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Geändert: 2007-10-08
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fiNelivektori
frQuadrivecteur
Kategorie: Relativitätstheorie

Vierervektor

Ein Vierervektor ist ein Vektor, oder genauer ein Tensor 1. Stufe, in der 4-dimensionalen Raumzeit der relativistischen Physik, dessen vier Koordinaten sich entsprechend der Lorentztransformation kontravariant ändern, wenn er in ein anderes Inertialsystem transformiert wird. Der moderne geometrische Formalismus der speziellen Relativitätstheorie wird über Vierervektoren formuliert.

1 Schreibweise
2 Ortsvektor
3 Abgeleitete Vierervektoren
4 Weitere Vierervektoren
5 Vektoralgebra
6 Literatur
ist dann der räumliche Abstand dieser Punkte im Ruhesystem des Körpers, die Ruhelänge dieser Strecke.

Literatur

  • L. D. Landau;, E. M. Lifschitz;: Lehrbuch der Theoretischen Physik - Band 2 - Klassische Feldtheorie. Verlag Harri Deutsch, 1997.
  • T. Fließbach: Allgemeine Relativitätstheorie. BI Wissenschaftsverlag, 1990. (mit einem Kapitel über Spezielle Relativitätstheorie)
  • Walter Greiner, Johann Rafelski: Spezielle Relativitätstheorie. Verlag Harri Deutsch, 1989.

Schreibweise

Man verwendet die Abkürzung a^\mu=(a^0,a^1,a^2,a^3) für die kontravariante und a_\mu=(a_{0},-a_{1},-a_{2},-a_{3}) für die kovariante Darstellung eines Vierervektors. Es werden meist griechische Indices verwendet, wenn diese die Werte 0, 1, 2, 3 durchlaufen. Dabei werden die Buchstaben \mu,\nu in der Relativitätstheorie stets bevorzugt geschrieben.

Ortsvektor

Der Ortsvektor oder Orts-Vierervektor eines Teilchens beinhaltet sowohl die Zeitkoordinate t als auch die Raumkoordinaten \mathbf x=(x,y,z) eines Ereignisses. Die Zeitkoordinate wird in der Relativitätstheorie jedoch mit der Lichtgeschwindigkeit c als ct definiert, so dass sie eine Länge repräsentiert und sie damit die gleiche Dimension wie die Raumkoordinaten besitzt.

In kontravarianter Darstellung lautet der Orts-Vierervektor

x^\mu=(ct,x,y,z)=(ct,\mathbf x).

Über den metrischen Tensor \eta_{\mu\nu} der speziellen Relativitätstheorie, der Minkowski-Metrik, kann ein kontravarianter Vierervektor durch

x_\mu=\eta_{\mu\nu}x^\nu

in einen kovarianten Vierervektor transformiert werden. Dieser hat dann die Form

x_\mu=(ct,-x,-y,-z)=(ct,-\mathbf x).

Dass x^\mu ein Vierervektor ist, ergibt sich daraus, dass er ein Koordinatenvektor zu einer orthonormalen Basis des Minkowski-Raums ist und sich dementsprechend kontravariant mittels einer Lorentz-Transformation bei Basiswechsel ändert. Über die Definition der Metrik

\mathrm{d}s^2= \eta_{\mu\nu}\mathrm d x^\mu\,\mathrm d x^\nu

ergibt sich die Metrik der flachen Raumzeit zu

\mathrm d s^2= (\mathrm d x^0)^2-(\mathrm d x^1)^2-(\mathrm d x^2)^2-(\mathrm d x^3)^2 = c^2 \mathrm d t^2-\mathrm d x^2-\mathrm d y^2-\mathrm d z^2.

Die Raumkoordinaten und die Zeitkoordinate haben in der Relativitätstheorie stets verschiedene Vorzeichen. Bei besonderen Prozessen, wie etwa dem Eintritt in ein schwarzes Loch, wechseln die Vorzeichen in der Metrik, die das schwarze Loch beschreibt (z. B. die Schwarzschildmetrik). Dies bedeutet nichts anderes, als dass Raum und Zeit ihre Bedeutung vertauschen.

Abgeleitete Vierervektoren

Aus dem Orts-Vierervektor lassen sich weitere Vierervektoren ableiten und definieren.

Vierergeschwindigkeit

Der Vierervektor der Geschwindigkeit (v^\mu) ergibt sich durch Differentiation des Ortsvektors (x^\mu) nach der Eigenzeit \tau. Diese ist über die Zeitdilatation definiert

\mathrm d \tau = \frac{1}{\gamma} \mathrm d t,

wobei \gamma der Lorentzfaktor ist. Daraus ergibt sich die Vierergeschwindigkeit zu

\frac{\mathrm d x^\mu}{\mathrm d \tau} =\gamma \frac{\mathrm d}{\mathrm d t}(ct,x,y,z)=\gamma(c,\dot x,\dot y,\dot z)=\gamma(c,\mathbf v).

Das Skalarprodukt der Vierergeschwindigkeit mit sich selbst ist

v_\mu v^\mu = \eta_{\mu\nu}v^\nu v^\mu\ = \gamma^2 (c^2-v^2)= c^2.

Viererimpuls

Der Viererimpuls wird analog zum klassischen Impuls definiert

p^\mu=m_0 v^\mu= (\gamma m_0 c, \gamma m_0 \mathbf v),

wobei m_0 die Ruhemasse des Körpers ist. Mit der Äquivalenz von Masse und Energie E = \gamma m_0 c^2 kann der Viererimpuls als

p^\mu=\left(E/c, \mathbf p\right)

geschrieben werden. Hierbei ist \mathbf p=\gamma m_0\mathbf v der relativistische Impuls, der sich vom klassischen Impulsvektor um einen Faktor \gamma unterscheidet. Da der Viererimpuls die Energie und den räumlichen Impuls vereinigt, wird er auch als Energie-Impuls-Vektor bezeichnet.

Viererkraft und Bewegungsgleichung

Wie bereits beim Viererimpuls kann eine Viererkraft analog zur entsprechenden newtonschen Größe definiert werden als

F^\mu=\frac{\mathrm d p^\mu}{\mathrm d \tau} = \gamma \frac{\mathrm d p^\mu}{\mathrm d t}.

Dies ist die Bewegungsgleichung der speziellen Relativitätstheorie. Sie beschreibt beschleunigte Bewegungen in einem Inertialsystem.

Weiter kann die Viererkraft mit der newtonschen Kraft in Beziehung gesetzt werden

\frac{\mathrm d p^\mu}{\mathrm d t} = \frac{1}{\gamma} F^\mu \Rightarrow \mathbf{F_N}=\frac{1}{\gamma} \mathbf F,

wobei \mathbf{F_N} die newtonsche Kraft und \mathbf F der räumliche Teil der Viererkraft ist. Diese ist damit definiert als

F^\mu=(F^0,\mathbf F)=(F^0,\gamma \mathbf F_N).

Weitere Vierervektoren

A^{\mu}=\left(\frac{\Phi}{c},\mathbf{A}\right)

J^{\mu}= \rho_0 v^{\mu} =\gamma \left(c\rho_0,\mathbf{J}\ \right)

  • Der Vierergradient hat die Gestalt

\partial^\mu=\left(\partial_{ct},-\mathbf{\nabla} \right)=\left(\partial_{ct},-\partial_x,-\partial_y ,-\partial_z \right).

Eine weitere Anwendung der Vierervektoren (insbesondere in der Gestalt von Differentialoperatoren) findet man in der relativistischen Quantenmechanik.

Siehe hierzu: Klein-Gordon-Gleichung, Dirac-Gleichung.

Vektoralgebra

Skalarprodukt

Das Skalarprodukt von Vierervektoren wird folgendermaßen definiert:

A^\mu \cdot B_\mu = A^\mu B^\nu \eta_{\mu \nu} = A_\nu \cdot B^\nu = A_t B_t - A_x B_x - A_y B_y - A_z B_z

Dies ist kein Skalarprodukt im mathematischen Sinne, da es nicht positiv definit ist.

Minkowski-Abstand

Das Abstandsquadrat zweier Raum-Zeit-Punkte P_{\mu} und Q_{\nu} wird durch

s^2 = (Q_{\mu}-P_{\nu})^2 = (Q_t-P_t)^2 - (Q_x-P_x)^2 - (Q_y-P_y)^2 - (Q_z-P_z)^2
definiert. Entsprechend das Quadrat der Länge eines Ortsvektors P_{\mu} als P_{\mu}^2 .

Ist s^2 positiv, so spricht man von einem „zeitartigen“ Abstand, ist es negativ, nennt so spricht man von einem „raumartigen“ Abstand. Falls s^2 gleich Null ist, heißt der Abstand „lichtartig“.

Ein zeitartiger Vektor kann zwei kausal zusammenhängende Ereignisse verbinden, z. B. im Minkowski-Raum zwei Ereignisse auf der Weltlinie eines unbeschleunigten Körpers. s^2 ist dann das Quadrat der zwischen diesen Ereignissen für diesen Körper verstrichenen Eigenzeit.

Ein raumartiger Vektor kann zwei räumlich getrennte Punkte auf einem Körper verbinden. \sqrt
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