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Geändert: 2007-12-08
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Kategorie: Volkswirtschaftliche Kennzahl

Elastizität (Wirtschaft)

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In den Wirtschaftswissenschaften ist eine Elastizität ein Maß, das angibt, wie eine abhängige Größe auf eine Änderung einer ihrer Einflussgrößen reagiert. Beispielsweise gibt die Preiselastizität des Angebots wieder, wie sich das Angebot eines Wirtschaftsguts ändert, wenn sich der Preis des Gutes ändert.

Nicht ganz korrekt, aber anschaulich ist dabei folgende Fragestellung: Um wieviel Prozent verändert sich eine Variable als Reaktion auf die einprozentige Änderung der anderen Variable? Ganz korrekt wird diese Definition, wenn man statt einer einprozentigen Änderung eine infinitesimale (etwa: unendlich kleine) Änderung betrachtet.

1 Mathematische Darstellung
2 Beispiel
3 Formulierungen
4 Arten von Elastizitäten
5 Quellen
6 Siehe auch

Mathematische Darstellung

Um diese Verbaldefinition mathematisch zu fassen, betrachtet man eine Funktion y = f(x_1, x_2, ..., x_n)\,, die von einer oder mehreren Einflussgrößen x_1, x_2, ..., x_n\, abhängt. Eine Elastizität \epsilon_i\, gibt an, um welchen relativen Betrag \Delta y/y\, sich der Funktionswert y\, ändert, wenn sich eine Einflussgröße um den relativen Betrag \Delta x_i/x_i\, ändert, und zwar im Fall einer marginal kleinen Änderung. Damit gilt
\epsilon_i (x_i) = \lim_{\Delta x_i\rarr0}{\Delta y/y\over \Delta x_i / x_i}
 = {\partial y/y\over \partial x_i/x_i} = {x_i\over y}{\partial y\over\partial x_i} 
 = {\partial\log y\over \partial\log x_i},
wobei \partial eine partielle Ableitung und log eine Logarithmusfunktion mit beliebiger Basis bezeichnet.

Der Betrag (Absolutwert) des Ergebnisses liegt im Intervall zwischen 0 und unendlich, inklusive der beiden Grenzen als Spezialfälle. Eine Funktion (oder auch ein Teilbereich oder ein Punkt einer Funktion) mit der Elastizität 0 wird als vollkommen unelastisch, eine mit der Elastizität unendlich oder minus unendlich als vollkommen elastisch bezeichnet.

Hinweis: Eine lineare Funktion, wie sie in den Wirtschaftswissenschaften häufig eingesetzt wird, hat in der Regel wie die meisten Funktionen an jedem Punkt eine andere Elastizität (Ausnahme: Ursprungsgeraden). Funktionen, die über ihren gesamten Definitionsbereich die gleiche Elastizität aufweisen, werden als Isoelastische Funktionen bezeichnet. Beispiele wären die Funktion y = {1\over x} mit der Elastizität \epsilon = -1\, oder wie erwähnt eine Ursprungsgerade y = a x\, mit der Elastizität \epsilon = 1\,.

Beispiel

Anwendungsbeispiel

Das Unternehmen Exper führt ein Experiment durch, um für ein Produkt die Wirkung des Marketing-Instruments Preis zu ermitteln. Exper eröht den Preis des Produktes um 1 DM, worauf der Absatz um 10.000 Stück sinkt. Hat der Preis eine starke Wirkung?

Anhand der angebenen absoluten Größen läßt sich diese Frage wohl kaum beantworten. Es fehlt der Vergleichmaßstab: Betrug der Preis im Ausgangspunkt 10 oder 100 DM? Ist der Absatz von 50.000 auf 40.000 oder von 1.000.000 auf 990.000 Stück gesunken? Ein sinnvolles Maß für die Wirkung eines Instruments ist dagegen die Elastizität, die von relativen Änderungen ausgeht. Da die Elastizität keine Dimension - wie 'DM' oder 'Stück' - enthält, ermöglicht sie die Vergleichbarkeit von Werten zwischen Produkten bzw. zwischen Konkurrenten.

Rechnung

Eine Gerade, die nicht vom Koordinatenursprung ausgeht, hat an jeder Stelle eine andere Elastizität. Dies lässt sich mit einem kleinen Rechenbeispiel verdeutlichen. Wir nehmen dazu die lineare Funktion y=f(x)=x + 100. Wir überprüfen die Elastizität am Punkt x=100. Dazu erhöhen wir den x-Wert um einen Prozent und kontrollieren dann um wieviel Prozent sich der y-Wert verändert.

x=100, dann ist y=f(x)=f(100)=100 + 100 = 200

x um 1% erhöhen; dazu müssen wir x absolut um 1 erhöhen

x=101, dann ist y=f(x)=f(101) = 101 + 100 = 201

Am Anfang hatten wir für y einen Wert von y=200. Nach der 1%-igen Erhöhung von x ist der y-Wert auf 201 angewachsen. Er hat sich also absolut um 1 erhöht. Die prozentuale Änderung ist dabei 1/200 = 0,005 was 0,5% entspricht.

Die Elastizität bei einer Geraden, die nicht vom Koordinatenursprung ausgeht, wird für größere x immer größer. Dies sehen wir sofort, wenn wir nun die Elastizität für den Punkt x=200 berechnen.

x=200, dann ist y=f(x)=f(200)= 200 + 100 = 300

x um 1% erhöhen; dazu müssen wir x absolut um 2 erhöhen

x=202, dann ist y=f(x)=f(202)= 202 + 100 = 302

Am Anfang hatten wir für y einen Wert von 300. Nach der 1%-igen Erhöhung von x ist der y-Wert auf 302 angewachsen. Er hat sich also absolut um 2 erhöht. Die prozentuale Änderung ist dabei 2/300 = 0,00667 was 0,667%.

Man kann diese Rechnung auf für andere Werte von x ausprobieren. Auch kann man statt der 1%-igen Erhöhung auch eine 10%-ige versuchen. Es kommt immer zum gleichen Ergebnis: die Elastizität nimmt für wachsende x immer mehr zu.

Formulierungen

Eine Elastizität mit dem Wert 1 wird als proportional elastisch oder fließend bezeichnet. Werte darunter werden als unterproportional elastisch bzw. unelastisch bezeichnet, während Werte darüber als überproportional elastisch bzw. elastisch bezeichnet werden.

Arten von Elastizitäten

In den Wirtschaftswissenschaften spielen unter anderem folgende Elastizitäten eine Rolle:

Elastizitäten in Abhängigkeit von der unabhängigen Variable

  • Preiselastizitäten: Welchen Einfluss haben Preisänderungen auf Angebot und Nachfrage?
  • Kreuzpreiselastizitäten: Welchen Einfluss haben Preisänderungen bei einem Gut auf Angebot und Nachfrage bei anderen Gütern?
  • Einkommenselastizitäten: Welchen Einfluss haben Einkommensänderungen auf die Nachfrage nach einem Gut?
  • Absatzwertelastizitäten: Welchen Einfluss haben Marketingaufwände auf die Nachfrage nach einem Gut?

Elastizitäten in Abhängigkeit von der Marktseite

  • Angebotselastizitäten: Wie reagiert das Angebot auf Änderungen anderer Variablen?
  • Nachfrageelastizitäten: Wie reagiert die Nachfrage auf Änderungen anderer Variablen?

Verknüpfung

Angebot als abhängige Variable Nachfrage als abhängige Variable
Preis als unabhängige Variable (direkte) Preiselastizität des Angebots:
gibt an, wie stark das Angebot an einem Gut auf Veränderungen des eigenen Preises reagiert.
(direkte) Preiselastizität der Nachfrage:
gibt an, wie stark die Nachfrage nach einem Gut auf Veränderungen des eigenen Preises reagiert.
Kreuzpreis als unabhängige Variable Kreuzpreiselastizität des Angebots:
gibt an, wie stark das Angebot an einem Gut auf Veränderungen des Preises bei einem Konkurrenzprodukt reagiert.
Kreuzpreiselastizität der Nachfrage:
gibt an, wie stark die Nachfrage nach einem Gut auf Veränderungen des Preises eines anderen Produktes reagiert.
Einkommen als unabhängige Variable Einkommenselastizität der Nachfrage:
gibt an, wie stark die Nachfrage nach einem Gut auf Veränderungen des Einkommens reagiert.

Weitere ökonomische Elastizitäten

Quellen

Marketing-Planung auf der Basis von Reaktionsfunktionen (I) - Elastizitäten und Absatzreaktionsfunktionen, Karen Gedenk und Bernd Skiera, 1993/1994

Siehe auch

aus Wikipedia, der freien enzyklopädie. Weblinks. Diese seite ist unter der GNU Free Documentation License Weblinks.