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Geändert: 2007-11-18
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frMaison de Dohna
Kategorie: Sächsisches Adelsgeschlecht Stammliste Böhmisches Adelsgeschlecht Deutsches Adelsgeschlecht Familienname

Dohna (Adelsgeschlecht)

Stammwappen der Grafen von Dohna

Stammwappen der Grafen von Dohna

Die Burggrafen von Dohna (oder Donin) sind eine weitverzweigte Adelsfamilie. Seinen Ausgang nahm das Geschlecht von der südlich von Dresden bei Pirna gelegenen Burg Dohna, mit der einer seiner Vertreter im 12. Jahrhundert belehnt worden war.

1 Entstehung
2 Wappen
3 Dohnaische Fehde und Niedergang
4 Zweige in Böhmen, Meißen und Schlesien
5 Bekannte Vertreter der Adelsfamilie
6 Stammliste
7 Literatur
8 Einzelnachweise
9 Weblinks

Entstehung

1152 kommt Dohna als Reichslehen von Kaiser Friedrich I Barbarossa an Heinrich von Rothowa (Rötha), der - als Henricus nobilis de Rotowe (1144 als Zeuge in einer Urkunde erstmals erwähnt) und zum Begründer des edelfreien Adelsgeschlechts der Donins wird.

Die Burggrafschaft Dohna lag zwischen der Markgrafschaft Meißen und dem Königreich Böhmen. Das Herrschaftsgebiet wurde in etwa eingegrenzt von den Flüssen Müglitz) und Gottleuba im Osten, der Elbe im Norden und der Weißeritz im Westen. Vincenz Kaiser, Zur Kolonisation und Herrschaftsbildung der Burggrafen von Dohna im Weißeritzgebiet, noch unveröffentlichtes Manuskript, Dresden 2007. Damit reichte es von Gottleuba im Südosten über Lockwitz, Kaitz und der Burg Thorun bei Pesterwitz im Norden bis Rabenau, Dippoldiswalde bzw. Ruppendorf im Westen. Die Wilde Weißeritz markierte die Westgrenze des burggräflich-dohnaisch beherrschten und aufgesiedelten Gebietes. Die Burg Dohna war bis zur Niederlage der Donins in der Dohnaische Fehde 1402 Mittelpunkt der reichsunmittelbaren Burggrafschaft.

Bei den Streitigkeiten mit dem Bischof von Meißen um die Burg Thorun musste der Markgraf von Meißen, Dietrich der Bedrängte 1206 schlichten.

Als reichsunmittelbare Burggrafen hatten die Donins großen Einfluss auf die Besiedlung des Osterzgebirges. Mit der Anlage einer Vielzahl von Dörfern gelangten sie zu großem Besitz und dadurch auch zu Macht und Einfluss. So wurden sie durch Kaiser Friedrich I. „Barbarossa“ beauftragt, Dresden und die erste Dresdner Brücke zu planen. Wegen der Schwäche der Meißner Markgrafen im 13. Jahrhundert, gelang es ihnen, als königliche Statthalter und Inhabern der Obergerichte auch die Befestigungshoheit in Dresden zu erlangen. Dies bedeutete, dass ihnen der 3. Pfennig und 1/3 des Zolls der Dresdner Elbbrücke zustand. Der erstmals 1390 bezeugte Dohnaer Schöppenstuhl war als adliges Lehnsgericht von großer Bedeutung. Seine Funktion übernahm in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts der Leipziger Schöppenstuhl.

Wappen

Wappen aus Siebmacher 1605

Wappen aus Siebmacher 1605

Das Stammwappen zeigt in Blau zwei schräg-gekreuzte fünfendige silberne Hirschstangen. Auf dem Helm mit blau-silbernen Decken steht eine gold-gekrönte Jungfrau mit langem goldenen Haar in von Silber und Blau gevierteltem Gewande zwischen den Hirschstangen, welche sie mit den Händen hält.

Dohnaische Fehde und Niedergang

Dieses Erstarken des Burggrafen von Dohna und der Kampf um die Vorherrschaft im Gau Nisan führte zu ständigen Machtkämpfen mit den Markgrafen Wilhelm I. von Meißen und gipfelte in der Dohnaische Fehde von 1385 bis 1402, in der die Donins (Burggraf Otto Heide II. und seine Söhne Jeschke, Otto Heide III. und Otto Mul) vollständig unterlagen und ihren gesamten Besitz an die Wettiner verloren.

Die Auseinandersetzung begann zunächst als persönlicher Streit zwischen Hans von Körbitz und dem jungen Burggrafen Jeschke. Ein Nickel von Köckeritz verfasste 1482er folgenden Bericht: „Es war einer von Korbs, der schlug dem jungen her Jeschken ein beyn under uff dem tantzhawse zu Dresden, so slugk her Jeschko Korbs uffs mawl.“ Diese auf einem Adelstanz in Dresden begonnende Fehde führte dazu, dass Hans von Körbitz Dohna belagerte und die Donins gefangen nahm, was die Wettin nutzten und schließlich zum bereits beschriebenen Ende führte.

Burggraf Otto Heide II. starb wahrscheinlich in Gefangenschaft, zumindest verschwindet er aus der Überlieferung. Sein Sohn Jeschke konnte zunächst fliehen, wurde aber eingefangen und 1403 in Ofen (Budapest) enthauptet. Der wahrscheinlich einzig Überlebende aus dieser Fehde war Jeschkes Bruder Otto Heide III., der 1415 in Prag starb. Ihre Verwandten versuchten noch lange den alten Familienbesitz zurückzugewinnen.

Zweige in Böhmen, Meißen und Schlesien

Nachdem 1402 die Burg von Wilhelm, Markgraf von Meißen, zerstört und deren Lehen eingezogen worden waren, hielten sich Burggrafen von Dohna am böhmischen Hof auf (dort auch tschech. als Herren von Donín bezeichnet, z.B. Friedrich von Donin). Andere Dohnas erwarben Güter in Schlesien. 1423 erneuerte Kaiser Siegmund die Belehnung mit der Reichsburggrafschaft Dohna. Ein dritter Zweig, der in der Lausitz die Herrschaften Staupitz, Königsbrück, Muskau etc. erworben hatte, erlosch zu Anfang des 17. Jahrhunderts.

Im 15. Jahrhundert zerfiel das Geschlecht in eine schlesische und eine preußische Linie. Die schlesische Linie erlosch 1711, die preußische Linie spaltete sich wieder in zwei. Die ältere Linie teilte sich in die Linien Dohna-Lauck und Dohna-Reichertswalde, die jüngere, Vianische Linie in die Linien Dohna-Schlobitten, Dohna-Schlodien mit Carwinden, die sich wieder in das Haus Schlodien mit Carwinden und das Haus Kotzenau (in Schlesien) scheidet, und Dohna-Carwinden (schwedische Linie), die 1820 im Mannesstamm ausstarb. Kaiser Ferdinand III anerkannte 1648 die Burggrafschaft der Familie.

König Friedrich Wilhelm IV erhob am 10. September 1840 die Majorate zu Schlobitten, Lauck, Reichertswalde und Schlodien mit Carwinden zu einer Grafschaft Dohna und verlieh den Inhabern dieser Majorate 1854 die erbliche Mitgliedschaft im preußischen Herrenhaus.

Bekannte Vertreter der Adelsfamilie

Stammliste

Preußische Linie

  • Stanislaus von Dohna (1433-1504), Burggraf und Herr von Donen, Begründer der preußischen Linie

Schlesische Linie

  • Abraham von Dohna (†1612), Herr auf Wartenberg in Schlesien, Rat Kaiser Rudolfs II, Landvogt der Oberlausitz und Präsident der Böhmischen Kammer (1611).

Lausitzische Linie

Literatur

  • Siegmar Friedrich von Dohna: Aufzeichnungen über die erloschenen Linien der Familie Dohna. Berlin 1876.
Christine Klecker, Wie Dohna verlorenging, Museum Schloß Weesenstein, 1991 (erhältlich ebendort und im Heimatmuseum Dohna).

  • Susanne Baudisch, Lokaler Adel in Nordwestsachsen, Köln/Weimar/Wien 1999 (zur Herkunft).

  • Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon, Band II, 1974, C.A. Starke Verlag

  • 'Kat. Nr. 596: Die Grabplatte der Burggräfin Adelheid von Dohna (+ 1342/52), im Dom zu Meißen', in: Helga Wäß: Form und Wahrnehmung mitteldeutscher Gedächtnisskulptur im 14. Jahrhundert, Band 2: Katalog ausgewählter Objekte vom Hohen Mittelalter bis zum Anfang des 15. Jahrhunderts, Bristol u.a. 2006, S. 414 f. ISBN 3-86504-159-0

  • Einzelnachweise

    Weblinks

    aus Wikipedia, der freien enzyklopädie. Weblinks. Diese seite ist unter der GNU Free Documentation License Weblinks.