Inhalt
Das Epos beginnt
in medias res: Satan und sein Gefolge haben gegen
Gott rebelliert, wurden besiegt und als Strafe in die
Hölle verbannt. Sie errichten dort das
Pandämonium, die Heimstatt aller gefallenen Engel, und beschließen, Gott ab jetzt durch List und Trug statt auf dem offenen Schlachtfeld zu bekämpfen.
Nach der Schöpfung betritt Satan den Garten Eden, wo er Eva verleitet, eine Frucht vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen zu pflücken und Adam davon abzugeben. Adam und Eva werden daraufhin aus dem Garten Eden verbannt, sie haben „das Paradies verloren“.
Charaktere
Der Protagonist dieses
protestantischen Epos ist der gefallene
Engel Satan. Er erscheint beinahe sympathisch, ein ehrgeiziges und stolzes Wesen, das seinem tyrannischen Schöpfer die Stirn bietet. Einige Kritiker sehen den Charakter Satans als den eines
Byron'schen Helden.
Stil
Milton schuf für Paradise Lost einen eigenen Sprachstil. Das Verb steht – untypisch für die englische Sprache – am Satzende. Groß- und Kleinschreibung und Rechtschreibung sind stark stilisiert. Das Gedicht enthält viele Wörter aus anderen Sprachen, die übernommen und angepasst wurden, insbesondere sind hier Latinizismen zu nennen, die in der von Milton verwendeten Form auch zu damaliger Zeit ungebräuchlich waren.
Einflüsse
Der Text verrät Einflüsse aus der
Bibel, Miltons eigener
puritanischer Erziehung und seinem religiösen Blickwinkel,
Edmund Spenser und den römischen Dichter
Vergil.
Geschichte
Am
27. April 1667 verkaufte der blinde und verarmte Milton das
Copyright von
Paradise Lost für 10
£.
Später schrieb Milton Paradise Regained, in dem er erzählt, wie Gott dem Menschen die Möglichkeit gibt, das Paradies wiederzugewinnen. Diese Fortsetzung errang nie ein dem früheren Gedicht vergleichbares Ansehen.
Inspirationsquelle für andere Werke
In
The Marriage of Heaven and Hell kommentierte
William Blake:
- “The reason Milton wrote in fetters when he wrote of Angels & God, and at liberty when of Devils & Hell, is because he was a true Poet and of the Devil's party without knowing it.“ – „Der Grund, weshalb Milton in Fesseln über Engel und Gott, und in Freiheit über Teufel und Hölle schreibt, ist, dass er ein wahrer Dichter und auf der Seite des Teufels war, ohne es zu wissen.“
Ende des 18. Jahrhunderts fand Miltons Gedicht, zusammen mit den
Psalmen und der
Genesis, Eingang in Joseph Haydns
Oratorium Die Schöpfung. Das Material war von einem ansonsten unbekannten Lidley (oder Linley) wohl ursprünglich für
Georg Friedrich Händel zu einem Oratorien-
Libretto verarbeitet worden, wurde aber von Händel nie in Musik umgesetzt. Haydns Gastgeber bei seiner Englandreise,
Johann Peter Salomon, gelangte in den Besitz einer Kopie von Lidleys Libretto und gab es an Haydn weiter, der es wiederum nach seiner Rückkehr nach Wien seinem Freund und Gönner Baron
Gottfried van Swieten aushändigte, der eine deutsche Übersetzung veranlasste sowie eine der Haydnschen Musik angepasste englische Rückübersetzung. Das Oratorium wurde auf dieser Basis 1800 bilingual veröffentlicht und wird auch heute noch in beiden Sprachen aufgeführt.
In den späten 1970er Jahren schrieb der polnische Komponist Krzysztof Penderecki eine Oper auf der Grundlage von Paradise Lost.
Das Epos war darüber hinaus eine der Ideenquellen für Philip Pullmans Romantrilogie His Dark Materials.
Im Hollywood-Film Im Auftrag des Teufels von Taylor Hackford trägt der Teufel, gespielt von Al Pacino, den Namen John Milton.
In der Fantasy-Trilogie ('Lycidas', 'Lilith' und 'Lumen') von Christoph Marzi spielt Lucifer eine wichtige Rolle; er tritt dort in verschiedenen Zeiten unter anderen Namen auf, auch als 'John Milton'.
Des weiteren war Paradise Lost vermutlich Namenspate für die gleichnamige Gothic-Metal-Band Paradise Lost (Band)
Paradise Lost ist auch der Titel des 2007 erschienen Albums der symphonischen Prog-Metal-Band Symphony X, die das Konzept auch verarbeitet haben sowie Paradise Regained im Titelstück ihres Albums The Divine Wings Of Tragedy erwähnen.
Online-Texte
Paradise Lost
Paradise Regained
Weblinks