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Geändert: 2007-12-05
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fiHermann Minkowski
frHermann Minkowski
svHermann Minkowski
Kategorie: Mathematiker (19. Jahrhundert) Analytiker (20. Jahrhundert) Zahlentheoretiker (20. Jahrhundert) Physiker (19. Jahrhundert) Physiker (20. Jahrhundert) Hochschullehrer (Göttingen) Hochschullehrer (Bonn) Hochschullehrer (Zürich) Hochschullehrer (Königsberg (Preußen)) Mann Kaunas Geboren 1864 Gestorben 1909

Hermann Minkowski

Hermann Minkowski

Hermann Minkowski

Hermann Minkowski (* 22. Juni 1864 in Aleksotas, damals Russland (heute Kaunas/Litauen); † 12. Januar 1909 in Göttingen) war ein deutscher Mathematiker und Physiker.

1 Leben und Werk
2 Siehe auch
3 Weblinks

Leben und Werk

Minkowski war der zweitälteste Sohn einer deutsch-jüdischen Kaufmannsfamilie aus Litauen, die nach Deutschland eingewandert war. Ein Bruder von ihm war der Mediziner Oskar Minkowski, der Astrophysiker Rudolph Minkowski ist sein Neffe. Er studierte an den Universitäten von Berlin und Königsberg, wo er 1885 promoviert wurde. Schon als Gymnasiast las er Gauss, Dirichlet und Dedekind und erregte die Aufmerksamkeit des Königsberger Professors Heinrich Weber. Als Student nahm er 1881 am Preisausschreiben der Pariser Akademie teil (es ging um den Beweis einer Formel von Eisenstein über die Anzahl der Darstellungen einer Zahl durch fünf Quadrate) und erhielt den Preis (mit einem besonderen Lob von Hermite) 1883 zusammen mit Henry Smith. Letzterer hatte schon 1867 einen Beweis gegeben, aufgrund der relativen Isolation der englischen Mathematik am Ende des 19. Jahrhunderts war dies den Mathematikern auf dem Kontinent aber entgangen. Minkowskis Dissertation setzte seine Preisarbeit fort.

In Königsberg befreundete Minkowski sich mit dem Dozenten Adolf Hurwitz und David Hilbert, damals ein Kommilitone. Die Freundschaft mit Hilbert hielt ein Leben lang und führte zu einer engen Zusammenarbeit später in Göttingen. Ab 1887 lehrte er an der Universität Bonn, wo er 1892 Assistenzprofessor wurde, 1894 in Königsberg und ab 1896 an der Polytechnikum in Zürich, wo er der Kollege seines Freundes Hurwitz war und u.a. auch Albert Einstein zu seinen Schülern zählte. 1897 heiratete er Auguste Adler, mit der er zwei Töchter hatte.

Ab 1890 baute er seine Geometrie der Zahlen aus, die er in seiner Preisarbeit begonnen hatte und wo er Pionierarbeit leistete. Sein Hauptwerk darüber erschien 1896 und vollständig 1910. Es führte auch und beinhaltet Arbeiten über konvexe Körper. 1907 erschien sein zweites großes zahlentheoretisches Werk Diophantische Approximationen, in dem er Anwendungen seiner Geometrie der Zahlen gab.

1902 übernahm er einen Lehrstuhl in Göttingen, den er bis zu seinem Tode innehatte. In Göttingen begann er sich für mathematische Physiken zu interessieren und beschäftigte sich mit der damals aktuellen Theorie der (gerade neu entdeckten) Elektron und Problemen der Elektrodynamik.

Um 1907 erkannte Minkowski, dass die Arbeiten von Hendrik Antoon Lorentz und Albert Einstein zur Relativitätstheorie in einem nicht-euklidischen Raum verstanden werden können. Er vermutete, dass Raum und Zeit, die bis dahin als unabhängig voneinander angesehen wurden, in einem vierdimensionalen Raum-Zeit-Kontinuum miteinander verbunden sind und verfasste Abhandlungen über eine vierdimensionale Elektrodynamik. Minkowski hielt darüber einen aufsehenerregenden Vortrag auf der Deutschen Gesellschaft der Naturforscher und Ärzte. Seine Ideen zum Raum-Zeit-Kontinuum entwickelte Einstein (für den sie nach eigenen Worten auch völlig überraschend waren) später zu seiner allgemeinen Relativitätstheorie weiter.

Im Alter von 44 Jahren erlitt Minkowski einen Blinddarmdurchbruch. Zu dieser Zeit waren operative Eingriffe zur Heilung der Krankheit noch nicht üblich und sein Tod absehbar. In den letzten Stunden versuchte er noch zahlreiche Manuskripte zu vervollständigen.

In Hilberts Nachruf kommt zum Ausdruck, welche enge Freundschaft die beiden Mathematiker verband:

Seit meiner Studienzeit war mir Minkowski der beste und zuverlässigste Freund, der an mir hing mit der ganzen ihm eigenen Tiefe und Treue. Unsere Wissenschaft, die uns das liebste war, hatte uns zusammengeführt; sie erschien uns wie ein blühender Garten. Gern suchten wir dort auch verborgene Pfade auf und entdeckten manche neue, uns schön dünkende Aussicht, und wenn der eine dem andern sie zeigte und wir sie gemeinsam bewunderten, war unsere Freude vollkommen. Er war mir ein Geschenk des Himmels, wie es nur selten jemand zuteil wird, und ich muss dankbar sein, dass ich es so lange besaß. Jäh hat ihn der Tod von unserer Seite gerissen. Was uns aber der Tod nicht nehmen kann, das ist sein edles Bild in unserem Herzen und das Bewusstsein, dass sein Geist in uns fortwirkt.

Hermann Minkowski

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Siehe auch

Weblinks

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