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Geändert: 2007-09-09
Kategorie: Rechtswissenschaftler (20. Jahrhundert) Rechtshistoriker Hochschullehrer (Freiburg) Hochschullehrer (Leipzig) Hochschullehrer (Göttingen) Träger des Pour le Mérite (Friedensklasse) Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen Deutscher Geboren 1908 Gestorben 1994 Mann

Franz Wieacker

Franz Wieacker (* 5. August 1908 in Stargard/Pommern; † 17. Februar 1994 in Göttingen) war ein deutscher Jurist und Rechtshistoriker.

1 Leben
2 Werk
3 Literatur
4 Weblinks

Leben

Wieacker begann seine akademische Laufbahn an der Universität Freiburg/Breisgau, wurde nach der Habilitation 1937 zunächst außerordentlicher, dann 1939 ordentlicher Professor an der Universität Leipzig und lehrte nach dem Zweiten Weltkrieg als Professor für Römisches Recht, Bürgerliches Recht und Neuere Privatrechtsgeschichte wiederum an der Universität Freiburg sowie an der Georg-August-Universität Göttingen.

Zu kritischen Anfragen hat sein Verhalten während des Dritten Reiches Anlass gegeben. Wieacker begründete in dieser Zeit seine wissenschaftliche Karriere und lehrte unter anderem als junger Freiburger Dozent zwei Semester als Gastdozent an der Christian-Albrechts-Universität Kiel. Die juristische Fakultät in Kiel sollte damals zu einer nationalsozialistischen Musterfakultät ausgebaut werden und wurde mit besonders linientreuen Dozenten besetzt. In das Umfeld dieser Kieler Schule gehört somit auch Wieacker. Gleichwohl nahm er seine erste Professur an der konservativen Leipziger Fakultät wahr und ist niemals Mitglied der NSDAP gewesen.

Werk

Als „akademischer Bürger“ alten Stils betrieb Wieacker Rechtswissenschaft im weiten Horizont der Kultur- und Humanwissenschaften. So gehörte er nach dem Zweiten Weltkrieg zu den führenden deutschen Geisteswissenschaftlern überhaupt, was sich u. a. in der Verleihung des Ordens Pour le mérite sowie in seiner Berufung in mehrere Akademien der Wissenschaften (u. a. Heidelberg, Göttingen und Leipzig) zeigte. Die Abteilung für Römisches und Gemeines Recht am Institut für Rechtsgeschichte der Universität Göttingen trägt heute Franz Wieacker zu Ehren seinen Namen. Zu Wieackers wichtigsten Werken gehören:

  • Privatrechtsgeschichte der Neuzeit unter besonderer Berücksichtigung der deutschen Entwicklung, Göttingen, 2. Auflage 1967.
  • Römische Rechtsgeschichte, 2 Bde., im Handbuch der Altertumswissenschaft, München 1988 und 2006.

Literatur

  • Okko Behrends: Franz Wieacker 5.8.1908–17.2.1994. In: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte (Romanistische Abteilung) 112 (1995), S. XIII–LXII. (online, ohne Fußnoten und Bibliographie Weblinks).

  • Hans-Ludwig Schreiber, In memoriam Franz Wieacker. Akademische Gedenkfeier in Göttingen mit Grußworten von H.-L. Schreiber und U. Mölk, Gedenkworten von R. von Weizsäcker und G. Pugliese sowie der Gedenkrede von J. G. Wolff, Göttingen 1995.

Weblinks

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