Der wahre Wert unterscheidet sich vom Messwert um die systematischen und zufälligen Messfehler. Es gilt also
- Wahrer Wert = Messwert - systematischer Messfehler - zufälliger Messfehler
Im allgemeinen ist der wahre Wert ein Wert, der aus einer Theorie oder einem Modell folgt: Die die physikalischen Zusammenhänge beschreibenden Formeln arbeiten mit den wahren Werten der Messgrößen.
- Beispiel Fallgesetz
- Die mathematische Formulierung setzt für den Weg s, die Fallbeschleunigung g und die Zeit t wahre, d. h. fehlerfreie Werte voraus. - In Messwerten gelesen wäre die Beziehung widersprüchlich.
Da wahre Werte nicht messbar, sondern lediglich mit Hilfe von Intervallen eingrenzbar oder „lokalisierbar“ sind, gestaltet sich das Überprüfen schwierig. Eine Bestätigung von Naturgesetzen ist demzufolge immer nur im Rahmen der Messunsicherheit möglich. Die Metrologie weist der Analyse und Verarbeitung von Messfehlern zentrale Bedeutung zu.
Der Wahre Wert sollte alsi nicht mit dem Istwert einer Regelgröße verwechselt werden.
Es gibt aber einige zentrale Größen in der Physik, die als elementare Konstante bezeichnet werden: Ihren wahren Wert werden wir nie kennen, sie sind – für manche Entscheidungen – nicht hinreichend genau bekannt, etwa die Gravitationskonstante, die Ruhemasse des Elektrons oder die Hubble-Konstante.
Siehe auch
- Messunsicherheit, GUM, Experiment - zur Theorie der Messvorgänge
- Beobachtung, Experiment - zu wissenschaftstheoretischen Aspekten