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Geändert: 2007-12-16
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Kategorie: Ragwurzen Alpenflora

Fliegen-Ragwurz

Die Fliegen-Ragwurz (Ophrys insectifera) gehört als Pflanzen - Art zur Gattung der Ragwurzen (Ophrys) aus der Familie der Orchideengewächse (Orchidaceae).

Der Name setzt sich aus dem griechischen όφρύς 'ophrys' = Augenbrauen und dem lateinischen 'insectifer = Kerbtier tragend' zusammen.

Die Fliegen-Ragwurz ist die Orchidee des Jahres 2003.

1 Beschreibung
2 Ökologie und Verbreitung
3 Sonstiges
4 Hybriden
5 Bilder
6 Quellen und weiterführende Informationen

Beschreibung

Fliegen-Ragwurz (<em>Ophrys insectifera</em>), Blüte

Fliegen-Ragwurz (Ophrys insectifera), Blüte

Die Fliegen-Ragwurz ist ein zierlicher, mehrjährig und krautig wachsender Knollengeophyt mit zwei unterirdischen, eirunden Knollen als Überdauerungsorgan. Die dünnen, grünlich-gelben Stängel erreichen Wuchshöhen zwischen 15 bis 40 cm.

Die zwei bis fünf Laubblätter sind in einer Rosette angeordnet, nicht wie bei den anderen heimischen Ragwurzen am Boden anliegend, sondern steil aufrecht.

Die Blütenstände sind lange und lockerblütige Ährenn mit zwei bis zwölf Blüte, selten auch mehr. Die Kelchblätter sind grün, 5 bis 9 mm lang und 3 bis 4 mm breit. Die Kronblätter sind fadenförmig, behaart und 6 bis 10 mm lang. Die dreilappige Lippe ist 10 bis 12 mm lang, leicht behaart und der Mittellappen ist gespalten. Die Farbe meist braun mit leichter Tendenz zum rötlichen. Das Mal steht direkt in der Mitte der Lippe, graublau bis metallischblau gefärbt.

Die Blütezeit erstreckt sich von Anfang Mai bis Juli.

Ökologie und Verbreitung

Magerrasen, Trockenrasenw, Halbtrockenrasen, lichte Kiefernälder, selten auch in Kalkflachmooren, humusdurchsetzte Schotterbänke von Gebirgsflüssen.

Durch ihre Eigenschaft, auch kältere Gegenden zu besiedeln, trifft man diese Art auch in den Alpen in der collinen bis obermontanen (subalpinen) Höhenstufe an.

Europa, dringt auch in kältere Gebiete, z.B. Ural und Skandinavien vor.

Sonstiges

Es handelt sich bei dieser Art um eine typische Insektentäuschblume. Die Männchen von Grabwespen (vor allem Gorytes mystaceus) führen auf der Lippe Begattungsbewegungen aus, wobei die Pollinien übertragen werden. Dieses Verhalten hört nach dem Schlüpfen der Weibchen auf. Die Fernanlockung wird durch Ähnlichkeit der Lippe mit dem Weibchen, die Nahanlockung durch spezifischen Duft und Berührungsreize erreicht.

Hybriden

Oft hybridisiert sie mit der Hummel-Ragwurzen (Ophrys holoserica). In Naturschutzgebiet und anderen bekannten Standorten ist dies oft auf 'zweibeinige' Bestäuber zurückzuführen. Weitere Hybriden auch mit den anderen heimischen und verschiedenen mediterranen Ragwurzen.

Bilder

Pollenübertragung

Pollenübertragung


Quellen und weiterführende Informationen

Literatur

;Standardliteratur über Orchideen:
  • AHO (Hrsg.): Die Orchideen Deutschlands. Verlag AHO Thüringen Uhlstädt – Kirchhasel, 2005, ISBN 3-0001-4853-1.
  • H. Baumann, S. Künkele:Die wildwachsenden Orchideen Europas. Frankh, 1982, ISBN 3-4400-5068-8.
  • Karl-Peter Buttler: Orchideen, die wildwachsenden Arten und Unterarten Europas, Vorderasiens und Nordafrikas. Mosaik Verlag 1986, ISBN 3-5700-4403-3.
  • Hans Sundermann: Europäische und mediterrane Orchideen. Brücke-Verlag, 2. Auflage: 1975, ISBN 3-8710-5010-5.
  • J. G. Williams: Orchideen Europas mit Nordafrika und Kleinasien. BLV Verlag, ISBN 3-4051-1901-4.

Weblinks

aus Wikipedia, der freien enzyklopädie. Weblinks. Diese seite ist unter der GNU Free Documentation License Weblinks.