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Geändert: 2007-08-22
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frIgnorabimus
Kategorie: Erkenntnistheorie Lateinische Phrase Philosophie des Geistes

Ignoramus et ignorabimus

Emil Heinrich du Bois-Reymond prägte den Ausspruch „Ignoramus et ignorabimus“

Emil Heinrich du Bois-Reymond prägte den Ausspruch „Ignoramus et ignorabimus“

Ignoramus et ignorabimus (lat. „Wir wissen es nicht und wir werden es niemals wissen“) ist ein Ausspruch des Physiologen Emil Heinrich du Bois-Reymond, der bekannt geworden ist als ein Ausdruck der Skepsisen gegenüber den Erklärungsansprüchen der Naturwissenschaft.

Du Bois-Reymond äußerte die Worte erstmals 1872 in dem Vortrag „Über die Grenzen der Naturerkenntnis“, den er auf der Versammlung der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte GDNÄ in Leipzig hielt. Du Bois-Reymond postuliert hier zwei grundsätzliche Grenzen des Naturerkennens: Unerkennbar sei zum einen das Wesen von Materie und Kraft, zum anderen das Verhältnis, in dem Bewusstseinszustände zu ihren materiellen Voraussetzungen stehen.

In seinem 1880 vor der Königlichen Akademie der Wissenschaften zu Berlin gehaltenen Vortrag 'Die sieben Welträthsel' unterscheidet er - wie der Titel schon sagt - insgesamt sieben Welträtsel, von denen er einige für grundsätzlich unlösbar hält. Du Bois-Reymonds Thesen erregten große Aufmerksamkeit und wurden sehr kontrovers diskutiert. Ernst Haeckels erfolgreichstes Buch „Die Welträthsel“ ist etwa eine Reaktion auf die Thesen du Bois-Reymonds.

Noch heute gibt es in der Philosophie des Geistes – und besonders in der Qualiadebatte – zahlreiche Reaktionen auf die Ignoramus-et-ignorabimus-Rede, da du Bois-Reymond das Bewusstsein für grundsätzlich unerklärlich hielt. Er behauptete:

Welche denkbare Verbindung besteht zwischen bestimmten Bewegungen bestimmter Atome in meinem Gehirn einerseits, andererseits den für mich ursprünglichen, nicht weiter definierbaren, nicht wegzuleugnenden Tatsachen 'Ich fühle Schmerz, fühle Lust; ich schmecke Süßes, rieche Rosenduft, höre Orgelton, sehe Roth ...' (Lit: du Bois-Reymond, 1872)

Auf diese Argumentation wurde etwa von Peter Bieri (Zustimmung) und Hans Flohr (Ablehnung) Bezug genommen.

Literatur

  • Emil du Bois-Reymond: Über die Grenzen des Naturerkennens, 1872, Nachdruck u.a. in: Emil du Bois-Reymond: Vorträge über Philosophie und Gesellschaft, Hamburg, Meiner, 1974.
  • Ders.: Die sieben Welträthsel, 1880, Nachdruck u.a. in: Emil du Bois-Reymond: Vorträge über Philosophie und Gesellschaft, Hamburg, Meiner, 1974.

Weblinks

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