Lage und Umgrenzung
Der Taunus ist das süd-östlichste Teilgebirge des Rheinischen Schiefergebirges. Im Westen wird der Taunus durch das obere Mittelrheintal begrenzt, das es hier vom Hunsrück scheidet. Im Norden bildet das Tal der Lahn mit dem Limburger Becken eine recht scharfe landschaftliche Grenze. Im Osten grenzt die Wetterau als Teil der Hessischen Senke an das Schiefergebirge; im Süden bilden der Rheingau und das Main-Taunusvorland natürliche Grenzen. Die drei letztgenannten Landschaften bilden einen Teil des Rhein-Main-Tieflands.
Am südlichen Rand liegen die Städte Wiesbaden, Hofheim und Bad Homburg. Im Norden an der Lahn sind bekannte Städte Bad Ems und Weilburg.
Naturräumliche Gliederung

Der Hochtaunus mit Feldberg (Blick von Karben)

An den geschützten Südhängen des Taunus liegt das Weinbaugebiet Rheingau
Der Taunus ist kein in sich homogener Landschaftschaftsraum, grenzt sich aber trotz seiner Inhomogenität mehr oder weniger von den umliegenden Landschaften ab. Der Taunus kann, was seine Naturlandschaft betrifft, in Teillandschaften gegliedert werden, die sich durch Morphologie, geologischen Aufbau, Klima und zum Teil durch die vorherrschende Vegetation wiederum einheitlicher zeigen. Die Kulturlandschaft, d.h. die vom Menschen überprägte Naturlandschaft orientiert sich anhand der Landnutzung, der Lage und Verteilung von Siedlungen und den Verkehrswegen an dieser Gliederung.
Im Süden liegen die stärker bewaldeten und höher gelegenen Teile mit dem Vordertaunus (naturräumlich auch Vortaunus genannt) und dem Hohen Taunus (Taunushauptkamm), wo im Feldbergmassiv die höchsten Höhen nicht nur des Taunus, sondern des Rheinischen Schiefergebirges erreicht werden. Das ausgeprägte Relief bietet wenig Raum für Siedlungen und landwirtschaftliche Nutzung. Aufgrund der Höhenlage zeigt sich das Klima hier rauher als in den vorgelagerten Landschaftsräumen. Dies zeigt sich in den niedrigeren mittleren Temperaturen und den höheren Niederschlagsmengen. Zusammen mit den meist wenig tiefgründigen und fruchtbaren Böden, die sich aus saurem Gestein entwickelt haben, findet sich hier vornehmlich Waldland. Etwas differenzierter stellt sich der Vortaunus in dieser Beziehung dar, der morphologisch stärker zerlegt erscheint und durch Buchten des Vorlandes stärker gegliedert ist als der Hauptkamm.
Das Gebiet nördlich des Hohen Taunus bis zum Lahntal wird als Hintertaunus bezeichnet. Die Landschaft erscheint hier insgesamt nicht mehr so hoch und bergig wie die südlicheren Teile. Es finden sich zwischen den zum Teil recht tief eingeschnittenen Tälern auch ausgeprägte Hochflächen (Verebnungen), die sich durch stärkere landwirtschaftliche Nutzung auszeichnen. Da meist nur die Hänge der Täler mit Wald bestanden sind, erscheint der Hintertaunus in seiner Gesamtheit offener. Differenziert wird das Landschaftsbild des Hintertaunus durch die Zergliederung in unterschiedlich hoch gelegene Schollen. Deutlich zeigt sich dies im Östlichen Hintertaunus, wo beispielsweise mit dem Pferdskopf-Bergland ein hoch gelegener Landschaftsraum existiert, der sich durch stärkere Bewaldung, rauheres Klima und magere Böden auszeichnet. Ebenfalls im Östlichen Hintertaunus befindet sich mit dem Usinger Becken aber auch eine nur flach gewellte, offene Beckenlandschaft, die über ertragreiche Böden und ein ausgeglichenes Klima verfügt.
Durch die im Bereich Idstein – Bad Camberg ausgebildete Idsteiner Senke wird der Hintertaunus in den Westlichen und Östlichen Hintertaunus geteilt. Die Idsteiner Senke erweitert sich zum Lahntal hin in das Limburger Becken und wird im nördlichen Bereich auch als Goldener Grund bezeichnet. Dies deutet auf die für die Landwirtschaft hier günstigen Bedingungen hin. Das Relief ist flachwellig, die Böden durch den hohen Lößanteil fruchtbar und das Klima durch die Beckenlage milder.
Geologie und Bodenschätze
Geologie
Der Taunus ist ein Teil der Rheinischen Masse. Seine Gesteine sind überwiegend devonischen Alters und wurden im Rahmen der variskischen Gebirgsbildung aufgefaltet. Das Gebiet wird durch die Idsteiner Senke regionalgeologisch in die Teile West- und Osttaunus gegliedert. Gesteine des Taunus sind sogenannte Bunte Schiefer, der Hermeskeil-Sandstein und der Taunusquarzit. Am Südrand von Taunus und Hunsrückzone treten prädevonische Ablagerungen in Form einer Phyllit zu Tage. Eine große Schichtlücke zeigt sich bis zum Quartär, als sich Schuttdecken und äolische Ablagerungen wie Löss bildeten. Die nördlich anschließende Lahnmulde ist angefüllt mit mittel- und oberdevonischen Tonschiefern und Grauwacken.
Bodenschätze
Der nordwestliche Teil des Östlichen Hintertaunus (Langhecker Lahntaunus), der zum Weilburger Lahntalgebiet überleitet, gehört geologisch gesehen zur Lahnmulde und ist durch seinen Magmatismus reich an Bodenschätzen aus dem Mitteldevon wie Eisen in Form von Roteisenstein mit bis zu 50 % Eisenanteil, oder Flusseisenstein mit bis zu 35 % Eisen, sowie Silbererz, Dachschiefer und Diabas. Der vom 17. bis zum 20. Jahrhundert hier betriebene Bergbau ist heute bis auf einige Diabas-Steinbrüche eingestellt.
Oberflächenformen
Die Oberflächengestaltung (Relief) erst lässt den Taunus als Mittelgebirge erscheinen, wobei ausgeprägte und scharfe Formen fehlen. Das Relief ist Ergebnis der erdgeschichtlichen Entwicklung und steht in engem Zusammenhang mit den das Gebirge aufbauenden Gesteinen. Das Relief ist gleichsam aber auch Faktor, der weitere landschaftliche Erscheinungen maßgeblich mitbestimmt. Dazu zählen in erster Linie das regionale Klima, das Gewässernetz und die Bodenverhältnisse. Auch die menschlichen Aktivitäten wie die landwirtschaftliche Nutzung, der Verkehr und die Besiedlung stehen in engem Zusammenhang mit dem Relief.
Der Taunus insgesamt zeigt das typische Bild einer Pultscholle, im Süden einen starken Anstieg bis zur Kammhöhe und einen langsamen Abfall zum Lahntal in nördlicher Richtung hin. Er hebt sich aus südlicher Richtung betrachtet markant vom Vorland ab, so daß er etwa vom Rhein oder Main aus betrachtet als beeindruckender Gebirgszug erscheint. Vom Rheingau bzw. dem Main-Taunusvorland (150 - 250 m) erreicht der Taunus schnell Höhen von 600 bis über 800 m, um dann langsam wieder auf Höhen bis um 300 m abzufallen. Der Hauptkamm erstreckt sich in südwest-nordöstlicher Richtung vom Niederwald bei Rüdesheim bis Bad Nauheim in einer Länge von 75 km, wobei er im Bereich des Feldbergmassivs die höchsten Höhen erreicht. Der Kamm selbst ist in mehrere Schollen gegliedert, die unterschiedlich hoch liegen. Im Westen finden sich das Rheingaugebirge und der Wiesbadener Hochtaunus, in denen Höhen bis knapp über 600 m erreicht werden. Östlich schließt sich bei Niedernhausen eine Störungszone an, die die Kammlinie unterbricht. Hier im Bereich des Eppsteiner Horstes ist die Kammscholle auf Höhen bis um 500 m abgesunken. Nord-östlich setzt sich der Kamm im Feldbergtaunus fort, wo mit dem großen Feldberg (880 m) die höchste Erhebung des Kammes erreicht wird. Zur Wetterau fällt der Kamm wieder auf Höhen um 500 m ab. An vielen Stellen erscheint die Kammlinie deutlich in zwei kammparallel verlaufende Rippen gegliedert, die durch weite Täler voneindander getrennt werden. Schön zeigt sich dies im Theißtal bei Niedernhausen, das die Form eines tief eingeschnittenen Kerbtals besitzt. Viele Gewässer schneiden sich dem Gefälle zum Vorland folgend tief in den Hauptkamm ein, nur selten wird er durchbrochen, wie dies beeindruckend das Walluftal bei Schlangenbad und das Erlenbachtal bei Köppern zeigen.
Dem Taunushauptkamm ist im Süden etwa im Bereich Wiesbaden bis Friedrichsdorf ein Vorgebirge angelagert, dessen Zentralteil der Eppsteiner Horst darstellt. Der Vortaunus hebt sich mit Höhen von 200 bis maximal 500 m deutlich vom vorgelagertem Taunusvorland ab und ist selbst stark in viele Riedel und Kuppen zerlegt. Das Taunusvorland östlich des Eppsteiner Horstes reicht mit mehreren Buchten in den Vortaunus. Deutlich zeigen dies beispielsweise die Hornauer Bucht bei Kelkheim und die Homburger Bucht bei Bad Homburg. Der Eppsteiner Horst ragt weit nach Süden in das Taunusvorland und hebt sich deutlich von diesem ab. Seine Verwerfungslinien setzen sich nach Norden im Bereich der Idsteiner Senke fort.
Der vom Taunuskamm zur Lahn sich allmählich senkende Gebirgsteil wird als Hintertaunus bezeichnet. Wenn von der langsam zum Lahntal absinkenden Rumpffläche gesprochen wird, so sind die zwischen den Tälern liegenden Hochflächen gemeint, die in erdgeschichtlicher Vergangenheit einst eine zusammenhängende flachwellige Fastebene gebildet haben. Diese Hochflächen liegen nordwestlich des Hauptkammes in der Regel in einer Höhenlage von 350 bis 450 m und senken sich zum Lahntal auf Höhen von 200 bis 300 m ab. Die ehemalige Rumpffläche ist durch die Gewässer des Hintertaunus stark in Riedel, Kuppen und Rücken zerlegt. Die Wisper und ihre Nebenflüsse haben sich im Westlichen Hintertaunus tief die Rumpfläche eingeschnitten und ein dichtes Talnetz erzeugt, das die kaum noch vorhandenen Hochflächen trennt. Vollkommen aufgelöst sind die Hochflächen im Bereich der Idsteiner Senke, die sich als flachwellige Hügellandschaft zwischen den Östlichen und den Westlichen Hintertaunus schiebt.
Die alte Rumpffläche des Westlichen Hintertaunus zeigt sich einheitlicher als die des Östlichen Hintertaunus, der durch mehrere von NW nach SO verlaufende Verwerfungen stärker in Schollen gegliedert ist. Östlich der Idsteiner Senke steigt die Landschaft an der Emsbachverwerfung in zwei Stufen zum Pferdskopf-Bergland auf, das als markante Hochscholle in nordöstlicher Richtung an den Feldbergtaunus anschließt und mit Höhen von 600 bis 700 m das Rheingaugebirge an Höhe noch übertrifft. Der übrige Östliche Hintertaunus zeigt sich weniger bergig und flacht nach Nordosten zur Lahn und nördlichen Wetterau merklich ab. Östlich der Pferdskopf-Scholle schließt mit einer deutlichen Verwerfung das Usinger Becken an, welches auch im Vergleich zu den umgrenzenden Schollen stark eingesunken und weniger bergig erscheint. Das Becken wird von den umgebenden Schollen um mehrere 100 m überragt, die sich durch steile Hänge von der Tiefscholle absetzen.
Gewässer und Heilquellen im Taunus
Wichtige Fließgewässer im östlichen Hintertaunus sind zur Lahn hin Weil und Solmsbach. Aus dem Usinger Becken entwässert die Usa zur Wetterau hin. Der Westliche Hintertaunus ist nach Norden zur Lahn hin von deren Zuflüssen Aar, Dörsbach und Mühlbach tief zertalt. Noch ausgeprägter und weiter entwickelt ist das Talsystem der Wisper welche die südlichen Teile des Westlichen Hintertaunus nach Westen zum Rhein hin entwässert. Entwässert wird die Idsteiner Senke nach Nordwesten zur Lahn hin durch Wörsbach und Emsbach. Weitere Fließgewässer sind Schwarzbach, Liederbach und Erlenbach im Vortaunus.
Von großer Bedeutung sind die Vorkommen an Mineral- und Heilquellen. Dadurch gibt es auch eine Reihe von bedeutenden Heilbädern im und um den Taunus. Der Begriff Selterswasser (nach den Quellen in Niederselters ist in der ganzen Welt ein Synonym für kohlensäurehaltiges Mineralwasser; mehrere große Mineralwasserbrunnen befinden sich in Bad Vilbel.
Die Quellen in Schlangenbad und Wiesbaden wurden bereits von den Römern genutzt. Die Quellen von Bad Schwalbach (früher Langenschwalbach) wurden erstmals im 16. Jahrhundert erwähnt, Bad Ems wurde seit dem 17. Jahrhundert eines der bekanntesten Heilbäder in Deutschland, und auch die Quelle von Bad Weilbach war zeitweise weit berühmt. Im 19. Jahrhundert wurden Bad Homburg vor der Höhe, Bad Nauheim, Bad Soden am Taunus und Bad Ems zu mondänen Kurorten, in denen sich alljährlich die europäische Aristokratie traf.
Politische Gliederung
Das Mittelgebirge befindet sich im wesentlichen auf hessischem Territorium, der nord-westliche Teil gehört zu Rheinland-Pfalz. Der Taunus erstreckt sich über die Landkreise Hochtaunuskreis, Limburg-Weilburg, Lahn-Dill-Kreis, Wetteraukreis, Main-Taunus-Kreis, Rheingau-Taunus-Kreis und Rhein-Lahn-Kreis sowie Teile der Stadt Wiesbaden.
Der Taunus in der Geschichte

Kastell Saalburg
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Kupferstich der Burg Reifenberg
Die frühsten Anzeichen menschlicher Besiedlung im Taunus stammen aus der
Bronzezeit. Bei
Wehrheim sind Grabhügel der mittleren bis jüngeren
Urnenfelderkultur (10./11. Jahrhundert v. Chr.) entdeckt worden. Einige der
archäologischen Funde sind im Heimatmuseum Wehrheim zu besichtigen. Nordwestlich von
Bad Homburg befindet sich der
Bleibeskopf, auf dem in einem von einem
Ringwall eingeschlossenem Terrain Spuren von Besiedlung von der Wende der Bronze- zur Eisenzeit gefunden wurden. Von Archäologen dort gefundene Gegenstände, welche auf das 9./8. Jahrhundert v. Chr. datiert wurden, werden im Saalburgmuseum und im Vortaunusmuseum (
Oberursel) ausgestellt.
Später lebten Kelten im und am Taunus. Ringwallanlagen auf dem Altkönig (798 m) wurden um 400 v. Chr datiert. Auf dem Eichelberg bei Rod an der Weil ist ebenfalls eine Ringwallanlage, die sogenannte Rentmauer erhalten, und auf dem Hühnerküppel sind Spuren keltischer Besiedlung gefunden worden. Um die selbe Zeit könnten die alten Höhenwege der Rennstraße, Hühnerstraße und Hessenstraße entstanden sein, an deren Seiten oft Hügelgräber zu finden sind. In der Nähe von Wilhelmsdorf bei Usingen ist ein Hügelgräberfeld archäologisch untersucht worden. In der spätkeltischen Zeit um das 2. und 1. Jahrhundert v. Chr. war das Heidetränk-Oppidum bei Oberursel eine der vier größten keltischen Städte Europas.
Vom 1. bis 3. Jahrhundert verlief auf dem Taunuskamm der heute stellenweise noch sichtbare Obergermanisch-Raetische Limes, der 2005 von der UNESCO als Bodendenkmal in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen wurde. Römische Quellen berichten vom Volksstamm der Mattiaker, einem Teilstamm der Chatten in dieser Region.
Die Franken besiedelten nach dem Untergang des Weströmischen Reiches ab dem 4. Jahrhundert den Taunus. Im Vordertaunus wurden einige aus dem Frühmerowingischen bis zur Karolingerzeit stammende Gräberfelder entdeckt. Wenig später tauchten die ersten urkundlichen Belege für dortige Siedlungen auf, so dass eine zeitlich lückenlose Besiedlung des Vordertaunus wahrscheinlich ist.
Der Name des Höhenzuges war bis in das 18. Jahrhundert schlicht 'die Höh(e)', er hat sich in den Ortsnamen Bad Homburg vor der Höhe und Rosbach vor der Höhe erhalten. Das lateinische 'Taunus' rührt von Tacitus her, der in den Annalen von einem 'castellum in monte tauno' schrieb, das vermutlich das heutige Friedberg bezeichnete. Friedrich V hatte die Umbenennung in einer Zeit, in der die Oberschicht im Klassizismus vom Altertum schwelgte, angeordnet. Über den Ursprung und die Bedeutung des Namens herrscht Uneinigkeit, einige gehen vom keltischen Dün oder Tun aus (Höhe, Zaun), andere meinen, in *tēu-/*təu sei die Bedeutung zu suchen. Die Bedeutung der indogermanischen Sprachwurzel lässt sich mit schwellen oder anhäufen umschreiben.
Vom Jahre 1806 bis 1866 gehörte der überwiegende Teil des Taunus zum Herzogtum Nassau, dessen Stammland sich an der Lahn befand. Nach dem Preußisch-Österreichichen Krieg 1866/67 fielen das Herzogtum Nassau und die Gebiete der erst 1866 an Hessen-Darmstadt heimgefallenen Landgrafschaft Hessen-Homburg - und damit der komplette Taunus - an Preußen und wurde Teil der neu gebildeten Provinz Hessen-Nassau. Seit 1946 befindet sich der Taunus zum großen Teil in Hessen, weitere Teile gehören zu Rheinland-Pfalz.
Sehenswürdigkeiten
Natur

Kubacher Kristallhöhle
Naturparks
Im landschaftlich vielfältigen Taunus liegen insgesamt drei
Naturparks.
Der
Naturpark Hochtaunus beinhaltet den östlichen Taunushauptkamm mit dem
Großen Feldberg (878 m) und erstreckt sich über den Östlichen Hintertaunus bis in das Weilburger Lahntalgebiet hin nach Norden. Auf seinem Gelände befindet sich auch der 2005 gegründete
Heilklimapark Hochtaunus, der der erste seiner Art in Deutschland ist. Im Nordwesten umfasst der
Naturpark Nassau Teile des Westlichen Hintertaunus, während der
Naturpark Rhein-Taunus sich im Westen befindet.
Sehenswertes
Der
Taunusklub hat ein weitverzweigtes Wanderwegenetz angelegt, das besonders von Tagesausflüglern aus dem Rhein-Main- oder Lahn-Dill-Gebiet genutzt wird, wobei der Taunushauptkamm mit dem Großen Feldberg am meisten bewandert wird. Auch der 48 km lange
Weiltalweg wird viel genutzt, in seinem Fall allerdings als Radwanderweg.
Außerdem treffen sich auf dem Hauptkamm in der Nähe des Großen Feldbergs die
Europäischer Fernwanderwege E1 und
E3.
Auf dem Großen Feldberg mit seinem Fernmelde- sowie Aussichtsturm ist ein weiter Blick über die ganze Umgebung bis hin nach Frankfurt am Main sowie den ganzen östlichen Hintertaunus möglich. Neben dem Aussichtsturm auf dem Großen Feldberg gibt es auch eine Anzahl anderer Aussichtstürme im Taunus, wie auf dem Herzberg, Pferdskopf, dem Atzelberg, Winterstein und dem Kapellenberg, auf dem sich der sogenannte „Meisterturm“ befindet.
Es gibt im Taunus einige geologische Anomalien, die oft von Ausflüglern besucht werden: Im zu Usingen gehörenden Eschbach (Usingen) befinden sich die Eschbacher Klippen, 12 Meter hohe, aus Quarz bestehende Felsen. Knapp außerhalb des naturräumlichen Taunus befindet sich im angrenzenden Weilburger Lahntalgebiet bei Kubach in der Nähe von Weilburg die Kubacher Kristallhöhle, die höchste deutsche Schauhöhle und einzige von Besuchern begehbare Kristallhöhle Deutschlands.
Historische Bauwerke und Museen

Schloss Braunfels
Limes
Der
Obergermanisch-Raetische Limes, der 2005 zum
Weltkulturerbe ernannt wurde, zieht sich teils noch sichtbar über den Hauptkamm durch den Taunus. Bei
Bad Homburg liegt das
Kastell Saalburg, es gilt als das besterforschte und am vollständigsten rekonstruierte Kastell des
Obergermanisch-Raetischen Limes. Weitere Kastelle, wie das
Kastell Kleiner Feldberg sind archäologisch gesichert und mit Schautafeln bestückt, bei
Idstein wurde ein Limesturm rekonstruiert und ebenfalls mit Schautafeln ausgestattet (
Römerturm Idstein-Dasbach).
Burgen, Schlösser und Ruinen
Der Taunus weist viele mittelalterliche Anlagen auf, die von der bewegten Vergangenheit dieser Region herrühren, hier nur eine Auswahl:
Das Schloss Braunfels wird oft als das 'Hessische Märchenschloss' bezeichnet und in der Burgruine Freienfels bei Weinbach finden alljährlich im Mai Ritterspiele statt, die überregional bekannt sind. Sehenswert sind auch die ehemaligen Residenzschlösser in Bad Homburg und Weilburg.
Die Burgen Eppstein und Kronberg, beide bei gleichnamigen Städten beherbergen Museen.
Die Burgruine Hohenstein bei Bad Schwalbach, die Burgruinen Falkenstein und Königstein sowie die Burgruine Oberreifenberg haben gemeinsam, dass sie zwar teils geschleift, aber immer noch besuchbar sind, in einigen finden auch heute noch Veranstaltungen statt, außerdem befindet sich in der Ruine Hohenstein auch noch ein Hotel.
Die im Weiltal sich gegenüberliegenden Anlagen der Burgruine Altweilnau und des Schlosses Neuweilnau sieht man schon von weitem. Auf dem noch stehenden Bergfried Altweilnaus kann ein Weiltalpanorama bewundert werden, während das Neuweilnauer Schloss zwar eigentlich die Forstverwaltung beherbergt, aber ein mietbaren Felsenkeller und eine Außenstelle des Standesamtes aufweist, in dem Trauungen möglich sind.
Altstädte und Freilichtmuseen
In den Dörfern und Städten des Taunus sind viele Altstädte erhalten geblieben, insbesondere die Dorfkerne/Altstädte von
Idstein,
Eppstein,
Königstein,
Kronberg,
Oberursel,
Bad Homburg,
Hasselbach (Weilrod),
Haintchen,
Weilburg und
Braunfels sind beachtenswert. In der Nähe von
Neu-Anspach befindet sich der
Hessenpark, ein
Freilichtmuseum.
Zoos und Parks

Giraffengehege im Opelzoo
Zoos, Tierparks und Vogelstationen
Bei
Hasselbach befindet sich die sogenannte 'Vogelburg', ein Papageienpark, an dem teils sehr zutrauliche Tiere gezeigt werden und die gleichzeitig als Auffangstation für diese Vögel dient.
Auf dem Großen Feldberg befindet sich die älteste Falknerei Hessens, in dem regelmäßig Freiflüge einiger Vögel und Führungen gegeben werden. Der von Georg von Opel im Jahr 1956 gegründete Opelzoo ist zwischen Kronberg und Königstein zu finden. Im Jahr 2003 zählte er ganze 600.000 Besucher. Schon vor vierhundert Jahren hat der Fürst von Nassau bei Weilburg einen Tierpark angelegt. Heute ist der Tierpark Weilburg ein beliebtes Ausflugsziel nach der Wiedereröffnung 1970.
Freizeitparks
Der
Freizeitpark Lochmühle, der sich aus einem Ponyhof entwickelte, befindet sich bei
Wehrheim.
Bei Schlangenbad liegt das Taunus Wunderland, welches im Jahr 2006 seinen 40. Geburtstag feierte.
Kurparkanlagen
Sehenswert ist auch der große Kurpark in Bad Homburg, in dem sich auch alle Heilwasserquellen der Stadt, die Spielbank, eine kleine russische Kapelle und der siamesische Tempel befinden. Alle übrigen Kurorte verfügen ebenfalls über Kurparkanlagen.
Veranstaltungen

Weiltal
Feiern und Feste
Neben vielen Stadt- und Dorffesten, von denen das Laternenfest in
Bad Homburg wohl das bekannteste ist, gibt es einige Veranstaltungen im Taunus. Auf dem
Großen Feldberg findet alljährlich das Feldbergfest statt, das älteste Bergturnfest Deutschlands. In der
Kubacher Kristallhöhle wird jedes Jahr
Halloween gefeiert. Durch Beleuchtungseffekte wird in der Höhle eine besondere Stimmung geschaffen.
Sport
Das berühmte Fahrradrennen
Rund um den Henninger-Turm hat den Großteil seiner Strecke in der sogenannten Feldbergschleife.
Um den
Großen Feldberg findet seit 2004 im Februar ein internationales
Schlittenhunderennen statt. Im Frühling dann wird mit Ziel auf den ebengenannten Berg der Feldberglauf statt, der von
Oberursel startet. Außerdem gibt es im Taunus mehrere Skilifte und Pisten, die zum
Wintersport einladen. Jedoch ist auch der Taunus im Winter nicht immer schneesicher.
Sonstiges
Das
Weiltal und das
Aartal werden jedes Jahr unabhängig voneinander für Kraftfahrzeuge gesperrt, was in beiden Fällen viele Radfahrer und Wanderer anlockt. Gleichzeitig werden meist noch zusätzliche Aktionen im Tal veranstaltet.
Interessant ist auch die durch die Jahrhunderte offenkundig stark unterschiedliche Bewaldung des Taunus. Noch aus dem 19. Jahrhundert wird beispielsweise berichtet, dass die Frankfurter Bürger bei guter Sicht die Ringwälle auf dem Altkönig erkennen können, während der Altkönig heute komplett bewaldet ist.
Berge

Blick vom Großen Feldberg über den Taunus

Großer Feldberg vom Hintertaunus aus

Hühnerküppel
| Name
| Höhe
| Landkreis
| Besonderheiten
|
| Großer Feldberg
| 878 m
| Hochtaunuskreis
| Fernmeldeturm
|
| Kleiner Feldberg
| 826 m
| Hochtaunuskreis
| Taunusobservatorium
|
| Altkönig
| 798 m
| Hochtaunuskreis
| Ringwälle
|
| Weilsberg
| 701 m
| Hochtaunuskreis
|
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| Glaskopf
| 687 m
| Hochtaunuskreis
|
|
| Kolbenberg
| 684 m
| Hochtaunuskreis
| Fernmeldeanlage
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| Großer Eichwald
| 683 m
| Hochtaunuskreis
|
|
| Klingenkopf
| 683 m
| Hochtaunuskreis
|
|
| Sängelberg
| 665 m
| Hochtaunuskreis
|
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| Pferdskopf
| 663 m
| Hochtaunuskreis
|
|
| Weißeberg
| 660 m
| Hochtaunuskreis
|
|
| Krimmelberg
| 640 m
| Hochtaunuskreis
|
|
| Fauleberg
| 633 m
| Hochtaunuskreis
|
|
| Roßkopf
| 632 m
| Hochtaunuskreis
| Fernmeldeanlage
|
| Namenlose Anhöhe Punkt 629,3
| 629 m
| Rheingau-Taunus-Kreis
| Höchster Punkt im Rheingau-Taunus-Kreis
|
| Kalte Herberge
| 619 m
| Rheingau-Taunus-Kreis
| Höchster Punkt des Rheingaugebirges
|
| Bremer Berg
| 619 m
| Hochtaunuskreis
|
|
| Hohe Wurzel
| 618 m
| Rheingau-Taunus-Kreis
| Fernmeldeanlage
|
| Judenkopf
| 614 m
| Hochtaunuskreis
|
|
| Klingenberg
| 596 m
| Hochtaunuskreis
|
|
| Hohe Kanzel
| 592 m
| Rheingau-Taunus-Kreis
|
|
| Herzberg
| 591 m
| Hochtaunuskreis
|
|
| Pfaffenkopf
| 586 m
| Hochtaunuskreis
|
|
| Erbacher Kopf
| 580 m
| Rheingau-Taunus-Kreis
|
|
| Hallgartener Zange
| 580 m
| Rheingau-Taunus-Kreis
|
|
| Langhals
| 574 m
| Hochtaunuskreis
|
|
| Steinkopf
| 570 m
| Hochtaunuskreis
|
|
| Eichkopf
| 563 m
| Main-Taunus-Kreis
| Höchster Punkt im Main-Taunus-Kreis
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| Wolfsküppel
| 545 m
| Hochtaunuskreis
|
|
| Lindenberg
| 541 m
| Hochtaunuskreis
|
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| Rassel
| 539 m
| Wiesbaden
|
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| Kuhbett
| 526 m
| Landkreis Limburg-Weilburg
|
|
| Steinkopf
| 518 m
| Wetteraukreis
| Nebengipfel: Winterstein (482 m), Dachskopf (512 m)
|
|
| Hesselberg
| 518 m
| Wetteraukreis
|
|
| Rossert
| 515 m
| Main-Taunus-Kreis
|
|
| Stückelberg
| 510 m
| Landkreis Limburg-Weilburg
|
|
| Atzelberg
| 506 m
| Main-Taunus-Kreis
| Atzelbergturm
|
| Hundskopf
| 504 m
| Rheingau-Taunus-Kreis
|
|
| Gickel
| 505 m
| Wetteraukreis
| (bei Bodenrod)
|
| Großer Lindenkopf
| 499 m
| Rheingau-Taunus-Kreis
| (zur Eichelberger Mark)
|
| Buchwaldskopf
| 492 m
| Rheingau-Taunus-Kreis
| (zur Eichelberger Mark)
|
| Goldgrube (Berg)
| 492 m
| Hochtaunuskreis
|
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| Suterkopf
| 492 m
| Landkreis Limburg-Weilburg
|
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| Hausberg
| 486 m
| Wetteraukreis
|
|
| Bleibeskopf
| 480 m
| Hochtaunuskreis
|
|
| Kellerskopf
| 474 m
| Wiesbaden
|
|
| Gickelsburg
| 473 m
| Hochtaunuskreis
| Ringwall
|
| Kirschenhell
| 467 m
| Hochtaunuskreis
|
|
| Sommerberg
| 461 m
| Landkreis Limburg-Weilburg
|
|
| Hesselberg
| 461 m
| Hochtaunuskreis
|
|
| Staufen
| 451 m
| Main-Taunus-Kreis
|
|
| Pfingstberg
| 412 m
| Hochtaunuskreis
|
|
| Heidelbeerberg (Schrenzer)
| 385 m
| Wetteraukreis
|
|
| Hünerberg
| 375 m
| Hochtaunuskreis
| Ringwall, Siedlungsspuren
|
| Hühnerküppel
| 369 m
| Landkreis Limburg-Weilburg
|
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| Kapellenberg
| 292 m
| Main-Taunus-Kreis
| Meisterturm
|
| Johannisberg
| 265 m
| Wetteraukreis
| Volkssternwarte Wetterau
|
Verkehr
Straßen

A3
/
A5), im Hintergrund der Taunuskamm]]
Bedingt durch die geologische Formation des Taunus verläuft der Anstieg aus der Ebene von Rhein und Main zum Taunuskamm relativ steil, so dass sich für diesen Anstieg im Lauf der Geschichte regelrechte „Passstraßen“ mit langen Rampen entwickelt haben. Die bedeutendsten Wege dieser Art führen von Wiesbaden über die Hohe Wurzel (L 3037), die Eiserne Hand (
B 54) und die Platte (
B 417), von Oberursel über die Kanonenstraße und den Sandplacken (L 3004) und von Bad Homburg über die Saalburg (
B 456) in den Hintertaunus.
Verkehrstechnisch bedeutsam - aber eben ohne wirkliche Rampe - ist auch die B 8 von Frankfurt nach Limburg.
Bedeutende Querverbindungen sind die im Vordertaunus von Wiesbaden nach Friedberg verlaufende B 455, im Hintertaunus die Strecke der von Bad Nauheim über Usingen nach Idstein verlaufenden B 275 sowie die an der Lahn entlang führende B 49.
An Autobahnen zu nennen sind die A 3, die im westlichen Teil des Taunus von Süd nach Nord verläuft und die im Taunus den höchsten Punkt ihres Verlaufs überquert. Auf der anderen, östlichen Seite des Taunus verläuft ebenfalls von Süd nach Nord die A 5. Beide Autobahnen zählen zu den wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen Deutschlands.
Bahn

VT 2E auf der Taunusbahnstrecke, im Hintergrund der Feldberg
Neben der bis auf Museumsbetrieb stillgelegten Strecke von Wiesbaden nach Bad Schwalbach der
Aartalbahn (ehemalige Langenschwalbacher Bahn) führen nur die Strecken von Wiesbaden/Frankfurt über Niedernhausen nach Limburg sowie die von Frankfurt über Friedrichsdorf und Usingen nach Brandoberndorf verlaufende
Taunusbahn in den Taunus. Auffällig ist jedoch, dass nur die Strecke nach Bad Schwalbach an der Eisernen Hand über den Taunuskamm führt, während die Strecke nach Limburg mit dem Goldenen Grund und die Taunusbahn durch das Köpperner Tal natürliche Gegebenheiten nutzen und keine Steilstrecken aufweisen. Querverbindungen gibt es nur entlang der Lahn von Koblenz über Limburg und Weilburg nach Wetzlar und weiter nach Gießen.
Übriger ÖPNV
Der gesamte Taunus (soweit er in Hessen liegt) ist durch ein Busnetz erschlossen, dessen Volumen und Takt sich seit der Einführung des
Rhein-Main-Verkehrsverbund verbessert hat. Selbst der Große Feldberg wird heute regelmäßig angefahren.
Trivia
„Taunus“ war bis 1967 die alleinige Bezeichnung für Autos der Ford-Werke AG. Danach wurden noch einige Modelle unter der Bezeichnung
Ford Taunus angeboten.
Literatur
- Gerald P. R. Martin: Kleine Erdgeschichte der Taunuslandschaft. Verlag des Taunusboten, Bad Homburg 1963
- Klausing, Otto: Die Naturräume Hessens: mit einer Karte der naturräumlichen Gliederung 1 : 200 000. Umweltplanung, Arbeits- und Umweltschutz ; 67 : Landschaftsplanung. Hess. Landesanst. für Umwelt. Wiesbaden. 1988
- Wagner, Julius: Hessen : unter besonderer Berücksichtigung sozial- und wirtschaftsgeographischer Fragen. Harms-Landeskunde ; 1. München. 1961
- Pletsch, Alfred: Hessen. Bundesrepublik Deutschland und Berlin (West) ; 3. Wissenschaftliche Länderkunden ; 8. Darmstadt. 1989
- Stefan Etzel: Wandern im Taunus. Dumont, Köln 2002, ISBN 3-7701-5248-4
- Hermin Herr: Lexikon vom Hohen Taunus. Waldemar Kramer, Frankfurt am Main 1993, ISBN 3-7829-0437-0
- Ingrid Berg: Heimat Hochtaunus. Waldermar Kramer, Frankfurt am Main 1988, ISBN 3-7829-0375-7
- Ewald A. Hoppen: Ein schöner Tag, Band 6: Taunus. Edition Rathscheck, Neuwied/Rhein 2005, ISBN 3-9343-4211-6
- Alfred Zirwes: 'Im Aartal Romantik', Selbstverlag Wiesbaden 2007, ISBN 978-3-00-020285-8
Weblinks