Teilgebiete der Forschung
Forschung wird im Allgemeinen unterschieden in:
- Grundlagenforschung („reine“ Forschung), die - ggf. vergeblich - ohne einen bestimmten Zwang und Zweck forscht, meist nur an Universitäten, in Deutschland darüber hinaus insbesondere betrieben durch die gemeinnützige Forschungsorganisation Max-Planck-Gesellschaft e. V. (MPG) sowie die Institute der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren (HGF). Die Grundlagenforschung dient einzig der Erweiterung der wissenschaftlichen Kenntnisse. Die technische Anwendung steht nicht im Interesse dieser Aktivitäten. Sie ist das Fundament für die angewandte Forschung und Entwicklung.
- Angewandte Forschung (auch Zweckforschung), die ein bestimmtes, oft technisches Problem lösen will. Sie verfolgt eine wirtschaftliche Anwendung und findet sowohl an Universitäten als auch in der freien Wirtschaft, in Deutschland darüber hinaus insbesondere an den Instituten der Fraunhofer-Gesellschaft, statt. Im engeren Sinne werden hierbei noch Verfahrens- und Erzeugnisforschung getrennt betrachtet. Die Umsetzung der in ihr gewonnenen Erkenntnisse werden in technischen Entwicklungen umgesetzt. Zudem dient sie als Ideengeber für die Grundlagenforschung.
Der Zusammenhang zwischen der Grundlagenforschung und der angewandten Forschung besteht demnach darin, dass die Grundlagenforschung das Wissen für die angewandte Forschung liefert und die angewandte Forschung unter anderem Impulsgeber für die Grundlagenforschung sein kann. Der wissenschaftliche Erkenntnisgrad nimmt von der Grundlagenforschung zur angewandten Forschung hin ab. Der Konkretisierungsgrad sowie der Praxisbezug nimmt hingegen weiter zu. Diese Trends verstärken sich in dem der Forschung nachgelagerten Prozess der Entwicklung, die ihr Wissen aus der angewandten Forschung bezieht.
Schritte des Forschungsprozesses
In einem ersten Schritt wird die Frage gestellt, wie das Forschungsteam auf die Frage überhaupt gekommen ist und welcher Verwertung die bei der Forschung entstehenden Erkenntnisse zugeführt werden (Entdeckungs- als auch der Verwertungsprozess). Ist dies geklärt, wird das noch grob umrissene Problem einer präziseren Formulierung zugeführt.
In einem zweiten Schritt macht sich die Forschungsgruppe die vorhandenen Kenntnisse über das Themengebiet bewusst und verknüpft diese mit der Problemstellung. Daraufhin kann mit dem Bilden von Hypothesen begonnen werden.
Im dritten Schritt werden diese mit geeigneten (eventuell noch zu entwerfenden) Messinstrumenten geprüft, wozu geeignete Indikatoren, Variablen und Untersuchungseinheiten ausgewählt werden. Am Schluss folgt nach der Datenverdichtung und Interpretation der Endbericht und eine eventuelle Publikation der Erkenntnisse.
Beispiele
Ein bekanntes Beispiel ist die
Relativitätstheorie von
Einstein, die die bisherige Erklärung der
Gravitation erweiterte. Die bisherige Erklärung
beschreibt nur einen Extremfall in der speziellen Relativitätstheorie, nämlich die Betrachtung von Beschleunigungen bei Geschwindigkeiten weit unterhalb der Lichtgeschwindigkeit. Ebenso hat schon die
Newtonschesche Gravitationslehre die bisherige Erklärung von
Aristoteles, wonach alle Körper sich bewegen, weil sie durch jemanden angestoßen wurden, erweitert und nicht völlig widerlegt.
Siehe auch
Weblinks
Quellen
- Brockhoff, K.: Forschung und Entwicklung: Planung und Kontrolle. 5. erg. und erw. Aufl. München, 1999
- Siegwart, H.: Produktentwicklung in der industriellen Unternehmung, UTB 315. Bern, 1974
- Staudt, E.: Forschung und Entwicklung, In: Bd. 2 HWB, Teilbd. 1, A-H, 5., völlig neu gestaltete Aufl., Stuttgart, 1993, Sp. 1186f
- Strebel, H.: Die Bedeutung von Forschung und Entwicklung für das Wachstum industrieller Unternehmungen. Diss., Technische Hochschule Karlsruhe. Berlin, 1968
- Wagner, A.P.: Der Schlüssel zum erfolgreichen Produkt: Die modernen Produktideenfindungstechniken in praxisnaher Darstellung. Wien, 1974