Künstlerischer Werdegang
In Berlin hatte Weiss seine eigene Band namens Charly Weiss 4. Mit dieser Formation trat er im Februar 1970 zusammen mit anderen Bands wie Amon Düül II oder Tangerine Dream im „alternativen“ Berliner Studentenfasching auf. Dort lernte Weiss die Formation Agitation Free kennen, mit denen er am 12. April 1970 am „ersten deutschen Popfestival“ im Berliner Sportpalast auftrat.Danach zog er nach Düsseldorf um und schloss sich dem Umfeld von Kraftwerk an. Am 26. Dezember 1970 gab Kraftwerk ein Konzert in der Besetzung Florian Schneider-Esleben, Eberhard Kranemann (Bass, Cello) und Charly Weiss (Drums). Es war das erste und letzte Konzert von Kraftwerk mit Charly Weiss am Schlagzeug.
Später traf Weiss auf Helge Schneider, Christoph Schlingensief und Udo Kier. Zu Helge Schneider verbindet ihn bis heute eine große Freundschaft. Die beiden hatten in den siebziger Jahren die Formation 'Schneider/Weiss Duo' auch bekannt als 'El Snyder & Charly McWhite'.
Nach seiner sehr kurzen, aber prägenden Zusammenarbeit mit Kraftwerk, tourte Charly Weiss mit Helge Schneider durch das Land, meist für kleine Clubauftritte. In Folge der weiteren Zusammenarbeit mit den in NRW ansässigen und etablierten Künstlern, entstand 1988 der Film 'Mutters Maske', ein Remake des Films „Opfergang“ von Veit Harlan unter der Regie von Christoph Schlingensief. In diesem Film wirkt auch Helge Schneider (als 'Martin') mit und Udo Kier. Charly Weiss spielt das Schlagzeug für den Soundtrack.
Charly Weiss war zwar nie ein wirklich virtuoser Schlagzeuger, aber seine einzigartige Persönlichkeit war für viele andere Künstler ein Quell der Inspiration. Helge Schneider widmet Charly Weiss in seinem Buch 'Guten Tach! Autobiographie, Teil 1' von 1992 ein ganzes Kapitel.
In den Filmen von Helge Schneider hat Weiss meist skurrile Rollen zu spielen, die seinem natürlichen Charakter und Charme entsprechen, wie z.B. in 'Texas – Doc Snyder hält die Welt in Atem' als 'Lieber Gott' (1993), '00 Schneider - Jagd auf Nihil Baxter' von 1994 als der weltbekannte Spürpilot, wie auch 'Jazzclub - Der frühe Vogel fängt den Wurm' von 2004 als obdachloser Sportbegeisterter und -treibender. Die Mitwirkung an diesen Filmen brachte Charly Weiss auch eine gesteigerte Medienpräsenz und einen Eintrag in der IMDB-Datenbank.
Aktuelles
Seinen letzten öffentlichen Auftritt hatte Charly Weiss in der PrimeTimeShow im September 2005.Weblinks
- Inoffizielle Website mit vielen Informationen, Liedtexten, Bildern und News
(engl.)
- IMDB-Eintrag mit 'Mutters Maske'
- Charly Weiss bei der Prime-Time-Show
- Private deutsche Fansite
