Der Empirismus steht im Gegensatz zum Rationalismus, der die Vernunft als für den Erkenntnisprozess wesentlich hervorhebt. Der Empirismus hingegen legt seinen Schwerpunkt auf die Erfahrung und sinnliche Wahrnehmung. Unabhängig von seinem philosophischen Wahrheitsgehalt hat der Empirismus als Grundlage wissenschaftlicher Arbeit eine große Bedeutung bis in die Gegenwart. Neben der Abduktion bildet die Induktion als typische Schlussweise des Empirismus das Fundament wissenschaftlicher Theoriebildung. Als logischer Empirismus floss der Empirismus auch in moderne Strömungen der Philosophie ein.
Eine Möglichkeit, das Prinzip des Empirismus, das heißt die Gewinnung von Erkenntnissen auf der Basis von Sinnesdaten, auf mathematische Weise zu handhaben, zeigt das Bayes-Theorem.
Neben der Begrifflichkeit in Psychologie und Philosophie hat Empirismus eine andere Bedeutung in den Sozialwissenschaften. Dort bezeichnet Empirismus empirische Forschung, die keinen Bezug zur Theorie hat und bloße Spiegelung und Beschreibung von Alltagswissen betreibt - oft auch auf verkürzte Darstellung zurückgreift. Gerade wegen des fehlenden Bezugs zur Theorie und eines Designs, welches bereits im Voraus festlegt, gilt Empirismus in den Sozialwissenschaften als unwissenschaftlich.