Du Bois-Reymond äußerte die Worte erstmals 1872 in dem Vortrag „Über die Grenzen der Naturerkenntnis“, den er auf der Versammlung der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte GDNÄ in Leipzig hielt. Du Bois-Reymond postuliert hier zwei grundsätzliche Grenzen des Naturerkennens: Unerkennbar sei zum einen das Wesen von Materie und Kraft, zum anderen das Verhältnis, in dem Bewusstseinszustände zu ihren materiellen Voraussetzungen stehen.
In seinem 1880 vor der Königlichen Akademie der Wissenschaften zu Berlin gehaltenen Vortrag 'Die sieben Welträthsel' unterscheidet er - wie der Titel schon sagt - insgesamt sieben Welträtsel, von denen er einige für grundsätzlich unlösbar hält. Du Bois-Reymonds Thesen erregten große Aufmerksamkeit und wurden sehr kontrovers diskutiert. Ernst Haeckels erfolgreichstes Buch „Die Welträthsel“ ist etwa eine Reaktion auf die Thesen du Bois-Reymonds.
Noch heute gibt es in der Philosophie des Geistes – und besonders in der Qualiadebatte – zahlreiche Reaktionen auf die Ignoramus-et-ignorabimus-Rede, da du Bois-Reymond das Bewusstsein für grundsätzlich unerklärlich hielt. Er behauptete:
- Welche denkbare Verbindung besteht zwischen bestimmten Bewegungen bestimmter Atome in meinem Gehirn einerseits, andererseits den für mich ursprünglichen, nicht weiter definierbaren, nicht wegzuleugnenden Tatsachen 'Ich fühle Schmerz, fühle Lust; ich schmecke Süßes, rieche Rosenduft, höre Orgelton, sehe Roth ...' (Lit: du Bois-Reymond, 1872)
Literatur
- Emil du Bois-Reymond: Über die Grenzen des Naturerkennens, 1872, Nachdruck u.a. in: Emil du Bois-Reymond: Vorträge über Philosophie und Gesellschaft, Hamburg, Meiner, 1974.
- Ders.: Die sieben Welträthsel, 1880, Nachdruck u.a. in: Emil du Bois-Reymond: Vorträge über Philosophie und Gesellschaft, Hamburg, Meiner, 1974.
Weblinks
- Über die Grenzen des Naturerkennens Digitalisat
- Die sieben Welträtsel Digitalisat
- E. Du Bois-Reymond: Die sieben Welträtsel

