Rechtsgeschichte
Leumund ist ein aus dem 12. Jahrhundert stammender Begriff, der sowohl positiv als auch negativ besetzt sein kann. So war es zum Beispiel im Mittelalter Menschen mit einem
schlechten Leumund verwehrt, bestimmte Ämter zu bekleiden. Auch war es strafverschärfend, wenn man einer
Frauensperson mit
gutem Leumund Gewalt antat. Hatte jemand durch üble Nachrede einen
bösen Leumund erlangt, so konnte sich dieser ansonsten unbescholtene Mensch im
Inzichtverfahren durch den
Reinigungseid vom bösen Leumund befreien.
Der Unbescholtenheitsnachweis des Mittelalters war der Leumundsbrief. Er konnte, falls die Stadt das Privileg dazu hatte, einer Person ausgestellt werden. In einem Dokument der Reichsstadt Nürnberg heißt es dazu: als denn sol der leümunt brieff vnd die gemein bestetigung eines kaysers oder künigs, der zu zeyten ist, durch einen redlichen schreyber ... öffennlich im gericht verleßen werden.[http://www.rzuser.uni-heidelberg.de/~cd2/drw/a/L121.htm#LEUMUNDBRIEF]
Heutige Situation
Noch heute treten vor Gericht Leumundszeugen auf, meist um den positiven Charakter eines Angeklagten zu betonen.
Unbescholtenheit bedeutet:
Bei der
Polizei in Deutschland wird ein positiver Leumund als Voraussetzung zur Aufnahme einer Ausbildung im gehobenen Beamtendienst verlangt. Auch die Gardisten der päpstlichen
Schweizergarde müssen einen einwandfreien Leumund besitzen.
Aktualität erfährt der Begriff durch die EU-Vermittlerrichtlinie, welche nach Art.4 Abs.2 den „Besitz eines guten Leumunds“ als berufliche Anforderung an Makler und Vermittler stellt.[http://www.vermittlerrichtlinie.de]
Siehe auch
Quellen