Bedeutungsvarianten
Das
Fremdwörterbuch des
Duden definiert die Technik in fünf Aspekten
- Alle Verfahren, Einrichtungen und Maßnahmewissenschaftlichern, die der praktischen Nutzung natur Erkenntnisse dienen – insbesondere in Fachgebieten wie Elektrotechnik, Bauingenieurwesen, Maschinenbau und Informationstechnik.
- Ausgebildete Fähigkeit oder Kunstfertigkeit, die zur richtigen Ausübung einer Sache notwendig ist
- Die Gesamtheit der Verfahren und Kunstgriffe, die auf einem bestimmten Fachgebiet üblich sind („Stand der Technik“)
- Technische Hochschule und Technische Universität (TU), (süddt./österr.)
- Industrielle und andere Herstellungs- und Produktionsverfahren.
Eine Definition die sich eher an den Produkten (Sachsystemen) orientiert findet man in der VDI-Richtlinie 3780 zur Technikbewertung:
Technik umfasst
- die Menge der nutzenorientierten, künstlichen, gegenständlichen Gebilde (Artefakte, Sachsysteme);
- die Menge menschlicher Handlungen und Einrichtungen, in denen Sachsysteme entstehen und
- die Menge menschlicher Handlungen, in denen Sachsysteme verwendet werden.
Technik in naturwissenschaftlicher Anwendung
Technik besteht in der Anwendung naturwissenschaftlicher Erkenntnisse und den daraus resultierenden Verfahren in verschiedenen Fachgebieten:
Entwicklungs- und Forschungseinrichtungen dieser Fächer erarbeiten an Hochschulen, in der Industriesst und anderen Forschungätten zusammen mit Betrieben und Einzelpersonen auch die Grundlagen von Produktionsverfahren und den aktuellen „Stand der Technik“ (Aspekt 3).
Technik als menschliche Handlungsfertigkeit
bedeutet im Sinn der Aspekte 2 und 5 sinnvolle, zielgerichtete und wiederholbare Vorgehensweisen des menschlichen Handelns, die in sämtlichen Bereichen menschlicher Aktivitäten anzutreffen sind. Beispiele:
- im Sport (Technik des Stabhochsprungs, des Diskuswurfs, des Delphin-Schwimmstils etc.),
- in der Kunst (Technik der Aquarellmalerei, des Trompetenblasens usw.),
- Alltagsaktivitäten (Technik des Fensterputzens usw.)
Neben der Befriedigung
materieller Bedürfnisse (Nahrung, Kleidung, Wohnen) werden auch
kulturelle Bedürfnisse durch Anwendung von Techniken gedeckt. Auch der Einsatz naturwissenschaftlich unwirksamer Fertigkeiten – „magischer Techniken“ nach
Gehlen – wird hier gelegentlich einbezogen (beispielsweise als Götterzwang durch
Opfer,
Gebetsformeln,
Tänze).
Das verständnisvolle Erschauen der zur Betrachtung freigegebenen Werke und Objekte der Technik nutzt schon viel, das eigene Planen und Basteln, mag es noch zu klein und unbedeutend sein, hilft weiter und steigert jenes Einfühlungsvermögen, das allmählich von selbst kommen muss.
Zur Handlungsfertigkeit wird Technik, wenn Instrumente im Spielen, Lernen, Betrachten und Versuchen zu seiner Grundlage wird, dabei das Wissen wächst, das in Erfahrung übergeht. Daraus wird das können und die Gewandtheit im Messen und Rechnen auf dem Niveau die das Gebot der Sicherheit für den Techniker fordert.
Technik als Kürzel für Hochschulen
folgt einem langjährigen
Sprachgebrauch. Auch wenn dieser nicht ganz korrekt ist, entspricht die Gliederung technischer Hochschuleenn und -
Universität (
THss,
TUenens) in Abteilungen oder
Fakultät doch den obigen Aspekten. Außerdem tragen sie wesentlich zum „Stand der Technik“ bei.
Abgrenzung des Begriffs zur „Technologie“
Der Begriff
Technik wird oft mit
Technologie gleichgesetzt. Dies ist aber irreführend, denn Technologie ist die Lehre von der Gewinnung bzw. Bearbeitung bzw. Herstellung oder Produktion bzw.
Distributionspolitik und
-logistik von Stoffen und Erzeugnissen oder allgemein
Waren sowie
Dienstleistungen mithilfe der verfügbaren Techniken. Technologie als Überbegriff ist prozessorientiert und vom Produkt losgelöst.
Das englische Wort
technology hat eine davon abweichende, diffusere Bedeutung; dort wird die zur besseren Unterscheidung durchaus sinnvolle Aufteilung in Technik bzw. Technologie nicht vorgenommen.
Beispiel
Korrekt heißt es daher nicht „Brennstoffzellentechnologie“, sondern
Brennstoffzellentechnik.
Das Attribut „technisch“
Das Attribut „technisch“ bezeichnet verschiedene Aspekte im
Alltag, in der
Industrie, in den
Naturwissenschaften und in der Technik, die über oben genannte Aspekte hinausgehen:
Siehe auch
Literatur
- Helmut Seiffert/Gerard Radnitzky (Hrsg.): Handlexikon zur Wissenschaftstheorie, dtv, Berlin 1989 (2. unv. Aufl. 1992). ISBN 3-423-04586-8, S. 358-365 (Stichworte „Technik“ und „Technologie“; und deren Abgrenzung zu anderen Wissenschaften).
- Helmuth Schneider: Einführung in die antike Technikgeschichte, WBG, Darmstadt 1992. ISBN 3-534-08335-0.
- Nina Degele: Einführung in die Techniksoziologie, Fink/UTB, München 2002. ISBN 3-8252-2288-8.
- Martin Heidegger: Die Frage nach der Technik (1953, Vortrag), in: ders.: Vorträge und Aufsätze, Klett-Cotta, Stuttgart 1954 (10. Auflage 2004). ISBN 3-608-91090-5.
- Karl-Friedrich Fischer (Hrsg.): Taschenbuch der Technischen Formeln, Fachbuchverlag Leipzig 2005 (3. Aufl.). ISBN 3-446-21974-9.
Weblinks