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Kategorie: Saturn

Saturn (Planet)

Der Saturn ist von der Sonne aus gesehen der sechste Planets des Sonnensystem und nach Jupiter der zweitgrößte. Er zählt zu den jupiterähnlichen (jovianischen) Planeten, den Gasplaneten, besteht zu 97 % aus Wasserstoff und hat von allen die geringste Dichte. Saturns Bahn verläuft zwischen der von Jupiter und der des sonnenferneren Uranus. Er ist mit bloßem Auge sichtbar und der äußerste Planet, der vor der Erfindung des Fernrohrs bekannt war. Sein Zeichen ist .

Von den anderen Gasplaneten hebt sich der Saturn durch seinen besonders ausgeprägten und schon in kleinen Fernrohren sichtbaren Ring ab, der zu großen Teilen aus Wassereis besteht.

Bis einschließlich des Jahres 2007 wurden 60 Monde entdeckt, der größte davon ist Titan.

1 Umlaufbahn
2 Rotation
3 Physikalische Eigenschaften
4 Ringe
5 Monde
6 Forschungsgeschichte
7 Kulturgeschichte
8 Sichtbarkeit
9 Literatur
10 Einzelnachweise
11 Weblinks

Umlaufbahn

Der Saturn läuft auf einer annähernd kreisförmigen Umlaufbahn mit einer Exzentrizität von 0,05415 um die Sonne. Sein sonnennächster Punkt, das Perihel, liegt bei 9,021 AE und sein sonnenfernster Punkt, das Aphel, bei 10,054 AE. Seine Umlaufbahn ist mit 2,484° leicht gegen die Ekliptik geneigt. Weitere Bahndaten sind das Argument des Knotens mit 113,71504°, das Argument der Periapsis mit 92,43194° und die Mittlere Anomalie mit 49,94432° zur Epoche J2000.0. Für einen Umlauf um die Sonne benötigt der Saturn ungefähr 29 Jahre und 166 Tage. NASA Saturn Fact Sheet Weblinks.

Rotation

Die Rotationsachse des Saturn ist 26,73° gegen seine Umlaufbahn geneigt. Er rotiert nicht wie ein starrer Körper, sondern zeigt als Gasplanet eine differentielle Rotation: Die Äquatorregionen rotieren schneller (eine Rotation in 10 Stunden, 13 Minuten und 59 Sekunden) als die Polregionen (10 Stunden, 39 Minuten und 22 Sekunden). Die Äquatorregionen werden als System I und die Polregionen als System II bezeichnet. Aus In-Situ-Messungen des Saturnmagnetfeldes von Raumsonden wurde für das Saturninnere eine noch etwas langsamere Rotationsperiode von 10 Stunden, 47 Minuten und 6 Sekunden hergeleitet.

Durch neuere, kombinierte Auswertung von Messdaten, welche die Raumsonden Pioneer 11, Voyager 1 und 2 sowie Cassini-Huygens von der Schwerkraft, den Windgeschwindigkeiten und Radio-Signal-Echos geliefert haben, sind zwei US-amerikanische Wissenschaftler 2007 zu dem Ergebnis gekommen, dass der Saturnkern eine Umdrehung in 10 Stunden, 32 Minuten und 35 Sekunden absolviert und somit um sieben Minuten schneller ist, als bislang gedacht.John D. Anderson and Gerald Schubert Saturn's Gravitational Field, Internal Rotation, and Interior Structure Weblinks Demnach müsste der Kern kleiner sein, als vermutet. In Hinsicht der Entstehung des Gasplaneten könnte das für die Scheiben-Instabilitäts-Hypothese sprechen, nach der er aus einer kollabierenden Verdichtung der protoplanetaren Scheibe entstanden ist, und nicht, wie bisher zumeist angenommen, gemäß der Kern-Aggregations-Hypothese vorrangig aus einem Kern von über zehn Erdmassen, der sich als Erstes aus festen Bestandteilen der Gas- und Staubscheibe gesammelt hat und dann erst das Gas aus seiner Umgebung ausreichend anziehen konnte.Astronomie-heute.de: Der Saturnkern rotiert schneller als gedacht Weblinks 10. September 2007

Physikalische Eigenschaften

Aufbau

Hexagon am Nordpol (5-µm-Infrarotaufnahme während der Polarnacht)

Hexagon am Nordpol (5-µm-Infrarotaufnahme während der Polarnacht)

Der Saturn gehört zu den sogenannten Gasriesen. Mit einem Durchmesser von gut 120.000 km ist er nach Jupiter der zweitgrößte Planet des Sonnensystems. Seine Atmosphäre enthält wie die des Jupiter überwiegend Wasserstoff und Helium, jedoch in einer anderen Zusammensetzung. Der Wasserstoffanteil ist mit etwa 93 % der Masse deutlich höher, der Heliumanteil mit nur knapp 7 % deutlich geringer. Des Weiteren kommen Spuren von Methan, Ammoniak und anderen Gasen vor. The Solar System - Saturn Weblinks Obwohl sein Volumen 58 % von Jupiter entspricht, wiegt er doch weniger als ein Drittel (etwa 95 Erdmassen). Der Saturn hat daher eine sehr geringe mittlere Dichte von nur 0,687 g/cm³. Im Durchschnitt ist sein Material also leichter als Wasser unter Normalbedingungen, was für keinen anderen Planeten unseres Sonnensystems sonst zutrifft.

Auge am Südpol (752-nm-Infrarotaufnahme)

Auge am Südpol (752-nm-Infrarotaufnahme)

Während die Atmosphäre des Jupiter die Elemente Wasserstoff und Helium im gleichen Verhältnis wie die Sonne enthält, ist der Heliumanteil beim Saturn wesentlich geringer. Dies hängt mit der niedrigeren Temperatur des Saturn zusammen, durch die das Helium größtenteils kondensierenndeckendecke konnte. Die eher detailarme, gelblich-braune Wolke enthält überwiegend gefrorene Ammoniakkristalle.

Der Nordpol ist der Mittelpunkt eines Polarwirbels und einer stabilen Struktur in der Form eines nahezu regelmäßigen Sechsecks mit einem Durchmesser von fast 25.000 Kilometern. Das anscheinend mehrere hundert Kilometer tiefe Hexagon wurde bereits 1980 und 1981 von den Voyager-Sonden aufgenommen und ist auch auf den von dem Orbiter Cassini übermittelten Bildern von 2006 wieder zu sehen. Das Hexagon rotiert alle 10 Stunden 39 Minuten und 24 Sekunden einmal, die gleiche Zeit, die auch die Radioemissionen von Saturn benötigen. Die Entstehung dieses Effekts ist noch nicht geklärt, aber es wird vermutet, dass es eine vollständig neue Art „Polarlicht“ sein könnte.A Hey on Saturn Weblinks Am Südpol befindet sich ein ortsfester hurrikanähnlicher Sturm mit einem Durchmesser von etwa 8000 Kilometern.Cassini Images Bizarre Hexagon on Saturn, Pressemitteilung 2007-034 des Jet Propulsion Laboratory, 27. März 2007 Weblinks Auf Saturn wurden weitere Stürme beobachtet, wie zum Beispiel der „Große Weiße Fleck“, ein Effekt der alle 29 Jahre auf der nördlichen Hemisphäre Saturns zu beobachten ist und vergleichbar mit dem „Großen Roten Fleck“ auf Jupiter ist.Great White Spot Weblinks

Innere Struktur

Schematischer Aufbau von Saturn

Schematischer Aufbau von Saturn

Mit zunehmender Tiefe der Atmosphäre, die wie bei Jupiter hauptsächlich aus Wasserstoff besteht, geht diese, aufgrund des hohen Druckes, aus dem gasförmigen Zustand in den flüssigen Zustand über. Das geschieht allerdings ohne einen Phasenübergang, so dass keine definierte Oberfläche existiert, da der Druck in den Tiefen der Atmosphäre jenseits des kritischen Punktsischeische ansteigt. Unter diesen Bedingungen ist die Unterscheidung zwischen Gas und Flüssigkeit nicht mehr möglich. Weiter in der Tiefe geht der Wasserstoff schließlich in die metall Form über. Diese Schichten haben jedoch im Gegensatz zum Jupiter aufgrund der kleineren Masse andere Mächtigkeitsverhältnisse. So beginnt im Saturn die metallische Schicht erst bei 0,47 Saturnradien (Jupiter: 0,77 Jupiterradien). Unterhalb dieser Schicht liegt ein Gesteinskern (genauer: Eis-Silikat-Kern), für den Modellrechnungen eine Masse von circa 16 Erdmassen ergeben. Damit besitzt der Saturn-Kern einen Masseanteil von 25 Prozent, der des Jupiter lediglich 4 Prozent. Das Innere des Gesteinskerns ist sehr heiß, es herrscht eine Temperatur von 12.000 Kelvin. Als Grund dafür wird unter anderem der Kelvin-Helmholtz-Mechanismus angenommen, eine langsame gravitationsbedingte Kompression.NASA Saturn Worldbook WeblinksThe Solar System - Saturn Weblinks

Magnetfeld

Der Saturn besitzt ein eigenes Magnetfeld, dessen Form der einfachen, symmetrische Form eines magnetischen Dipols entspricht. Die Feldstärke am Äquator beträgt etwa 20 µT und ist damit etwa 20-mal weniger stark als das äquatoriale Feld Jupiters (420 µT) und etwas schwächer als das äquatoriale Erdfeld (30 µT). Das magnetische Dipolmoment, das ein Maß für die Stärke des Magnetfeldes bei vorgegebenem Abstand vom Zentrum des Planeten ist, ist mit 4,6 × 1018 Tm3 580-mal stärker als das Magnetfeld der Erde (7,9 × 1015 Tm3). Das Dipolmoment Jupiters ist allerdings mit 1,55 × 1020 Tm3 trotz des ähnlich großen Planetendurchmessers etwa 34-mal so groß. Daher ist die Magnetosphäre des Saturn deutlich kleiner als die des Jupiters und erstreckt sich nur zeitweise knapp über die Umlaufbahn des Mondes Titan hinaus. Einzigartig im Sonnensystem ist die fast exakt parallele Ausrichtung der Magnetfeldachse und der Rotationsachse. Während z. B. bei Erde und Jupiter diese Achsen etwa 10° gegeneinander geneigt sind, beträgt die Abweichung der beiden Achsen beim Saturn weniger als 1°.Cassini-Huygens Website zur Magnetosphäre Weblinks
Regionen innerhalb der Magnetosphäre Saturns

Regionen innerhalb der Magnetosphäre Saturns

Sehr wahrscheinlich wird das Magnetfeld durch einen Mechanismus erzeugt, der dem Dynamo im inneren Jupiters entspricht und eventuell von Strömen im metallischen Wasserstoff angetrieben wird. Es gibt aber auch konkurrierende Theorien, die die Ursache des Magnetismus in anderen Materialien und Schichten des Gasplaneten suchen.NASA Special Publication Passage to a Ringed World Chapter 6 Weblinks

Genau wie bei anderen Planeten mit ausgeprägtem Magnetfeld wirkt die Magnetosphäre des Saturn als effizienter Schutzschild gegen das Weltraumwetter. Da der Sonnenwind mit Überschallgeschwindigkeit auf die Magnetosphäre trifft, bildet sich auf der sonnenzugewandten Seite eine Stoßwelle aus, die zur Bildung einer Magnetopause führt. Auf der sonnenabgewandten Seite bildet sich, wie bei Erde und Jupiter, ein langer Magnetschweif. Der große Mond Titan, dessen Umlaufbahn noch im inneren der Magnetosphäre liegt, trägt durch seine ionisierten oberen Atmosphärenschichten (Ionosphäre) zum Plasma der Magnetosphäre bei. Die genaue Struktur der Magnetosphäre ist äußerst komplex, da sowohl die Ringe des Saturn als auch die großen inneren Monde mit dem Plasma wechselwirken.

Ringe

Hauptartikel: Saturnringe
Sichtbarkeit der Saturnringe bis 2029

Sichtbarkeit der Saturnringe bis 2029

Den Saturn umgibt in seiner Äquatorebene ein auffälliges Ringsystem, das bereits in einem kleinen Teleskop problemlos zu sehen ist. Das Ringsystem wurde 1610 von Galileo Galilei entdeckt, der das Ringsystem aber als „Henkel“ deutete. Christiaan Huygens beschrieb die Ringe 45 Jahre später korrekt als Ringsystem. Giovanni Domenico Cassini vermutete als erster, dass die Ringe aus kleinen Partikeln bestehen, und entdeckte 1675 die Cassinische Teilung.Historical Background of Saturn`s Rings Weblinks

Die Ringe werfen einen sichtbaren Schatten auf den Saturn – wie auch umgekehrt der Saturn auf seine Ringe. Der Schattenwurf auf die Saturnoberfläche ist umso ausgeprägter, je mehr die recht wenig mächtige Hauptebene des Ringsystems im Laufe eines Saturnjahres gegenüber der Sonne geneigt ist.

Es gibt mehr als 100.000 einzelne Ringe mit unterschiedlicher Zusammensetzung und Farbton, welche durch scharf umrissene Lücken voneinander abgegrenzt sind. Der innerste beginnt bereits etwa 7.000 km über der Oberfläche des Saturn und hat einen Durchmesser von 134.000 km, der äußerste hat einen Durchmesser von 960.000 km. Die größten Ringe werden von innen nach außen als D-, C-, B-, A-, F-, G- und E-Ring bezeichnet.

Die Ringteilchen umkreisen den Saturn rechtläufig in dessen Äquatorebene; somit ist das Ringsystem ebenso wie die Äquatorebene um 27° gegen Saturns Bahnebene geneigt. Alle 14,8 Jahre befindet sich das Ringsystem in der sogenannten „Kantenstellung“, in der der dünne Rand der Ringe genau der Erde zugewandt ist, so dass das Ringsystem nahezu unsichtbar wird. Das wird das nächste Mal im Jahre 2009 wieder der Fall sein.

Speichenartige Strukturen, beobachtet von Voyager 2;

Speichenartige Strukturen, beobachtet von Voyager 2;

Ein weiteres Phänomen sind radialee, speichenartigen Strukturen, die sich von innen nach außen über die Ringe des Saturns erstrecken und hierbei enorme Ausmaße annehmen: bei einer Breite von rund 100 Kilometern können sie bis zu 20.000 Kilometer lang werden.Blitzartig gestreift Weblinks: zu den rätselhaften Speichen im Ringsystem auf www.wissenschaft.de Diese „Speichen“ wurden erstmals von der Sonde Voyager 2 bei ihrer Passage im Jahr 1981 entdeckt, später konnte die Beobachtung unter anderem vom Weltraumteleskop Hubble bestätigt werden. Rätselhafterweise verschwanden diese Strukturen ab 1998 allmählich und konnten dann erst wieder ab September 2005 auf Aufnahmen der Raumsonde Cassini nachgewiesen werden. Als Ursache für die Streifenbildung wurde zunächst eine kurzlebige Wechselwirkung mit dem Magnetfeld des Saturn vermutet.
Aufnahme der Ringe des Saturns von Cassini. Das Bild wurde aus einem Winkel von 60° zum Ringsystem gemacht

Aufnahme der Ringe des Saturns von Cassini. Das Bild wurde aus einem Winkel von 60° zum Ringsystem gemacht

US-amerikanische Astronomen fanden 2006 jedoch eine andere Erklärung für das Rätsel um die Speichenstrukturen: demnach bestehen die Speichen aus winzigen (wenige µmpartikelnpartikeln) geladenen Staub, deren Flugbahn vom UV-Licht der Sonne so beeinflusst wird, dass die Partikel durch entstehende elektrostatische Kräfte in einen Schwebezustand (Levitation) gebracht und angehoben werden.C. J. Mitchell et al.: Saturn's Spokes: Lost and Found. Science, 17. März 2006, Vol. 311. Nr. 5767, S. 1587–1589 Je nach Position des Saturns auf seiner Umlaufbahn ändert sich der Winkel zwischen den Saturnringen und der Sonne und somit auch der Einfallswinkel des ultravioletten Lichts. Die dunklen Streifen entstehen in periodischen Abständen immer wenn die Sonne in der Ringebene des Saturns steht und bestehen dann für etwa acht Jahre. Eine streifenlose Phase hält dagegen sechs bis sieben Jahre lang an.Cassini entdeckt Speichen Weblinks Der Grund für die elektrostatische Aufladung der Ringe wird kontrovers diskutiert. Eine Erklärung ist, dass Blitze in der oberen Atmosphäre des Saturns auftreten, welche durch komplexe Vorgänge Elektronenstrahlen erzeugen, die die Ringe treffen.Blitze sollen Saturnringe stören Weblinks

Zur Entstehung der Saturnringe gibt es verschiedene Theorien. Nach der von Édouard Albert Roche bereits im 19. Jahrhundert vorgeschlagenen Theorie entstanden die Ringe durch einen Mond, der sich dem Saturn so weit genähert hat, dass er durch Gezeitenkräfte auseinandergebrochen ist. Der kritische Abstand wird als Roche-Grenzeskr bezeichnet. Die räumliche Variation der Anziehungskräfte durch den Saturn übersteigt in diesem Fall die mondinternen Gravitationäfte, so dass der Mond nur noch durch seine materielle Struktur zusammengehalten wird. Nach einer Abwandlung dieser Theorie zerbrach der Mond durch eine Kollision mit einem Kometen oder Asteroiden. Nach einer anderen Theorie sind die Ringe gemeinsam mit dem Saturn selbst aus der selben Materialwolke entstanden. Diese Theorie wird jedoch heute kaum noch vertreten, denn man vermutet, dass die Ringe ein nach astronomischen Maßstäben eher kurzlebiges Phänomen von höchstens einigen hundert Millionen Jahren darstellen.

Monde

Übersicht: Liste der Saturnmonde
Vier Saturn-Monde: Titan (hinten), Dione (vor Titan), Prometheus (Mitte, unter den Ringen) und Telesto (oben) mit Saturnringen im Mittelgrund, fotografiert von der Raumsonde Cassini

Vier Saturn-Monde: Titan (hinten), Dione (vor Titan), Prometheus (Mitte, unter den Ringen) und Telesto (oben) mit Saturnringen im Mittelgrund, fotografiert von der Raumsonde Cassini

Von den 60 bekannten Monden ist Titan der größte mit einem Durchmesser von 5150 km. Die vier Monde Rhea, Dione, Tethys und Iapetus besitzen einen Durchmesser zwischen 1050 km und 1530 km. Telesto, Tethys und Calypso bewegen sich dabei, mit jeweils 60 Grad Versatz, auf derselben Bahn um den Saturn. Eine Besonderheit ist auch der Mond Helene (Saturn XII – S/1980 S 6), der sich wiederum eine Bahn mit 60 Grad Versatz mit Dione teilt. Ein weiterer dieser „Trojaner-Monde“ ist Polydeuces – ebenfalls in 60° Winkelabstand zu Dione.Saturns bekannte Satelliten WeblinksAktuelle Cassini-Aufnahmen der Monde Weblinks

Eine weitere Besonderheit stellen die Monde Janus und Epimetheus dar, welche auf zwei fast gleichen Umlaufbahnen den Saturn umlaufen. Alle vier Jahre kommen sie sich sehr nahe und tauschen durch die gegenseitige Anziehungskraft ihre Umlaufbahnen um den Saturn.

1905 gab William Henry Pickering bekannt, einen weiteren Mond entdeckt zu haben. Pickering schätzte den Durchmesser auf 61 km. Der Mond wurde Themis genannt, da er aber nie wieder gesichtet wurde, gilt er als nicht existent.

Anfang Mai 2005 entdeckte man einen weiteren Mond, provisorisch S/2005 S 1 genannt, der mittlerweile auch den offiziellen Namen Daphnis trägt. Er ist der zweite Mond neben Pan, der innerhalb der Hauptringe des Saturns kreist.NASA [1] Weblinks Saturn Monde

Im Juni 2006 wurden mit dem Teleskop auf dem Mauna Kea (Hawaii) 9 weitere Monde entdeckt, die auf stark elliptischen Bahnen zwischen 17,5 und 23 Mio. Kilometern den Saturn entgegen dessen Rotationsrichtung umkreisen. Daraus lässt sich schließen, dass es sich um eingefangene Überreste von Kometen oder Kleinplaneten handeln muss. Der Mitte 2007 vom Cassini Imaging Science Team entdeckte Mond Anthe ist mit einem Radius von ungefähr 2 km der bislang kleinste entdeckte Mond des Saturns.

Zum Zeitpunkt des Eintritts der Raumsonde Cassini in den Saturnorbit fand man kleinere Körper mit nur etwa 100 m Durchmesser, vermutlich Überreste eines ehemals größeren Körpers, die kleine „Möndchen“ bzw. die Saturnringe bilden. Die Forscher schätzen etwa eine Zahl von 10 Millionen solcher kleinen Gebilde in den Saturnringen. Sie erhoffen sich nun, mithilfe dieser Überreste eine eindeutige Erklärung für die Entstehung der Saturnringe zu finden.

Forschungsgeschichte

Erdgebundene Erforschung

Anfang 1610 schickte der italienische Mathematiker, Physiker und Astronom Galileo Galilei an seinen Förderer und ehemaligen Schüler Cosimo II. de’ Medici eine verschlüsselte Nachricht folgenden Inhalts: Smaismrmilmepoetaleumibunenvgttavrias.

Dieser konnte das Wortungetüm jedoch nicht entziffern, und so musste Galilei die Lösung nachliefern. Sie lautet:

Altissimum planetam tergeminum observavi –
Den obersten Planeten habe ich dreigestaltig gesehen.

Galilei hatte kurz zuvor erstmals den Saturn durch ein Fernrohr beobachtet und geglaubt, zwei Monde des Saturn entdeckt zu haben. Im März 1610 veröffentlichte Galilei seine Beobachtungen in dem Werk Sidereus Nuncius (Sternenbote), welches er Medici widmete.

1656 konnte der niederländische Physiker und Astronom Christiaan Huygens (1629–1695) beim Blick durch ein leistungsstärkeres Fernrohr das Phänomen enträtseln: Galilei hatte den Ring des Saturn in seinem kleinen Fernrohr nicht deutlich genug erkannt und ihn für Saturntrabanten gehalten.History of Discoveries Weblinks

Ein Jahr zuvor hatte Huygens bereits den größten Saturnmond Titan entdeckt. Giovanni Domenico Cassini entdeckte 1671/72 die Saturnmonde Japetus und Rhea, 1684 Tethys und Dione. Cassini entdeckte 1675 auch die nach ihm benannte Teilung in den Saturnringen.

Erforschung mit Raumsonden

Eine Aufnahme des Saturns und seines Mondes Titan von Pioneer 11;

Eine Aufnahme des Saturns und seines Mondes Titan von Pioneer 11;

Als erste Sonde überhaupt flog Pioneer 11 am 1. September 1979 in 21.000 km Entfernung am Saturn vorbei. Die Sonde machte erste Aufnahmen von Saturn und einem Teil seiner Monde. Die Auflösung der Bilder war aber nicht groß genug um Einzelheiten zu erkennen. Außerdem wurden die Ringe untersucht und die Temperatur von Mond Titan gemessen.http://spaceprojects.arc.nasa.gov/Space_Projects/pioneer/PN10&11.html" Weblinks class="external" rel="nofollow" target="_blank">Pioneer Mission Description Weblinks

Der Saturn verdeckt die Sonne. Von Cassini aufgenommen. In der Vergrößerung ist links von den hellen Ringen die Erde als Lichtpünktchen zu erkennen

Der Saturn verdeckt die Sonne. Von Cassini aufgenommen. In der Vergrößerung ist links von den hellen Ringen die Erde als Lichtpünktchen zu erkennen

Nachdem am 13. November 1980 die Raumsonde Voyager 1 den Saturn besucht hatte, kam knapp ein Jahr später, am 26. August 1981, die Schwestersonde Voyager 2 beim Ringplaneten an. Die Sonden lieferten erste hochauflösende Bilder, die erstmals Einzelheiten auf der Oberfläche der Monde zeigten. Voyager 2 hat auch die Atmosphäre von Saturn untersucht, und dabei Temperatur- und Druckmessungen durchgeführt.Missions to Saturn Weblinks

Im Juni 2004 erreichte die Raumsonde Cassini-Huygens das Saturnsystem nach siebenjährigem Flug. Der Orbiter „Cassini“ führte eine zusätzliche Landungssonde „Huygens“ mit sich, die am 14. Januar 2005 auf dem Mond Titan landete und dabei Fotos von Methanseen auf dem Mond machte.Probe reveals seas on Saturn moon Weblinks Am 10. März 2006 berichtete die NASA, dass Cassini unterirdische Wasserreservoirs dicht unter der Oberfläche des Mondes Enceladus gefunden habe.Cassini Discovers Potential Liquid Water on Enceladus Weblinks Cassini fand außerdem 4 neue Monde des Saturn. Die Sonde fliegt weiterhin im Orbit von Saturn und untersucht ihn.

Kulturgeschichte

Da der Saturn mit bloßem Auge sichtbar ist und als Wandelstern auffällt, wurde er schon im Altertum mit mythologischen Deutungen belegt. Die Römer sahen in ihm den Planeten des Gottes Saturn, während er im antiken Griechenland als Planet des Gottes Kronos galt. Die neuseeländischen Māori hatten für den Saturn die Bezeichnung Parearau. Das bedeutet: „ihr Band umgibt sie“. In der hinduistischen Astrologie wird der Saturn als Shani bezeichnet. In der mittelalterlichen Astrologie stand Saturn - der traditionell mit einer Sichel oder Sense dargestellt wird - für Unglück: Sorgen, Melancholie, Krankheiten und harte Arbeit, jedoch auch für Ordnung und Maß.

Der englische Tagesname „Saturday' bezieht sich auf diesen Planeten.

Sichtbarkeit

Hauptartikel: Saturnpositionen bis 2021

In der folgenden Tabelle sind die Sichtbarkeiten des Saturn ab Ende 2007 bis 2010 angegeben. Neben dem Datum der Opposition ist jeweils auch die scheinbare Helligkeit, der Abstand zur Erde und der Winkeldurchmesser während der Opposition angegeben.
Stationär, dann rückläufig Opposition Oppositions-
entfernung
Oppositions-
helligkeit
Winkel-
durchmesser
Neigung
der
Ringe
Stationär, dann rechtläufig Konjunktion zur Sonne
20. Dezember 2007 24. Februar 2008 8,29136 AE 0,2 mag 20,10' -8,4° 3. Mai 2008 4. September 2008
1. Januar 2009 8. März 2009 8,39440 AE 0,5 mag 19,85' -2,6° 17. Mai 2009 17. September 2009
14. Januar 2010 22. März 2010 8,50379 AE 0,5 mag 19,60' 3,2° 31. Mai 2010 1. Oktober 2010

Literatur

  • Ute Kehse: Polarlichter sind einzigartig – Cassini und Hubble werfen 25 Jahre alte Theorien über den Haufen (Bericht über einen Artikel in der Zeitschrift Nature): 19. Februar 2005, Onlineportal der Zeitschrift Bild der Wissenschaft: Artikel online abrufbar unter http://www.wissenschaft.de/wissen/news/249343.html Weblinks
  • E. Best: The Astronomical Knowledge of the Maori, Genuine and Empirical aus der Reihe: New Zealand Dominium Museum Monograph. Wellington 1922, p. 35.
  • Ronald Weinberger: Präzise Bestimmung der Rotation des Saturn. Naturwissenschaftliche Rundschau 59(12), S. 664–665 (2006),

Einzelnachweise

Weblinks

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