm des alten Allgemeinen Krankenhaus in Wien (um 1782)

Literatur

  • Nikolaus Anton Johann Kirchhof, James Ferguson: Beschreibung einer Zurüstung welche die anziehende Kraft der Erde gegen die Gewitterwolke und die Nützlichkeit der Blitzableiter sinnlich beweiset. Nicolai, Berlin 1781 (Digitalisat Weblinks)
  • D. Müller-Hillebrand: The Protection of Houses by Lightning Conductors. An Historical Review. J. Franklin Institute, 273, 1962, S. 35–44

Weblinks

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