Aktive Sicherheit von Kraftfahrzeugen
Aktive Sicherheit kann eingeteilt werden in die verwendete Technik einerseits, und deren sicherheitsbewussten Gebrauch (Verhalten) andererseits.
Die aktive Sicherheit wird dadurch gewährleistet, dass beim Straßenbau die Verkehrswege ihrer Bestimmung gerecht gestaltet und beschildert werden, der technische Zustand der Fahrzeuge einwandfrei ist, die Fahrzeugführer bestimmte Regelnenen einhalten und vor Gefahr gewarnt werden, sowie durch Kontrollen und Sanktionen zur Einhaltung dieser Regeln.
Zur aktiven Sicherheit am Kraftfahrzeug zählt eine gute Bremsanlage, ABSnn und gute Straßenlage mit intakten Stoßdämpfer und Reifen mit hoher Seitenführungskraft, sowie gute Fahrzeugbeleuchtungen und saubere Scheiben. Weitere Beispiele von aktiven Einrichtungen der Fahrzeugsicherheit sind Antriebs-Schlupf-Regelung (ASR), Bremsassistenten (BAS) und elektronische Stabilitätsprogramme (ESP).
Zur aktiven Sicherheit trägt eine ausgewogene Lastverteilung bei sowie das Vermeiden von Überladung und Sicht- sowie Gehörbehinderungen.
Zitat aus dem §1 der deutschen Straßenverkehrsordnung: 'Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme.'
Die allermeisten Beeinträchtigungen der Verkehrssicherheit gehen von menschlichem Fehlverhalten aus: Unaufmerksamkeit (z. B: Musikanlage neu laden oder einstellen bei der Fahrt, ständiges Beschleunigen und Anbremsen in Kolonnenfahrt statt gleichmäßigem Tempo und Abstand), Nachlässigkeit (z. B. Nichtblinken, 'Blinkziehen', d. h. mit Blinken ohne Rücksicht zugleich den Fahrstreifenwechsel einleiten), Bequemlichkeit (Ein- und Aussteigen im Halteverbot), übertreibendes Verhalten (z. B. unnötiges Überbremsen bei Tempolimits anstatt Ausrollen), Dickfelligkeit, Machtgehabe und Boshaftigkeit, Aggressivität und Ellenbogenverhalten (sich durchsetzen wollen trotz dichtem Verkehr, andere in Nachteil bringen, Dauerlichthupe), Unsicherheit (mangelnde Übung beim Autofahren, z. B. beim Einscheren auf die Autobahn), Rücksichtslosigkeit (dichtes Auffahren).
Positiv trägt zur Verkehrssicherheit bei: Aufmerksamkeit, gleichmäßiges Fahren, Gelassenheit, Mitdenken für andere, anderen eine Lücke und Chancen zu lassen, zügiges Nutzen des Verkehrsraumes statt Trödeln, Verzicht auf Kämpfe und Ellenbogenverhalten sowie das Einhalten der Verkehrsregeln.
Fahrerische Extremsituationen (plötzliches Bremsen oder Ausweichen) können auch Fahrzeuglenker mit jahrelanger Erfahrung überfordern. Das richtige Verhalten in solchen Situationen kann in Fahrtechnikzentren erlernt werden.
Außerdem können in den Fahrzeugen Systeme installiert sein, die mögliche Gefahren erkennen und selbständig darauf reagieren, z. B. Entwicklungen zum Abstands-Radar und insbesondere Zugsicherungssysteme im Schienenverkehr.
Passive Sicherheit
Zur passiven Sicherheit gehören insbesondere Maßnahmen des Fahrzeugbaus, die aus der Auswertung von Crashtests folgen und demzufolge auf die Minderung von Unfallfolgen ausgerichtet sind. Wesentliche Maßnahmen sind Knautschzoneen,
Sicherheitsgurt und Airbags. Weitere Beispiele sind Gurtstraffern, Sicherheitsfahrgastzelle, Sicherheitslenksäulen und
Überrollbügel.
Die Wirkungsbereiche der passiven Sicherheit sind
Unfallforschung, Biomechanikn, Sicherheitsbewertung, rechnerische und experimentelle Simulation sowie
Sicherheitsmaßnahme.
[Florian Kramer : Passive Sicherheit von Kraftfahrzeugen. 2. Auflage. Vieweg, 2006, ISBN 978-3-8348-0113-5 (ATZ-MTZ Fachbuch)]
Weitere Themen
Die Wissenschaft um die Sicherheit im
Verkehrswesen ist das
Verkehrssicherungswesen.
Das Verhalten der Verkehrsteilnehmer ist ebenfalls wichtig für die Verkehrssicherheit. Hierzu werden bereits in der Grundschule Verkehrsunterrichtne durchgeführt. Die Beschulung der Fahrzeugführer findet an kostenpflichtigen Fahrschule statt, zusätzliche Übungsmöglichkeiten bieten Fahrsicherheitsanlagen. Die Zulassung von Personen zum Straßenverkehr unterliegt in Deutschland sehr strengen Anforderungen, siehe Fahrerlaubnisverordnung. Durch die Verhängung von Bußgeldern in Verkehrsordnungswidrigkeiten und von Geld- und Nebenstrafen wegen Verkehrsstraftaten findet eine Disziplinierung der Verkehrsteilenehmer statt.
Siehe auch
Weblinks
Einzelnachweise