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Geändert: 2007-10-20
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noKirkpatrick Macmillan
Kategorie: Mann Schotte Erfinder Geboren 1812 Gestorben 1878

Kirkpatrick Macmillan

Kirkpatrick Macmillan (* 2. September 1812 in Keir, Dumfries and Galloway, Schottland; † 23. Januar 1878 ebda.) war ein Velozipedist. Zur fraglichen Zeit war er Gießereiarbeiter in Glasgow und nicht in der Familienschmiede Courthill.

Sein Name fand in die Enzyklopädien, weil ein Neffe names James Johnston, ein reicher Getreidehändler und Tricyclist, Ende der 1880er Jahre zusammen mit patriotischen Fahrradblätter-Redakteuren eine enorme Kampagne durchzog mit dem Ziel, 'daß meinem Heimatland von Dumfries die Ehre des Geburtsorts der Erfindung des Fahrrads gebührt' - worunter er ein Zweirad mit mechanischem Hinterrad-Antrieb verstehen wollte. Denn das Gompertz-Veloziped mit Vorderradantrieb gab es ja schon 1821. Dank Johnston hält sich England bislang für den Erfinder des 'ersten richtigen' Fahrrads.

McCalls erstes (oben) und verbessertes Veloziped aus dem English Mechanic 1869 - später auf MacMillan vordatiert

McCalls erstes (oben) und verbessertes Veloziped aus dem English Mechanic 1869 - später auf MacMillan vordatiert

Einziger zeitgenössischer Beleg war eine Zeitungsnotiz im Glasgow Argus vom 9. Juni 1842: 'Gestern wurde ein Gentleman aus Dumfriesshire zur Gendarmerie von Gorbals gebracht, der wegen Reitens mit einem Veloziped, Verstopfung des Weges und Überfahren eines Kindes angeklagt war.' Alastair Dodds vom National Museum of Scotland argumentiert zurecht, dass beim damaligen Standesdenken ein Arbeiter nicht als Gentleman bezeichnet worden wäre. Johnston unterschlug auch immer geflissentlich den Rest der Meldung: 'Es bewegte sich auf Rädern, die(!) mittels einer Kurbel mit der Hand(!) gedreht wurden'. Stangen, die auf das Hinterrad wirken, werden nicht erwähnt. David Herlihy argumentiert in seinem Buch zurecht, dass in der damaligen Zeit der Tricycles und Quadricycles ein Zweirad sicher aufgefallen und erwähnt worden wäre.

Gesichert durch Abbildungen im 'English Mechanic' von 1869 sind die Stangenvelozipede von Thomas McCall, die wie alle anderen eine Reaktion auf das Michaux-Kurbelveloziped waren. Warum der alte McCall auf Geheiß Johnstons Nachbauten anfertigte, die dann als Macmillans Geisteskinder ausgestellt wurden, kann man sich nur so erklären, dass ihm das Geld von Johnston wichtiger war als sein Erfinderstolz.

Literatur

  • David Gordon Wilson: Bicycling Science 3rd ed. 2004, S. 12f.

  • David V. Herlihy: Bicycle - The History 2004, S. 65ff.

  • Alastair Dodds: Tagungsbericht 3. ICHC, Neckarsulm 1992 unpag.

  • Nicholas Oddy: Proceedings 1st ICHC, Glasgow 1990, S. 24ff.

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