Naturraum

Satellitenaufnahme

Topographische Karte Kroatiens
Lage
Kroatien befindet sich an der Ostküste der
Adria. Zur Landfläche gehört ein Teil der
Dinariden und der
Pannonischen Tiefebene. Die
geographische oder
tektonischehauptkammeshauptkammes Einteilung Europas schlägt die Gebiete südlich des
Alpen und der
Karpaten zu
Südeuropa und
Südosteuropa.
In kultureller Hinsicht befand sich Kroatien stets an der Grenzlinie zwischen westeuropäischen bzw. orientalischen Einflüssen.
Grenzen
Das kroatische Staatsgebiet umfasst 87.661
km², wovon 56.592 km² auf Land- und 31.067 km² auf Seeterritorium entfallen. Aufgrund der territorialen Lage von
Bosnien und Herzegowina wird das Staatsgebiet Kroatiens auf einen kontinentalen Nordteil und einen langen Küstenstreifen eingeengt, die nur im Nordwesten miteinander verbunden sind. Der südlichste Teil des Küstengebietes (die Region um
Dubrovnik bis zur Grenze zu Montenegro) wird auf einer Breite von etwa 3 km durch die zu Bosnien und Herzegowina gehörende Gemeinde
Neum vom übrigen Kroatien getrennt.
Die Gesamtlänge der Landgrenzen Kroatiens beträgt 2.197 km. Davon entfallen auf die Grenze zu Slowenien 670 km, auf die Grenze zu Ungarn 329 km, auf die Grenze zu Bosnien und Herzegowina 932 km, auf die Grenze zu Serbien 241 km und auf die Grenze zu Montenegro 25 km. In der Nordadria berühren sich die kroatischen und italienischen Hoheitsgewässer, was zur Folge hat, dass Slowenien nur einen sehr kleinen Zugang zu internationalen Gewässern hat (siehe: Internationale Konflikte der Nachfolgestaaten Jugoslawiens). Die Länge der adriatischen Küstenlinie beträgt 1.778 km (mit Inseln 6.176 km).
Landschaftszonen
Nach Reliefformen und Klimazonen lässt sich Kroatien in drei Landschaftszonen einteilen. Diese Einteilung spiegelt sich teilweise in der Kultur und Lebensweise der Menschen wider.
Die pannonische Tiefebene

Schloss Trakošćan
Die Pannonische Tiefebene besteht überwiegend aus Flachlandn, unterbrochen von einigen Mittelgebirge, und wird über die Save und Drau und deren Nebenflüsse zur Donau hin entwässert. In diesem Teil des Landes herrscht gemäßigtes Kontinentalklima. Diese Landschaftszone lässt sich untergliedern in Nordkroatien und Slawonien. Nordkroatien umfasst das ostmitteleuropäisch geprägte Gebiet von der Kupa bis zur ungarischen Grenze: das Flachland längs der Save und Kupa um die Städte Zagreb, Karlovac und Sisak, das heute demographisch und wirtschaftlich das Zentrum des Landes bildet, das Gebirgsland des Zagorje (auf Deutsch auch Zagorien) nördlich der Hauptstadt Zagreb und das Međimurje im nördlichsten Zipfel des Landes zwischen Drau und Mur. Slawonien ist das Flachland entlang der Flüsse Save (Sava) und Drau (Drava) bis zur Donau (Dunav) im Osten. Zu diesem werden oft auch die Baranja (nördlich des Unterlaufes der Drau) und West-Syrmien (Zapadni Srijem) (der Ostzipfel Kroatiens zwischen Donau und unterer Save) gezählt.
Die dinarische Gebirgsregion

Mandarinenplantagen an der Mündung der Neretva
Die dinarische Gebirgsregion (auch Mittleres Kroatien oder Kroatisches Hügelland genannt) wird von Mittel- und einzelnen Hochgebirgen geprägt, die die Wasserscheide zwischen Donau und Adria bilden, wobei einzelne Täler auch vollständig abflusslos sind. Hier herrscht Gebirgsklima. Zu dieser Landschaftszone gehören das Gebirgsland des Gorski kotar zwischen Rijeka und Karlovac, die Hochtäler Lika und Krbava zwischen dem längs der Küste laufenden Gebirgszug des Velebit und dem Grenzgebiet zu Westbosniens, sowie ein Teil des Hinterlandes Dalmatien (Dalmatinska Zagora, Biokovo-Gebirge).
Die adriatische Küstenregion
Die adriatische Küstenregion besteht zu großen Teilen aus verkarsteten Flächen. Sie ist von mediterranen Einflüssen geprägt.
Die Breite des Küstenstreifens variiert stark. Während er an einigen Stellen (unterhalb des Velebit und des Biokovo-Gebirges) nur wenige Kilometer breit ist, reicht er an anderen Stellen weiter ins Landesinnere. Die Mehrzahl der in Kroatien in die Adria mündenden Flüsse ist jedoch relativ kurz; lediglich der Einzugsbereich der aus Bosnien und Herzegowina kommenden Neretva erstreckt sich weiter ins Landesinnere.
Die adriatische Küstenregion lässt sich von Norden nach Süden untergliedern in die historischen Regionen:
- Istrien - die Halbinsel im Nordwesten der kroatischen Küste
- Hrvatsko Primorje (Kroatisches Küstenland) um Rijeka und Senj mit den Inseln der Kvarner-Bucht
- Dalmatien – die zerklüftete Adria-Küste ab etwa Zadar südwärts einschließlich der vorgelagerten Inseln und des gebirgigen Hinterlandes historisch bedeutsamen Städten wie Dubrovnik (Ragusa) und Split.
Inseln

Kornati-Inselarchipel
]]

Insel Hvar
- Hauptartikel: Kroatische Inseln
Zu Kroatien gehören insgesamt 1.246 Inseln, von denen 47 bewohnt sind.
| Die größten Inseln in Kroatien
|
| Nr.
| Insel
| Fläche
|
| 1.
| Cres
| 405,70 km²
|
| 2.
| Krk
| 405,22 km²
|
| 3.
| Brač
| 395,44 km²
|
| 4.
| Hvar
| 299,66 km²
|
| 5.
| Pag
| 284,56 km²
|
| 6.
| Korčula
| 276.03 km²
|
| 7.
| Dugi otok
| 114,44 km²
|
| 8.
| Mljet
| 100,41 km²
|
| 9.
| Vis
| 90,26 km²
|
| 10.
| Rab
| 90,84 km²
|
| 11.
| Lošinj
| 74,68 km²
|
Berge

Biokovo oberhalb von Tučepi

Nationalpark
]]
| Die höchsten Berge in Kroatien
|
| Nr.
| Bergspitze
| Höhe
| Gebirge
|
| 1.
| Dinara (Sinjal)
| 1.831 m
| im Dinara-Gebirge
|
| a.
| Troglav (Bergspitze liegt in Bosnien)
| 1.912 m
| im Dinara-Gebirge
|
| b.
| Konj (Bergspitze liegt in Bosnien)
| 1.856 m
| im Kamešnica-Gebirge
|
| 2.
| Sveti Jure (St. Georg)
| 1.761 m
| im Biokovo-Massiv
|
| 3.
| Vaganski vrh
| 1.751 m
| im Velebit-Gebirge
|
| 4.
| Ozeblin
| 1.657 m
| im Plješivica-Gebirge
|
| 5.
| Bjelolasica-Kula
| 1.533 m
| im Velika-Kapela-Gebirge
|
| 6.
| Risnjak
| 1.528 m
| im Risnjak-Gebirge
|
| 7.
| Svilaja
| 1.508 m
| im Svilaja-Gebirge
|
| 8.
| Snježnik
| 1.506 m
| im Snježnik-Gebirge
|
Insgesamt gibt es in Kroatien 96 Gipfel, die über 1.500 m liegen.
Gewässer
Umwelt und Wasserreichtum
Kroatien gehört laut Analyse der Welternährungsorganisation zu den 30 wasserreichsten Staaten dieser Welt und nimmt europaweit den sehr hohen 3. Platz ein mit insgesamt 32.818 m³ an erneuerbaren Wasserreserven pro Kopf und Jahr[Geografija.hr, „Voda: resurs 21. stoljeća“ (kroatisch) ]
. Der Weltwasserentwicklungsbericht 2005 (World Water Development Report) der Vereinten Nationen spricht von 23.890 m³ an jährlich erneuerbaren Wasserreserven pro Kopf und Jahr.[Weltwasserentwicklungsbericht der Vereinten Nationen, März 2006 ]
Kroatien gehört zu den wenigen Staaten mit organisierter Wasserordnungspolitik. Schon 1891 verabschiedete der Sabor ein Wasserrechtsgesetz des Königreiches von Kroatien und Slawonien, das gesetzliche Regelungen für Gewässer, Flussbetten, die Küste, die Wassernutzung, die Regulierung von Wasserflüssen, wie auch den Flutschutz, Wasserschutz, Wasserschutzvereinigungen und vieles weiteres vorsieht. Die kroatische Adria ist nach einer ADAC-Untersuchung aus dem Jahr 2006 der sauberste Teil des Mittelmeers.
Im Environmental Sustainability Index der Universität Yale, welcher die Lage des Umweltschutzes in einem Staat in seiner Gesamtheit betrachtet, belegte Kroatien 2005 weltweit den 19. Platz.[Environmental Sustainability Index 2005 ]
Seen
Die bekanntesten Seen sind die Plitvicer Seen.
Flüsse
, im mittleren Süden Kroatiens gelegen
Die Mehrzahl der Flüsse mündet in das Schwarze Meer (Donau, Save, Drau, Mur, Kupa und Una), die restlichen in die Adria (Zrmanja, Krka, Cetina und Neretva). Die Flüsse im Norden sind sehr verschmutzt, am stärksten davon die Save zwischen Zagreb und Sisak.
Die längsten Flüsse, die durch Kroatien fließen, sind die Save (kroat. Sava, 562 km) sowie die Drau (kroat. Drava, 505 km). Diese Flüsse bilden zu großen Teilen die Grenzen zu Bosnien-Herzegowina bzw. zu Ungarn. Beide Flüsse fließen zur Donau, dabei ist die Save der wasserreichste, die Drau der viertwasserreichste Nebenfluss der Donau. Die Donau trennt Kroatien von der serbischen Provinz Vojvodina. Der kroatische Anteil an der Donau ist 188 km lang, zudem grenzt Kroatien fast ausschließlich an die rechte Donauseite.
Die Kulpa (kroat. Kupa, 269 km) bildet im Oberlauf einen Großteil die Grenze zu Slowenien. Sie mündet in Sisak in die Save, die ab dort schiffbar ist. Weitere Flüsse sind die Korana, Krapina, Lonja, Mur sowie die Vuka.
Die Flüsse aus den Dinariden zur Adria sind relativ kurz, einzig die in der Herzegovina entspringende Neretva stellt einen bedeutenden Fluss in die Adria dar.
Natur- und Nationalparks
- Hauptartikel: Nationalparks und Naturparks in Kroatien
Kroatien verfügt über acht
Nationalparks und zehn geschützte Naturparks. Insgesamt stehen 450 Gebiete, davon 79 Sonderreservate (botanische, geomorphologische, ornithologische, Meeres- und Waldreservate) unter Naturschutz. Insgesamt sind 5.846 Quadratkilometer bzw. 10 Prozent der Festlandfläche Kroatiens geschützt, bei Zuzählung der geschützten Gewässer ergeben sich 6.129 Quadratkilometer.
-
Weltnaturerbe)
| Nationalparks
|
| 1.
| Nationalpark Plitvicer Seen
| kroatisch Plitvička jezera (Wasserfälle), Nationalpark seit 1949, UNESCO-Weltnaturerbe seit 1979, u. a. Schauplatz der Winnetou-Filme
|
| 2.
| Nationalpark Paklenica
| Klettermöglichkeiten, Karsthöhlen, Nationalpark seit 1949
|
| 3.
| Nationalpark Risnjak
| in der Gebirgsgegend des Gorski kotar nahe Rijeka, Nationalpark seit 1953
|
| 4.
| Nationalpark Mljet
| Insel in Süddalmatien, Nationalpark seit 1960
|
| 5.
| Nationalpark Kornaten
| kroatisch Kornati (Inselarchipel), geschützt seit 1964
|
| 6.
| Nationalpark Krka
| bei Šibenik (Wasserfälle), Nationalpark seit 1985, u. a. Schauplatz der Winnetou-Filme
|
| 7.
| Nationalpark nördlicher Velebit
| Vielfältige Karstphänomene, Reichtum an Flora und Fauna auf kleinstem Platz, Nationalpark seit 1999
|
| 8.
| Nationalpark Brijuni
| auch Brioni genannt, vor Istrien, vormalige Titoparkpark-Sommerresidenz, kleiner Safari
|
Geomorphologische Phänomene
]]
Flora und Fauna
Im Jahre 2004 erklärte die kroatische Regierung das gesamte kroatische Meeresgebiet zu einem ökologischen Schutzgebiet und einer kontrollierten Fischfangzone (kroat. „ekološki i ribolovni pojas“), um die vorhandene und empfindliche Meeresfauna und Vegetation zu schützen. Die Vorgehensweise wurde von Italien, Slowenien und auch der restlichen EU kritisiert, da mit dem Gesetz auch die Fischereirechte berührt werden.
Flora
Insgesamt 36,83 Prozent Kroatiens (2.082.702 ha) sind von Wäldern bedeckt.[http://www.argedonau.at/neu/arge/mitglieder/16-Kroat.htm]
Etwa 95 Prozent des Waldbestandes sind weitgehend naturbelassene Mischwälder. Etwa 81 Prozent sind Staatswälder, 19 Prozent befinden sich in privatem Besitz. 85 Prozent der Waldfläche bilden Laubwälder, 15 Prozent entfallen auf Nadelwälder.
In den Gebirgsregionen des Gorski Kotar, der Lika wachsen vorwiegend Nadelwälder, in der pannonischen Tiefebene vorwiegend Laubwälder.
Entlang der kroatischen Küste wachsen vor allem mediterrane Hartlaubngehölze, Macchie, Pinien und Kiefernwälder. In den trockenen und heißen Sommermonaten kommt es durch unvorsichtiges Verhalten von Einheimischen und Touristen wiederholt zu Großbränden. So wütete vor wenigen Jahren auf der Insel Brač ein verheerendes Feuer. Die kroatische Regierung investiert daher jährlich zunehmend in Brandschutzmaßnahmen.
im Gebiet des
Velebit
Fauna
Große Raubtiere wie Braunbären,
Wölfeee,
Goldschakal und
Luchse sind vor allem in den gebirgigen Regionen Kroatiens anzutreffen. Zu den vorkommenden
Greifvögeln gehören
Gänsegeier sowie
Stein- und
Schlangenadler. Große Vogelarten der Feuchtgebiete sind
Sichler und viele Reiherarten. In der Küstenregion leben zahlreiche Reptilien wie Schildkröten (
Land-,
Sumpf- und
Meeresschildkröten),
Eidechsen,
Geckos und
Schlangen (
Nattern,
Ottern) geeigneten Lebensraum. Typische Bewohner der unterirdischen Höhlen der verkarsteten Gebiete sind Grottenolme.
Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung in Kroatien (1992-2003) x 1000
Kroatien hatte laut einer im Jahr 2001 durchgeführten Volkszählung 4.437.460 Einwohner. Die Lebenserwartung in Kroatien beträgt etwa 75 Jahre. Seit einigen Jahren verzeichnet das Land wegen niedriger Geburtenraten eine rückläufige
Bevölkerungsentwicklung.
Von den Einwohnern zum Zeitpunkt der Volkszählung von 2001 besaßen 4.399.364 (99,14 %) die kroatische Staatsangehörigkeit, 44.340 (1,00 %) davon auch eine zweite Staatsangehörigkeit. 17.902 (0,40 %) besaßen eine ausländische Staatsangehörigkeit, 9.811 (0,22 %) waren Staatenlose. Von 10.383 Einwohnern (0,23 %) war die Staatsangehörigkeit unbekannt.
Die kroatische Diaspora ist überdurchschnittlich groß. Es gibt zahlreiche kroatische Minderheitenverbände im Ausland. Als größter Verband gilt die Hrvatska bratska zajednica in den USA. Im kroatischen Parlament gibt es eigene Abgeordnete der kroatischen Diaspora, welche auch von diesen gewählt werden.
Ethnien
Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung stellen mit 89,63 % die
Kroaten (
Hrvati).
| Ethnische Bevölkerungszusammensetzung (Volkszählung 2001)
|
| 1.
| Kroaten
| 3.977.171
| (89,63%)
|
| 7.
| Slowenen
| 13.173
| (0,30%)
|
| 2.
| Serben
| 201.631
| (4,54%)
|
| 8.
| Tschechen
| 10.510
| (0,24%)
|
| 3.
| Bosniaken
| 20.755
| (0,49%)
|
| 9.
| Roma
| 9.463
| (0,21%)
|
| 4.
| Italiener
| 19.636
| (0,44%)
|
| 10.
| Montenegriner
| 4.926
| (0,11%)
|
| 5.
| Ungarn
| 16.595
| (0,37%)
|
| 11.
| Slowaken
| 4.712
| (0,11%)
|
| 6.
| Albaner
| 15.082
| (0,34%)
|
| 12.
| Mazedonier
| 4.270
| (0,10%)
|
Quelle: http://www.dzs.hr
Noch nach der Volkszählung von 1991 waren 78,1 % der Bevölkerung Kroaten, 12,1 % (581.633)[http://www.vjesnik.hr/html/2002/06/11/Clanak.asp?r=tem&c=2]
Serben.
Das Hauptsiedlungsgebiet der italienischen Minderheit ist die Westküste Istriens, daneben gibt es italienische Bevölkerungsgruppen in Rijeka und Westslawonien. Magyaren (Ungarn) und Slowaken leben vor allem im Osten, Tschechen im Westen Slawoniens. Die Bosniaken, Albaner und Mazedonier leben über das gesamte Land verstreut, vor allem in den größeren Städten
Situation der Minderheiten
Im Laufe der letzten Jahre ist ein Teil der im Zuge der Militäroperation Oluja geflohenen oder vertriebenen Serben zurückgekehrt (118.000 bis Januar 2005), so dass der serbische Bevölkerungsanteil heute höher ist als zur Zeit der Volkszählung von 2001 (siehe: Serben in Kroatien).
Von Regierungsseite wurde 2005 eine Kampagne zur Zurückführung serbischer Flüchtlinge eingeführt. An zentraler Stelle können potentielle Rückkehrer Informationen zur Rückkehr einholen.[www.povratak.hr (kroatisch) ]
.
Im Umgang mit der Minderheit der Roma und Sinti wurden in den letzten Jahren Fortschritte festgestellt[Amnesty International, Croatia: The Roma and the right to education, November 2006 (englisch) ]
; insbesondere im Schulbereich und der Schaffung von Wohnräumen.
Das Simon Wiesenthal Center stufte Kroatien Mitte 2006 in die höchste Beurteilungskategorie hinsichtlich der Bemühungen zur Verfolgung von Nazi-Verbrechen und deren erfolgreicher Prozessuierung ein.
Sprachen
Die Funktionen einer
Standardsprache werden in ganz Kroatien von einer Standardvarietät erfüllt, die als
kroatische Standardsprache oder als
kroatische Standardvarietät des Serbokroatischen (Kroatoserbischen, Bosnisch-Kroatisch-Montenegrinisch-Serbischen) bezeichnet wird. Von dieser Standardvarietät werden zahlreiche Dialekte
überdacht, die alle zum
Dialektkontinuum des Westsüdslawischen gehören und sich den drei Dialektgruppen
Kajkavisch,
Čakavisch und
Štokavisch zuordnen lassen.
In Istrien, sowie in geringerem Maße auch in Rijeka und auf einigen der Kvarner-Inseln, wird auch Italienisch gesprochen. In Grenznähe zu Ungarn, insbesondere in Nordost-Slawonien, gibt es kleine ungarische Sprachinseln. Im westlichen Slawonien befinden sich tschechische und in Ostslawonien slowakische Sprachinseln. Das Istrorumänische im Nordosten und das Istriotische im Südwesten Istriens sind vom Aussterben bedroht. Albanische und slowenische Muttersprachler leben über das gesamte Staatsgebiet verteilt.
Zusammensetzung der Bevölkerung nach Muttersprache laut Volkszählung von 2001,[http://www.dzs.hr/Hrv/censuses/Census2001/Popis/H01_02_03/H01_02_03.html]
die als Standardantwort „Kroatisch“ vorgab:[Erhebungsbogen der Volkszählung 2001 (englische Version) ]
(gif-Format)
| Gesprochene Sprachen in Kroatien
|
| 1.
| Kroatisch
| 4.265.081
| (96,12%)
|
| 9.
| Tschechisch
| 7.178
| (0,16%)
|
| 2.
| Serbisch
| 44.629
| (1,01%)
|
| 10.
| Serbokroatisch/Kroatoserbisch
| 7.013
| (0,16%)
|
| 3.
| Italienisch
| 20.521
| (0,46%)
|
| 11.
| Slowakisch
| 3.993
| (0,09%)
|
| 4.
| Albanisch
| 14.621
| (0,33%)
|
| 12.
| Mazedonisch
| 3.534
| (0,08%)
|
| 5.
| Ungarisch
| 12.650
| (0,29%)
|
| 13.
| Deutsch
| 3.013
| (0,07%)
|
| 6.
| Slowenisch
| 11.872
| (0,27%)
|
| 15.
| Ruthenisch
| 1.828
| (0,04%)
|
| 7.
| Bosnisch
| 9.197
| (0,21%)
|
| 16.
| Sonstige
| 16.709
| (0,38%)
|
| 8.
| Romanes
| 7.860
| (0,18%)
|
|
|
Religiöse Zugehörigkeit

Kirche des Sankt Donatus
]]
Der überwiegende Teil der Bevölkerung gehört der römisch-katholischen Kirche an.
Laut Volkszählung von 2001,[außer Zahlen für griechisch-katholische Mitglieder] in der „katholisch“ als Standardantwort vorgegeben war,[http://www.dzs.hr/Hrv/censuses/Census2001/popisnice/Template%20P1_page2/Template%20P1_page2.GIF]
sind die wichtigsten in Kroatien vertretenen Religionen:[http://www.dzs.hr/Hrv/censuses/Census2001/Popis/H01_02_04/H01_02_04.html]
| Religionen in Kroatien
|
| 1.
| Römische Katholiken
| 3.897.332
| (87,8%)
|
| 6.
| Zeugen Jehovas
| 6.094
| (0,1%)
|
| 2.
| Agnostiker und Atheisten
| 230.908
| (5,2%)
|
| 7.
| Calvinisten
| 4.053
| (0,1%)
|
| 3.
| Orthodoxe
| 195.969
| (4,4%)
|
| 8.
| Lutheraner (Augsburger Bekenntnis)
| 3.339
| (0,1%)
|
| 4.
| Muslime
| 56.777
| (1,3%)
|
| 9.
| Adventisten
| 3.001
| (0,1%)
|
| 5.
| Katholiken des griechischen Ritus[Vlado Čutura: Uskočki vapaj za spasom, Glas Koncila 1670 (2006) ]
| 15.566
| (0,3%)
|
| Baptisten
| 1.981
| (<0,1%)
|
Zahlen, inwiefern die Menschen, die sich der jeweiligen Religion zurechnen, diese tatsächlich in Form von Gottesdiensten o.ä. praktizieren, liegen nicht vor.
Städte in Kroatien

Split
- siehe auch: Liste der Orte in Kroatien, Liste deutscher Bezeichnungen kroatischer Orte
Politische Gliederung
- Hauptartikel: Politische Gliederung Kroatiens
Kroatien ist in 20 Gespanschaften (kroat.
županija, Mz.
županije) und die Hauptstadt
Zagreb, die selbst die Kompetenzen einer Gespanschaft hat, gegliedert. Die Gespanschaften haben Flächen zwischen etwa 1.000 und 5.000 km². Jede Gespanschaft verfügt über eine gewählte
Gespanschaftsversammlung (kroatisch
županijska skupština). An der Spitze der Verwaltung einer Gespanschaft steht der
Gespan (kroatisch
župan), der von der Gespanschaftsversammlung gewählt und vom Staatspräsidenten bestätigt wird.
Die Gespanschaften gliedern sich ihrerseits in Gemeinden (kroatisch općina, Mz. općine), von denen ein Teil den Status einer Stadt (kroatisch: grad) hat. Insgesamt ist die Verwaltung in 124 Städte und 426 Gemeinden unterteilt. 58 % der Bevölkerung lebt in den Städten.

Verwaltungseinheiten
]]
Im Rahmen der Koordinierung von EU-Fonds wurde Kroatien zudem in folgende vier Regionen für statistische Zwecke eingeteilt (entlang von Gespanschaftsgrenzen):
- Središnja Hrvatska (Zentralkroatien)
- Zagrebačka regija (Region Zagreb)
- Jadranska Hrvatska (Adriatisches Kroatien)
- Istočna Hrvatska (Ostkroatien)
Feiertage in Kroatien
Geschichte
- Hauptartikel: Geschichte Kroatiens
Altertum und frühes Mittelalter
Die ersten Siedlungen an der Dalmatinischen Küste entstanden im 12. und 11. Jahrhundert v. Chr. im Zuge der Ionischen bzw. auch später der großen griechischen Kolonisation. So geht die Gründung der Siedlung Split auf diese Zeit zurück (Split von gr Aspalatos oder Spalatos = Höhle) [Liste_antiker_Stätten#Kroatien]. Im 4. Jahrhundert v. Chr. erwähnte der griechische Historiker Herodot außerdem die im Werk beschriebenen Illyrer (ein indogermanisches Volk) als zusätzlich ansässig gewordenes Volk. Ab der Mitte des 2. Jahrhunderts v. Chr. wuchs der politische Einfluss der Römer auf die illyrischen Stämme zwischen der Küste und der pannonischen Ebene. Im Jahr 34 v. Chr. verleibte Oktavian, der spätere Kaiser Augustus, dieses Gebiet Rom ein. Zu Beginn des 1. Jahrhunderts wurde die Provinz Dalmatia, benannt nach dem Stamm der Delmatae, gebildet. Im Jahr 293 wurde unter der Herrschaft des Kaisers Diokletian die Provinz entlang des Flusses Drina geteilt.
Im 6. Jahrhundert rückte das zentralasiatische Reitervolk der Awaren in das von den Langobarden geräumte Pannonien ein. Die Kroaten wurden im 7. Jahrhundert vom byzantinischen Kaiser Herakleios in ihr heutiges Siedlungsgebiet gerufen, um ihm beim Kampf gegen die Awaren zu helfen (siehe auch Landnahme der Slawen auf dem Balkan). Nach dem Bericht des Byzantinischen Kaisers Konstantin VII Porphyrogennetos, stammten die Kroaten aus dem Gebiet des heutigen Galizien.
-
Tomislav war der erste kroatische König (910 n. Chr.)]]
Der Name der Kroaten ist erstmals in einer Quelle aus dem 10. Jahrhundert belegt. Der Name selber hat keine slawischen Wurzeln, sondern stammt mit größter Wahrscheinlichkeit aus dem persischen Raum. Das Ethnonym der Kroaten ist möglicherweise ein Ehrentitel mit funktionaler und sozialer Bedeutung des Awarenreiches, der nicht nur an der östlichen Adriaküste, sondern auch am Ostrand der
Alpen, in Nord
böhmen,
Sachsen und Süd
polen belegt ist.
Im Jahr 879 wird Fürst Branimir von Papst Johannes VIII mit „dux Croatorum“ angeschrieben und angesprochen, was seinerzeit einer Anerkennung des mittelalterlichen Kroatien gleichkommt. Dieser politische motivierten Krönung Westroms folgte unmittelbar später die erneute Einverleibung in das Byzantinische Kaiserreich. Der um 925 zum König gekrönte Tomislav (910–928), konnte wohl zwischenzeitig die Ungarn als auch die Bulgaren zurückschlagen.
Kroatisches Königreich (924–1102)

Krönung des ersten kroatischen Königs Tomislav im Jahre 924
Domagojs Enkel, Tomislav, wurde 924 der erste König Kroatiens und gleichzeitig war dies auch der erste Königstitel in der Geschichte der Südslawen. Papst Johannes X. erkannte diesen Titel sofort an. Während seiner Herrschaft fielen die Magyaren im pannonischen Becken ein. Tomislav verteidigte sein Königreich, das aus Zentralkroatien, Slawoniens und Teilen Dalmatien und Bosniens bestand, erfolgreich gegen die Ungarn.
Die Blütezeit erreichte das Königreich unter der Regentschaft von König Petar Krešimir IV. Unter seiner Herrschaft wurde im Jahr 1059 die Kirche in Anlehnung an den Römischer Ritus reformiert. Dies war hinsichtlich des Schisma von 1054 und der Treue zu Rom von Bedeutung. Das Königreich existierte bis ins Jahr 1102 weiter.
Kroatien in Personalunion mit Ungarn (1102-1526)
Die Personalunion mit dem Königreich Ungarn blieb, mit Ausnahme der Türkenkriege im 16., 17. und frühen 18. Jahrhundert, und einiger anderer Unterbrechungen, in verschiedener Form bis 1918 bestehen.
Im Jahr 1102 erfolgte die Krönung des ungarischen Königs Koloman zum kroatischen König in Biograd bei Zadar und dadurch kam Kroatien in Personalunion durch ein Abkommen (Pacta conventa (Kroatien)) zu Ungarn, mit eigener Verwaltung unter einem kroatischen Ban (Befehlshaber).
Osmanisches Reich (1451–1699) und Habsburger (1527–1918)
Mitte des 15. Jahrhunderts erlitten Ungarn und Kroatien schwere Gebietsverluste durch die Expansion des Osmanischen Reiches. Um militärisch Beistand zu erhalten und weitere Gebietsverluste an die Osmanen zu verhindern, rief der kroatische Sabor die Habsburger auf, die Regentschaft über Kroatien zu übernehmen. Nach zahlreichen Schlachten gelangte im 18. Jahrhundert ein Großteil Kroatiens unter Verwaltung der Habsburger. Die historischen kroatischen Regionen Dalmatien und Teile Istriens standen seit dem Spätmittelalter unter der Herrschaft der Republik Venedig. Die Republik Dubrovnik konnte als einziges der Gebiete des heutigen Kroatien vom 14. Jahrhundert bis zum Jahr 1808 ihre staatliche Unabhängigkeit bewahren.
Kroatien hatte jahrhundertelang die Funktion als Bollwerk Europas gegen das Osmanische Reich. Dies geschah auch durch die Schaffung der sogenannten Militärgrenze in der sich auch in bedeutender Zahl Orthodoxe Christen ansiedelten. Zeitweilig erhielten die Bewohner der Militärgrenze Privillegien in Form des Statuta Wallachorum.

Ban Josip Jelačić
Nach den napoleonischen Kriegen kamen 1815 ganz Dalmatien und Istrien unter
österreichische Herrschaft, wurden jedoch aus politischen Gründen („divide et impera“) nicht verwaltungsmäßig mit dem übrigen Kroatien vereinigt, sondern zu separaten
Kronländern innerhalb der österreichischen Reichshälfte, während das
Königreich Kroatien und Slawonien zur ungarischen Reichshälfte gehörte.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wuchs unter der kroatischen Bevölkerung das Verlangen nach mehr Selbstbestimmungsrechten. In den Revolutionsjahren um 1848 verkörperte insbesondere Ban Josip Jelačić die Symbolfigur kroatischer Interessen, welche nach Eigenverwaltung strebten. Den nationalen Bestrebungen wurde jedoch durch den Österreichisch-Ungarischen Ausgleich und den Ungarisch-Kroatischen Ausgleich 1867 ein Ende gesetzt. Das 19. Jahrhundert war auch geprägt vom so genannten Illyrismus, einer Bewegung, die zahlreiche kulturelle Veränderungen durchsetzte. Es kam zu einer Standardisierung der kroatischen Sprache und gleichzeitig wurde die Idee geboren, alle Südslawen in einem Staat zu vereinen.
Entstehung des Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen (1918–1941)
Kroatien begann sich nach Ende des Ersten Weltkrieges im Jahre 1918 aus der österreichisch-ungarischen Monarchie zu lösen. Italienische Truppen begannen daraufhin mit der Besetzung von kroatischen Gebieten längs der Ostküste der Adria, da Italien im Londoner Vertrag von 1915 deren Annexion zugesagt worden war. Angesichts dessen beschloss der Nationalrat der Slowenen, Kroaten und Serben Ende November 1918 die sofortige Vereinigung Kroatiens mit dem Königreich Serbien, woraus dann das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen entstand. Viele Kroaten lehnten aber die monarchistische Staatsform ab, fühlten sich benachteiligt und verlangten für Kroatien die Gründung einer Republik. Dazu kam, dass die Verfassung eine zentralistische Staatsorganisation und die Auflösung der historischen Provinzen vorsah, was den Serben als zahlenmäßig größtem Volk de facto die Vorherrschaft sicherte.
1929 löste König Aleksandar I das Parlament auf und benannte den Staat in Königreich Jugoslawien um. Er regierte diktatorisch vorwiegend mit Hilfe serbischer Offiziere. Als Reaktion hierauf gründete Ante Pavelić die von Mussolini unterstützte faschistische Ustaša-Bewegung.
Kroatien im Zweiten Weltkrieg
Vier Tage nach dem Überfall
Deutschlands auf das
Königreich Jugoslawien marschierte am 10. April 1941 die
Wehrmacht in
Zagreb ein. Am 17. April 1941 kapitulierte Jugoslawien vor den Achsenmächten. Kroatien wurde zum deutschen
Vasallenstaat. Mit Unterstützung der
Achsenmächte hatte die
Ustaša unter
Ante Pavelić bereits am 10. April den
Unabhängigen Staat Kroatien (
NDH) ausgerufen. Faktisch war der Ustascha-Führer Ante Pavelić unter dem Titel
Poglavnik Staatschef des Unabhängigen Staates Kroatien. Er errichtete eine faschistische
Diktatur, welche Serben, Juden, Roma und kroatische
Antifaschisten systematisch verfolgte und ermordete. Demokratische Wahlen, die das Ustaša-Regime vor dem kroatischen Volk legitimiert hätten, wurden nicht abgehalten. Vom Sommer 1941 an begann ein bewaffneter Aufstand der kroatischen Kommunisten gegen das Ustaša-Regime, die als Teil der
jugoslawischen Partisanenbewegung im Laufe der Jahre 1942 und 1943 einen großen Teil des Landes unter ihre Kontrolle bringen konnten. Neben
Tito war
Andrija Hebrang eine der bedeutendsten Führungspersönlichkeiten.
Kroatien als Teilrepublik Jugoslawiens (1945–1991)
Nach Kriegsende wurde Kroatien eine von sechs Teilrepubliken
(Sozialistische Republik Kroatien) der neu gegründeten
Föderativen Volksrepublik Jugoslawien, ab 1963
Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien (SFRJ), unter der Regierung
Titos.
Im Jahre 1971 wurde die Protest- und Reformbewegung Kroatischer Frühling niedergeschlagen. Nach dem Tod Titos 1980 nahmen die Spannungen zwischen Kroatien und der von Serben dominierten jugoslawischen Regierung zu. Ende der achtziger Jahre hatten sich aus den Bestrebungen nach mehr Autonomie die Forderungen nach der Unabhängigkeit von Jugoslawien entwickelt. Der Kroate Franjo Tuđman, der an der Seite Titos gegen das Ustascha-Regime gekämpft hatte, erlangte bei der kroatischen Bevölkerung großen Zuspruch. Nachdem die geschwächte jugoslawische Regierung ein Mehrparteiensystem zugelassen hatte, gründete Tudjman 1990 die Kroatische Demokratische Gemeinschaft (HDZ), die bald den Charakter einer Volkspartei annahm. Seine Forderung nach einem unabhängigen Kroatien löste bei den Serbischstämmigen, die laut damaliger Verfassung das zweite Staatsvolk darstellten, Proteste aus, doch die HDZ gewann bei den Wahlen die Mehrheit der Parlamentssitze, und Tudjman wurde zum Präsidenten gewählt.
Unabhängigkeitskrieg Kroatiens (1991-1995)

Heutige kroatische Flagge
In der Folge eines abgehaltenen Referendum über die Unabhängigkeit Kroatiens, in dem 93,2 % der Wahlbeteiligten für die Souveränität stimmten (bei einer Wahlbeteiligung von 93,5 %), erklärte Kroatien im Juni 1991 unter Franjo Tuđman seine Unabhängigkeit. Die internationale Anerkennung folgte vom 15. Januar 1992 an. Der Wechsel von der Einparteiendiktatur hin zur parlamentarischen Demokratie erfolgte ohne Zwischenfälle.
Die de facto von Serbien dominierte Jugoslawische Volksarmee versuchte die Unabhängigkeitsbestrebungen militärisch niederzuwerfen. Der militärische Versuch, kroatische Gebiete sowohl mit großem als auch geringem Anteil an serbischer Bevölkerung von Kroatien abzuspalten und mittelfristig an Serbien anzugliedern, mündete in dem fast vier Jahre andauerndem Kroatien-Krieg (siehe auch Jugoslawienkriege), der erst nach militärischen Erfolgen der Kroaten 1995 (Militäroperation Oluja) mit dem Vertrag von Dayton vom 14. Dezember 1995 endete.
Kroatien nach Erlangung der Unabhängigkeit
Im Oktober 2001 unterzeichnete Kroatien ein Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union.[EU Bulletin 10-2001 ]
Es sichert Kroatien den freien Zugang zum Europäischen Binnenmarkt, verlangt aber auch umfangreiche Wirtschafts- und Sozialreformen. Seit dem 18. Juni 2004 ist Kroatien offizieller EU-Beitrittskandat. Allerdings begannen die Beitrittsverhandlungen erst nach einem Beschluss der EU-Außenminister vom 3. Oktober 2005, da Kroatien bis dahin nach Auffassung der EU-Kommission nur mangelhaft mit dem Haager Kriegsverbrechertribunal kooperiert hatte.[Mitteilung der deutschen Bundesregierung zur Aufnahme der EU-Beitrittsverhandlungen ]
Politik und Verwaltung
- Hauptartikel: Politik in Kroatien
Die Verfassung vom 22. Dezember 1990 wurde Ende 2000/Anfang 2001 in wesentlichen Teilen revidiert. Somit wurde aus einem „halbpräsidialen System“ ein parlamentarisches. Die Änderungen betrafen vor allem die Kompetenzverteilung zwischen den zentralen
Staatsorganen und verfolgten in erster Linie das Ziel, die Befugnisse des Staatspräsidenten auf die Regierung und (in geringerem Umfang) das Parlament zu übertragen.
Die Konzentration der politischen Macht in der Verfassung, die früher auf den Präsidenten Franjo Tuđman zugeschnitten war, wurde damit beseitigt. Allerdings behält der direkt gewählte Präsident weiterhin wichtige Kompetenzen in der Außenpolitik, im Zusammenhang mit der Regierungsbildung und den Parlamentswahlen sowie bei der Kontrolle von Militär und Nachrichtendiensten.
Am 16. Oktober 2007 wurde Kroatien für zwei Jahre als nichtständiges Mitglied in den UN-Sicherheitsrat gewählt. Kroatien hält derzeit den Vorsitz im Südosteuropäischen Kooperationsprozess (SEKP). Der Staat strebt einen Beitritt zur Europäischen Union und zur NATO an.
Exekutive
Der kroatische Präsident wird für 5 Jahre direkt vom Volk gewählt. Er ist das Staatsoberhaupts. Der gewählte Präsident beruft Parlamentswahlen ein und ernennt die Mitglieder des Parlament (kroat. Sabor), ebenso wie den Premierminister. Seit dem 18. Februar 2000 ist Stjepan Mesić (auch „Stipe“ Mesić genannt) kroatischer Staatspräsident. Er wurde am 16. Januar 2005 für eine zweite Amtsperiode gewählt.
Legislative
Das
Parlament (Sabor) in Kroatien ist ein Ein-Kammer-Parlament und hat 152 Abgeordnete. Die zweite Kammer, das Haus der Gespanschaften [kroat. Županski Dom], wurde im März 2000 abgeschafft. Verhältniswahlrecht mit 5%-Klausel, bezogen auf einzelne Wahlkreise, besonderer Wahlkreis für Auslandskroaten, zusätzlich 8 Abgeordnete für nationale Minderheiten. Alle Bürger ab dem 18. Lebensjahr sind wahlberechtigt. Die nächsten Parlamentswahlen finden am 25. November 2007 statt. Amtierender Parlamentspräsident ist Vladimir Šeks (HDZ).
Judikative
Der Oberste Gerichtshof Kroatiens (
Vrhovni sud Republike Hrvatske) ist, ähnlich wie in
Deutschland, die höchste juristische Instanz. Nach Empfehlung des Justizausschusses des Sabors werden die
Richter vom staatlichen Richterrat ernannt. Außerdem gibt es ein
Verfassungsgericht und mehrere
Straf-ee und
Zivilgericht sowie Berufungsgerichte. Derzeit befindet sich das kroatische Gerichtswesen in einem grundlegenden Reform-Prozess.
Politische Parteien
Seit Dezember 2003 ist die Kroatische Demokratische Union (HDZ) unter Premierminister Ivo Sanader mit 63 Sitzen im Parlament die stärkste Partei (mitte-rechts) und bildet zusammen mit der Kroatischen Partei der Rentner (HSU) wie auch der Selbständigen Demokratischen Serbischen Partei (SDSS) mit jeweils drei Sitzen, der Kroatischen Sozialliberalen Partei (HSLS) mit zwei Sitzen und dem Demokratischen Zentrum (DC, Abspaltung unter dem ehemaligen HDZ-Außenminister Granić, im Frühjahr 2000 gegründet) mit einem Sitz die Regierungskoalition.
Die größten Parteien Kroatiens sind die Kroatische Demokratische Union (HDZ), die Sozialdemokratische Partei (SDP), die Sozial-liberale Partei (HSLS), die Bauernpartei (HSS), die Volkspartei (HNS), die Istrische Demokratische Versammlung (IDS), die Christlich-Demokratische Union (HKDU), die slawonische Regionalpartei, die Partei des Rechts (HSP) sowie die Unabhängigen Demokraten. Die nächsten turnusmäßigen Parlamentswahlen sind für den 25. November 2007 angesetzt.
Landesverteidigung
- Hauptartikel: Kroatische Streitkräfte
Die
Kroatische Armee umfasst in ihrer
Friedensstärke etwa 15.000 Soldaten. Die Anzahl der Reservisten beträgt 111.000 Soldaten, von denen sich etwa 32.360 in Bereitschaft befinden. Insgesamt stehen 856.946 Bürger Kroatiens bereit für den Verteidigungsfall.
Die Anzahl der Wehrpflichtigen im Alter von 19 Jahren beträgt pro Jahr etwa 30.096 (2003). Seit 2006 gilt in Kroatien der verkürzte
Grundwehrdienst von 6 Monaten, bzw. alternativ der
Zivildienst von 9 Monaten.
Der Wehretat der Republik Kroatien betrug 1997 etwa 1.1 Milliarden USD (1997), etwa über 5 % des Bruttosozialproduktes; 2007 soll er bei etwa 590 Millionen Euro liegen (1,81 % des BSP).
Der Oberbefehlshaber der Armee Kroatiens ist der Präsident der Republik Kroatien. Der Sabor, das kroatische Parlament, verfügt über die Kontrolle der Streitkräfte, den Wehretat und die strategische Entwicklung.
Beitritt zur NATO
Insbesondere die Flüchtigkeit des mutmaßlichen Kriegsverbrechers
Ante Gotovina war lange Zeit ein Hindernis auf dem Weg zur Mitgliedschaft Kroatiens. Beim Treffen des kroatischen Premierministers
Ivo Sanader mit dem amerikanischen Staatspräsidenten
George W. Bush am 18. Oktober 2006 versicherte letzterer sich dafür einzusetzen, dass Kroatien bereits 2008 zur NATO beitritt.
Auslandseinsätze
Kroatische Truppen sind bereits seit November 2003 Teil der Internationalen Sicherheitsunterstützungstruppe in
Afghanistan (
ISAF), unter der Leitung der NATO (Bildung eines regionalen Aufbauteams für den Handel der Stadt
Kunduz und Demilitarisierungsprogramme). Im Laufe des Jahres 2006 soll das Kontingent von 50 Soldaten auf 150 aufgestockt werden.
Die Kroatischen Streitkräfte werden auch zu friedenserhaltenden und -sichernden Maßnahmen im Rahmen der Vereinten Nationen eingesetzt:
Wirtschaft
- Hauptartikel: Wirtschaft Kroatiens
]]
Geostrategische Position Kroatiens
Kroatien befindet sich am Schnittpunkt der beiden
paneuropäischer Verkehrskorridore Mitteleuropa–
Türkei (Korridor X) und
Adria–
Ukraine bzw. –
Baltikum (Korridor V).
Mit dem Ausbau der Autobahnen sowie dem Bau der Hochgeschwindigkeits-B