Geografie
Fidschi ist eine isolierte Inselgruppe im Südwestpazifik und liegt etwa 2.100 Kilometer nördlich von
Auckland,
Neuseeland. Von Deutschland aus beträgt die Flugzeit auf die Fidschis ca. 20 Stunden. Die Küstenlänge beträgt insgesamt 1.129 Kilometer. Der
Archipel besteht aus ca. 330 Inseln mit einer Gesamtfläche von 18.270 Quadratkilometern, von denen 106 bewohnt sind.
Die Hauptinseln Viti Levu (10.429 km²) und Vanua Levu (5.516 km²) umfassen fast neun Zehntel der Landesfläche und sind wie die meisten der Fidschiinseln vulkanischen Ursprungs, die kleineren entstanden aus Korallenriffen. Auf den beiden großen Inseln liegen zerklüftete Gebirgsketten, die sich über schmalen Küstenebenen und vorgelagerten Korallenriffen erheben. Der höchste Berg ist mit 1.324 Meter der Mount Victoria oder Tomanivi auf Viti Levu. Neben Viti Levu und Vanua Levu sind noch Taveuni (442 km²), Kadavu (450 km²) und Ovalau von gewisser Größe.
Es herrscht tropisch-heißfeuchtes Klima mit Temperaturen von 16 bis 32 Grad Celsius. In der niederschlagsreicheren Sommerzeit von November bis April suchen tropische Wirbelstürme (Zyklone) den Südpazifik heim. Statistisch wird die Inselgruppe in 10 Jahren von 10 bis 12 Wirbelstürmen betroffen, wovon 2 bis 3 schwere Schäden verursachen. In den Wintermonaten von Mai bis Oktober bringen beständige Südostwinde kühlere Luft. Diese trifft auf warme äquatoriale Luft (South Pacific Convergence Zone) und verursacht Wolkenbildung und Regenfälle. Diese durch Passatwinde verursachten Wetterlagen bringen speziell der bergigen, dicht bewaldete Südostküste der Hauptinsel (Viti Levu) starke Regenfälle. Die westlichen Hänge mit lichtem Baumbestand und Grasland sind wesentlich trockener. Über zwei Drittel der Landesfläche von Fidschi sind bewaldet und nur ein geringer Anteil ist Weideland.
Die größten Städte sind (Stand 1. Januar 2005): Suva 199.455 Einwohner, Nadi 53.783 Einwohner, Lautoka 49.331 Einwohner, Labasa 33.397 Einwohner und Nausori 32.786 Einwohner.
Bevölkerung
Die Bevölkerung des Landes besteht zu knapp über 50 % aus Angehörigen der ursprünglichen melanesischen Bevölkerung und zu etwa 45 % (schwankend) aus Indern. Seit dem Jahre 1987 haben viele Inder Fidschi verlassen. Zirka 53 % der Einwohner sind Christen, etwa 38 % Hindus und ungefähr 8 % Muslime. Daneben gibt es Minderheiten, unter anderem von
Sikhs.
Die Amtssprachen sind Englisch, Urdu und Fidschi, das zu den austronesischen Sprachen zählt. Die indischstämmige Bevölkerung spricht Fidschi Bat (auch Fiji Talk), eine Variante des Hindustani, das ebenfalls Amtssprache ist. Rund 31 % der Bevölkerung des Landes ist unter 14 Jahre alt, 65 % zwischen 15 und 64 Jahren und knapp 4 % der Bevölkerung ist über 64 Jahre alt. Die Wachstumsrate beträgt 2006 knapp 1,4 %, bei einer Geburtenrate von 22,55 Geborenen pro 1000 Einwohner und Jahr einer Sterberate von 5,65 pro 1000 Einwohner und Jahr. Die Lebenserwartung liegt bei der Geburt bei etwa 69,9 Jahren (67,3 für Männer, 72,5 für Frauen).
Die Analphabetenrate liegt bei etwa 6,3 % (4,5 % bei Männern, 8,1 % bei Frauen).
Tropenkrankheiten kommen nicht vor, etwa 0,11 % sind HIV-positiv (UNAIDS.org 2005). In Fidschi praktizieren 290 Ärzte. 59.090.400 US-Dollar gibt der Staat jährlich für die Gesundheit der Bevölkerung aus. Ein Fidschianer nimmt täglich circa 2.890 kcal auf. Diese Überversorgung sorgt bei einem Großteil der fidschianischen Bevölkerung für Übergewicht, Fettsucht und Begleitkrankheiten wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Geschichte
Der Archipel ist seit mehr als 3.000 Jahren von Melanesiern bewohnt, die vermutlich von
Südostasien aus einwanderten. Die Ureinwohner lebten von Bodenbau (Knollenanbau), Schweinehaltung und Fischfang unter urgesellschaftlichen Bedingungen. Sie nahmen durch Kontakte mit anderen Inselbevölkerungen viele Elemente polynesischer Kultur an. Im Zuge der Auflösung der frühgesellschaftlichen Strukturen bildeten sich gentilaristokratische Häuptlingsdynastien heraus.
Am 6. Februar 1643 wurde Fidschi von
Abel Tasman gesichtet, 1774 von
James Cook besucht und 1827 von
Jules Dumont d’Urville erforscht. Nach gelegentlichen Besuchen von Sandelholzfällern zwischen 1801 und 1813 siedelten sich europäische Pflanzer an, die ab etwa 1860 Baumwolle anbauten. 1835 nahmen Vertreter britischer Missionsgesellschaften ihre Tätigkeit auf. Sie bereiteten durch Beeinflussung von Oberhäuptling Seru Epenisa Cakobau die koloniale Annexion vor.
1871 wurde eine Scheinverfassung nach britischem Muster erlassen und am 10. Oktober 1874 Fidschi zur Kronkolonie erklärt. Australische und britische Firmen konzentrierten sich in der Folge auf den Zuckerrohranbau. Sie holten am 14. Mai 1879 die ersten indischen Arbeitskräfte - bis 1916 insgesamt 61.000 - ins Land, deren Nachkommen zwischen 1946 und 1997 die Bevölkerungsmehrheit bildeten. 1881 wurde die Insel Rotuma an die Kronkolonie angeschlossen. Im Zweiten Weltkrieg war Fidschi eine bedeutende Versorgungsstation der Alliierten; es wurden zahlreiche Luftwaffen- und Marinestützpunkte errichtet. 1960 kam es zu einem landesweiten Streik der Zuckerrohrpflanzer. Nach innerer Autonomie 1966 errang Fidschi am 10. Oktober 1970 seine Unabhängigkeit im Rahmen des Commonwealth of Nations und wurde Mitglied der Vereinten Nationen. Erster Premierminister des Landes wurde Ratu Sir Kamisese Mara.
1987 gewannen indische Parteien die Wahlen; durch zwei aufeinanderfolgende Militärputsche am 14. Mai und 25. September des Jahres unter der Führung von Sitiveni Rabuka wurde jedoch die Vorherrschaft der Melanesier wiederhergestellt, die auch die Verfassung von 1990 festschrieb. Die politischen Unruhen (Streiks, politische Wirren), Missernten und sinkende Weltmarktpreise für Zucker führten zu einem Niedergang der Wirtschaft und einem bis heute anhaltenden Massenexodus der von den Melanesiern politisch unterdrückten aber ökonomisch dominierenden indischstämmigen Bevölkerung des Landes. Im Oktober 1987 wurde Fidschi aus dem Commonwealth ausgeschlossen. 1994 wurde Ratu Sir Kamisese Mara Staatspräsident. Die Stammeshäuptlinge des Landes sprachen sich im Juli 1998 gegen Bestrebungen aus, die Republik wieder in eine konstitutionelle Monarchie umzuwandeln. Noch im gleichen Jahr wurde eine demokratische Verfassung verabschiedet und Fidschi wieder in das Commonwealth aufgenommen.
Im Mai 1999 wurde Mahendra Chaudhry, der Vorsitzende der Fiji Labour Party (FLP), nach dem Wahlsieg seiner Partei neuer Premierminister des Landes. Als wichtigstes innenpolitisches Ziel formulierte der erste indischstämmige Regierungschef die Beendigung der Spannungen zwischen den einzelnen ethnischen Gruppen. Chaudry und das gesamte Kabinett wurden am 19. Mai 2000 von Putschisten unter Führung des Geschäftsmannes George Speight und mit der Unterstützung konservativer Kräfte als Geiseln genommen. Frank Bainimarana, Chef der Streitkräfte, erklärte nach dem Staatsstreich Präsident Ratu Sir Kamisese Mara für abgesetzt und sich selbst zum neuen Herrscher des Inselstaates. Das Einschreiten des Militärs beendete zwar den Putsch, bedeutete aber zugleich auch das vorläufige Ende der kurzen Phase politischer Entfaltung und Gleichberechtigung der Indo-Fidschianer.
Nach der Freilassung der Geiseln wählte der Große Rat der Stammeshäuptlinge am 13. Juli 2000 Ratu Josefa Iloilo zum neuen Oberhaupt des Staates. Dem Kabinett des neuen Regierungschefs Laisenia Qarase gehörte den Forderungen der Putschisten zufolge nur ein indischstämmiger Minister an. Am 10. September 2001 wurde Qarase nach dem Wahlsieg seiner wenige Monate zuvor gegründeten Fijian People's Party (SDL) - sie vertritt die Interessen der indigenen Bevölkerung - von Staatspräsident Iloilo zum Premierminister ernannt. Qarase weigerte sich, gemäß der verfassungsmäßigen Sitte die größte Oppositionspartei - Chaudhrys multiethnische Labor Party - an der Kabinettszusammensetzung zu beteiligen. Die Regierungsbildung gestaltete sich problematisch und vertiefte die ethnischen Spannungen im Land. Für neue Aufregung sorgte im Frühsommer 2005 die Ankündigung des Regierungschefs, eine Amnestieregelung auf den Weg zu bringen, die den Putschisten des Jahres 2000, allen voran Anführer George Speight, die vorfristige Freiheit ermöglicht hätte. Ebenso sollte das Land in den Küstengebieten neu verteilt werden und im Zuge dessen Ur-Fidschianer die indische Minderheit in diesen Gebieten verdrängen. Nach starken Protesten gegen das Vorhaben sagte Qarase eine Überarbeitung des Gesetzentwurfes zu.
Am 5. Dezember 2006 (Fidschi-Zeit = GMT+12) hat das Militär mit dem vierten Putsch innerhalb von nur 20 Jahren begonnen. Um die Hauptstadt Suva herum wurden Straßensperren errichtet, Premierminister Laisenia Qarase sowie einige Minister unter Hausarrest gestellt. Militärchef Voreqe (Frank) Bainimarama erklärte die Regierung Qarase für abgesetzt. Als Gründe gab er fortdauernde Korruption innerhalb der Regierung Qarases trotz mehrfacher Warnungen sowie ein umstrittenes Amnestievorhaben für die Beteiligten des Putsches von 2000 an, die damals versucht hatten, ihn umzubringen. Zudem warf Bainimarama dem Premierminister vor, ethnische Spannungen zwischen den einheimischen Fidschianern (Melanesier) und den indischstämmigen Fidschianern, die immerhin mehr als 40% der Bevölkerung ausmachen, zu schüren. Hierin seien »viel größere illegale Aktivitäten« zu sehen als in dem durchaus illegalen Staatsstreich. Er sagte auch, Demokratie sei gut für das Volk, dürfe aber nicht dazu benutzt werden, Korruption zu verstecken. Die Bewertung dieses Coups als diktatorischer Putsch im klassischen Sinn ist auf der internationalen politischen Bühne umstritten. Die Mitgliedschaft Fijis im Commonwealth of Nations wurde am 8. Dezember 2006 erneut suspendiert.
Am 4. Januar 2007 gab Bainimarama überraschend die Macht an Präsident Iloilo zurück. Auch der Übergangspremier Jona Senilagakali gab sein Amt auf. Iloilo billigte in einer Ansprache das Vorgehen des Militärs und kündigte die Einsetzung einer Übergangsregierung und Neuwahlen an. Als neuer Regierungschef wurde Bainimarama am 5. Januar 2007 vereidigt.
Politik
Das Staatsoberhaupt wird vom Großen Häuptlingsrat ernannt, der sich aus den Häuptlingen und Repräsentanten der Provinzen zusammensetzt. Das Staatsoberhaupt bestimmt den Premierminister. Das Kabinett wird vom Premier aus den Reihen der Parlamentsmitglieder ausgewählt. Das Zweikammerparlament besteht aus dem
Senat, einer Versammlung mit 32 Sitzen und dem
Repräsentantenhaus, das 71 Sitze hat.
Während die Senatoren ernannt werden (14 durch den Großen Häuptlingsrat, neun durch den Premierminister, acht durch den Oppositionsführer und einer durch den Rat der Insel Rotuma), werden die Abgeordneten vom Volk auf fünf Jahre gewählt, wobei eine in der Verfassung festgelegte Mindestzahl von Sitzen für die ethnischen Gruppen vorgesehen ist.
Zusammensetzung des Repräsentantenhauses (71 Sitze):
- Fidschianische Volkspartei (Fijian People's Party, Soqosoqo Duavata ni Lewenivanua, SDL) 45 Prozent
- Fidschianische Labour-Partei (Fiji Labor Party, FLP) 38 Prozent
- Konservative Allianz (Matanitu Vanua, MV) 8 Prozent
- Neue Labour-Einheits-Partei (New Labor Unity Party, NLUP) 3 Prozent
- Sonstige 3 Prozent
- Unabhängige 3 Prozent
Außenpolitik
Durch die
Staatsstreiche zwischen 1987 und 2000 sowie die Diskriminierung der Indo-Fidschianer durch die
Melanesier hat das Ansehen Fidschis international sehr gelitten. Hauptansprech- und Handelspartner sind
Australien und
Neuseeland. Außerdem bemüht man sich um gute Beziehungen zu den anderen Pazifik-Staaten, besonders zu den direkten Nachbarn
Samoa und
Tonga. Der kleine Pazifikstaat
Tuvalu – der vermutlich in den nächsten 50 Jahren im Meer versinken wird – steht mit den Fidschi-Inseln in Verhandlungen zum Zwecke eines Landerwerbes. Diese Verhandlungen wurden allerdings nach dem Staatsstreich im Jahre 2000 auf unbestimmte Zeit verschoben.
Rechtssystem
Die häufigsten Vergehen in Fidschi sind Diebstahl und alkoholbedingte Gewalt. Nach dem Staatsstreich 2000 übten viele Fidschianer
Selbstjustiz aus, vor allem gegen Indo-Fidschianer. Zurzeit sind circa 960 Häftlinge in Gefängnissen. Es gibt keine
Todesstrafe.
Bis zum Jahre 2006 waren homosexuelle Handlungen verboten, jedoch war eine Diskriminierung aufgrund der Verfassung verboten. Solch eine exotische Regel gab es bisher nur hier.
Nachdem ein Verurteilter Revision eingelegt hatte und dieser stattgegeben wurde, hatte der Senat das Gesetz überarbeitet, seitdem sind homosexuelle Handlungen nicht mehr strafbar.
Militär
Siehe Republic of Fiji Military Forces
Verwaltungsgliederung
Fidschi gliedert sich in vier Divisionen (
divisions) und das Schutzgebiet (
dependency) Rotuma mit der Hauptstadt Ahau. Die Divisionen sind (in Klammern die Hauptstadt): Central (
Suva), Eastern (
Levuka), Northern (
Labasa) und Western (
Lautoka). Die Divisionen unterteilen sich in 14 Provinzen.
Siehe auch: Liste der Divisionen Fidschis
Kultur
Feste und Feiertage
Das größte Fest in Fidschi ist das Hibiskusfest, das im August eine Woche lang in der Hauptstadt
Suva gefeiert wird. Die gesetzlichen Feiertage des Landes sind Neujahr (1. Januar), Ostern (Karfreitag bis Ostermontag), der National Youth Day (im März), Ratu Sir Lala Sukuna Day (im Mai oder Juni), der Geburtstag der britischen Königin (gefeiert an einem Montag um den 14. Juni), Constitution Day (im Juli), der Unabhängigkeitstag (an einem Montag um den 10. Oktober), der Geburtstag des Propheten Mohammed (im Juli), das hinduistische Lichterfest Divali (im Oktober oder November), Weihnachten (25. Dezember) und der
Boxing Day (26. Dezember). Letzterer Feiertag geht auf eine britische Tradition zurück, an diesem Tag Ladenbesitzer und Dienstboten zu beschenken.
Sport
- Siehe auch: Fidschianische Rugby-Union-Nationalmannschaft
Nationalsport auf den Fidschi-Inseln ist
Rugby Union (15er-Rugby). Fidschi gehört zu den zwölf besten Rugby-Nationen der Welt. Das Land nimmt regelmäßig an
Rugby-Weltmeisterschaften sowie am
Pacific Nations Cup teil. Noch erfolgreicher ist Fidschi jedoch im
7er-Rugby, dessen Regeln auf jenen des 15er-Rugby basieren. So gewann die 7er-Nationalmannschaft zwei der bisher vier Austragungen der
7er-Rugby-Weltmeisterschaft und einmal die renommierte
IRB Sevens World Series.
Fidschi hat allerdings, ebenso wie die anderen Inselstaaten, mit einigen Problemen zu kämpfen: Da die Republik recht klein ist, gibt es kaum Sponsoren, die eine professionelle Ausübung des Sportes gewährleisten würden. Die größeren Nationen in Ozeanien, Australien und Neuseeland, setzen Scouts auf den Inseln ein und ködern die größten Talente mit Sportstipendien. So gehen Fidschi und den anderen Inselstaaten zahlreiche Talente verloren, da diese vom jeweiligen Zielland eingebürgert werden. Fidschi bemüht sich seit Jahren, ein Team in der Super-14-Rugby-Liga stellen zu dürfen. Die Aufnahme wurde allerdings bisher abgelehnt. Die meisten Spieler Fidschis versuchen ihr Glück im Ausland, da sie dort mit dem Sport Geld verdienen können. Hauptziele sind Australien, Neuseeland und England. Vor allem englische Vereine gewähren den Fidschianern selten eine Freigabe für Spiele der Nationalmannschaft.
Auch Fußball erfreut sich auf den Fidschi-Inseln zunehmender Beliebtheit. Hier nimmt Fidschi am OFC-Nationen-Pokal teil (entspricht einer Europameisterschaft und der Qualifikation für die Weltmeisterschaft in einem). Allerdings ist auch hier die Situation etwas verfahren, da sich Neuseeland und Australien auch hier weigern, die Inseln zu besuchen. Entsprechend werden alle Spiele im Turniermodus in Australien ausgetragen.
Wirtschaft
Landwirtschaft
Zu den bedeutendsten Anbauprodukten gehören unter anderem
Zuckerrohr,
Ingwer, Kokosnüsse,
Reis,
Kakao,
Kaffee,
Taro,
Ananas und
Tabak. Die Grundlage der Industrie des Landes ist die Weiterverarbeitung von Erzeugnissen aus der Landwirtschaft, der Forstwirtschaft und der Fischerei. Fidschi verfügt über große Goldvorkommen. Im Jahre 2000 belief sich die Jahresproduktion auf 3.675 Kilogramm.
Zuckerrohr ist seit der Kolonialzeit bedeutendster agrarischer Rohstoff Fidschis und in veredelter Form neben Fisch, Textilien, Holz und Kokosnussöl wichtiges Exportprodukt. Die politischen Unruhen mit dem Staatsstreich 1987 und die nachfolgende Wirtschaftskrise führten zu einer stärkeren Diversifizierung des Exports. Heute sind die Zuckerwirtschaft, die Textil- und Bekleidungsindustrie sowie der Tourismus die Haupteinnahmequellen des Landes. Mehr als 100.000 Beschäftigte sind in den drei Sektoren beschäftigt, die Exporterlöse von 1,1 Milliarden Fidschi-Dollar erbrachten (2004).
'Far from pollution. Far from acid rain. Far from industrial waste.' So lautet der Werbespruch für Trinkwasser in Flaschen aus Fidschi, das inzwischen (ähnlich dem französischen
Evian-Wasser) zu einem Exportschlager für Fidschi geworden ist. In einer Grundwasserquelle ('Artesian') sammelt sich das 'reinste Regenwaldwasser der Welt', wird mineralisch gereinigt und dann zur Oberfläche gepumpt und in Flaschen abgefüllt. Mit dem Werbeslogan 'The Nature Of Water™' und der geschickten Platzierung in diversen Hollywood-Filmen gelang Fiji Water inzwischen der Durchbruch als eines der exklusivsten Getränke weltweit; in den USA und im Vereinigten Königreich ist es zum Inbegriff des Gesundheitswassers geworden.
Tourismus
Die wirtschaftliche Bedeutung des Fremdenverkehrs wächst zunehmend. Fidschi liegt im Bereich des Südpazifik bei den Touristenankünften mit Abstand an der Spitze. Das an zweiter Stelle stehende
Französisch-Polynesien hatte 2003 nur etwa halb so viele Touristen (212.767) und
Samoa weniger als ein Viertel (92.313). Die Zahl der
Touristen steigt und fällt mit der politischen Lage im Land. So sank die Zahl der Touristen nach dem Putsch im Jahr 2000 auf 294.070 von 409.955 im Jahr zuvor. Im Jahr 2003 hatten sich die Ankunftszahlen wieder auf 430.800 erholt. Die meisten Touristen kamen aus
Australien (32,9 %),
Neuseeland (17,4 %), dem
Vereinigten Königreich (11,6 %) und aus
Japan (5,4 %).
Die attraktivsten Ziele für Touristen sind kleine Resortinseln auf den Mamanucas, den Yasawas oder Strände der Coral Coast auf der Hauptinsel Viti Levu. Auf Taveuni und Vanua Levu spielt außerdem der Tauchtourismus eine Rolle.
BIP
Das
Bruttoinlandsprodukt (BIP) beträgt 1,50 Milliarden US-Dollar (2000). Der Dienstleistungssektor hat daran einen Anteil von 53 Prozent, die Industrie von 29 Prozent und die Landwirtschaft von 18 Prozent. Daraus ergibt sich ein BIP pro Einwohner von 1.840 US-Dollar.
Währung
Die Währung in Fidschi ist der
Fidschi-Dollar. Nach dem Putsch im Jahre 2000 sank die Wirtschaftsleistung um 12,5 Prozent. Viele indo-fidschianische Fachleute wandern wegen der gesellschaftlichen Probleme im Land ab. Die Arbeitslosigkeit liegt gegenwärtig bei etwa fünf Prozent. 82 Prozent des Energiebedarfs von Fidschi werden zurzeit aus Wasserkraft gewonnen.
Staatsausgaben für Gesundheit, Bildung und Verteidigung
Zwischen
1992 und
2000 lag der Anteil der Staatsausgaben für
Infrastruktur
Die Städte Nadi und
Suva (
Nausori) besitzen internationale Flughäfen. Die Fidschi-Inseln haben eine eigene Fluggesellschaft, die
Air Pacific, mit der sie vor allem die umliegenden Inseln anfliegen. Der Staat Fidschi (51 %) und
Qantas (46,05 %) kontrollieren den Großteil der Anteile. Neben
Air Pacific gibt es die Inlandsfluggesellschaften Sun Air und
Air Fiji, die die meisten größeren Inseln und Städte anfliegen.
Die Länge des Straßennetzes in Fidschi beträgt 3.440 Kilometer, das Eisenbahnnetz ist 595 Kilometer lang, beschränkt sich aber auf Bahnen zum Transport von
Zuckerrohr zur Raffinerie in
Lautoka. Personenzüge gibt es nicht.
Fidschi ist einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte im südlichen Teil des Pazifischen Ozeans. Regelmäßige Schiffsverbindungen bestehen mit den USA, Kanada, Australien, Neuseeland, sowie einigen Pazifikinseln. Haupthafen ist die Hauptstadt Suva.
Daneben ist der Hafen von Lautoka zu nennen, einem bedeutenden Zentrum der Zuckerindustrie.
Medien
In Fidschi erscheinen drei Tageszeitungen, die
Fiji Times, die
Fiji Sun und die
Fiji Post. Außerdem gibt es noch die
Nai Lalakai und die
Shanti Dut, sie erscheinen wöchentlich. Die tägliche Zeitungsauflage beträgt 51 auf 1000 Einwohner. Im Land befindet sich nur ein staatlicher TV-Sender. Dazu kommen noch eine staatliche und drei unabhängige Radiostationen.
Die derzeitige Regierung tritt sehr stark für die Pressefreiheit ein. Die örtlichen Medien berichten jedoch oft über Korruptionsfälle, deswegen hat die Polizei schon des Öfteren solche Sendungen unterbunden. Fidschi besitzt 102.000 Telefonanschlüsse, 109.000 Mobiltelefone, 541.500 Radios, 91.000 Fernseher und 55.000 Internetanschlüsse.
Bildung
Ursprünglich war das Schulsystem am britischen System orientiert. Jetzt erfolgt die Schulbildung meist durch lokale Komitees. Zunehmend wird nach Volksgruppen getrennt unterrichtet. Erst seit
2002 sind Schläge mit der
Gerte verboten. Schulpflicht besteht für die Dauer von acht Jahren. 99,2 Prozent der Bevölkerung können lesen und schreiben.
In der Hauptstadt Suva befindet sich die 1968 gegründete University of the South Pacific, in welche außer Fidschi die Pazifikstaaten der Cookinseln, Salomonen, Kiribati, Marshallinseln, Nauru, Niue, Samoa, Tokelau, Tonga, Tuvalu und Vanuatu eine gewisse Anzahl an Studenten entsenden dürfen. Die Anzahl der Studenten beträgt 8.600. Die Ausgaben der Regierung für Bildung belaufen sich auf 105.955.200 US-Dollar pro Jahr.
Literatur
- Heinz Bendt: Militärputsch in Fidschi. (= Kurzberichte aus der internationalen Entwicklungszusammenarbeit; Asien und Pazifik). Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn 2006 (Volltext
)
- Melanie Guile: Fiji. (Islands of the South Pacific). Heinemann Library, Port Melbourne 2005
- Hermann Mückler: Fidschi. Das Ende eines Südseeparadieses. Promedia, Wien 2001, ISBN 3-85371-171-5
- Hermann Mückler: Eine Keule für Queen Victoria. Zur Rolle einer Insigne als nationales Identifikationssymbol der Fidschianer. In: Hermann Mückler, Werner Zips, Manfred Kremser (Hrsg.): Ethnohistorie. Empirie und Praxis. Wiener Universitätsverlag, Wien 2006, S. 275-288
Weblinks