China
Die
Chinesen, deren windreichen Ebenen im Norden günstige Voraussetzungen boten, bauten die ersten Landsegler.
Die Erfindung soll der Ersterwähnung im Buch vom Meister der goldenen Halle zufolge, das dem Gelehrtenkaiser Liang (Regierungszeit 552-554 n.Chr.) zugeordnet wird, von dem Philosophen Kao-ts'ang gemacht worden sein. Der Wagen konnte gemäß der Beschreibung 30 Personen befördern und viele hundert Kilometer am Tag zurücklegen. [Peter James. Nick Thorpe: Keilschrift, Kompaß, Kaugummi Eine Enzyklopädie der frühen Erfindungen, Seite 81,82, Sancoussi Verlag AG, Zürich 1998, ISBN 3-7254-1133-6]
Literarisches
Die Berichte europäischer Reisender von den chinesischen Windwagen wirkten anregend auf die Phantasie der Europäer und wurden auch von Dichtern aufgegriffen.
1589 schrieb Jan Huygen van Linschoten in seinem Buch Itinerario: 'Die Chinesen sind großartige und einfallsreiche Handwerker, was schon das Kunsthandwerk aus diesem Land zeigt. Sie bauen und benutzen Karren mit Segeln und Rädern, die so geschickt gefertigt sind, dass sie auf dem Felde vom Wind vorangetrieben werden - gerade so als führen sie auf dem Wasser. [Robert K.G. Temple: Das Land der fliegenden Drachen, Chinesische Erfindungen aus vier Jahrtausenden, Kapitel Segelwagen, S. 196, Gustav Lübbe Verlag GmbH, Bergisch Gladbach 1990]
In John Miltons Versepos Paradise Lost 1665 heißt es z.B.: 'Auf Sericanas unfruchtbaren Flächen (...), wo unter Wind und Segeln Chinesen ihre Bambuswagen lenken.' [Peter James. Nick Thorpe: Keilschrift, Kompaß, Kaugummi Eine Enzyklopädie der frühen Erfindungen, Seite 82, Sancoussi Verlag AG, Zürich 1998, ISBN 3-7254-1133-6]
Europa um 1600: Simon Stevin

Simon Stevin
In Europa baute um 1600 der Mathematiker, Physiker und Wasserbauingenieur
Simon Stevin (1548-1620) angeregt von den Berichten über die Landsegler in China für Prinz
Moritz von Oranien den ersten Segelwagen.
[http://www.deutschefotothek.de/obj70007617.html] 
Stevin fuhr ungefähr im Jahr 1600 mit Prinz Moritz von Oranje und 26 anderen Personen an der Küste von
Scheveningen und
Petten. Teilnehmer einer der Fahrten war auch der Gelehrte
Grotius. Das Fahrzeug legte in weniger als zwei Stunden eine Strecke von etwa 95 km zurück.
Der Schriftsteller Laurence Sterne behandelt in seinem ab 1759 erschienenen, mehrbändigen Roman Tristram Shandy auch Stevin, den er Stevinus nennt, und den von Stevin(us) gebauten Landsegler.[ Siehe Internet-Ausgabe des Romans Tristan Shandy von Laurence Sterne auf gutenberg.de ]
: 39. Kapitel
Ein Modell des Wagens wurde bis 1802 aufbewahrt.
Die damals vor allem in Holland gebauten Landsegler erreichten Geschwindigkeiten von gut 50 km/h max vermutl. 60 km/h.
Gemälde
1640 verwendete ein Künstler, vermutlich Hendrik Gerritz Pot, das Bild eines Segelwagens für sein satirisches Bild
Floras Narrenwagen (Floras Mallewagen) eine Anspielung auf den
spekulativen Tulpenhandel, der 1637 zusammenstürzte. Das Bild hängt heute in Frans Hals-Museum,
Haarlem.
[1] 
Neuzeit: Strandsegler

Strandsegeln an den breiten Stränden der Picardie
Heute werden vereinzelt Segelwagen als sogenannte
Strandsegler zum Freizeitvergnügen und zu sportlichen Zwecken gebaut.
[http://yacht.de/rolandgaebler/root_default/fansites/roland_gaebler/landyachting.php]
Einzelnachweise
Literatur
Robert K.G. Temple:
Das Land der fliegenden Drachen. Chinesische Erfindungen aus vier Jahrtausenden. Gustav Lübbe Verlag GmbH, Bergisch Gladbach 1990, ISBN 3-7857-0576-X. (dt. Übersetzung; engl. Originaltitel:
China, land of discovery. Siehe Kapitel
Segelwagen, S. 194)
Siehe auch:
Weblinks