Erscheinungsbild
Die Große Zitterspinne wird oft in Kellern und ruhigen Korridoren angetroffen, wo sie mit dem Bauch nach oben in ihrem Netz auf Beute lauert. Ihr grau-braun gemusterter Körper ist stabförmig, Männchen werden um die 6, Weibchen selten bis zu 10 mm lang. Wegen ihrer bis zu 5 cm langen Beine wird sie, wie auch andere Zitterspinnen, oft mit Weberknechten (Opiliones) verwechselt. Eine nahe Verwandte der Großen Zitterspinne, die Kleine Zitterspinne, trägt daher bezeichnenderweise den Namen
Pholcus opilionoides (weberknechtähnlich). Im Gegensatz zum ungegliederten Körper der Weberknechte ist der Körper der Zitterspinnen – wie bei allen
Webspinnen – in Kopf und Hinterleib (Abdomen) untergliedert. Bei den Männchen sind die Taster durch die Geschlechtsorgane keulenförmig verdickt, während die Weibchen dünne Taster besitzen.
Ernährung
Die Große Zitterspinne ernährt sich hauptsächlich von kleineren Tieren wie
Fliegen, Mückenn oder
Kellerassel, in seltenen Fällen auch von Artgenossen. Sie kann aber durch ihre spezielle Fangtechnik selbst die größeren
Winkelspinnen ('Hausspinnen') überwältigen. Das Netz der ecribellaten Spinne ist ein unregelmäßiges und lockeres Gewebe und besitzt keine klebrigen Fäden, die extrem elastisch und dauerhaft wirksam sind. Hat die Spinne durch die Erschütterungen im Netz Beute wahrgenommen, läuft sie darauf zu und webt sie mit weiteren Fesselfäden ein.
Fortpflanzung
Die Große Zitterspinne kann bis zu drei Jahre alt werden. Das Weibchen produziert etwa 20 Eier, die in einen dünnen Kokon eingesponnen und einige Tage lang mit herumgetragen werden. Die Jungen bleiben nach dem Schlüpfen noch kurze Zeit im Kokon, bevor sie die Mutter verlassen und auf sich alleine gestellt sind.
Weitere Fotos
Image:Pholcus.phalangioides.6905.jpg|Im unsichtbaren diffusen Raumnetz ist die Beweglichkeit der entscheidende Jagdvorteil
Image:Pholcus.phalangioides.6904.jpg|Die typische Lauerstellung ist mit der Bauchseite nach oben
Image:Pholcus.phalangioides.6907.jpg|weibliche Zitterspinne von oben
Image:Pholcus.phalangioides.6908.jpg|mit Beute
Image:Pholcus_phalangioides.png|ohne Beute
Image:Pholcus phalangioides to lay eggs.png|Große Zitterspinne wird bald Eier legen
Image:Pholcus.phalangioides.6900.jpg|Zitterspinnenmutter kümmert sich um ihren Nachwuchs, der bald schlüpft
Image:Pholcus phalangioides 02.jpg|Große Zitterspinne bewacht die gelegten Eier
Image:Zitterspinne mit Jungen.JPG|Zitterspinne mit Jungtieren im Knäul
Bild:Zitterspinne makro.jpg|Nahaufnahme einer Großen Zitterspinne
Literatur
- Heiko Bellmann: Spinnen: beobachten - bestimmen, Naturbuch Verlag, Augsburg 1992, ISBN 3-894-40064-1
- Dick Jones: Der Kosmos Spinnenführer. Kosmos, 1990, ISBN 3-440-06141-8
- Foelix, Rainer F.: Biologie der Spinnen. Thieme, Stuttgart 1979, ISBN 3-13-575802-8
Weblinks