Wortherkunft
Das im 13. Jahrhundert aus dem Westslawischen entlehnte greniz(e) hat sich von den östlichen Kolonisationsgebieten aus allmählich über das deutsche Sprachgebiet ausgeweitet, und das fränkische Wort Mark (Grenze, Grenzgebiet) oder „Anewand“ (wo der Pflug wendet, z. B.: Hinterhermsdorf an der böhmischen Anewand) verdrängt. Als aber in der ottonischen Epoche dieser Begriff auch für die an der Grenze liegenden Länder in Gebrauch kam, wurde für die Grenzlinie das polnische Wort (granica) übernommen.
Polnisch/Kroatisch/Slowenisch/Serbisch „granica“, Russisch „granica“ („граница“), Tschechisch „hranice“, gehören zu der slawischen Wortgruppe von russisch „gran´“ (vgl. „Granne“).
Entstehung von Staatsgrenzen

Grenze von 1768 zwischen Republik (Kanton Bern) und Monarchie (Vorderösterreich
, VO) auf der
Salhöhe / Schweiz
Ältere politische Grenzen zwischen zwei Ländern fallen oft mit den natürlichen, teilweise nur schwer überwindbaren Barrierenn zusammen: ein Gebirge, ein Fluss, ein Meer oder Meeresarm, eine Wüste, ein Urwald oder ein Bergland. Diese stellen im Regelfall auch die Sprach- und Kulturgrenze dar.
Viele spätere Grenzen, wie jene zwischen den Bundesstaaten der USA, wurden vertraglich auf bestimmte Längen-ee oder Breitengrad festgelegt. Diese geraden Grenzen, die sich auch in Afrika finden, werden Reißbrettgrenzen genannt. Sie entstanden nicht durch jahrhundertelange evolutionäre Prozesse, sondern sind auf Willensakte in der Regel fremder Herrscher zurückzuführen (Kolonialismus).
Eine Besonderheit ist beispielsweise die 1815 beim Wiener Kongress vereinbarte Grenze zwischen dem Norden der niederländischen Provinz Limburg und Preußen. Sie wurde als jene Linie östlich der Maasn festgelegt, von der mit damals üblichen Kanone die auf der Maas verkehrenden Schiffe nicht mehr getroffen werden konnten.
Gemeindegrenzen folgen ebenfalls meistens den o. a. Linien, überdies aber auch Bergkämmen und Bächen.
Zwischen vielen Staaten bestehen noch heute Territorialstreitigkeiten durch sich gegensätzliche Gebietsansprüche. Solche Dispute haben in der Geschichte häufig zu Krisen und Kriegen geführt.
Markierung von Grenzverläufen
Aus der Sicht der Geodäten ist eine „Grenze“ eine geometrisch definierte Linie, die entweder in der Realität mit Hilfe von Grenzzeichen festgelegt wird oder aber in einem Bezugssystem durch die Angabe von Koordinaten definiert wird. Wenn der Grenzverlauf nicht in der Natur ersichtlich ist, können die Grenzpunktee durch Grenzstein, Rohre, Grenzbäume, Grenzbolzen, Meißelzeichen u. Ä. markiert werden. Dabei spricht man von Grenzvermarkung, früher auch Verrainung. Werden Grenzen durch bauliche oder landschaftsgestaltende Maßnahmen befestigt, so spricht man von einer Grenzbefestigung. Die Lage der Grenzsteine und der übrigen Markierungen (Schranken, Tafeln, Ecken von Gebäuden usw.) wird zentimetergenau bestimmt.
Exakte Bestimmung von Grenzverläufen
Der Grenzverlauf ist in der Regel durch gerade Linie zwischen den Grenzpunkten definiert. Geraden haben den Vorteil, dass sie durch 2 Punkte definiert sind und durch eine
Visur oder ein
Alignementee leicht zu realisieren sind. Nur in Ausnahmefällen werden Krümmungs- oder
Trassierungselement herangezogen.
Im Gebirge und bei Flussgrenzen kann die Festlegung der Grenzverläufe schwierig sein:
Im Bergland muss der Geodät oder der Forstwirt einen höheren technischen Aufwand betreiben, auf manchem Steilhang ist es schwer, die Punkte dauerhaft zu vermarken, weil die Erosion (Hangrutschungen usw.) das Gelände verändert.
An Gewässern wiederum ändert sich die Uferlinie ständig, während die Kataster-Grenze allenfalls in längeren Zeitabständen der Natur angepasst werden kann.
Die früheren Probleme der Punkt-Stabilisierung gehören allerdings seit der Praxistauglichkeit vom Global Positioning System (etwa 1985) und dem Aufkommen rein digitaler Methoden zur Erfassung der Vergangenheit an.
Bild:Gatterl.jpg|Das Gatterl von Süden (Österreich)
Bild:Alter Grenzstein am scharzen Kreuz Fürstenwalde.jpg|Alter deutscher Grenzstein am schwarzen Kreuz Fürstenwalde (Geising)
Bild:Ehemals CS, jetzt tschechicher Grenzstein bei Fürstenwalde.jpg|Ehemals CS, jetzt tschechischer Grenzstein bei Fürstenwalde (Geising)
Bild:Tschechischer Grenzsein bei Fürstenwalde.jpg|Tschechischer Grenzstein bei Fürstenwalde (Geising)
Siehe auch
Fußnoten
Weblinks