Wortherkunft
Das
Substantiv Entwicklung stammt vom
Verb entwickeln ab, das wiederum eine Bildung zu
wickeln ist. Noch im 17. Jahrhundert wurde
entwickeln als aktives und
transitives Verb im Sinne von
aufwickeln oder
auseinanderwickeln gebraucht, beispielsweise wurden Schriftrollen
entwickelt; im gleichen Jahrhundert erfolgte die Bildung des Substantivs. Im 18. Jahrhundert wurde der Begriff aus der
Alltagssprache in die
Wissenschaftssprache übernommen. Um 1800 erhielt
entwickeln die übertragene Bedeutung
(sich) entfalten,
(sich) stufenweise herausbilden und wurde zunehmend als intransitives Verb verwendet. Aus
A entwickelt B wird jetzt häufiger
etwas entwickelt sich, d. h. aus einer Handlung wird eine Veränderung, deren Verursacher und Gegenstand ungenannt bleiben können.
Soziolinguistisch wurde die Entstehung dieses Begriffs als Folge des zunehmenden Bewußtseins langfristiger Vorgänge gedeutet, das beispielsweise auch Darwins Evolutionstheorie hervorbrachte. Der Begriff wanderte etwa im 20. Jahrhundert in seiner neuen Bedeutung aus der Wissenschafts- in die Alltagssprache zurück. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden zahlreiche neue Bedeutungen geschaffen. Daher ist Entwicklung äußerst von Bedeutung.
Siehe auch
Zum langfristigen Begriff
Zum politisch-ökonomischen Begriff
Weitere Begriffe
Literatur
- Uwe Pörksen: Plastikwörter. Die Sprache einer internationalen Diktatur. 6. Aufl., Klett-Cotta, Stuttgart 2004, ISBN 3-608-93614-9.
Weblinks