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Geändert: 2007-12-17
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Kategorie: Vorderasien Elam

Elam (Geschichte)

Das Reich Elam (sumerisch NIMKI, akkadisch KURElammatum, griechisch Elymais) mit der Hauptstadt Susa (bzw. Schusim) lag östlich des Tigris in einem Gebiet, das heute Chusistan (im heutigen Iran) genannt wird. In seiner wechselvollen Geschichte wurde es immer wieder von den Mächten des Zweistromlandes (Sumerer, Akkader, Babylonier, Assyrer) erobert und fiel seinerseits häufig in Mesopotamien ein.
Karte von Elam (engl.)

Karte von Elam (engl.)

1 Etymologie
2 Geschichte
3 Siehe auch
4 Literatur

Etymologie

Elam ist der aus dem Akkadischen stammende und in der Bibel verwendete Name des Landes; die Eigenbezeichnung war vielleicht hal-tampt (oder - mit nasaliertem m - haltamt) was ungefähr soviel wie Land des Herrn oder Gottesland bedeutet. Die Lagebeschreibung des biblischen Paradiessses im Sinne des Garten Eden im Reich Gottes deutet möglicherweise auf die Region Elam hin.

Geschichte

Hauptsiedlungsgebiet der Elamer war das Flachland im Südwesten des heutigen Iran, welches im Wesentlichen die heutige Provinz Chuzestan und Luristan umfasste. Zum weiteren Gebiet des alten Elam gehörten aber auch das Bergland von Anzan (Anschan) im Osten (was ungefähr der heutigen Provinz Fars entspricht) und die heutige Provinz Ilam.

Schon im 6. Jahrtausend v. Chr. war das Flachland von Ackerbauern bevölkert. Die Stadt Susa wurde sehr früh um 4000 v. Chr. gegründet und sollte sich später einmal zum wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum des Landes weiterentwickeln.

Die Elamer waren, wie die Sumerer, nicht indoeuropäischer Herkunft.

Um 3500 v. Chr. entstanden die ersten städtischen Zentren. Zwischen 3450 v. Chr. und 3100 v. Chr. erfolgte der Aufstieg des sumerischen Stadtstaates Uruk parallel zur Weiterentwicklung Susas zum politisch und religiösen Zentrum in Elam. Aus dieser Epoche stammen die ältesten Schriftdokumente, die in der proto-elamischen Strichschrift aufgezeichnet wurden. Die Entwicklung der Schriftsysteme erfolgte sowohl in Sumer wie auch in Elam unabhängig voneinander.

Aus dem elamischen Bergland bezogen Sumerer und Babylonier Bauholz, Steinee, Erz und Pferde.

Zwischen 2500 v. Chr. und 1500 v. Chr. gab es drei Herrscherdynastien: die Könige von Awan, von Simasch und die sogenannten Großregenten oder Epartiden.

Der erste bedeutende Herrscher, von dem nennenswerte Nachrichten überliefert sind, war Puzur-Inschuschinak, der um 2300 v. Chr. regierte, diverse Städte eroberte und vor allem Texte in der elamitischen Schrift verfassen ließ.

König Untasch-Napirischa, der der Dynastie der Igehalkiden angehörte, erbaute um 1250 v. Chr. eine neue Hauptstadt (Tschoga Zanbil).

Den Höhepunkt seiner Machtentfaltung erreichte Elam dann aber unter der Dynastie der Schutrukiden (12. Jahrhundert v. Chr.). Schutruk-Nahhunte (1185 - 1155 v. Chr.) eroberte hunderte babylonischer Orte darunter Babylon selbst und Sippar und legte den Besiegten den gewaltigen Tribut von 120 Talenten Gold und 480 Talenten Silber auf. Die berühmte Gesetzesstele des Hammurabin (mit dem Kodex Hammurapis) wanderte in die Stelensammlung des Königs in der Hauptstadt Susa, wo sie über drei Jahrtausende später von französischen Archäologe wieder freigelegt wurde. Ende des 12. Jahrhunderts v. Chr. unterlag Huteludusch-Inschuschinak den Babyloniern unter Nebukadnezar I; in den folgenden drei Jahrhunderten liegen keine weiteren Nachrichten über Elam vor.

Die Elamiter unterstützten zusammen mit den Aramäern den Chaldäerfürst Merodach-Baladan von Bit-Yâkin, so dass dieser 721 v. Chr. König von Babylon werden konnte.

Danach folgte ein langsamer Niedergang, der seinen Abschluss in der endgültigen Vernichtung des elamischen Reiches durch den Assyrerkönig Assurbanipal um 640 v. Chr. fand.

Im 6. Jahrhundert v. Chr. ging Elam im persischen Weltreich auf und spielte als dritte Satrapie neben Persien und Medien noch immer eine bedeutende Rolle. Seine Geschichte ist seitdem untrennbar mit der Geschichte des Iran verbunden. Von den Griechen wurde diese Provinz Elymaisn genannt, das unter den Parther sogar wieder eine gewisse politische Rolle spielte und wohl auch zeitweilig unabhängig war.

Über letzte Ausläufer der elamischen Sprache berichten arabische Chronisten um das Jahr 1000 n. Chr.

Siehe auch Geschichte Elams und der elamischen Sprache.

Sprache

Die elamische Sprache - auch Elamitisch genannt -, die mit keiner anderen des alten Orients verwandt ist, war eine der offiziellen Sprachen des Perserreiches. Dareios I ließ fast alle Inschriften dreisprachig verfassen: Altpersisch, Elamisch und Babylonisch.

Mythologie

Hauptgottheiten waren Pinenkir (die mit der babylonischen Ischtar gleichgesetzt wurde), Humban, Inschuschinak (ursprünglich der Stadtgott Susas), und der Sonnengott Nahhunte.

Struktur

Das Reich war bundesstaatlich organisiert: an der Spitze stand ein Oberkönig, dem mehrere Vasallenfürsten unterstanden. Dessen Stellvertreter (Vizekönig) war sein nächstjüngerer Bruder; Fürst von Susa war der Sohn des Oberkönigs. Starb der Oberkönig, wurde keineswegs sein Sohn der Nachfolger, sondern der Vizekönig und an dessen Stelle rückte dann wieder der nächstjüngere Bruder. Somit waren Streitigkeiten innerhalb der Herrscherfamilien kaum zu vermeiden - oftmals stürzte der Vizekönig seinen älteren Bruder und erlangte so die Herrschaft.

Siehe auch

Literatur

  • Walther Hinz: Das Reich Elam, Kohlhammer, Stuttgart 1964, ASIN: B0000BJGBJ
  • David McAlpin: 'Elamite and Dravidian, Further Evidence of Relationships', Current Anthropology, 1975
  • Heidemarie Koch: Frauen und Schlangen. Geheimnisvolle Kultur der Elamer in Alt-Iran, von Zabern, Mainz 2007, ISBN 3-8053-3737-X

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