Trampen, gelegentlich auch Autostop oder per Anhalter fahren (englisch hitchhiking) ist die kostenlose Mitreise in einem fremden Kraftfahrzeug. Der Anhalter signalisiert seinen Mitfahrwunsch am Straßenrand in der Regel durch einen nach oben gestreckten Daumen. Oft werden vorbeifahrenden Kraftfahrzeugen auch beschriftete Schilder mit dem gewünschten Reiseziel entgegengehalten. Jedoch auch die Kraftfahrer können dem Tramper gewisse Informationen übermitteln: befindet sich der Tramper noch innerorts und deutet der Kraftfahrer mehrfach auf sein Lenkrad, so bedeutet das, dass er nicht aus dem Ort herausfährt. Eine weitere Möglichkeit für die Mitnahme ist es, die Fahrer der Kraftfahrzeuge bei passenden Gelegenheiten direkt anzusprechen; dies kann beispielsweise bei Tankstellen oder Autobahnraststätten erfolgen. In den Niederlanden gibt es spezielle, durch Schilder ausgewiesene Stellen für Tramper, die Liftershalte, die mit einer Haltebucht versehen sind und so problemloses Halten ermöglichen.
In den 1960er- bis 1980er-Jahren war das Trampen in vielen Ländern als preisgünstige Möglichkeit des Reisens vor allem unter jungen Menschen besonders weit verbreitet. Das gewisse Abenteueren dieser Reiseform hatte dabei nicht selten einen Anteil an ihrer Attraktivität. Die Zahl der Tramper an den Autobahn und Fernstraßen scheint seitdem aber stark zurückgegangen zu sein, obwohl das Trampen zur Überwindung kurzer Strecken, wie beispielsweise von einem Dorf in die nächstgelegene Stadt, immer noch häufig genutzt wird.
Der Rückgang von Trampern in Deutschland ist einerseits auf eine höhere Verbreitung von Autos bei Heranwachsenden als auch den stärkeren Drang nach Sicherheit zurückzuführen. Dies schließt sowohl körperliche Unversehrtheit als auch die Gewissheit nach pünktlicher Ankunft mit ein. Trotzdem funktioniert das Trampen in Deutschland noch ziemlich gut, weil viele Autofahrer, die Anhalter mitnehmen, das Trampen aus ihrer Jugend kennen. Besonders in der DDR war das Trampen verbreitet und als normale Reiseform angesehen. In anderen Ländern ist das Trampen bis heute noch eine verbreitete Reiseform. Zum Teil ist auch eine Beteiligung an den Fahrtkosten üblich. In Rumänien geben Tramper dem Fahrer als eine Geste der Freundlichkeit ein bisschen Geld, was heutzutage in keinem Verhältnis mehr zu Transportpreisen von Zug oder Bus steht. In Zentralasien ist es sogar die Regel, dass Autofahrer durch die Mitnahme von Fahrgästen etwas dazuverdienen.
Die Deutsche Autostop Gesellschaft, Abgefahren e. V., erregte im August 2007 reges Medieninteresse. http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,,OID7369898_REF1,00.html
Der Verein will das Trampen vom 'Hippie-Mief' mit Hilfe des Internets befreien und das Trampen wieder populärer machen. Der Verein unterstützt Projekte wie hitchbase.com und veranstaltete ein Tramptertreffen in Freiburg.
Kommunikation und Unterhaltung ist ein sehr wesentlicher Teil beim Trampen, deswegen sollte man die Fahrer möglichst in ihrer nach dem Numernschild vermuteten Muttersprache ansprechen beziehungsweise auf einem Schild auch die gesprochene Sprache(n) vermerken.
