Verbreitung

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Die französischsprachige Welt
Dunkelblau: Muttersprache
Blau: Amtssprache
Hellblau: Nebensprache oder nicht offizielle Sprache
Grüne Quadrate: frankophone Minderheiten.
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Amtssprache
| Land
| Anzahl der Sprecher1)
| Akzente und Sprachvariationen
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| Muttersprache
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| Frankreich
| 65 Millionen
| Klassisches Französisch
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| Kanada
| 6,7 Millionen
| Quebecer Französisch, Akadisches Französisch, Neufundländisches Französisch, Michif, Französisch in Kanada
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| Belgien
| 4,2 Millionen
| Belgisches Französisch
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| Schweiz
| 1,5 Millionen
| Schweizer Französisch
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| Guadeloupe2)
| 450.000
| Klassisches Französisch
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| Haiti
| 400.000
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| Luxemburg
| 22.200
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| Monaco
| 17.000
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| Amtssprache
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| Elfenbeinküste
| 18 Millionen
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| Aostatal, Italien
| 100.000
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| Gabun
| 38.000
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| Madagaskar
| 35.000
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| Republik Kongo
| 28.000
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| Demokratische Republik Kongo
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| Dschibuti
| 15.000
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| Nebensprache
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| Marokko
| ca. 33 Millionen
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| Algerien
| 10–32 Millionen
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| Tunesien
| ca. 10 Millionen
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| Mauretanien
| ca. 3 Millionen
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| Mauritius
| 48.000
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| Sprachliche Minderheiten
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| Libanon
| ca. 4 Millionen
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| Louisiana, Maine, New Hampshire und Vermont, USA
| 1,64 Millionen
| Akadisches Französisch, Cajun, Französisch in den USA
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| Andorra
| 15.000
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1) Es werden nur die Länder in Betracht gezogen, deren Anzahl der Sprecher mehr als 10.000 beträgt.
2) Guadeloupe gehört als sog.
DOM-ROM (département d'outre-mer, région d'outre-mer) zu Frankreich.
Aufgrund der internationalen Verbreitung gibt es auch landestypische Eigenheiten der französischen Sprache:
- Jèrriais
- Französisch geprägte Kreolsprachen
Sonstige Verwendung

Europäischen Union
]]
Neben Deutsch und Englisch gilt Französisch als eine der drei Haupt-Amtssprachen der Europäischen Union. Ferner wird diese Organisation durch die Tatsachen beeinflusst, dass die EU von einem französischen Außenminister erfunden worden ist und der Hauptsitz der EU sich im
niederländisch- und französischsprachigen Brüssel befindet. Allerdings verschwindet der Einfluss des Französischen auf die Arbeitswelt innerhalb der EU aufgrund der wachsenden Relevanz des Englischen stetig.
Sprachvarianten der französischen Sprache
Französisch ist eine indogermanische Sprache und gehört zu den galloromanischen Sprachen, die in zwei Gruppen unterteilt werden: langues d’oïl im nördlichen Frankreich und Belgien und Langues d’oc im Süden Frankreichs. Hierbei ist der Status, was dabei Dialekt und was eigenständige Sprache ist, umstritten. Meistens spricht man von zwei Sprachen und deren jeweiligen Patois, den französischen Dialekten. Das Französische wird den langues d’oïl zugeordnet und geht auf eine Mundart aus dem Raum Ile de France zurück.
Sie grenzen sich von den Langues d’oc ab, die südlich des Flusses Loire verbreitet sind und eine eigene Sprache darstellen. Die Unterscheidung bezieht sich auf die Verwendung des Wortes Ja – Oc im Süden und Oïl im Norden. Zudem ist bei den Langues d’oc, die zusammenfassend auch als Okzitanisch bezeichnet werden, der romanische Charakter stärker ausgeprägt.
Daneben gibt es das Franko-Provenzalische, das mitunter als selbständig gegenüber den anderen beiden gallo-romanischen Sprachen eingestuft wird. Da es allerdings keine Hochsprache entwickelt hat, wird es auch als Dialekt der Langues d’oc angesehen.
In vielen afrikanischen Ländern wird Französisch als Zweitsprache verwendet. In diesen Ländern ist die Sprache häufig durch einen Akzent gefärbt.
Gallo-romanische Sprachen:
Geschichte der französischen Sprache
In Gallien gab es drei große Völker mit eigenen Sprachen, die Kelten, welche die Römer Gallier nannten, die Aquitanier im Südwesten und die Belger im Norden. Die Romanisierung erfolgte in zwei Schritten. Das Lateinische gelangte ab dem Jahre 122 v.Chr. mit der Gründung von Aquae Sextiae (heute: Aix-en-Provence) und Narbonne in der Provinz des römischen Reiches Gallia Narbonensis (heute: Provence) nach Südfrankreich. Ab dem Jahre 58 v.Chr. mit der Eroberung Nordgalliens durch Gaius Iulius Caesarischeische erreichte das Latein auch das restliche Gallien
Einfluss der Kelten
Innerhalb eines Zeitraums von vier Jahrhunderten setzte sich das Lateinische gegenüber den einheimischen festlandkeltischen (= gallischen) Dialekten durch. Die Romanisierung geschah zunächst in Städten, Schulen und Verwaltungen, erst später in den abgelegenen Gebieten Galliens. Die keltischen Sprachen verschwanden nicht spurlos, sondern fanden mit schätzungsweise deutlich über 240 Wortstämmen Eingang in das gesprochene
Vulgärlatein. Infolge der späteren Durchsetzung des Lateinischen in den ländlichen Regionen Galliens blieben vor allem Begriffe keltischer Herkunft aus der Landwirtschaft im Vulgärlatein erhalten, welche auch im heutigen Französisch weiter verwendet werden (z. B. la charrue = der Pflug, le mouton = das Schaf usw.). Aber auch die Zählweise der Kelten im Zwanziger-System (
Vigesimalsystem) ist in der französischen Sprache teilweise noch zu finden (soixante et onze,...,quatre-vingts usw.). Einen solchen Einfluss einer untergehenden Sprache auf die sich durchsetzende Sprache nennt man
Substrat.
Einfluss der Germanen
Die
gallorömische Bevölkerung im Norden Galliens kam mit germanischen Stämmen hauptsächlich durch Handelsbeziehungen in Kontakt, aber auch durch Söldnerdienste der Germanen in der römischen Armee. Bereits durch diese Kontakte fanden neben dem keltischen Substrat etliche Wörter germanischen Ursprungs Eingang in die französische Sprache (ein solcher Vorgang einer friedlichen Beeinflussung durch nachbarschaftliche Beziehungen wird
Adstrat genannt).
Einen stärkeren Einfluss übte später der westgermanische Stamm der Franken aus. Die Franken eroberten im 5. Jahrhundert (endgültiger Sieg über eine römische Restprovinz 486 n. Chr. durch Chlodwig I) das Gebiet Galliens und prägten den französischen Wortschatz entscheidend mit. Um die 700 Wortstämme wurden von den Franken übernommen (z. B. la halle = die Halle, la salle = der Saal usw.). Hierbei vollzog sich der geschichtlich bemerkenswerte Vorgang, dass sich die Franken sprachlich dem Vulgärlatein der besiegten gallo-romanischen Bevölkerung bis auf wenige verbleibende fränkische Einflüsse anpassten. Der Verbleib einiger Wörter aus der Sprache der Sieger in der sich durchsetzenden Sprache der Besiegten nennt man Superstrat. Dieser Vorgang zog sich vom 5. bis zum 9. Jahrhundert hin. Noch Karl der Große (Krönung 800 n. Chr.) sprach als Muttersprache Fränkisch. Nur ganz im Norden Galliens konnte durch die fränkische Eroberung die germanische Sprachgrenze in das heutige Belgien hinein verschoben werden, welche heute das Land in Flandern und Wallonien teilt. Die ungebrochene Dominanz des Vulgärlateinischen erklärt sich unter anderem aus dem nach wie vor hohen Prestige des Lateinischen, sowie aus der weitgehenden Übernahme der römischen Verwaltung. Auch die fränkischen Lex Salica, in welcher sich römisches Rechtsdenken mit germanischen Zügen verbunden hat, begünstigte diese Entwicklung.
Die weitere Entwicklung
Zur Zeit
Karls des Großen wich die Aussprache des Vulgärlateins erheblich von der Schreibweise ab. Auf Grund dessen veranlasste er – angeregt durch
Alkuin – die karolingische Bildungsreform, wodurch Latein mit dem Ziel einer klassischen Aussprache erlernt wurde. Somit sollte die Missionierung der germanischen Bevölkerungsteile erleichtert werden, die vor allem von irischen Mönchen ausging, für die Latein eine Fremdsprache war. Darüberhinaus sollten eingetretene Unsicherheiten in der Aussprache bereinigt werden. Diese sich herausbildende Zweisprachigkeit führte zu erheblichen Schwierigkeiten bei der Verständigung des lateinisch sprechenden Klerus mit dem Volk. Auf dem
Konzil von Tours 813 n.Chr. legte man eine einheitliche, dem Volke verständliche Sprache für Predigten in Kirchen fest. Latein blieb als Schriftsprache erhalten. Das Konzil von Tours war die Geburtsstunde eines Bewusstseins, dass die gesprochene Sprache eine andere war als Latein.
Es bildeten sich verschiedene Dialekte heraus, die als Langues d’oïl zusammengefasst werden. Die ersten Dokumente, die der französischen Sprache zugeordnet werden, sind die Straßburger Eide, die 842 sowohl auf Altfranzösisch als auch auf Althochdeutsch verfasst wurden. Damit war auch die herkömmliche Diglossie, lateinisch zu schreiben, aber romanisch zu sprechen, zerstört.
Unter den Kapetingern kristallisierte sich Parise allmählich als politisches Zentrum Frankreichs heraus, wodurch der dortige Dialekt, das Franzisch, zur Hochsprache reifte. Aufgrund der zunehmend zentralistischen Politik wurden die anderen Dialekte stark zurückgedrängt. Nachdem 1066 Wilhelm der Eroberer den englischen Thron bestieg, wurde das normannischess Französisch für zwei Jahrhunderte die Sprache des englischen Adel. In dieser Zeit wurde die englische Sprache sehr stark vom Französischen beeinflusst. Mit den Albigenserkreuzzügen im 13. Jahrhundert weitete Frankreich seine Südausdehnung aus (später folgten noch Korsika, Ostausdehnung ...). Dabei wurden die Langues d’oc (siehe oben) zurückgedrängt und unterdrückt. Durch das Edikt von Villers-Cotterêts wurde 1539 die französische Sprache als Landessprache Frankreichs festgelegt.
Im Jahre 1634 gründete Kardinal Richelieu die Académie française, die sich mit der „Vereinheitlichung und Pflege der französischen Sprache“ beschäftigt. Ab dem 17. Jahrhundert wird Französisch die lingua franca des europäischen Adels, zunächst in Mitteleuropa, im 18. und 19. Jahrhundert auch in Osteuropa (Polen, Russland, Rumänien); zahlreiche Gallizismen gelangen in die Sprachen Europas[Vgl. Joachim Grzega: Latein – Französisch – Englisch: Drei Epochen europäischer Sprach- und Wortschatzgeschichte, in: Grzega, Joachim, EuroLinguistischer Parcours: Kernwissen zur europäischen Sprachkultur ]
, Frankfurt: IKO, S. 73-114. ISBN 3-88939-796-4.. In dieser Zeit entwickelte sich Frankreich zu einer Kolonialmacht und legte damit den Grundstein für die heutige Verbreitung der französischen Sprache außerhalb Europas und der französischen Kreolsprachen. Das 1830 aus den Vereinigten Niederlanden hervorgegangene Belgien eroberte ebenfalls Kolonien (insb. Belgisch-Kongo) und führte dort die französische Sprache ein.
Im 18. Jahrhundert übernahm das Französische als Sprache des Adels die Domäne der internationalen Beziehungen und der Diplomatie (zuvor: Latein). Durch die Französische Revolution und das Scheitern der napoleonischen Großmachtspolitik sowie durch den Aufstieg des englischsprachigen Vereinigten Königreichs im 19. Jahrhundert zur vorherrschenden Kolonialmacht und der englischsprachigen Vereinigten Staaten von Amerika im 20. Jahrhundert zur Weltmacht entwickelte sich Englisch zur De-facto-Welthauptsprache und verdrängte das Französische aus weiten Teilen der Diplomatie, Politik und des Handels. Dies zeigt sich etwa darin, dass der Friedensvertrag von Versailles von 1919 nicht mehr allein auf Französisch, sondern auch auf Englisch verfasst wurde.
Mit der Dezentralisierung in den 1980ern Jahren wird den Regionalsprache sowie den Dialekten in Frankreich mehr Freiraum eingeräumt, wodurch diese eine Renaissance erfuhren. 1994 wurde in Frankreich die nach dem Kulturminister benannte Loi Toubon erlassen, ein Gesetz, das den Schutz der französischen Sprache sichern soll.
Aussprache
- Hauptartikel: Aussprache der französischen Sprache
Vokale

Vokaltrapez für das Französische
Das Französische kennt – je nach Zählung – 11 bis 16 Vokalphoneme. Bei sämtlichen Vokalphonemen handelt es sich um Monophthonge:
- Oralvokale:
- sieben vordere Vokale, unter denen sowohl gerundete als auch ungerundete vorkommen:
- //: si – // – falls
- //: su – // – (er hat) gewusst
- //: ses – // – seine
- //: ceux – // – diese
- //: sait – // – (er) weiß
- //: sœur – // – Schwester
- //: sa – // – seine
- drei bis vier hintere Vokale, unter denen sowohl gerundete als auch ungerundete vorkommen:
- //: pâte – // – Teig
- //: sort – // – Schicksal
- //: sot – // – dumm
- //: sous – // – unter
- den Zentralvokal Schwa:
- Nasalvokale:
- zwei vordere Vokale, von denen einer gerundet, der andere ungerundet vorkommt:
- //: brin – // – Halm
- //: brun – // – braun
- zwei hintere Vokale, von denen einer gerundet, der andere ungerundet vorkommt:
- //: sans – // – ohne
- //: son – // – sein
Die
Oppositionen // – //, // – //, // – //, // – // und // – // sind im Verschwinden begriffen bzw. werden bereits von der Mehrzahl der Sprecher nicht mehr beachtet, in der Regel zugunsten des jeweils letztgenannten Phonems. Dadurch werden frühere Minimalpaarene für Sprecher, die eines der beiden Phoneme nicht besitzen, zu
Homophon.
Konsonanten
Das Französische kennt – je nach Zählung – 20 bis 21 Konsonantenphoneme:
- sechs Plosive:
- //: pou – // – Laus
- //: boue – // – Schlamm
- //: tout – // – alles
- //: doux – // – süß
- //: cou – // – Hals
- //: goût – // – Geschmack
- vier Nasale:
- //: mou – // – weich
- //: nous – // – wir
- //: agneau – // – Lamm
- //: parking – // – Parkplatz
- ein Vibrant:
- sechs Frikative:
- //: fou – // – verrückt
- //: vous – // – Sie
- //: sous – // – unter
- //: zoo – // – Zoo
- //: chou – // – Kohl
- //: joue – // – Wange
- drei Approximanten:
- //: soin – // – Pflege
- //: sien – // – sein, ihr
- //: suint – // – Wollfett
- ein lateraler Approximant:
|
|
Das Phonem // kommt fast ausschließlich in
Fremdwörtern aus dem
Englischen vor; von einigen Franzosen wird es als [] realisiert.
Sprachbau
Französisch ist eine
polysynthetische Sprache, das heißt, dass für den Satz bedeutende Wörter wie das Verb in
Vorsilben und
Wortstämme gespalten und von anderen Satzteilen umgeben werden. Die Satzstellung ist
Subjekt-Objekt-Verb (SOV), womit sich die französische
Syntax von der deutschen in vielen Punkten unterscheidet. Das wird vor allem deutlich, wenn man
Haupt- und
Nebensätze miteinander vergleicht. Ein Beispiel ist der Satz
Je le lui ai donné parce qu'il voulait l'avoir, welcher übersetzt „Ich habe es ihm gegeben, weil er es haben wollte“ bedeutet. Die Unterschiede, von denen die Positionen der einzelnen Satzglieder betroffen sind, lassen sich wie folgt darstellen:
| Je
| le
| lui
| ai
| donné
| parce qu'
| il
| voulait
| l'
| avoir
|
| Ich
| es
| ihm
| habe
| gegeben
| weil
| er
| wollte
| es
| haben
|
Man sieht also, dass sich die SOV-Stellung nur auf Hauptsätze auswirkt. In Nebensätzen steht das Prädikat hinter dem Subjekt. Diese dem Französischlernenden ungewohnten Regeln kommen daher, dass das Französische dem polysynthetischen Sprachbau sehr stark folgt, was wiederum dazu führt, dass zahlreiche Silben leicht verschluckt werden können. Am deutlichsten zeigt sich das in dem fürs Französische typischen Andeinanderreihen der Objekte, vorausgesetzt diese stehen als Pronomen da.
Substantiv
Genera
Es gibt zwei grammatikalische Geschlechter, das männliche und das weibliche, und dementsprechend auch jeweils einen Artikel für jedes Geschlecht. Anders als im Spanischen ist es kaum möglich, anhand der Wortendungen das Genus eines Nomens herauszufinden. So sind
garçon (Junge),
poisson (Fisch) und
hérisson (Igel) alle männlich, während
chanson (Lied),
leçon (Unterrichtsstunde) und
boisson (Getränk) zu den femininen Substantiven gehören.
Das Neutrum findet im Französischen keine Entsprechung. Wörter, die im Deutschen das neutrale Genus haben, sind im Französischen entweder männlich oder weiblich. Vor Adjektive wird der männliche Artikel gesetzt, also le beau → „das Schöne“.
Nomen wie amour (Liebe), eau (Wasser) und air (Luft) stiften öfters Verwirrung unter den Französischlernenden und auch innerhalb der für die französische Grammatik zuständigen Behörden. Obwohl amour im Singular männlich ist, erläutert die Académie française, dass es im Plural bereits sowohl weiblich als auch männlich benutzt worden sei.[ Académie française – Questions courantes ]
(Französisch)
Artikel
Das Französische kennt sowohl unbestimmte als auch bestimmte
Artikel. Der bestimmte männliche Artikel ist
le, der weibliche
la. Der Pluralartikel lautet grundsätzlich
les, egal welches Geschlecht das Nomen besitzt. Die unbestimmten Pendants lauten
un und
une. Anders als im Deutschen können auch die indefiniten Artikel in die Mehrzahl gesetzt werden, wobei es sich bei dem unbestimmten Pluralartikel um
des handelt und dieser ebenfalls vom Genus unabhängig ist.
Substantive, die mit einem Vokal beginnen, haben den Artikel l', wie zum Beispiel „l'enfant“ (das Kind). Unter diese Kategorie fallen sowohl männliche als auch weibliche Nomen. Um dennoch bestimmen zu können, welchem Genus solche Wörter angehören, vereinfacht man die Sache, indem man den unbestimmten Artikel vor das Wort zu setzen versucht.
Numeri
Als Numeri gibt es
Singular und
Plural. Dem Englischen und Spanischen gleich sorgt die allgemeine Pluralregel dafür, dass man im Plural ein
s ans Wortende dranhängt. Nomen, die bereits im Singular mit einem s aufhören, bleiben unverändert. Bei manchen Substantiven fügt man jedoch kein s, sondern ein x hinzu. Dies gilt hauptsächlich für Wörter, die mit „-eau“ in der Einzahl enden. Eine Besonderheit stellen Vokabeln dar, die als Wortende ein „-al“ im Singular haben und deshalb im Plural mit „-aux“ aufhören, so wie
journal (Zeitung) →
journaux (Zeitungen). Einen unregelmäßigen Plural haben die Wörter „œil“ (Auge) und „œuf“ (Ei). Der Plural von œil lautet „yeux“, während das Wort œuf die Mehrzahl „œufs“ besitzt. Allerdings werden œuf [„öff“] und œufs [„öh“] unterschiedlich ausgesprochen.
- Hauptartikel: Französische Konjugation
Infinitive
Offiziell sind die französischen Verben ihrer Endung nach in drei Gruppen unterteilt. Der 1. Gruppe sind die Verben mit der Endung „-er“ zugeteilt, der zweiten die mit der Endung „-ir“ und zur dritten gehören Verben mit den Endungen „-ir“ (deren Konjugation sich von denen der 2. Gruppe unterscheidet), „-re“ und „-oir“.
Hilfsverben
Die wichtigsten Hilfsverben (fr.
auxiliaires) sind „être“ (= sein) und „avoir“ (= haben). Im Unterschied zum Spanischen wird avoir im Französischen auch im Sinne von „besitzen“ eingesetzt. Mithilfe dieser beiden Hilfsverben lassen sich Zeitformen wie das Perfekt bilden, wobei man immer dazulernen muss, ob man être oder avoir benutzen soll.
Partizipien
Das Französische kennt drei Partizipien (fr.
participes), von denen sich eines im Präsens (participe présent) und zwei in der Vergangenheit (participe passé) befinden. Das Präsenspartizip wird geformt, indem man die Endung des Infinitivs entfernt und stattdessen „-ant“ dranhängt. Bei Verben wie „placer“ (= platzieren) ist diese Bildung unregelmäßig (plaçant), was an
Modifikationen in der Aussprache liegt.
Das eine Vergangenheitspartizip entspricht dem des Deutschen, also placer → placé (= platziert). Das andere wird hergestellt, indem man das Präsenspartizip des Verbs avoir (→ ayant) und das Vergangenheitspartizip hintereinander schreibt; Beispiel: placer → ayant placé.
Modi
Im Französischen gibt es die Modi Indicatif,
Subjonctif, Conditionnel, Impératif und
Gérondif.
- Der Indicatif (dt. Indikativ) bezeichnet die Handlungen, die in der Realität und Rationalität geschehen. Er hat alle und damit von allen Modi meisten Tempora
- Der Subjonctif (dt. Subjunktiv) wird im Deutschen nicht wiedergegeben. Er kommt nur in Nebensätzenenen vor. Er steht obligatorisch nach gewissen Subjunktion sowie nach Verben der Vorliebe, Abneigung und Willensäußerung. Er ist damit das genaue Gegenteil zum Indicatif. Im Modus des Subjonctif existieren nur das Présent, Passé composé, Imparfait und Plus-que-parfait. Um den Subjonctif eines Verbs zu bilden, konjugiert man es im Präsens Indikativ, dann nimmt man die 3. Person Plural und formt daraus die Formen des Subjcontifs Présent. In beiden Modi bleibt die 3. Person Plural die gleiche. Als Beispiel wird die Bildung des Subjonctifs des unregelmäßigen Verbes „venir“ (= kommen) angezeigt.
| Person
| Indicatif
| Person
| Subjonctif
|
| je
| viens
| que je1)
| vienne
|
| tu
| viens
| que tu
| viennes
|
| il, elle, on
| vient
| qu'il
| vienne
|
| nous
| venons
| que nous
| venions2)
|
| vous
| venez
| que vous
| veniez2)
|
| ils, elles
| viennent
| qu'ils
| viennent
|
- 1) In französischen Konjugationsbüchern wie im Bescherelle wird im Subjonctif-Modus immer ein „que“/„qu“ (= dass) vor die Pronomen gesetzt. Dies deutet darauf hin, dass das Pronomen und das Verb im Subjonctif grundsätzlich hinter dieser Konjunktion stehen müssen.
- 2) Auf die 1. und 2. Person Plural kann man diese Technik nicht anwenden. Stattdessen nimmt man die Form des Indikativ und fügt ein „i“ zwischen den Wortstamm und die Endung.
- Im Conditionnel stehen Handlungen, die nur unter bestimmten Bedingungen eintreten. Der Conditionnel existiert nur im Présent und Passé (Vergangenheit). Im Englischen finden sich als Pendant die if-Sätze, denn das französische Prinzip der Bildung ist identisch. Das Beispiel wird mit den Verben venir (= kommen) und être ravi (= sich freuen) gebildet.
1. Form (Présent + Futur simple):
Si tu viens, je serai ravi. → Wenn du kommst, werde ich mich freuen.
2. Form (Imparfait + Conditionnel présent): Si tu venais, je serais ravi. → Wenn du kämest, würde ich mich freuen.
3. Form (Plus-que-Parfait + Conditionnel passé): Si tu étais venu(e), j'aurais été ravi. → Wenn du gekommen wärst, hätte ich mich gefreut.
- Der Impératif (dt. Imperativ) ist die im Deutschen und zahlreichen anderen Sprachen wiedergegebene Befehlsform. Auch ihn gibt es sowohl im Présent als auch im Passé, wobei es in beiden Zeiten jeweils drei Imperativformen gibt. Diese drei Formen entsprechen den Personalpronomen tu, nous und vous. Zu Bildung des du-Imperativs wird bei manchen Stellen das s entfernt, das für die 2. Person Singular im Indikativ Präsens typisch ist. Bei anderen Verben bleibt es jedoch gleich. Für nous und vous sind die Imperative mit den Formen des Indikativ Präsens immer identisch, außer natürlich bei Verben wie sein oder haben. Die Vergangenheitsformen der Imperative werden mit der Präsens-Befehlsform des Verbes avoir und dem Vergangenheitspartizip gebildet. Die avoir-Imperative sind aie, ayons und ayez.
- Der Gérondif (dt. Gerundium) ist ein Modus, der Gleichzeitigkeit ausdrückt. Ihn gibt es im Présent und Passé. Man bildet den ersten mit der Präposition „en“ (= in) und dem Präsenspartizip – en plaçant. Der Geróndif Passé wird geformt, indem man „en“, „ayant“ und das Präsenspartizip hintereinander setzt, also en ayant placé. Dieser Modus ähnelt ziemlich dem deutschen Partizip I; jenes drückt ebenfalls Handlungen aus, die neben der Gegenwart ablaufen. Der Satz „Elle sort de la chambre en claquant la porte“ hat im Deutschen die Entsprechung „Sie verlässt türenschlagend das Zimmer“.
Tempora
Insgesamt existieren in der französischen Sprache die Tempora
Présent,
Passé composé,
Imparfait,
Plus-que-parfait,
Passé simple,
Passé antérieur,
Passé récent,
Futur simple, Futur antérieur und
Futur proche.
- Das französische Présent entspricht dem deutschen Präsens, es ist also ebenfalls die Gegenwart. Es wird sowohl mündlich als auch schriftlich verwendet. Es ist ein Tempus, in welchem Unregelmäßigkeiten öfters auftauchen können. Beispiel: „je regarde“ = ich schaue (→ regarder); „je finis“ = ich beende (→ finir); „je vends“ = ich verkaufe (→ vendre).
- Das Passé composé hat eine ähnliche Funktion wie das Perfekt im Deutschen. Es wird sowohl mündlich als auch schrifltich verwendet. Es wird gebildet, indem man eine Präsensform von entweder „être“ oder „avoir“ hinter das Pronomen und dann das Participe passé verwendet. Beispiel: „j'ai regardé“ = ich habe geschaut; „j'ai fini“ = ich habe beendet; „j'ai vendu“ = ich habe verkauft; je suis allé (→ aller).
- Das Imparfait ist etwas Ähnliches wie das deutsche Imperfekt. Es wird sowohl mündlich als auch schriftlich verwendet. Die Endungen dieses Tempus sind für alle Verbgruppen gleich, wenn auch nicht so einheitlich wie im Englischen, da noch immer Unterschiede zwischen den einzelnen Pronomen bestehen. Beispiel: „je regardais“ = ich schaute; „je finissais“ = ich beendete; „je vendais“ = ich verkaufte.
- Das Plus-que-parfait entspricht dem deutschen Plusquamperfekt. Es wird sowohl schriftlich als auch mündlich verwendet. Man bildet es, indem man eine Imparfait-Form von être oder avoir und das Participe passé hinter das Pronomen setzt. Beispiel: „j'avais regardé“ = ich hatte geschaut; „j'avais fini“ = ich hatte beendet; „j'avais vendu“ = ich hatte verkauft.
- Das Passé simple hat im Deutschen keine Entsprechung. Es gilt als die schwierigste aller französischen Zeitformen, was auf die massiv auftretenden Veränderungen der Wortstämme der Verben zurückzuführen ist. Jedoch kommt es auch vor, dass manche Personen mit denen des Präsens identisch sind. Mit diesem Tempus werden Handlungen bezeichnet, die in der Vergangenheit keine Wiederholung besitzen, keinerlei Auswirkungen auf spätere Aktionen haben und in eine lang anhaltende Handlung hereinbrechen. Das Passé simple wird nur schriftlich verwendet. Es wird ebenfalls mit dem Imperfekt übersetzt. Beispiel: „je regardai“ = ich schaute; „je finis“ → ich beendete; „je vendis“ → ich verkaufte.
- Das Passé antérieur hat zum Passé simple das gleiche Verhältnis wie das Plus-que-parfait zum Imparfait. Es ist weniger kompliziert als das Passé simple, da man bei seiner Bildung nur die Unregelmäßigkeiten der Hilfsverben beachten muss. Auch es wird nur schriftlich verwendet. Man formt es, indem man être oder avoir ins Passé simple setzt und das Participe passé hinzufügt. Um es zu übersetzen verwendet man das Plusquamperfekt. Beispiel: „j'eus regardé“ = ich hatte geschaut; „j'eus fini“ = ich hatte beendet; „j'eus vendu“ = ich hatte verkauft.
- Das Passé récent verkörpert Handlungen, die kurz vor dem Moment, in dem der Sprecher das reden anfängt, eingetroffen sind. Man formt es, indem man eine Präsensform des Verbes „venir“ (= kommen) nimmt, die Präposition de dahintersetzt und den Infinitiv am Schluss hinzufügt. „je viens de regarder“ = ich habe gerade eben geschaut; „je viens de finir“ = ich habe gerade eben beendet; „je viens de vendre“ = ich habe gerade eben verkauft. Wenn der nachfolgende Infinitiv mit einem Vokal beginnt, wird das de zu einem d, deshalb „je viens d'a'rriver“ = ich bin gerade eben angekommen.
- Das Futur simple entspricht dem deutschen Futur I, also ist es ein Teil der Zukunftsformen. Es wird sowohl schriftlich als auch mündlich verwendet. Man bildet es, indem man den Infinitiv eines Verbes um eine kleine Nachsilbe ergänzt. Beispiel: „je regarderai“ → ich werde schauen; „je finirai“ = ich werde beenden; „je vendrai“ = ich werde verkaufen.
- Das Futur antérieur entspricht dem deutschen Futur II. Man bildet es, indem man être oder avoir ins Futur simple setzt und das Participe passé addiert. Beispiel: „j'aurai regardé“ → ich werde geschaut haben; „j'aurai fini“ = ich werde beendet haben; „j'aurai vendu“ = ich werde verkauft haben.
- Von der Form her ähnelt das Futur proche dem deutschen Futur I noch mehr als das Futur simple. In Konjugationsbüchern wird es, wie das Passé récent, in den Tabellen der Verben nicht erwähnt, da es keine eigenständige Form ist und von keinem komponierten Tempus wie zum Beispiel das Perfekt begleitet wird. Im Gegensatz zum Futur simple wird das Futur proche meistens nur in der Umgangssprache erwähnt. Man bildet es, indem man eine Präsensform des äußerst unregelmäßigen Verbes „aller“ (gehen) nimmt und dahinter den Infinitiv setzt. Beispiel: „je vais regarder“ → ich werde schauen; „je vais finir“ → ich werde beenden; „je vais vendre“ → ich werde verkaufen. In den Fällen des Passé récent und Futur proche werden die Verben venir und aller als semi-auxiliaires bezeichnet.
Passiv
Das französische Passiv wird mit einer Form des Verbes „être“ (= sein) und dem Anhängen des Partizip Perfekts geformt. Daher funktioniert die Passivbildung nur bei Verben, die nicht das Hilfsverb être zur Bildung des Perfekts verlangen. Ein Beispiel ist hier der Satz
„Les hommes te voient“ (= Die Männer sehen dich), der zu
„Tu es vu(e) par les hommes“ ( = Du wirst von den Männern gesehen) umgewandelt wird.
| Aktiv
| Passiv
|
| Les
| hommes
| te
| voient.
| Tu
| es
| vu(e)1)
| par
| les
| hommes.
|
| Die
| Männer
| dich
| sehen.
| Du
| wirst
| gesehen
| von
| den
| Männern.
|
1) Das Anhängen des
e ist nur nötig, wenn die Person, die hinter dem „tu“ steckt, feminin ist.
Pronomina
Personalpronomen
| Person
| Personalpronomen
|
| 1. Sg.
| je -suis
|
| 2. Sg.
| tu -es
|
| 3. Sg.
| il, elle, on1) -est
|
| 1. Pl.
| nous -sommes
|
| 2. Pl.
| vous2) -etes
|
| 3. Pl.
| ils, elles3) -sont
|
1) Das französische Pronomen „on“ entspricht nicht dem deutschen „es“, sondern es kann sowohl mit „man“ als auch mit „wir“ übersetzt werden. Allerdings gilt das Ersetzen von „nous“ durch „on“ als umgangssprachlich.
2) „vous“ entspricht nicht nur dem deutschen „ihr“, sondern auch dem Höflichkeits-
Sie. Im Französischen schreibt man es klein.
3) Zwischen dem Französischen und dem Deutschen besteht im Hinblick auf die 3. Person Plural der Unterschied, dass „elles“ gewählt werden muss, wenn die gemeinten Objekte nur aus weiblichen Substantiven bestehen. Handelt es sich bei den Objekten jedoch um nur männliche oder um weibliche und männliche Substantive, benutzt man „ils“.
Hervorhebung der Personalpronomen
| Person
| Indirektes Objekt
| Zur Hervorhebung benutztes Pronomen
|
| 1. Sg.
| me
| moi
|
| 2. Sg.
| te
| toi
|
| 3. Sg.
| lui
| lui, elle1)
|
| 1. Pl.
| nous
| nous2)
|
| 2. Pl.
| vous
| vous
|
| 3. Pl.
| leur
| eux, elles1)
|
1) Die Hervorhebung der Pronomen elle/elles durch die Umwandlung in „elle elle“/„elles elles“ kommt nur in der gesprochenen Sprache vor.
2) Bei der Hervorhebung setzt man immer das Personalpronomen „on“ hinter das hervorhebende „nous“. Wie folgt: Nous on a joué au football. = „Wir haben Fußball gespielt.“
Da die Pronomen als einzige in der französischen Sprache dekliniert werden, existieren auch Beugungen wie die indirekten Objekte. Beispiel: Tu me donnes un cadeau. = „Du gibst mir ein Geschenk.“
Im Französischen werden die Pronomen, genau wie im Spanischen, innerhalb des Satzes manchmal hervorgehoben, wenn sie besonders betont werden sollen oder ein Widerspruch zwischen den Handlungen verschiedener Subjekte deutlich gemacht werden soll. Dies tut man, indem man das die Hervorhebung vor das Personalpronomen setzt. Im Beispiel wird der Satz „Je suis allé à l'école“ (= Ich bin in die Schule gegangen) dargestellt.
| Satz ohne Hervorhebung
| Satz mit Hervorhebung
| Übersetzung der Hervorhebung
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| Je suis allé à l'école.
| Moi je suis allé à l'école.
| Ich bin in die Schule gegangen (im Gegensatz zu jemand anderem).
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Demonstrativpronomen
Die Demonstrativpronomina lauten „ce“ (maskulinum) und „cette“ (femininum). Nomen, die mit einem unausgesprochenen Laut wie h oder einem Vokal beginnen, erhalten das Pronomen „cet“. Diese Regelung ist nur für männliche Nomen gültig, bei den weiblichen wird immer „cette“ verwendet. Das Demonstrativpronomen der Mehrzahl ist grundsätzlich „ces“.
Possessivpronomen
Die Possessivpronomina stehen immer vor dem Wort, auf das sie sich beziehen. Nicht jedem einzelnen Personalpronomen ist ein Pendant zugeordnet. Das Pronomen richtet sich nach zwei Dingen: dem Personalpronomen, dem zu dem es gehört, und dem Genus und Numerus des Bezugswortes. Als Possessivpronomen in der französischen Sprache gelten:
| Person
| für Mask. Sg.
| für Fem. Sg.
| für Pl. (m/f)
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| 1. Sg.
| mon
| ma
| mes
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| 2. Sg.
| ton
| ta
| tes
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| 3. Sg.
| son1)
| sa
| ses
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| 1. Pl.
| notre
| notre
| nos
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| 2. Pl.
| votre
| votre
| vos
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| 3. Pl.
| leur1)
| leur
| leurs
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1) Diese Possessivpronomen gelten sowohl für „il“ und „elle“ als auch für „ils“ und „elles“.
Durch eine Ausnahmeregelung muss man vor Nomen, die mit einem Vokal oder h anfangen, das Possessivpronomen für männliche Substantive setzen, auch wenn diese weiblich sind.
Das Adjektiv
Die meisten Adjektive stehen hinter dem Substantiv, auf das sie sich beziehen:
| C'est un livre intéressant.
| Das ist ein interessantes Buch.
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Einige Adjektive stehen allerdings vor dem jeweiligen Nomen. Dazu gehören beispielsweise „bon“, „grand“, „petit“, „joli“, „cher“, „vrai“ und „ancien“.
| Elle a un grand livre.
| Sie hat ein großes Buch.
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| Elle a de grands livres. (Bei vorgestellten Adjektiven wird aus 'des' 'de')
| Sie hat große Bücher.
|
Je nachdem, welches Geschlecht das Substantiv hat, wird das Adjektiv verändert:
| Singular
| Plural
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| männlich
| weiblich
| männlich
| weiblich
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| grand (groß)
| grande
| grands
| grandes
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| joli (hübsch)
| jolie
| jolis
| jolies
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| blanc (weiß)
| blanche
| blancs
| blanches
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| visible (sichtbar)1)
| visible
| visibles
| visibles
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| intelligent
| intelligente
| intelligents
| intelligentes
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1) Adjektive, die bereits in der männliches Form im Singular die Endung -e besitzen, bekommen in der weiblichen Form kein weiteres -e angehängt.
Allerdings ist auch diese Regelung von Ausnahmen betroffen, wie zum Beispiel bon → bonne (gut); fou → folle (verrückt).
Steigerung
Anders als im Deutschen wird das französische Adjektiv nicht durch ein Anhängsel in den Komparativ befördert, sondern indem man das Wort „plus“ (= mehr) davorsetzt. Beispiel: profond → plus profond; tief → tiefer. Das deutsche Wort „als“, mit dessen Hilfe ein Vergleich beschrieben wird, lautet im Französischen „que“. Beispiel: Je suis plus grand que mon frère. = „Ich bin größer als mein Bruder.“ Zu Ausnahmen gehören bon → meilleur (= gut → besser) oder mauvais → pire (= schlecht → schlechter).
Den Superlativ bildet man, indem man sowohl einen bestimmten Artikel als auch „plus“ vor das Adjektiv schreibt. Beispiel: C'est la plus grande personne du monde. = „Das ist die größte Person der Welt.“ Unregelmäßige Superlative sind le meilleur (das beste) oder le pire (das schlechteste).
Außerdem hat man im Französischen die vom Lateinischen abstammende Möglichkeit, Ausdrücken wie „sehr gut“, „sehr groß“ oder „sehr reich“ eine eigene Form zu verleihen. Dazu hängt man -issime an das Adjektiv, also riche (reich) → richissime.
Grammatik der gesprochenen Sprache
Wenn man die französische Grammatik allein auf der Basis der gesprochenen Sprache ohne Rücksicht auf die Orthographie beschreiben würde, würde die Darstellung weiter Teile der Grammatik erheblich anders als gewohnt und oft auch deutlich einfacher ausfallen. Aus diesem Grund kann es auch zum Erlernen der Sprache sinnvoll sein, die Grammatik einmal aus diesem Blickwinkel zu betrachten. Es sollen hier nur zwei Teilbereiche exemplarisch vorgeführt werden.
Plural: Substantive zeigen in der Aussprache meistens keine spezielle Pluralform. Allerdings nehmen Substantive, die mit Vokal anlauten, ein Präfix /z-/ an, z. B.: /ɔm/ „Mensch“, /zɔm/ „Menschen“ (etwa in /le zɔm/ „die Menschen“, /dø zɔm/ „zwei Menschen“, /le bõ zɔm/ „die guten Menschen“, etc.). In der traditionellen Beschreibung wird dieses /z/ vielmehr als normalerweise ungesprochener Teil des vorausgehenden Attributes gewertet, das aufgrund einer „Liaison“-Regel vor dem Substantiv lautend wird. Diese konträren Beschreibungsansätze sind deswegen beide möglich, weil im Französischen praktisch jedem Substantiv ein Attribut (Artikel etc.) vorangehen muss, und fast alle vor Plural vorkommenden Attribute auf geschriebenes -s enden. Nur in ganz wenigen Fällen ergeben sich Diskrepanzen, etwa bei dem Zahlwort /katrə/ „vier“, das in der Schrift nicht auf -s endet. „Vier Menschen“ heißt daher in korrektem Französisch /katrɔm/, man hört aber in der Umgangssprache durchaus auch gemäß der hier gegebenen Regel /katzɔm/.
Als Konsequenz der hier vorgeführten Regel wäre weiter zu sagen, dass Adjektive im Normalfall gar keine Pluralform bilden; auch das Konzept der „Liaison“ kann bei dieser Betrachtungsweise weitgehend entfallen.
Unregelmäßige Verben im Indikativ Präsens: Bei konsequent von der Aussprache ausgehender Beschreibung würden sich die traditionell als unregelmäßig angesehenen Verben ziemlich weitgehend als regelmäßig beschreiben lassen. Für die Verben der Konjugationen auf -oir /-war/ und -re /-rə/ kann im Wesentlichen die Regel formuliert werden, dass dann, wenn der Stamm auf einen Konsonanten endet, dieser Konsonant im Singular des Indikativ Präsens entfällt. So heißt es von battre /batrə/ „schlagen“, Stamm /bat/, im Plural /bat-õ/ (1.pl.), /bat-e/ (2.pl.), /bat/ (3.pl.), im Singular (1.,2.,3. Person) aber nur /ba/ mit Fortfall des /t/.
Das Verb vouloir /vul-war/ „wollen“ lässt sich gut beschreiben, indem man einen Stamm /vøl/ ansetzt. Regelmäßig sind dann 1.,2.,3.sg. /vø/ (mit Fortfall des -l) sowie die 3.pl. /vœl/ (œ als automatische Variante von ø in geschlossener Silbe). Für die Formen mit Endung (1.pl. /vul-õ/, 2.pl. /vul-e/, sowie den Infinitiv) braucht man noch die Zusatzregel, dass /ø/ in unbetonter Stellung zu /u/ reduziert wird. Auch bei einem besonders unregelmäßigen Verb wie avoir /av-war/ „haben“ lassen sich als regelmäßig immerhin noch beschreiben die 2.,3.sg. /a/, 1.pl. /av-õ/ und die 2.pl. /av-e/; wirklich „unregelmäßig“ sind nur noch die 1.sg. /e/ (statt erwartetem */a/) und die 3.pl. /õ/ (statt erwartetem */av/).
Häufigste Wörter
Die zehn häufigsten Wörter im Französischen lauten: de, la, le, et, les, des, en, un, du und une.[http://wortschatz.uni-leipzig.de/Papers/top10000fr.txt]
Sprachregulierung
Die Französische Sprache wird reguliert durch:
- Académie française
- Loi Toubon – Gesetz zum Schutz der französischen Sprache
- Office québécois de la langue française (offizielle Behörde von Quebec)
- Service de la langue française (belgische Institution zur Pflege der französischen Sprache)
- Délégation générale à la langue française et aux langues de France
Sprachbeispiel
Allgemeine Erklärung der Menschenrechte:
- Tous les êtres humains naissent libres et égaux en dignité et en droits. Ils sont doués de raison et de conscience et doivent agir les uns envers les autres dans un esprit de fraternité.
- []
- Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geist der Brüderlichkeit begegnen.
Siehe auch
Quellenangaben
Weblinks
Sprachwissenschaft
Wörterbücher
Sprachkurse im Internet
Schwesterprojekte der Wikipedia in Französischer Sprache