Geschäft
HanseNet vermarktet seine Telekommunikationslösungen bundesweit. Das Kerngeschäft von HanseNet basiert auf der vollständig entbündelten Teilnehmeranschlussleitung und damit auf der Möglichkeit, mittels eigener Technik in den Vermittlungsstellen den Teilnehmer direkt mit dem eigenen Netz der HanseNet zu verbinden. Die letzte Meile wird dabei von der Deutschen Telekom gemietet. Seit Markteintritt sind sämtliche vermarkteten Tarife kurzfristig kündbar, während die meisten Wettbewerber mittlerweile die gesetzlich zulässige Vertragsbindung von zwei Jahren voll ausschöpfen.[Telekom überholt DSL-Konkurrenz ]
– Artikel von Financial Times Deutschland, vom 5. Oktober 2007
Technik
Außerhalb der eigenen Kollokationsgebiete werden in weiteren Vermarktungsgebieten die Kundenanschlüsse über die HanseNet-Partner Telefónica und QSC realisiert. Hier kommt eine VoIP-basierte NGN-Lösung mit einem Integrated Access Device der Firma Sphairon zum Einsatz, um ISDN- und analoge Sprachanschlüsse auf Endkundenseite auch außerhalb des eigenen Netzes anbieten zu können.
Der Betrieb von ISDN-Datendiensten (z.B. ISDN-Videotelefonie, Datex-P, G4-ISDN-Fax) ist dabei nicht möglich und der Betrieb notspeisefähiger Endgeräte wie Hausnotrufe wird nicht sichergestellt, da es sich um keinen üblichen DSS1-ISDN-Basisanschluss handelt, was von HanseNet beim Produktvertrieb nicht deutlich kommuniziert wird. In Einzelfällen erweist sich die eingesetzte noch junge NGN-Technik als weniger zuverlässig als herkömmliche leitungsvermittelte PSTN-Technik.
Überall wo HanseNet keine eigene Infrastruktur betreibt oder auf die Partner QSC und Telefónica zurückgreifen kann, wird T-DSL-Resale der Deutschen Telekom vertrieben, solange noch kein Bitstromzugang des Ex-Monopolisten zur Verfügung steht. Auch hier wird die Telefonie über die VoIP-basierte NGN-Lösung mit einem Integrated Access Device der Firma Sphairon bereitgestellt. Im Unterschied zur NGN-Lösung in QSC- und Telefonica-Ausbaugebieten werden Notrufe und eingehende Telefonate auf die Telekom-Rufnummer weiter über das Festnetz der Telekom (PSTN) geroutet; auch für ausgehende Telefonate steht das Telekom-Festnetz als Backup-Lösung und für Call-by-Call-Nutzung zur Verfügung.
Beteiligungen und Struktur
Vorsitzender des 2005 gegründeten Aufsichtsrats ist Luigi Osmetti. Amtierender Geschäftsführer ist seit 2003 Harald Rösch.[Impressum ]
– von Alice-DSL.de
Das Unternehmen wurde 1995 als Tochtergesellschaft des damals lokalen Stromversorgers HEW (heute: Vattenfall Europe AG) als Anbieter von Telefon-, Daten- und Multimediadienstleistungen gegründet.[Daten und Fakten ]
– Präsentationsseite von Alice-DSL.de Im Jahr 2000 wurden 80 Prozent des Unternehmens an die mailändische e.Biscom SpA verkauft und schließlich 2003 von Telecom Italia für einen Preis von 250 Millionen Euro komplett übernommen.
Anfang 2007 wurde AOL-Deutschland von der HanseNet-Konzernmutter Telecom Italia für ca. 675 Millionen Euro übernommen[Hansenet übernimmt Deutschlandgeschäft von AOL, 19.09.2006 ]
und mit HanseNet am 1. März 2007 operativ verschmolzen. Die Eintragung in das Handelsregister erfolgte Mitte 2007. HanseNet verdoppelte mit der Übernahme seine Belegschaft, die beiden Standorte Duisburg und Saarbrücken gehörten vorher zu AOL. Ebenso wurden in der Zentrale in Hamburg ca. 200 Mitarbeiter von AOL zu HanseNet umgesiedelt.
Anfang 2007 stieg HanseNet mit dem Partner O2 Germany in den Mobilfunkbereich ein.
HanseNet ist mit 25 Prozent an der WEMACOM Telekommunikation GmbH beteiligt und Mitglied bei den Verbänden Breko und VATM, welche die Interessen der alternativen Netzbetreiber in Deutschland vertreten.
Kritik
Kritiker monieren, die Fusion von AOL-Deutschland und HanseNet verlaufe aufgrund von Weisungen der Muttergesellschaft Telecom Italia teilweise sehr ruppig. AOL-Kunden mit Analogzugang würden benachteiligt, DSL-Kunden bevorzugt. Das soll schon rund eine viertel Million ehemaliger AOL-Kunden zur Konkurrenz getrieben haben.[Die AOL-Kunden nehmen Reißaus vor Alice ]
– Artikel von Welt Online, vom 23. September 2007 Im Oktober 2007 berichtete die Financial Times Deutschland sogar über die Berechnung von Leistungen, die von HanseNet gar nicht erbracht werden konnten.[Kein Hotspot für Alice ]
– Artikel von Financial Times Deutschland, vom 16. Oktober 2007
Marke Alice
Die Produkte für Privatanwender und kleinere Unternehmen werden von HanseNet seit der Übernahme durch Telecom Italia unter dem von Telecom Italia konzernweit für seine Festnetz- und Breitbandprodukte verwendeten Namen Alice vermarktet. Bekannt wurde die Marke in Deutschland insbesondere durch eine großangelegte Werbekampagne mit dem italienischen Modell Vanessa Hessler.
Weblinks
Einzelnachweise