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Geändert: 2007-12-16
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Kategorie: Straßenverkehr Tourismus

Trampen

Anhalterinnen in Neuseeland

Anhalterinnen in Neuseeland

Trampen, gelegentlich auch Autostop oder per Anhalter fahren (englisch hitchhiking) ist die kostenlose Mitreise in einem fremden Kraftfahrzeug. Der Anhalter signalisiert seinen Mitfahrwunsch am Straßenrand in der Regel durch einen nach oben gestreckten Daumen. Oft werden vorbeifahrenden Kraftfahrzeugen auch beschriftete Schilder mit dem gewünschten Reiseziel entgegengehalten. Jedoch auch die Kraftfahrer können dem Tramper gewisse Informationen übermitteln: befindet sich der Tramper noch innerorts und deutet der Kraftfahrer mehrfach auf sein Lenkrad, so bedeutet das, dass er nicht aus dem Ort herausfährt. Eine weitere Möglichkeit für die Mitnahme ist es, die Fahrer der Kraftfahrzeuge bei passenden Gelegenheiten direkt anzusprechen; dies kann beispielsweise bei Tankstellen oder Autobahnraststätten erfolgen. In den Niederlanden gibt es spezielle, durch Schilder ausgewiesene Stellen für Tramper, die Liftershalte, die mit einer Haltebucht versehen sind und so problemloses Halten ermöglichen.

In den 1960er- bis 1980er-Jahren war das Trampen in vielen Ländern als preisgünstige Möglichkeit des Reisens vor allem unter jungen Menschen besonders weit verbreitet. Das gewisse Abenteueren dieser Reiseform hatte dabei nicht selten einen Anteil an ihrer Attraktivität. Die Zahl der Tramper an den Autobahn und Fernstraßen scheint seitdem aber stark zurückgegangen zu sein, obwohl das Trampen zur Überwindung kurzer Strecken, wie beispielsweise von einem Dorf in die nächstgelegene Stadt, immer noch häufig genutzt wird.

Der Rückgang von Trampern in Deutschland ist einerseits auf eine höhere Verbreitung von Autos bei Heranwachsenden als auch den stärkeren Drang nach Sicherheit zurückzuführen. Dies schließt sowohl körperliche Unversehrtheit als auch die Gewissheit nach pünktlicher Ankunft mit ein. Trotzdem funktioniert das Trampen in Deutschland noch ziemlich gut, weil viele Autofahrer, die Anhalter mitnehmen, das Trampen aus ihrer Jugend kennen. Besonders in der DDR war das Trampen verbreitet und als normale Reiseform angesehen. In anderen Ländern ist das Trampen bis heute noch eine verbreitete Reiseform. Zum Teil ist auch eine Beteiligung an den Fahrtkosten üblich. In Rumänien geben Tramper dem Fahrer als eine Geste der Freundlichkeit ein bisschen Geld, was heutzutage in keinem Verhältnis mehr zu Transportpreisen von Zug oder Bus steht. In Zentralasien ist es sogar die Regel, dass Autofahrer durch die Mitnahme von Fahrgästen etwas dazuverdienen.

Die Deutsche Autostop Gesellschaft, Abgefahren e. V., erregte im August 2007 reges Medieninteresse. http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,,OID7369898_REF1,00.html Weblinks Der Verein will das Trampen vom 'Hippie-Mief' mit Hilfe des Internets befreien und das Trampen wieder populärer machen. Der Verein unterstützt Projekte wie hitchbase.com und veranstaltete ein Tramptertreffen in Freiburg. Kommunikation und Unterhaltung ist ein sehr wesentlicher Teil beim Trampen, deswegen sollte man die Fahrer möglichst in ihrer nach dem Numernschild vermuteten Muttersprache ansprechen beziehungsweise auf einem Schild auch die gesprochene Sprache(n) vermerken.

1 Sicherheit
2 Umweltfreundliches Reisen
3 Zum Wort
4 Siehe auch
5 Weblinks
6 Quellen

Sicherheit

Trampen ist mit einem gewissen Risiko behaftet, sowohl für die Anhalter als auch für die Mitnehmenden. Belästigung, Diebstahl und Vergewaltigung bis hin zu Tötungsdelikten sind schon vorgekommen.

Das Risiko beim Trampen kann man verkleinern, indem man

  • die Autonummer des mitnehmenden Autos via SMS an Familie oder Freunde schickt. So kann man auch später aus diversen Gründen, zum Beispiel wenn man etwas im Wagen vergessen hat, Kontakt zum Fahrer aufnehmen.
  • bei Einwilligung ein Foto des Mitfahrers mit dem Handy macht und dieses als MMS an Freunde oder Familie sendet
  • vor allem am Tag trampt
  • als Frau nur mit Frauen fährt
  • direkt die Fahrer anspricht (z. B. an Tankstellen, Parkplätzen oder Rastätten) Tankstellen haben meist Überwachungskameras.
  • in Begleitung trampt
  • einen Schlafsack dabei hat, um notfalls übernachten zu können, falls man sein Ziel nicht rechtzeitig erreicht
  • immer soviel Geld dabei hat, dass man die nächste Stadt oder einen anderen sicheren Ort erreichen kann
  • an Stellen steht, die von weitem einsehbar sind und die ausreichend Platz zum Anhalten bieten. In den Niederlanden nach Möglichkeit die Liftershalte benutzen

Umweltfreundliches Reisen

Da Anhalter selbst kaum Abgase erzeugen, ist das Reisen per Anhalter sehr umweltfreundlich. Durch das Trampen werden vorhandene Kapazitäten besser genutzt. Wenn in allen Autos alle Sitzplätze gefüllt wären, dann wäre die Zahl der Autos auf den Straßen deutlich geringer. Die Fahrzeuge, die genutzt werden, fahren in der Regel ohnehin. Somit entstehen durch das zusätzliche Gewicht des Trampers und seinem Gepäck nur wenig weitere Treibhausgase.

Zum Wort

Im englischen bezeichnet das Wort hitchhiking eher unser trampen. Mit einem tramp meint man auf Englisch eher einen Wanderarbeiter.

Siehe auch

Weblinks

Quellen

aus Wikipedia, der freien enzyklopädie. Weblinks. Diese seite ist unter der GNU Free Documentation License Weblinks.