Gradiometrie und Ozeanografie
GOCE wird regionale Variationen des Erdschwerefeldes genauer als je zuvor messen und auch zeitliche Verläufe untersuchen. Ein Hauptziel ist das bessere Verständnis für Meeresströmungtransporten, die durch ihren großen Beitrag zum weiträumigen
Wärme entscheidend für das
Klima sind.
Die Messinstrumente von GOCE sind keine Gradiometer im eigentlichen Sinn, sondern messen die Schweregradienten indirekt nach einer Differenzial-Methode („Gravitationsgradiometrie“). Es sind hochpräzise Accelerometer (Beschleunigungsmesser), die auf ultra-stabilen Strukturen und Auslegern montiert werden und in der Umlaufbahns ununterbrochen alle 9 Werte des Schwere-Tensor messen sollen. Damit erhofft man sich eine Bestimmung des globalen Geoids mit mindestens cm-Genauigkeit und einer Auflösung von etwa 100 km.
In Kombination mit anderen Messungen (vor allem GPS, Satelliten-Altimetrie und Satellite-to-Satellite Tracking (SST)) sind auch wichtige Beiträge zur Ozeanografie und anderen Geowissenschaften zu erwarten.
Das seit 2004 laufende Satellitenprojekt GRACE (ESA / NASAenen) ist eine ideale Ergänzung zu GOCE: seine zwei Satelliten werden inzwischen durch laufende SST-Distanzmessung die mittelwellig Anteile des Schwerefeldes und seine zeitliche Veränderung analysieren.
Projektzentrum in Deutschland
Das GOCE-Projektbüro befindet sich an der
TU München in Kooperation mit der
DLR. Es wird bis zum Start des Satelliten die
Auswertung der Mission vorbereiten – ebenso wie die Nutzung der GOCE-Produkte in verschiedenen
Geowissenschaften.
Das Analyse-Projekt erhielt den Namen
GOCE-GRAND – eine Abkürzung für GRavitionsfeld-ANalyse Deutschland. Der Koordinator des Forschungsprojekts ist Univ.-Prof. Dr. Reiner Rummeles, der schon vor Jahren ein
global System der Erdbeobachtung (IGGOS) vorgeschlagen hat. Konkretes Ziel ist die
hochauflösende Schwerefeldmodellierung aus GPS- und
Gradiometrie-Messungen von GOCE.
Siehe auch
Fachliteratur
- R. Rummel 1986: Satellite Gradiometry. Tagungsbeitrag in H. Sünkel (ed.) Mathematical and Numerical Techniques in Physical Geodesy, Lecture Notes in Earth Sciences 7, Springer.
- J. Müller 2001: Die Satellitengradiometriemission GOCE: Theorie, technische Realisierung und wissenschaftliche Nutzung, DGK Reihe C, Heft 541.
- A. Albertella, F. Migliaccio, F. Sansò 2002: GOCE – The Earth Field by Space Gradiometry. Celestial Mechanics and Dynamical Astronomy 83, Seiten 1–15.
Weblinks