Diese Vorstellungen sind durch neuere Forschungen weitgehend relativiert worden; z.B. taucht die Anrede dominus bereits wesentlich früher auf, etwa unter Domitian, und auch die Ansicht, dass das spätrömische Reich ein reiner „Zwangsstaat“ gewesen sei, hat sich inzwischen als grob vereinfachend, wenn nicht sogar als falsch erwiesen. Es wird in jüngster Zeit zudem auch auf die in Wahrheit erhöhte soziale Mobilität innerhalb der Gesellschaft dieser Zeit hingewiesen. Daher bevorzugt man heute für die Periode von 284 bis 565 (bzw. 641) den neutraleren Begriff Spätantike oder spätrömisches Reich. Damit wird allerdings nicht bestritten, dass sich der römische Staat seit Diokletian teils grundlegend veränderte – aber eben nicht im Sinne Mommsens.
Vergleiche auch Prinzipat mit den Ausführungen zur Problematik des Begriffs und Spätantike.
Literatur
- Jochen Bleicken: Prinzipat und Dominat. Gedanken zur Periodisierung der römischen Kaiserzeit, Wiesbaden 1978.