Waschvorgang einer mechanischen Waschstraße
Durch einen Sensor werden zunächst die Fahrzeugabmessungen ermittelt, auf Wunsch wird das Fahrzeug zur
Vorwäsche mittels eines Hochdruckbogens, der dem Fahrzeug folgt, vorgewaschen; dies ist bei textilem Waschmaterial notwendig. Bei älteren Anlagen bewegen sich bei der Hauptwäsche rotierende Bürsten um oder über das Fahrzeug.
In moderneren Anlagen kommen bewegliche Textilstreifen zum Einsatz. Spezielle rotierende Bürsten reinigen oftmals zusätzlich die
Felgen des Fahrzeugs. Je nach Waschprogramm kann das Fahrzeug nun mit einer
Wachsbehandlung oder
Unterbodenkonservierung versehen werden, welche vor Umwelteinflüssen schützt. Der letzte Arbeitsschritt besteht aus dem Trocknungsvorgang. Ein Gebläse bewegt sich über das Fahrzeug und trocknet die
Karosserie. Moderne Waschstraßen verfügen im Anschluss an die Gebläsetrocknung auch noch über einen Textilmitter, der die restlichen Wassertropfen wegwischt und einen deutlich höheren Glanzgrad bewirkt.
Eine weniger verbreitete Möglichkeit, das Fahrzeug vollautomatisch reinigen zu lassen, sind bürstenlose Waschportale, die das Fahrzeug nur mit extremem Druck (bis 90 bar) und extrem aggressiven Reinigungsmitteln sauber spülen. Die Betriebskosten solcher Waschanlagen sind jedoch vergleichsweise hoch, da bis zu sechs Hochdruckpumpen verwendet werden.
1963 baute Franz Christ die erste vollautomatische Autowaschanlage, welche die Grundlage für die heutige Technik bildet.
Waschprogramme
Die gebräuchlichsten Waschprogramme sind:
- Hochdruckvorwäsche – Ein Hochdruckstrahl (bis 90 bar) wäscht das Auto vor, um extreme Verschmutzungen und Sand vom Auto zu spülen.
- Aktiv-Schaum – Das Auto wird mit einem hochaktiven Reinigungsschaum eingesprüht, der festhaftende Verschmutzungen löst, um den Lack für die Bürstenwäsche vorzubereiten.
- Bürstenwäsche – Das Fahrzeug wird von drei Bürsten (zwei vertikalen, einer horizontalen) mittels Sensoren und Druckfühlern abgetastet und dabei der Lack gereinigt.
- Wachsauftrag – Heiß-, Kalt- und Schaumwachs werden nach dem Waschvorgang aufgesprüht.
- Sonderwachs – Ein Spezialwachs wird nach einer Zwischentrocknung auf den trockenen Lack aufgesprüht und dann von den Bürsten fixiert.
- Schaumpolitur – Ein Spezialwachs wird ohne Zwischentrocknung auf den Lack als Schaum aufgetragen und dann von den Bürsten fixiert.
- Glanztrockner/Trocknungshilfe – Ein Mittel wird vor dem Trockenvorgang aufgesprüht und bewirkt, dass der Wasserfilm schnellstmöglich abrinnt.
- Trocknung – Ein horizontales Gebläse (optional auch seitliches Gebläse) folgt der Fahrzeugkontur und bläst so die verbliebenen Wassertropfen ab.
- Unterbodenwäsche – Der Unterboden und die Radläufe werden durch Hochdruckdüsen mit bis zu 90 bar gereinigt.
- Unterbodenkonservierung – Der Unterboden wird mit einem speziellen Wachs besprüht, um ihn vor Steinchen und Salz zu schützen.
- Felgenreinigung – Die Felgen werden durch Tellerbürsten oder Hochdruckdüsen gereinigt.
Umweltschutz
Je nach Waschanlagentyp werden zur Fahrzeugwäsche zwischen ca. 120
l (Portalwaschanlagen) und 600 l (Waschstraßen) Wasser verbraucht. Um Frischwasser einzusparen, wird daher in den meisten Waschanlagen das Waschwasser aufgefangen und nach Klärung und Filterung wieder zur Wäsche verwendet. Wachse und Trocknungshilfen werden jedoch grundsätzlich mit Frischwasser aufgebracht. Dem Waschwasser sind Reinigungzusätze beigemischt, um hartnäckigen Schmutz zu entfernen. Außerdem ist das Waschwasser leicht
basisch (
pH 7,5 bis 8,0). An den Fahrzeugen austretendes
Öl oder Betriebsstoffe werden über einen
Ölabscheider herausgefiltert. In den Wintermonaten wird zudem
Streusalz durch die Fahrzeuge in das Waschwasser eingebracht, das zu einer Aufsalzung des Waschwassers führt. Daher wird im Winter periodisch Frischwasser zusätzlich zugegeben, um die Salzkonzentration auf geringerem Niveau zu stabilisieren.
Weblinks