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Geändert: 2007-11-23
Kategorie: Binnenschifffahrt Historischer Beruf

Treideln

Treidelschiff am Binger Mäuseturm, Federzeichnung von Wenzel Hollar

Treidelschiff am Binger Mäuseturm, Federzeichnung von Wenzel Hollar

1636

Treideln (oder sächs. Bomätschen, auch Halferei) bezeichnet die Tätigkeit des Schiffeziehens auf Flüssen durch Menschen, Zugtierne oder später auf kurzen Strecken (vor Schleuse) auch durch Lokomotiven (Treidelloks) – z. B. am Panamakanal.

Beim Treideln wurden die Schiffe in der Regel nur stromaufwärts gezogen und stromabwärts durch die Strömung oder den Wind getragen. Die Pfade der Schiffszieher wurden Leinpfad, Treidelpfad, (sächs.) Bomätscherpfad oder im Donauraum Treppelpfad oder Treppelweg genannt.

1 Treideln am Rhein
2 Das Ende des Treidelns in Deutschland
3 Siehe auch
4 Mediographie
5 Quellen
6 Weblinks

Treideln am Rhein

Treideln mit Zugtieren

Treideln mit Zugtieren

Wolgatreidler<br>(Gemälde von Ilja Repin);

Wolgatreidler
(Gemälde von Ilja Repin);

Treidelschiff vor Bonn und Siebengebirge

Treidelschiff vor Bonn und Siebengebirge

, Kupferstich von 1852 Das Treideln am Rhein ist seit dem 8. Jahrhundert belegt. Der Bau und Unterhalt der Treidelpfade und der Treideldienst waren überörtlich organisiert. Knechte zogen an langen Seilen, die an einem Mast am Vorschiff befestigt waren, die Schiffe stromaufwärts. Teilweise wurden die Schiffe auch mit langen Stangen gestakt. Durch die Trägheit des breiten Stromes reichten vielfach 7 bis 10 Mann oder 1 Pferd für Ladungen von 10 bis 15 Tonnen. Für 2000 Zentner Fracht wurden zehn bis zwölf Pferde benötigt. An Stellen mit starker Strömung wurden mehr als zweihundert Männer zum Treideln eines Lastschiffes benötigt. Getreidelt hatten vor dieser Zeit auch die Römer.

An einigen Stellen so, z.B. bei Schröck (heute Leopoldshafen/Baden), fehlten Treidelpfade ganz und es musste gestakt oder durchs flache Wasser gewatet werden.

Der Unterhalt der Treidelpfade, die oft nur aus schmalen Knüppeldämmen bestanden gaben oftmals Anlass zu Klagen. Am nördlichen Oberrhein ist das Treideln bei Nieder-Ingelheim ab 1385 nachgewiesen.

Das Ende des Treidelns in Deutschland

Das Aufkommen der Ketten- und Dampfschiffsfahrt, sowie der Eisenbahn Mitte des 19. Jahrhundert, verdrängte den Berufsstand der Treidler.

Auch an der Wolga war das Treideln üblich. Dort wurde ein Treidler als Burlak () bezeichnet. Bei den Burlaken handelte es sich üblicherweise um Leiharbeiter, die sich für einen Treidelauftrag zu einer Artel zusammenschlossen. Der russische Maler Ilja Repin hat den Schiffsziehern mit seinem Bild Die Wolgatreidler ein Denkmal gesetzt. Außerdem gibt es ein international bekanntes Lied über die Wolgatreidler (Ej, uchnjem).

An Stellen mit besonders starker Strömung (z. B. unter Brücken) wurden teilweise ortsfeste Seilwinden eingesetzt, wie der Schiffsdurchzug an der Steinernen Brücke in Regensburg.

Siehe auch

Mediographie

Quellen

Günter Stein: Stadt am Strom, Speyer und der Rhein, Kapitel Treideln, S. 25-28, Verlag der Zechnerschen Buchdruckerei, 1989, ISBN 3-87928-892-5

Weblinks

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