Leben
Wright wuchs im ländlichen
Wisconsin auf und studierte ab 1885 an der University of Wisconsintitel, verließ diese aber ohne Abschluss 1887 – den
Ehrendoktor der Universität erhielt er 1955. In der Folge trat er in das Architekturbüro von Joseph Lyman Silsbee in
Chicago ein, verließ die Firma aber noch im selben Jahr, um im Büro von
Dankmar Adler und
Louis Sullivan zu arbeiten. 1893 gründete er eine eigene Firma an seinem neuen Wohnort
Oak Park, einem Vorort von Chicago. Bis 1901 hatte er etwa 50 Projekte erarbeitet. Bis etwa 1910 schuf er vornehmlich sog.
Prairie Houses. Zu seinen Angestellten gehörten u. a.
Walter Burley Griffin und dessen spätere Ehefrau
Marion Mahony Griffin.
Der enge Kontakt mit der Landschaft seines Heimatstaates Wisconsin war in seiner späteren Arbeit zentral: Die möglichst nahtlose Integration des Bauwerkes in die Landschaft ist eines der Motive seines immensen Schaffens. Diese Gestaltungsphilosophie kommt wohl am besten in Wrights bekanntestem Werk, der an einem kleinen Wasserfall erbauten Villa Fallingwater, zur Geltung. Weitere bekannte Entwürfe sind das in Verbindung mit Hilla von Rebay verwirklichte Solomon R. Guggenheim Museum New York und das Verwaltungsgebäude für die Johnson Wax Company.
Doch tatsächlich ging es Frank Lloyd Wright nach Jahrzehnten der kulturellen Abhängigkeit Amerikas vom alten Kontinent darum, eine unabhängige Architektur des neuen Kontinents zu etablieren. Seine so genannten Prairie Houses sollten Ausdruck des amerikanischen Geistes von Demokratie, Pioniergeist und Zusammenhalt sein. Das wichtigste Element war die Feuerstelle als Treffpunkt der Gemeinschaft, um den herum sich das Gebäude entwickelt. Harmonisch bettet sich das Ganze in die umliegende Landschaft ein.
Wright war einer der ersten Architekten, der den Begriff einer „organischen Bauweise“ benutzte. Es ging ihm dabei um einen organischen Zusammenhang der Architektur mit den verschiedenen Elementen der Kunst, der Natur und der menschlichen Lebensbereiche, also weniger im biologischen Sinne.
Unter dem Namen Taliesin gründete Wright mehrere „Ateliers“ mitten in der amerikanischen Prärie, die als Entwicklungsplattformen für die neue, unabhängige amerikanische Architektur dienen sollten. Wrights Büro war ein Anziehungspunkt für Jungarchitekten aus aller Welt, die bei ihm zeitweise arbeiteten und seinen Stil später in ihren Heimatländern weiterentwickelten, so auch auf dem alten Kontinent. Ein Beispiel ist Werner Max Moser.
In seinem Buch „When democracy builds“ (deutsch 1950) erstellt Frank Lloyd Wright eine Art utopischen Masterplan für die Zivilisation des 20. Jahrhunderts.
„Usonien“ (Usonia) nennt Wright sein visionäres Amerika. Es besteht aus einer von ihm erdachten neuen urbanen Form: Broadacre City (Weite Stadt). Nur hier genössen die Menschen „wahre Individualität“ (und nicht „robuste Individualität“ = Egoismus) in einer echten ganzheitlichen Demokratie. Kennzeichnend für diese Vision sind die Werte der Unabhängigkeitserklärung. Da alle potentiellen Führer (Politiker, Philosophen, Künstler, …) versagt hätten, wird Usonien von einem Architekten geleitet. Die Regierung nimmt nur noch Verwaltungsaufgaben war.
Freundschaft und Faszination empfand Wright für den schillernden kaukasischen Esoteriker Georges I. Gurdjieff, einen bereits zu seiner Zeit kontrovers diskutierten charismatischen Weisheitslehrer, den er über seine zweite Frau Olgivanna kennenlernte, die in den 20er Jahren Gurdjieffs Schülerin gewesen war. [http://www.gurdjieff.org/wright1.htm]
Werke (Auswahl)

Imperial Hotel (1916)

V. C. Morris Gift Shop (1948)
- 1889 Frank Lloyd Wright Residence, Oak Park, Illinois
- 1893 Walter H. Gale House und Thomas H. Gale House, Oak Park, Illinois
- 1893 William H. Winslow House, River Forest, Illinois
- 1901 Ward W. Willets House, Highland Park, Illinois
- 1902 Dana-Thomas House, Springfield, Illinois
- 1904 Unity Church, Oak Park, Illinois
- 1905 Hardy House, Racine, Wisconsin
- 1908 Frederick C. Robie House, Chicago, Illinois
- 1915 Wynant House, Chicago, Illinois (Zerstörung durch Brand am 9. Januar 2006)
- 1916 Imperial Hotel, Tokyo
- 1917 Hollyhock House, Los Angeles, California
- 1925ff Taliesin III, Spring Green, Wisconsin
- 1935 Fallingwater, Bear Run, Ohiopyle, Pennsylvania
- 1936 Honeycomb House, Stanford, California
- 1936 S. C. Johnson Administration Building, Racine, Wisconsin
- 1937ff Taliesin West, Scottsdale, Arizona
- 1944 S. C. Johnson Research Tower, Racine, Wisconsin
- 1947 Unitarian Church, Madison
- 1948 V. C. Morris Gift Shop, San Francisco, California
- 1952 Price Company Tower, Bartlesville, Oklahoma
- 1953 Kentuck Knob, Uniontown, Pennsylvania
- 1954 Beth Sholom Synagogue, Elkins Park, Pennsylvania
- 1956 Solomon R. Guggenheim Museum, New York
Literatur
- Otto Antonia Graf: Die Kunst des Quadrats. Zum Werk des Frank Lloyd Wright. Band I und II, Verlag Böhlau Wien, Wien 1983
- Otto Antonia Graf: Lernen von Imhotep? Frank Lloyd Wright. In: Architectural Drawings and Decorative Art. Fischer Fine Arts, London 1985
- Otto Antonia Graf: The Art of the Square. That most traditional architect Frank Lloyd Wright. In: A Primer on architectural principles. ed. Robert McCarter, New York, 1991, S. 216-237
- Otto Antonia Graf: Erräumen. Band I und II. Zum Werk von Frank Lloyd Wright. Verlag Böhlau Wien, Wien 2002
- Alan Hess, Alan Weintraub: Frank Lloyd Wright Häuser. DVA 2007. ISBN 978-3-421-03592-9
- Bruce Brooks Pfeiffer: Frank Lloyd Wright. Hrsgg. Peter Gössel und Gabriele Leuthäuser, Taschen Verlag, Köln 2002, ISBN 3-8228-2030-X
- Bruce Brooks Pfeiffer: Frank Lloyd Wright 1867–1959. Bauen für die Demokratie. Taschen-Verlag, Köln 2004. ISBN 3-8228-2450-X
- Bruno Zevi: Frank Lloyd Wright. Birkhäuser Verlag, 1998. ISBN 3-7643-5987-0
Weblinks
Fußnoten