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Geändert: 2007-12-08
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Kategorie: Wind

Passat (Windsystem)

Ein Passat, (kommt aus dem Portugiesischen: „passar“ was so viel heißt wie vorbei laufen, -ziehen, -gehen) ist ein mäßig starker und sehr beständiger Wind, der in tropischen Seegebieten bis zu etwa 23,5° geographischer Breite rund um den Erdball auftritt. Man unterscheidet hierbei zwei Passate mit unterschiedlichen Hauptwindrichtungen: Zwischen den Passatzonen liegt die innertropische Konvergenzzone, in welcher der Wind meist schwach und aus unterschiedlichen Richtungen weht. Die Richtung, aus der ein Wind weht, verleiht ihm den Namen. Der Nordost-Passat weht also aus nordöstlicher, der Südostpassat aus südöstlicher Richtung.

Der Passat ist meist ein trockener Wind, doch kann er je nach Beschaffenheit der überstrichenen Erdoberfläche auch andere Eigenschaften haben. Weht er über Wasserflächen, kann er viel Feuchtigkeit aufnehmen und bringt als auflandiger Wind den Küstengebieten hohe Niederschläge. Überstreicht er jedoch große Landmassen, ist sein Feuchtigkeitsgehalt sehr gering und er verursacht trockenes Klima.

1 Entstehung der Passatwinde
2 Geschichte
3 Siehe auch
4 Weblinks

Entstehung der Passatwinde

Antrieb für diese Winde ist eine Druckgradientkraft, die hauptsächlich infolge unterschiedlicher Einfallswinkel der Sonne und daraus resultierender verschiedener Erwärmung der Erdoberfläche hervorgerufen wird. Der Druckgradient entsteht dadurch, dass sich die Erdoberfläche dort besonders stark erwärmt, wo die Sonne senkrecht steht, also im Jahresverlauf innerhalb der Wendekreise in variierenden Breiten. Das hat eine Verdunstung von Wasser und ein Aufsteigen der warmen Luft zur Folge. Das lässt am Boden in etwa breitenkreisparallele Zonen von Tiefdruck entstehen, die Tiefdruckrinne. In höheren Ebenen wird die aufgestiegene Luft nach Norden und Süden abgelenkt. Dort kühlt sie ab, sinkt wieder nach unten und erzeugt in diesen Breiten ein Hochdruckgebiet. Durch den Druckunterschied zwischen den inneren Tropen und dem subtropischen Hochdruck entsteht ein Sog, der die Luft aus dem Norden und Süden in den bodennahen Ebenen der Atmosphäre wieder zur Tiefdruckrinne zieht. Diese Ausgleichswinde nennt man Passate der Windgürtel. Die Passatwinde über Land sind heiß und trocken. Wehen die Passatwinde dagegen über Meere, können sie Wasserdampf aufnehmen und bringen Niederschläge. Das Aufeinandertreffen der Passate an der Tiefdruckrinne führt zu der Bezeichnung Innertropische Konvergenz (ITC). Diese ist infolge aufsteigender Luft im Tagesverlauf durch starke Wolkenbildung und somit meist durch die Zenitalregen gekennzeichnet. Die Nord-Süd-Verlagerung der ITC im Jahreslauf ist durch das Ausbilden eines Wolkenbandes leicht zu beobachten.

Die Höhenströmung, die das System der Passatzirkulation vervollständigt, bezeichnet man als Gegenpassat oder Antipassat. Gegenpassate wehen in einem Winkel von annähernd 180° zur Richtung der jeweiligen Passate.

Die Luft, die in meist subtropischen Breitenlagen aus den Antipassaten zu Boden sinkt, erwärmt sich mit dem Absinken, wodurch sie eine austrocknende Wirkung hat. Die dort entstehenden Rossbreiten sind häufig windstill.

Infolge des im Jahresverlauf variierenden Zenitstands der Sonne verlagert sich die ITC und damit auch das Passatwindsystem nördlich oder südlich. Dadurch geraten viele tropische Regionen im Jahresverlauf regelmäßig unter den Einfluss unterschiedlicher Winde bzw. Passate. Wechselt der Passat jahreszeitlich bedingt stark die Richtung, so wird er als Monsun bezeichnet.

Ein Wechsel der Niederschlagseigenschaften des Passats ist z.B. am Golf von Guinea in Westafrika zu beobachten, wo der Wind jahreszeitlich bedingt die Richtung ändert. Die Regenzeit der Monate Mai bis Juli verdanken die Küstenregionen hauptsächlich dem Südostpassat, der zuvor über dem Golf von Guinea Feuchtigkeit aufnehmen konnte. Während der übrigen Monate weht in den meisten dieser Regionen jedoch der Nordost-Passat aus den Trockengebieten Nordafrikas.

Die Einordnung der Passatwinde in globale Windsysteme ist beschrieben unter Planetarische Zirkulation.

Geschichte

Die Passatzirkulation, also die die Passatwinde umfassende erdumspannende Luftströmung, wurde erstmals 1735 von George Hadley sachlich richtig beschrieben, rund einhundert Jahre bevor Gaspard Gustave de Coriolis die Corioliskraft allgemeiner als Ursache der Bewegungsablenkung erkannte, welche die besondere Richtung der Passate bewirkt. Das Luftkreislaufsystem („Zirkulationssystem“), dem die Passate entspringen, wird daher Hadley-Zelle genannt.

Wegen der Beständigkeit wurde und wird er von Segelschiffen zur zügigen Überquerung der Ozeane genutzt. Der Nordost-Passat machte damit den Dreieckshandel der frühen Neuzeit möglich. Europäische Segelschiffe segelten an der afrikanischen Westküste nach Süden bis sie auf den Nordost-Passat trafen, der sie nach Westen trieb. Dort nutzten sie die Meeresströmungen, um aus dem Golf von Mexiko nach Norden zu kommen, von wo die Westwinde der Nordhalbkugel sie wieder nach Europa zurückbrachten.

Siehe auch

Weblinks

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