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Geändert: 2007-11-17
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Fusionaler Sprachbau

Ein fusionaler Sprachbau ist in der Sprachtypologie nach Wilhelm von Humboldt und August Wilhelm Schlegel eine Unterart des synthetischen Sprachbaus. In einer sog. fusionalen Sprache wird die grammatische Funktionen eines Wortes durch das Anbringen von Affix, die Affigierung, kenntlich gemacht.

Gute Beispiele für fusionale Sprachen sind Latein und Deutsch. Die meisten indogermanischen Sprachen weisen fusionale Elemente auf.

Der Unterschied zu den agglutinierenden Sprachen liegt darin, dass hierbei ein Affix den Wert mehrerer grammatischer Bestimmungen ausdrückt, während in einer agglutinierenden Sprache jede grammatische Kategorie durch ein einzelnes Affix vertreten wird. Die fusionalen Sprachen verwenden weniger Affixe, und Affixe, welche nicht nur eine, sondern mehrere grammatische Kategorien ausdrücken. Mehrere Informationen werden in ein einzelnes Affix fusioniert.

Anhand eines lateinischen Wortes wie „clamat“ (er/sie/es ruft) kann man die Funktionalität einer fusionalen Sprache illustrieren. „clamat“ lässt sich zerlegen in das Morphem „clam-“ und das Affix „-at“. Letzteres enthält die Information über die grammatischen Kategorien Person, Numerus, Zeit, Modus und Genus Verbi, in diesem Fall „3. Person Singular Präsens Indikativ Aktiv“. Die Änderung einer dieser Kategorien bedingt eine völlige Änderung des Morphems.

In einer agglutinierenden Sprache würden die grammatischen Kategorien hingegen durch jeweils einzelne Affixe ausgedrückt werden.

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