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Geändert: 2007-10-28
Kategorie: Mediziner (19. Jahrhundert) Politiker (Schweiz vor 1848) Kantonspolitiker (Aargau) Philosoph (19. Jahrhundert) Hochschullehrer (Basel) Hochschullehrer (Bern) Freimaurer (19. Jahrhundert) Schweizer Freimaurer Mann Geboren 1780 Gestorben 1866

Ignaz Paul Vitalis Troxler

Ignaz Paul Vitalis Troxler (* 17. August 1780 in Beromünster; † 6. März 1866 in Aarau) war ein Schweizer Arzt, Politiker und Philosoph.

1 Leben
2 Leistungen
3 Werke
4 Literatur
5 Weblinks

Leben

Troxler studierte Philosophie und Medizin in Jena und Göttingen, unter anderem bei Hegel und Schelling. In Göttingen erlangte er auch den Doktortitel.

Als Arzt praktizierte er zunächst in Wien, wo er mit Ludwig van Beethoven befreundet war, und ab 1805 in Luzern. Troxler übte heftige Kritik an der schweizerischen Medizinpolitik. 1806 heiratete er die Potsdamerin Wilhelmine Polborn. Nach mehreren Reisen wohnte Troxler seit 1811 wieder in Beromünster. Mit der Schrift Blicke in das Wesen des Menschen brach er mit der Naturphilosophie Schellings und wandte sich der Anthropologie zu. Im Jahr 1804 entdeckte er den später nach ihm benannten Troxler-Effekt.

1815 war Troxler Abgesandter der Schweiz beim Wiener Kongress. 1820 wurde er Professor für Philosophie und Geschichte am Lyceum in Luzern, musste aber bereits nach einem Jahr aufgrund politischen Drucks die Stelle aufgeben. So gründete er in Aarau ein Erziehungsinstitut und praktizierte weiterhin als Arzt.

1830 ging Troxler als Professor an die Universität Basel, wurde aber bereits 1831 abgesetzt, weil man ihn der Teilnahme am Aufstand von Baselland verdächtigte. 1832 wurde er Mitglied des Grossen Rats des Kantons Aargau, 1834 Professor an der Universität Bern, wo er bis 1850 lehrte.

Seine letzten Lebensjahre verbrachte Troxler auf seinem Landgut in Aarau, auf dem er 1866 im Alter von 85 Jahren verstarb.

Leistungen

Politisch war Troxler einer der eifrigsten Verfechter der schweizerischen Einheitsbestrebungen.

Als Philosoph folgte er zunächst Schelling, ab 1834 dann Jacobi. Allmählich schlug er eine mystische Richtung ein, in der 'Ahnung' und 'Gemüt' eine wichtige Rolle spielten. Troxler sah die Philosophie als 'objektivierte Anthropologie' - er bezeichnete das in Anlehnung an seinen Begriff Biosophie auch als Anthroposophie - und die Anthropologie als Grundlage der Logik.

Werke

  • Ideen zur Grundlage der Nosologie und Therapie, 1803
  • Elemente der Biosophie, 1806
  • Blicke in das Wesen des Menschen, 1811
  • Naturlehre des menschlichen Erkennens, 1828
  • Logik, 3 Bde., Stuttgart 1829
  • Vorlesungen über Philosophie, Bern 1835
  • Ignaz Paul Vital Troxler - ein geistiger und politischer Erneuerer der Schweiz. Eine Anthologie. Einl. u. begl. v. Andreas Dollfus, Schaffhausen 2005. ISBN 3-907260-25-2

Literatur

  • Albert Güntensperger: Die Sicht des Menschen bei Ignaz Paul Vital Troxler. Francke, München 1973.
  • Peter Heusser: Der Schweizer Arzt und Philosoph Ignaz Paul Vital Troxler (1780-1866). Seine Philosophie, Anthropologie und Medizintheorie. Schwabe, Basel u.a. 1984. (= Basler Veröffentlichungen zur Geschichte der Medizin und der Biologie; 34) ISBN 3-7965-0821-9
  • Emil Spiess: Ignaz Paul Vital Troxler. Der Philosoph und Vorkämpfer des schweizerischen Bundesstaates, dargestellt nach seinen Schriften und den Zeugnissen der Zeitgenossen. Francke, Bern u.a. 1967.

Weblinks

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