Namensdeutung
Die latinisierte Form des Flussnamens ist
VISURGIS und findet sich in alten römischen Quellen und frühmittelalterlichen Chroniken. Ab dem 8. Jahrhundert sind die germanischen Namensformen
Wisura, Wisera, Wisora, Wisara oder
Wisuraha überliefert, z.B.
Wisara in einer altnordischen Version der
Wieland-Sage im dänischen
Codex Regis von 1270). Noch bei Adam von Bremens heißt es 1075 ausdrücklich:
Nobilissimi Saxoniae fluvii sunt Albis, Sala, Wisara, qui nunc Wissula vel Wirraha nuncupatur. („Die hervorragendsten Flüsse
Sachsen sind die
Elbe, die Saalee und die Wisara, die man jetzt auch Wissula oder Wirraha nennt.“) Es ist also anzunehmen, dass es sich bei
Weser und
Werra in alter Zeit um ein und denselben Namen gehandelt hat, wobei es im Laufe der Zeit durch regionale sprachliche Ausdifferenzierung zu einer begrifflichen Trennung des Oberlaufes vom übrigen Fluss gekommen ist. Unterstützt wird die Annahme dadurch, dass die Grenze zwischen dem nieder- und oberdeutschen Sprachraum ziemlich genau bei Münden verlief, wobei aus der oberdeutschen Form 'Wirra' sich 'Werra' entwickelt hat. Die
niederdeutsch Form
de Wersern oder
de Werser enthält noch heute beide Mittelkonsonanten.
Der Name Wisara wurde früher als die Wiesenreiche oder das Wiesenwasser gedeutet. Heute nimmt man eher an, dass er auf eine indoeuropäische Wurzel namens *ueis/*uis = zerfließen, fließen zurückgeht. Urverwandte Namen finden sich in ganz Europa, von der polnischen Wisła (Weichsel) über die norwegisch-schwedische Visa bis hin zur französischen Vézère (einem Zufluss der Dordogne) und der belgischen Vesdre.
Verlauf

Zusammenfluss von Werra und Fulda in Hann. Münden; im Hintergrund der Kaufunger Wald
Quellflüsse
Die 292 km lange Werra und die 218 km lange Fulda vereinigen sich in Hann. Münden zur Weser. Dort steht an der Nordspitze der Fuldainsel
Tanzwerder seit 1899 der
Weserstein mit der Inschrift:
Wo Werra sich und Fulda küssen
Sie ihre Namen büssen müssen,
Und hier entsteht durch diesen Kuss
Deutsch bis zum Meer der Weser Fluss.
Oberweser
Hier ist der Nullpunkt der Binnengewässerkilometrierung der Weser. Der Wasserspiegel liegt bei 116,5 m über NN.
Als Oberweser fließt sie im
Wesertal bis zur
Porta Westfalica durch das
Weserbergland.
Von Hann. Münden bis Bad Karlshafen ist sie auf lange Strecken Grenze von Niedersachsen und Hessen, von dort bis hinter Holzminden teilweise Grenze von Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Anschließend fließt sie durch niedersächsisches Gebiet, hinter Rinteln dann durch Nordrhein-Westfalen.
Bei Hann. Münden beginnt das recht lange Oberweser-Durchbruchstal. Zunächst zwischen
Reinhardswald und
Bramwald nordwärts führend, knickt es am
Kahlberg vor dem
Solling scharf nach Westen ab. Zwischen Reinhardswald und Solling hat sich die Weser bis zu 300 m tief eingegraben. Sie passiert
Bad Karlshafen und die
Hannoverschen Klippen und knickt am Südwestrand des Solling nach Norden ab. Das Tal hat hier Aufweitungen wie die bei
Höxter und
Holzminden und die größere von vor
Hameln bis hinter
Rinteln, dazwischen aber immer wieder enge Abschnitte mit steilen Hängen, z.B. die „
Rühler Schweiz“. Zwischen Holzminden und
Bodenwerder passiert die Weser die Höhen- und Gebirgszüge
Burgberg und
Vogler, die wie der Solling zum
Naturpark Solling-Vogler gehören. Nördlich von Bodenwerder durchquert die Weser den
Naturpark Weserbergland Schaumburg-Hameln. In Hameln befindet sich die einzige Staustufe der Oberweser (und älteste Staustufe des gesamten Flusses), hervorgegangen aus einen mittelalterlichen
Mühlenstau. Unterhalb von Hameln wendet sich der Flusslauf zunehmend westwärts, bei
Vlotho dann wieder nach Norden.
Nach Einmündung der Werre fließt die Weser durch das kurze etwa 200 m tiefe Durchbruchstal Porta Westfalica zwischen Wesergebirge und Wiehengebirge (Weser-km 199, Wasserspiegel etwa ) in die Norddeutsche Tiefebene ein, wobei sie einen kleinen östlichen Teil des Naturparks Nördlicher Teutoburger Wald-Wiehengebirge durchschneidet, der vom weit entfernten Teutoburger Wald kommend über das Wiehengebirge bis kurz vor Bückeburg in das Wiehengebirge reicht.
Die Hänge aller Abschnitte des oberen Wesertals sind überwiegend bewaldet. Vielerorts wird und wurde Buntsandstein gebrochen, aus dem auch zahlreiche historische Bauten errichtet wurden. Viele Ortschaften sind von Fachwerk geprägt mit schrittweisem Übergang von hessischer zu niedersächsisch-westfälischer Bauweise.
Mittelweser
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Von der Porta Westfalica fließt die Weser durch die
Norddeutsche Tiefebene.
Unweit nördlich der Porta – am Nordrand von Minden – wird die Weser am Wasserstraßenkreuz Minden vom Mittellandkanal überquert (siehe auch Hafen Minden). Ab diesem Wasserstraßenkreuz heißt sie amtlich Mittelweser. Bis Schlüsselburg (zu Petershagen) fließt sie noch durch Nordrhein-Westfalen, dann ab Stolzenau durch Niedersachsen. In der breiten Weserniederung, bis Hoya irreführend auch Mittleres Wesertal genannt, liegen die meisten Orte nicht direkt am Flussufer. Vor allem an der Allermündung stehen Uferwiesen oft wochenlang unter Wasser. Solche Rückhalteräume vermindern flussabwärts die Hochwassergefahr. Die Mittelweser wird durch viele Staustufen reguliert, wie Drakenburg, und durch Schleusenkanäle teilweise abgekürzt. Die Baumaßnahmen erstreckten sich von Anfang des 20. Jahrhunderts bis um 1960. Die größten Städte in der überwiegend ländlich geprägten Mittelweserregion zwischen Minden und Bremen sind Nienburg und Verden.
Hydrografisch endet die Mittelweser am Hemelinger Weserwehr in Bremen-Hastedt (Weser-km 362,3, Wasserspiegel oberhalb des Wehrs etwa )
Unterweser
Der Flussabschnitt vom Hemelinger Weserwehr bis zur Mündung in die Nordsee unterliegt den
Gezeiten und wird Unterweser genannt. Die Kilometrierung der Binnenwasserstraße reicht jedoch in den Tidenbereich der Unterweser bis 50 m unterhalb der Wilhelm-Kaisen-Brücke (Weser-km 366,72).
Dort, wo seit dem 13. Jahrhundert die (Große) Weserbrücke das obere Ende der Seeschifffahrt markierte, ist der Nullpunkt der Unterweser-Kilometrierung. Seit 1867 beginnt die Seeschifffahrtsstraße allerdings erst an der Brücke der Weserbahn bei Unterweser-km 1,375. Der Tidenhub in Bremen ist durch Weserkorrektion und nachfolgende Maßnahmen von 73 cm auf etwa 4 m gestiegen (Niedrigwasser um , Hochwasser um ) [Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrologie: Tidenkalender ]
. Die Unterweser fließt zunächst durch Bremen, dann durch Niedersachsen. An der Mündung der Weser in die Nordsee (452 km ab Hann.Münden, Unterweser-km 85,248, seewärtige Begrenzung zur Nordsee laut WaStrG) liegt auf dem Ostufer die zum Bundesland Bremen gehörende Stadt Bremerhaven.
Außenweser

Blick von Bremerhaven auf die Außenweser
Außenweser wird die Fortsetzung des in Südost-Nordwest-Richtung verlaufenden Mündungstrichters (
Ästuar) der Weser im
Wattenmeer der
Nordsee genannt.
Die Außenweser durchschneidet den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer.
Zwei hintereinander in der Außenweser gelegene Wattflächen, Robbenplate und Tegeler Plate, teilen die Außenweser in zwei Arme: Wurster Arm bzw. Tegler Rinne im Nordosten und Fedderwarder Fahrwasser bzw. Hohewegrinne im Südwesten. Heutzutage wird nur noch dieser westliche Arm als Fahrwasser genutzt.
Im Bereich der Außenweser stehen mehrere Leuchttürme im Wattenmeer, darunter der Leuchtturm Hohe Weg. An ihrem nordwestlichen Ende steht der Leuchtturm Tegeler Plate, weiter nordwestwärts in der Nordsee stehen die Leuchttürme Roter Sand und Alte Weser.
Weserinseln
- Am Zusammenfluss von Werra und Fulda zur Weser befinden sich in Hann. Münden die Flussinseln Tanzwerder (mit dem Weserstein) und Doktorwerder.
- Die beiden Weserinseln Schleusenwerder und Werder in Hameln sind zusammen 800 m lang. Auf den Inseln befinden sich Gebäude, die gastronomisch genutzt werden, und eine Schleusenanlage. Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges arbeiteten dort zwei Getreidemühlen (Fabriken).
- Bei Landesbergen befindet sich in Höhe der Staustufe eine Weserinsel.
- Auf der Bremer „Weserinsel', dem Stadtwerder, liegen das Neue Museum Weserburg – das größte Museum für Gegenwartskunst in Deutschland –, die Hochschule für Nautik, mehrere Kleingartengebiete sowie Strandbäder an der Weser und am Werdersee. Der Stadtwerder ist 4,3 km lang. Schon seit Jahrhunderten war vom südlichen Weserarm Kleine Weser (s.u.) im oberen Teil nur eine Flutrinne übrig.
- In Bremen wurde im Lauf des Mittelalters die untere Spitze der „Weserinsel' durch Verteidigungsgräben zwischen Weser und Kleiner Weser abgetrennt. So entstanden die Inseln Brautwerder mit der Bastion „Braut' und – auf der äußersten Spitze – der Teerhof, im Mittelalter Werftgelände.
- Der Werdersee mit der unzugänglichen Vogelinsel wurde nach der Sturmflut 1962 als Flutrinne neu ausgehoben. Der Erdaushub wurde zur Aufschüttung des Friedhofes Huckelriede verwendet. Nachdem beim Januarhochwasser 1981 die Generalprobe mit der Ableitung des Schmelzhochwassers durch den oberen Teil der Flutrinne wegen fehlerhafter Auslegung gescheitert war, wurde sie vergrößert und der Werdersee verlängert und außerdem der Stadtwerder auf der Südseite durch einen neuen Sommerdeich geschützt. Der naturähnlich angelegte Werderseezuleiter für die Frischwasserzufuhr aus der Mittelweser führt durch den Stadtwerder.
- Der Peterswerder am Nordufer der Weser, auf dem heute das Weserstadion steht, war bis zum Bau des Osterdeichs in den 1880er Jahren durch das Altwasser „Schwarzes Meer' vom die Weser begleitenden Dünenrücken mit der darauf verlaufenden Landstraße nach Verden getrennt.
- Eine kleine und nicht bebaute Weserinsel befindet sich in Bremen zwischen dem Kap-Horn-Hafen und dem Wendebecken Neustadt. Sie wird schlicht „Die Insel“ genannt. Zur Reduzierung des Bewuchses wird die Insel im Sommer von Ziegen beweidet. Anfangs war dies lediglich eine Halbinsel, was jedoch zu erheblichen Ablagerungen von Sedimenten in der Hafeneinfahrt führte. Seit dem Durchstich hat sich dieses Problem erledigt.
- Gegenüber liegt eine mit Pappeln bestandene Kleinstinsel, die wenige Jahre vor der Schließung der Werft AG Weser nach Durchstich aus der Hafenmole des Werfthafens entstand.
- Die einstige und längst verlandete Weserinsel Elsflether Sand vor Elsfleth ist seit dem Bau des Huntesperrwerks in den 1970er Jahren eine Halbinsel, die vom Weserdeich und einem 3,1 km langen Radweg durchzogen wird. Sie ist über den Weserdeich und das Huntesperrwerk zugänglich.

Fähre „Guntsiet“ zwischen Brake und der Insel Harriersand
- Harriersand gegenüber Brake-Harrien ist etwa 11 km lang und damit die längste Flussinsel Europas. Sie ist seit dem Jahr 1830 besiedelt. Vor der zweiten Weserkorrektur 1924–1932 bestand sie noch aus sieben kleinen, voneinander getrennten Inseln. Harriersand ist von Brake aus mit der Personenfähre Guntsiet und von Rade aus über eine Straßenbrücke zu erreichen. Diese Insel hat lediglich einen Sommerdeich auf der Nordseite und auf der Südseite einen der wenigen naturbelassenen Sandstrände an der Weser. Die Häuser liegen wie die Hallighäuser auf einer kleinen Hauswarft. Diese werden bei jeder stärkeren Sturmflut zu Miniinseln.
- Vor dem Ort Rodenkirchen (Gemeinde Stadland) liegt die Strohauser Plate. Die als Natura 2000-Gebiet geschützte Weserinsel dehnt sich in Nord-Süd-Richtung über 6 km und in Ost-West-Richtung an der breitesten Stelle über 1,3 km aus und darf nur im Rahmen von geführten Exkursionen betreten werden.
- Die ehemalige Flussinsel „Tegeler Plate“ im Deichvorland bei Dedesdorf dient als ökologische Kompensationsfläche für das Containerterminal III in Bremerhaven. Zu dem Zweck wurde der Sommerdeich aus den 1920er Jahren teilweise wieder abgetragen.
[Pressemitteilung von bremenports: Ökologischer Ausgleich für den Bau des Containerterminals III ]
- Die ehemalige Flussinsel „Luneplate“ bei Bremerhaven wurde eingedeicht und gehört nun zum Festland. Sie war bis dahin die größte Insel in der Weser. Der 1924/25 angelegte Deich wurde in den 1970er Jahren verstärkt, und die Luneplate sollte Gewerbegebiet werden. 2003/04 wurden große Teile wieder vernässt als ökologische Ausgleichsmaßnahme für den Ausbau des Containerterminal IV im Norden von Bremerhaven. Normale Tiden strömen jetzt durch Sieltore bis zum alten Deich. Der neue Deich dient nur noch dem Schutz vor schweren Hochwassern.
[Relationsgeflecht Küstenschutz ]
- Wesermündung: Die kleinen Inseln Langlütjen I und Langlütjen II gegenüber von Bremerhaven-Weddewarden wurden in den Jahren 1876–1880 als kaiserliche Fortes ausgebaut. Während beider Weltkrieg wurden die Bollwerke mit starken Abwehrgeschützen versehen. Von September 1933 bis Januar 1934 befand sich auf Langlütjen II ein Konzentrationslager.
- Brinkamahöft vor Weddewarden, ebenfalls mit einem kleinen Fort, wurde im Zuge das Ausbaus des Containerterminals IVa eingeebnet und in die Hafenfläche einbezogen.
- Tegeler Plate (namensgleich mit der ehemaligen Unterweserinsel bei Dedesdorf) und Robbenplate sind Sandbänke, also Wattflächen, zwischen den beiden Armen der Außenweser. Kleine Teilflächen sind im Sommer durchweg trocken und dienen den Robben als Ruhefläche und Kinderstube für die Heuler.
Nebenflüsse
Zu den
Nebenflüssen der Weser gehören:
( L = linksseitig, R = rechtsseitig; flussabwärts betrachtet )
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- Bastau (L; in Minden)
- Aue (R; bei Petershagen-Lahde)
- Ösper (L; in Petershagen)
- Gehle (R; bei Petershagen)
- Große Aue (L; vor Nienburg)
- Meerbach (R; in Nienburg)
- Aller (R; bei Verden, Weser-km 326,400)
- Eyter (L; bei Thedinghausen)
- Ochtum (L; in Bremen-Seehausen, Unterweser-km 12,850)
- Lesum (R; in Bremen-Vegesack, Unterweser-km 17,490)
- Hunte (L; bei Elsfleth, Unterweser-km 32,090)
- Drepte (R; in Dreptersiel)
- Lune (R; bei Bremerhaven)
- Geeste (R; in Bremerhaven)
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Gewässergeschichte
Urzeit
Erste Spuren der heutigen Weser finden sich im Tertiär. Vor etwa zwölf Millionen Jahren muss es einen Fluss im Gebiet der heutigen Oberweser gegeben haben. Funde von typischen
Weserkiesen lassen diesen Schluss zu. Wo dieser Fluss mündete, ist unbekannt.
Das Zeitalter der Eiszeiten, das Pleistozän, gestaltete die Landschaft völlig neu und beeinflusste auch den Verlauf der Weser. Funde von Wesergeröll in Holland weisen darauf hin, dass die Weser ab dem heutigen Minden dem nördlichen Rand des Wiehengebirges folgte, um dann weiter in Richtung Ijsselmeer zu fließen.
Die zurückziehenden Eiszeiten gaben den Weg wieder frei und die Weser änderte ihren Lauf in Richtung Norden. Schmelzwasser von den Gletschern und Niederschlagswasser aus den Mittelgebirgen vereinten sich zu Urströmen, denen auch die Weser zufloss.
Das Tal des Aller-Weser-Urstroms, am weitesten südlich gelegen, reichte von der mittleren Oder über den Mittellauf der Elbe bis zur Mündung der Weser. Etwa in Höhe der heutigen Stadt Hoya an der Mittelweser vereinten sie sich mit der Weser, um anschließend in das Bremer Becken zu strömen. Doch auch der Mündungstrichter in die Nordsee schwankte über die Jahrtausende hinweg zwischen Wangerooge und Helgoland.
Frühere Arme der Unterweser

Küste zwischen Ems und Weser um 1300
Von der Mitte des 14. Jahrhunderts bis Anfang des 16.Jahrhunderts hatte die Weser ein
Mündungsdelta mit mehreren Seitenarmen in den im wesentlichen im 12. Jahrhundert entstandenen
Jadebusen (
[Politische Bildung: Das Land Oldenburg ]
, Seiten 11 u. 27-30: Geschichte von Jadebusen und Weserarmen,
[Landverluste und Deichbau in der heutigen Wesermarsch ]
,
[www.geschichtsatlas.de: Sturmfluten und langfristige Änderungen der Küstengewässer ]
). Entstanden sind diese Gewässer durch Meereseinbrüche, auch wenn sie dann überwiegend Weserwasser führten. Ahne und Heete flossen von Nordenham nach Westen, das Lockfleth von Brake nach Nordwesten, zeitweise gab es sogar eine Verbindung vom Elsflether Tief zum Fluss Jade. Große Teile der heutigen Halbinsel (
Landkreis Wesermarsch) zwischen Unterweser und Jadebusen waren somit Inseln. Als Folge davon trägt die Halbinsel keinen einheitlichen Namen. Der nördliche Teil heißt
Butjadingen (= Land außerhalb der Jade), der südliche Teil
Stadland (von Gestade = Küste).
Der erste Hafen der Stadt Bremen lag an einem Weserarm namens Balge. Ob sie evt. in karolingischer Zeit zeitweise Hauptarm war, ist sehr fraglich. Im 12. Jahrhundert war die Balge immer noch tief genug für damalige Schiffe. Die Altstadt dehnte sich auf die Inseln zwischen Balge und eigentlicher Weser aus. Erst ab dem 13. Jahrhundert wurde auch das Weserufer als Hafen genutzt und die Schlachte als (hölzerne) Uferbefestigung gebaut. Ab dem 14. Jahrhundert diente die Balge nur noch als Binnenhafen. Anfang des 19. Jahrhundert wurde sie zugeschüttet. [Geschichte Bremens ]
Die Kleine Weser in Bremen hatte schon lange vor den Baumaßnahmen des 19. Jahrhunderts keine regelmäßige Wasserzufuhr aus der Mittelweser und wurde deswegen früher auch Ohle Weser (Alte W.) genannt. Bis ins 19. Jahrhundert gab es einen der militärischen Verteidigung dienenden Verbindungsgraben von der Weser her, der den Teerhof vom Stadtwerder trennte. In den 1950er Jahren wurde die Flutrinne oberhalb der kleinen Weser ausgebaut und ddabei der Werdersee angelegt. Seit 1968 trennt ein Wehr in der Kleinen Weser etwa 200 m von ihrer Mündung sie von der Unterweser. Bei der Umgestaltung in den 1980er Jahren wurde die Engstelle zwischen Kleiner Weser und Werdersee beseitigt, so dass beide hydrologisch eine Einheit bilden. Gleichzeitig wurde ein Graben angelegt, um diesen See mit Frischwasser aus der Mittelweser zu versorgen.
Noch bis Ende des 19. Jahrhunderts floss bei (Fluss-)Hochwasser Weserwasser am Südrand von Bremen durch eine Lücke im die Weser begleitenden Dünenrücken in die Wümmeniederung (Ostgrenze von Bremen), von wo aus es bei Vegesack 26 km weserabwärts durch die Lesum wieder in die Weser fließen konnte.
Versandung
1399 beschrieb der Verdener Bischof Dietrich von Niem in seiner
Kronik, dass die Weser nach dem Absinken des Hochwassers im Frühjahr große Mengen
steinigen und sandigen Bodens zurückließ. Ende des 16. Jahrhunderts beschloss der Rat der Stadt Bremen auf Antrag der Schiffergilde den Bau eines Hafens in
Vegesack, weil ihre Schiffe aufgrund der Versandung der Unterweser die Stadt Bremen kaum noch anlaufen konnten. Aber auch der Hafen in Vegesack löste das Problem nicht dauerhaft. Schon bald mussten die Schiffe in
Brakess ihre Fracht löschen. Weitere Versandung und Streit mit dem Herzogtum Oldenburg, zu dem Brake gehörte, führten 1827 zur Gründung
Bremerhaven.
Die Frühjahrs- und Herbsthochwasser der Weser überschwemmten weite Teile des flachen Landes zwischen Minden und der Nordsee. Dabei lagerten sich schwerere Sinkstoffe dichter am Ufer ab als leichtere und schufen somit Dämme, die das Wasser irgendwann nicht mehr selbst überwinden konnte. Die dadurch entstandene Strömungsenergie sammelte sich im Flussbett selbst und die Weser grub sich immer tiefer ein. Der Auswasch wurde mit fortgespült. Bei Niedrigwasser lag der Wasserspiegel teilweise so tief, dass das Grundwasser der Uferregionen abgezogen wurde und Brunnen trocken fielen.
Bei Eisgang oder Hochwasser schaffte die Weser oftmals bis zu 10 m tiefe Kolke, hinter denen sie das ausgegrabene Material zu Sandbänken oder Inseln anhäufte. Dabei wechselte sie häufig ihr Flussbett und wurde unberechenbar für die Schifffahrt.

Unterweser bei Bremen-Vegesack
Ausbau der Weser
Die
Weserschifffahrtsakte, von den Vertretern aller Weseruferstaaten am 10. September 1823 in Minden beschlossen, machte den Stapelrechten und anderen mittelalterlichen Privilegien ein Ende und verpflichtete alle Anliegerstaaten zu notwendigen Strombaumaßnahmen und zur Sicherung der Schifffahrt auf der Weser.
Die Stadt Bremen begann 1845 mit der Vertiefung der Unterweser auf eigenem Staatsgebiet. 1847 hatte man den ersten Dampfbagger angeschafft, und versuchte durch den Bau von Buhnen mit mäßigem Erfolg, den Fluss einzuengen und das Fahrwasser gemäß den Plänen Ludwig Franzius auf 5 m zu vertiefen. Erreicht wurde aber zunächst nur eine dauerhafte Tiefe von 2 m.
1874 war Franzius Vertreter Bremens in einer Kommission, die sich mit der Förderung der Schifffahrt auf der Weser befassen sollte. Er sammelte zunächst Daten über die Weser und über ihr gesamtes Zuflussgebiet und erarbeitete aus seinen Erkenntnissen den Plan einer weiteren Vertiefung und einer trichterförmigen Verengung des Strombettes von Bremen bis zur Mündung, die „große Weserkorrektion“. Dabei setzte er sowohl auf das Ausbaggern mit technischen Mitteln wie auch auf die Räumkraft des Flusses selbst.
Nachdem Franzius anfangs Schwierigkeiten hatte, seine Idee durchzusetzen, verhalf ihm das verheerende Hochwasser von 1881 zur Realisierung eines ehrgeizigen Plans: Die Weserschleife bei Lankenau-Gröpelingen, die Lange Bucht, sollte abgeschnitten und der Strom in ein neues Bett verlegt werden. Trotz ungesicherter Finanzierung wurde diese Regulierung bereits 1883 verwirklicht. Diese maßgeblichen Korrekturen der Weser werden auch Große Weserkorrektion genannt.
Noch während weitere Korrekturen an der Unterweser in vollem Gange waren und größere Schiffe die Weser bis Bremen noch nicht befahren konnten, wurde 1888 das Hafenbecken des Europahafens eingeweiht.

Drakenburg: Blick von der Brücke auf der Staustufe
Nach der „Weserkorrektion“ erfolgten wesentliche weitere wasserbauliche und wasserwirtschaftliche Maßnahmen
[Wasser- und Schifffahrtsamt Minden: Der Schifffahrtsweg Weser ]
im Bereich der
Mittelweser. Schon Ende des 19.Jahrhunderts wurde durch Buhnen der Wasserstrom konzentriert, um so eine Vertiefung des Fahrwassers zu bewirken. Mit dem Bau des Hemelinger Weserwehrs in Bremen-Hastedt 1911 begann die Anhebung des Wasserspiegels der Mittelweser durch Staustufen und Schleusenkanäle
[Wasser- und Schifffahrtsdirektion Mitte: Liste der Schleusen der Weser und ihrer Quellflüsse ]
, so auch bei
Dörverden, wo 1911 die
Lohofschleife durchschnitten wurde und ab 1914 am dort neu errichteten Stauwehr ein
Wasserkraftwerk Strom erzeugt. Weitere Regulierungsdurchstiche und Stauwehre wurden bei Intschede (Gemeinde
Blender) und
Petershagen an der Einmündung der
Ösper errichtet. Vollendet wurde die Maßnahmenserie erst in den Aufbaujahren nach dem Zweiten Weltkrieg. Nach Berechnungen der Mittelweser-Aktiengesellschaft und des Weserbundes e.V. wurden bis 1967 rund 330 Millionen DM für Investitionen aufgewendet, die entsprechend den damaligen wirtschaftlichen Aufbauzielen die „Infrastruktur der Landschaft verbessern“ sollten. Darin waren vorbereitende Bauarbeiten bis zum Jahre 1942 mit einem umgerechneten Bauwert von 50 Millionen DM enthalten. Die Investitionen der privaten Wirtschaft, zu denen auch die Wasserkraftwerke zählen, beliefen sich auf rund 900 Millionen DM. Sieben Wasserkraftwerke entlang der Weser, von denen die bisher neueste Anlage in Landesbergen Ende 1960 fertiggestellt wurde, erzeugten jährlich rund 200 GWh und wurden in ihrer Gesamtheit bis 1986 betrieben, kosteten aber mit zusammen 60 Millionen DM kaum 5% der Gesamtinvestitionen von 1,33 Milliarden DM, welche für den Ausbau der Weser aufgewendet wurden
Das Fahrwasser der Unterweser wurde mittlerweile bis auf 12 m weiter vertieft, und während der Tidenhub bei Bremen vor der Weserkorrektur nur 73 cm im Durchschnitt von zehn Jahren (1870-1879) betrug, vergrößerte er sich bis 2004 auf 4,50 m.
Siedlungs- und Staatengeschichte
;Antike und Völkerwanderung

Die Varusschlacht (hier Ausgrabungsstätte im vermuteten Ort bei Kalkriese) beendete die römische Herrschaft, aber nicht den Handel
Das Tal der Oberweser war vor dem Vordringen der Germanen
keltisch besiedelt. Die romanische, also mittelalterliche, Klosterkirche Bursfelde (s.u.) steht auf einem alten keltischen Prozessionsweg.
Zur Zeit der römischen Eroberungsversuche von Caesarss Gallienzug bis zur Varusschlacht wurde der Weserraum schon von Germanen bewohnt. Tacitus und andere römische Chronisten nennen am Unterlauf Chauken, weiter flussaufwärts unter anderem Angrivarier und Cherusker. Antike wie frühmittelalterliche Autoren haben sich bei ihren Beschreibungen der Germanenstämme im Wesentlichen auf mündliche Überlieferung gestützt. Wegen Widersprüchen und offensichtlichen Fehlern bewerten heutige Historiker die alten Texte mit Vorsicht. Die Sachsen werden erstmals Ende des 2. Jh. genannt, für das heutige Holstein. Im 4. Jh. haben sie schon im Weserraum gewohnt und sogar weiter westlich die Salfranken von der Ijssel vertrieben. Da das sächsische Siedlungsgebiet in der Zeit sich zu großen Teilen mit dem der Chauken deckt, ohne dass es Hinweise auf kriegerische Auseinandersetzungen zwischen beiden Völkern gibt, wird vermutet, die Chauken seien ein Teilstamm der Sachsen gewesen, die späteren Westfalen und Engern umfassend. Zahlreiche Funde typischer Fibelnn bestätigen der Ansässigkeit der Sachsen im Elbeweserdreieck und an der Mittelweser im 4. und 5. Jahrhundert.
;Mittelalter

Eike von Repgow
zeichnete 1220-1230
das Gewohnheitsrecht
im Sachsenspiegel auf;
Erst durch Konflikte mit der Expansion des Frankenreiches ist ab 775 der sächsische Teilstamm der
Engern im Einzugsgebiet der Weser namentlich erwähnt, vom Zufluss der
Diemel bis zum Küstengebiet nördlich Bremens. Engern gliederte sich in zahlreiche
Gaue unterschiedlicher Größe, die als Siedlungsräume zugleich die Grundlage für seine politische Organisation waren. Als
Karl der Große das Land erobert hatte und den Sachsen 782/783 öffentliche Volksversammlungen verbot, war es mit dem politischen Eigenleben der sächsischen
Heerschaften Engern, Westfalen und Ostfalen vorbei.
An den von Karl dem Großen gegründeten Bischofssitzen Minden, Verden (sicher nachgewiesen erst unter Ludwig dem Deutschen 849) und Bremen entstanden Marktsiedlungen. Hameln und Höxter entstanden im 9. Jh. als Marktsiedlungen neben Klöstern. Wirkliches Stadtrecht erhielten diese Städte aber erst im 12., bzw. Hameln und Verden 13. Jahrhundert.
1127 erwarb der bayrische Welfenherzog Heinrich X das Herzogtum Sachsen durch Heirat. Sein mächtiger Sohn Heinrich der Löwe trat in Opposition zu Kaiser Friedrich Barbarossa und wurde daraufhin schrittweise entmachtet. Damit begann die politische Zersplitterung des Weserraums. Zahlreiche Grafen- und Edelherrengeschlechter entwickelten dynastische Eigeninteressen. Ähnlich war es mit dem Territorialbesitz der Bistümer Paderborn, Minden und Verden und des Erbistums Bremen. Zweige des Welfenhauses blieben jedoch bis 1866 die wichtigsten Landesherren im Weserraum.
Die am linken Weserufer unterhalb der Huntemündung siedelnden Friesen hatten Jahrhunderte lang unter dem Dach des heiligen römischen Reiches ihre Unabhängigkeit bewahrt. Im 15. Jahrhundert versuchte die Stadt Bremen, sie unter ihre Kontrolle zu bringen. 1499 wurden Stadland und Butjadingen jedoch von den Grafen von Oldenburg erobert.
Besitzverhältnisse und Bedeutung der verschiedenen Herrschaften änderten sich immer wieder. Ein Geschlecht mit weit verteilten Besitzungen waren die Grafen von Schaumburg. Die Grafschaft Everstein, einst hervorgegangen aus einer Vogtei des Klosters Fulda, fiel 1408 an das welfische Herzogtum Braunschweig.

Stich: Hessisch Oldendorf
;Neuzeit
Wegen der zunehmenden territorialen Zersplitterung wurden auf dem Reichstag zu Köln 1512e die zehn Reichskreis geschaffen. An der Weser lag die Grenze zwischen den niederrheinisch-westfälischen und dem niedersächsischen Reichskreis.
Die territoriale Zersplitterung behinderte auch die Weserschifffahrt, da jeder Anrainer Zölle erhob. Dazu kamen die Auswirkungen nachbarlicher Auseinandersetzungen. So schnitt ein Grundherr aus der verzweigten Familie der Freiherren von Münchhausen die flussabwärts gelegene Stadt Hessisch Oldendorf vom Weserhandel ab, indem er den Fluss auf die andere Talseite umleitete.
Im Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit entwickelten Adel und wohlhabende Städte im Weserbergland einen besonderen Baustil, die Weserrenaissance.

Weserrenaissance: Rattenfänger-Haus (1603) in Hameln
Beim
Westfälischen Frieden 1648 bekam
Schweden die Herzogtümer (bis dato (Erz-)Bistümer) Bremen und Verden und damit das rechte Ufer der unteren Weser zugesprochen. Anfang des 18. Jahrhunderts wurden beide Gebiete von
Dänemark besetzt und anschließend an das welfische Kurfürstentum Hannover abgetreten. Die Stadt Bremen konnte ihre Reichsunmittelbarkeit nur mit Mühe behaupten.
Seit dem Dreißigjährigen Krieg erwarb das Kurfürstentum Brandenburg beziehungsweise Königreich Preußen schrittweise den größten Teil des Weserlaufes: 1648 das ehemalige Bistum Minden, auf dem Wiener Kongress 1812/15 das Hochstift Paderborn mit Höxter, nach dem Deutschen Krieg 1866 das Königreich Hannover mit über 50 % des Weserlaufes und Hessen Kassel mit dem linken Ufer bis Karlshafen und der schaumburgischen Exklave um Hessisch Oldendorf und Rinteln. Im Deutschen Reich gehörte die Weser außer zu Preußen zu Braunschweig (rechtes Ufer vom Solling bis zum Ith mit Holzminden, linkes Ufer um Thedinghausen bei Bremen), zu Bremen und zu Oldenburg (linkes Ufer von Bremen bis zur Mündung).
Bremen blieb wegen seiner Seehäfen auch als Teilstaat des Deutschen Reiches noch bis 1888 Zollausland. 1939 kam Bremerhaven gegen eine Vergrößerung des stadtbremischen Gebietes an Preußen. 1945 wurde Bremen mit Bremerhaven, vergrößert um die Stadt Wesermünde, amerikanische Enklave im Küstenbereich der britischen Zone und 1947 eigenes Bundesland.
Hydrologie
Einzugsgebiet

Höhenprofil und Wasserführung der Weser
Das
Wassereinzugsgebiet der Weser umfasst eine Fläche von 46.300
Quadratkilometern, einschließlich des 12.440 km² großen Einzugsgebietes von Werra und Fulda. Die obere
Hase gehört bis zu ihrer
Bifurkation in (untere) Hase (Nebenfluss der
Ems) und
Else (Nebenfluss der
Werre) zu den Einzugsgebieten von Weser und Ems. In einigen Bereichen des norddeutschen Tieflandes gibt es am Rand des Einzugsgebietes keine scharfe Wasserscheidenetze, sondern ausgedehnte ebene Feuchtgebiete, deren
Drainage von Fall zu Fall mehr zur Weser hin entwässert werden können oder zum
Jadebusen (
Stadland und
Butjadingen) beziehungsweise der
Elbe (
Teufelsmoor). Daher sind quadratkilometergenaue Angaben methodisch fragwürdig.
Die Werra, der längere Quellfluss, entspringt in Thüringenes auf der Südseite des Thüringer Wald. Sie erhält auch Wasser von Teilen der Nordseite des Gebirges und angrenzenden Bereichen des Thüringer Beckens. Der kürzere Quellfluss, die Fuldaenen, ist etwas wasserreicher und hat ihre Quelle in der hessisch Rhön, ihr größter Nebenfluss Eder im Rothaargebirge im Sauerland (NRW). Der größte Nebenfluss der Weser ist die Aller, die in der Magdeburger Börde in Sachsen-Anhalt entspringt und zusammen mit ihrem längsten Zufluss Leine das gesamte Wasser aus dem westlichen Harz empfängt.
Wasserführung
Die Oberweser unterliegt als typischer Mittelgebirgsfluss starken Schwankungen in der Wasserführung. Im Winterhalbjahr kommt es hier nicht selten zu Hochwassern, im Sommer dagegen oft zu extremem Niedrigwasser. Für den
Pegel Porta Westfalica am Übergang zur Mittelweser beträgt die mittlere Wasserführung rund 180
Kubikmeter in der Sekunde, die niedrigste 63 und die höchste 830. Am Beginn der Oberweser, am Pegel Hann. Münden, sind Niedrigwasserabflüsse um 30 m³ in der Sekunde keine Seltenheit. Bei mittlerem Niedrigwasserstand beträgt die Fließgeschwindigkeit etwa 0,8 m in der Sekunde.
Die Mittelweser zwischen Minden und der Tidegrenze in Bremen führt bereits deutlich mehr Wasser. Der Pegel Intschede (südlich von Bremen) registriert eine mittlere Wasserführung von 320 m³ in der Sekunde. Die niedrigste liegt bei 120 und die höchste bei 1.200 m³ in der Sekunde. Bei mittlerem Niedrigwasserstand beträgt die relativ geringe Fließgeschwindigkeit etwa 0,5 - 0,7 m in der Sekunde, bedingt durch die Staustufen in der Mittelweser. Die „Reisedauer“ eines Wasserkörpers von Hann. Münden bis Bremen schwankt je nach Wasserführung zwischen 2,5 und sechs Tagen, im Mittel etwa vier Tage.
Wasserstand und Fließgeschwindigkeit der Seewasserstraße Unterweser werden von den Gezeiten bestimmt, dem Tidenhub. Die Wassermenge in der Unterweser beträgt bei mittlerem Abfluss und mittlerer Tide beim Bremer Weserwehr 327 m³ in der Sekunde und steigt kontinuierlich bis zu einem Wert von ca. 6.600 m³ in der Sekunde bei Bremerhaven. Durch den ständigen Gezeitenwechsel braucht jedoch ein Wasserkörper zwischen zwei und 24 Tage, um die relative kurze Strecke bis zur Nordsee zu überwinden.
Hochwasser

Weserhochwasser Januar 2003 in Reinhardshagen, Pegelstand 5,81 m;
Immer wieder wurden die an der Weser liegenden Städte und Gemeinden vom
Hochwasser der Weser heimgesucht, trotz
Regulierung der Flussläufe von Fulda und Werra, bis in unsere heutige Zeit. Als Beispiel seien hier die Aufzeichnungen in der Chronik der Stadt Minden aufgeführt (Zitat aus
Chronik der Stadt Minden):
- 1342 Juli. Das auch Magdalenenhochwasser genannte Ereignis bewirkte nicht nur den höchsten historisch überlieferten Pegelstand der Oberweser, sondern verwüstete auch weite Teile Mitteleuropas.
- 1375 10. Februar. Weserhochwasser, das Wasser steht im Mindener Dom.
- 1513 reißt ein infolge anhaltender Regengüsse einsetzendes Hochwasser die hölzerne Weserbrücke von fünf steinernen Pfeilern.
- 1553 13. Januar. Hochwasser überflutet die Mindener Weserbrücke und steht auf dem Markt; anschließend bricht eine Seuche aus.
- 1643 7.-8. Januar. Weserhochwasser; das Wasser steht so hoch, dass Schiffe unmittelbar von der Brücke aus betreten werden können.
- 1658 16. Februar. Weserhochwasser; die Weserbrücke wird beschädigt.
- 1664 Weserhochwasser.
- 1682 7. Januar. Zweithöchstes bekanntes Weserhochwasser; der Mindener Marktplatz kann mit Kähnen befahren werden.
- 1744 6. März. Weserhochwasser.
- 1799 24. Februar. Weserhochwasser, nur drei Zoll niedriger als 1553; vier Bogen der Bunten Brücke stürzen ein.
- ''1841 20. Januar. Weserhochwasser;
- weitere Hochwasser: 29. Januar 1846, 11. März 1881, 27. November 1890, 7. Februar 1909, 20. Januar 1918 und 3. Januar 1926.''
- 1946 10. Februar. Weserhochwasser.
- 2003 2. Januar: Starkes Hochwasser bedroht den Flugplatz.
- 2003 5. Januar: Das Hochwasser der Weser gefährdet die Schiffsmühle mit 6,40 m über Normalpegel.
In der Nacht vom 16. auf den 17. Mai 1943 wurde die
Staumauer des
Edersees durch einen britischen Fliegerangriff zerstört. Es entstand ein 70 m breites und 22 m tiefes Loch in der Mauer, aus dem rund 160 Millionen Kubikmeter Wasser strömten. Eine sechs bis 8 m hohe Flutwelle floss durch die Täler der
Eder, der unteren Fulda und der Weser und verursachte bis
Minden erhebliche Überschwemmungen.
Eisgang
Brücken, Schleusen und
Wehre waren seit je her durch den Eisgang der Weser bei strengem Frost gefährdet. Türmten sich die Eisschollen zu gefährlichen Höhen auf, wurden sie gesprengt, um den Druck auf die Bauwerke zu mindern. Bis in die 1930er Jahre froren Ober- und Mittelweser regelmäßig zu, sodass eine Überquerung des Flusses zu Fuß oder manchmal auch mit Wagen möglich war.
Auch die Unterweser bei Bremen trug bis in die 1890er Jahre in den meisten Wintern eine tragfähige Eisschicht. 1828 wettete eine Gruppe Bremer Junggesellen darauf, dass am Neujahrstag des Folgejahres die Eisschicht auf der Weser einem Schneider samt Bügeleisen die Überquerung des Stromes trockenen Fußes möglich sei. Daraus entstand die Bremer Eiswette, die alljährlich mit einem Festmahl zugunsten der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger begangen wird, auch wenn die Unterweser seit Begradigung und Vertiefung nur noch sehr selten zufriert.
Nach der Ausweitung des Kaliabbaus in Thüringen und Osthessen und der Einschwemmung von großen Mengen Salzes in die Quellflüsse, gab es bis zur Auflassung der meisten Bergwerke in den 1990er Jahren keinen Eisgang mehr auf Ober- und Mittelweser. Seitdem stellt sich der alte Zustand langsam wieder her. Fünf Wochen Dauerfrost im Januar/Februar 1996 ließen die Werra zwischen Witzenhausen und Hann. Münden zufrieren, und durch starken Eisgang auf der Oberweser musste manche Fähre ihren Betrieb einstellen.
Wassergüte
Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Weser ein sehr fischreicher Fluss. Mit der zunehmenden Industrialisierung und dem Bevölkerungswachstum verschlechterte sich die Wasserqualität jedoch zunehmend. Auch der Bau von Kläranlagen konnte daran nichts ändern. Der erweiterte Kaliabbau an Werra und Fulda führte zu starker Versalzung des Flusses.
Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm die Wasserqualität der Weser weiter rapide ab und erreichte bis Ende der 1980er Jahre die Gewässergüteklasse III-IV (sehr stark verschmutzt) und streckenweise sogar IV (übermäßig verschmutzt). Eine der Hauptursachen der Verschmutzung war die Einleitung von stark salzhaltigen Abwässern aus der Kaliindustrie in Thüringen und Hessen.
Der Aus- und Neubau von kommunalen und industriellen Kläranlagen sowie Verfahrensverbesserungen der Industrie und Reduzierung des Kaliabbaus sorgten dafür, dass sich die Wasserqualität allmählich wieder verbesserte. Nach dem aktuellen Bericht zur Biologischen Gewässergüte der Weser entspricht die Wasserqualität zum Teil wieder der Güteklasse II (mäßig belastet), in einigen Abschnitten aber noch II-III (kritisch belastet), wobei die Versalzung immer noch eine Rolle spielt.
Flora und Fauna
Ökologisch betrachtet durchfließt die Weser vier grundlegend unterschiedliche Lebensräume der
Flora und
Fauna. Ist das Weserbergland von Hann. Münden bis Porta Westfalica überwiegend durch zusammenhängende
Fichten-, Buchenwn- und
Eicheälder mit einem reichen Wildbestand geprägt, kennzeichnet die Mittelweserregion von Minden bis Bremen eine weite
Marschenlandschaft mit vorwiegend landwirtschaftlich ausgerichteten Strukturen und teilweise hohem Waldanteil.
Heideee und
Moor sind für diesen Flussabschnitt ebenfalls charakteristisch. Hier vollführt der Strom zahlreiche Windungen und bildet Altarme mit hohem Fischbesatz und ufernahem Lebensraum für Tier und Pflanze.
Die Ufer der Unterweser werden von weiten, fast baumlosen Marschengebieten begleitet. Hier haben die regelmäßigen Hochwasser, die ungehindert durch Deiche bis an die Geestränder reichten, eine eigene Landschaft geprägt. Mitgeführter und abgelagerter Sand, Schlick, Ton und Lehm formten das heutige Landschaftsbild zwischen Bremen und der Nordsee mit Niederungs- und Hochmooren im Übergangsbereich von Geest und Marsch.
In vorgeschichtlicher Zeit befand sich die Nordseeküste mindestens 50 km weiter nördlich als heute. Durch Absenkungen veränderte sich die ursprüngliche Küstenlinie, wobei der Mensch durch die Errichtung von Deichen dieser Entwicklung Einhalt gebot. Durch Ausschwemmungen und Ablagerungen im Mündungsbereich der Weser entstand im Gezeitenbereich das Wattenmeernb. Es ist ein einzigartiger Lebensraum für Meerestiere. Zahlreiche Robbeänke befinden sich heute an und in der Außenweser.
Die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie aus dem Jahr 1992 verpflichtet die Bundesländer, Gebietsvorschläge zum Schutz bestimmter Lebensraumtypen sowie Habitate von gefährdeten Tier- und Pflanzenarten nach Brüssel zu melden. Ausgewählte Gebiete aus den nationalen Vorschlägen sollen dann zusammen mit den nach der EU-Vogelschutzrichtlinie gemeldeten Vogelschutzgebieten das europaweite Schutzgebietssystem Natura 2000 bilden. In dieses Projekt sind bereits einige Gebiete an der Weser eingebunden, zum Beispiel die Strohauser Plate.

Die Oberweser bei Polle
Wie vielfältig die Flora und Fauna an der Oberweser ist, zeigte die Begehung eines etwa 14 km messenden Transsektes südlich von
Beverungen im Juni 2000. Die von mehr als 30 Spezialisten für Flechten, Moose, Gefäßpflanzen, Weichtiere, Insekten, Amphibien und Vögel erfasste Flora und Fauna belegte in diesem Wesertalabschnitt 576 Pflanzenarten (darunter 62 Moose und 487 Gefäßpflanzen) und 389 Tierarten (darunter 30 Libellen, 60 Käfer, 33 Schmetterlinge und 58 Vögel).
Im Rahmen einer Voruntersuchung zum Bau einer Fischtreppe am Wehr der Pfortmühle in Hameln im Jahr 2001 wurden 28 Fischarten ermittelt, neben den bekannten Wanderfischen wie Aal und Lachs auch zahlreiche andere Fischarten, die die Weser und ihre Nebenflüsse bewandern.
Wirtschaft
Fischerei

Lachs
Schon lange vor der
Industrialisierung wurde auf der gesamten Weser gewerbsmäßiger
Fischfang mit Senknetzen betrieben. Viele erhaltene Fischer-Häuser in Orten an der Unter- und Mittelweser zeugen noch heute von einem gewissen Wohlstand. So betrug die Fangzahl für Lachs an Mittelweser und Aller im Jahre 1909 noch 4000 Stück. Durch den Ausbau der Weser mit Staustufen, Schleusen und Wasserkraftwerken sowie durch die mit der Industrialisierung verbundene Verschlechterung der Wasserqualität sank diese Zahl bis 1959 praktisch auf Null.
Größere Bedeutung erlangte die Fischerei an der Unterweser, als der Geestemünder Friedrich Busse 1884 einen Hochseefischdampfer bei der Bremerhavener Wencke-Werft in Auftrag gab und nach dessen Indienststellung zu einem bedeutenden Fischhändler wurde. 1888 gab es in Geestemünde eine erste Fischauktion nach englischem Vorbild. 1895 bestand die Geestemünder Hochseeflotte bereits aus 28 Schiffen.
1891 versuchte auch die Stadt Bremerhaven durch den Bau eines neuen Hafens mit Lagerschuppen und Fischversteigerungshalle mit Pack- und Eisräumen an der Westkaje, an dem Fischereigeschäft zu partizipieren. Zunächst erfolgreich, scheiterte dies jedoch wegen der Schleusungen in den Bremerhavener Hafen und den damit verbundenen hohen Kosten und geringeren Erlösen auf dem Markt.

Fischereihafen in Bremerhaven: Museumsschiff Gera
Geestemünde jedoch baute zwischen 1891 und 1896 den zwar tideabhängigen aber schleusenfreien Fischereihafen I aus und vergrößerte bis 1914 seine Fischereiflotte auf 93 Fischdampfer. In den 1930er Jahren erreichte die Flotte mit 215 Schiffen und 7.000 in 21 Hochseefischereireedereien beschäftigten Menschen einen vorübergehenden Höhepunkt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg kam Geestemünde zu Bremerhaven, das daraufhin bis 1960 zum größten Fischereihafen Europas wuchs. Durch die Erweiterungen der Fischereizonen Islands und Norwegens auf 200 Seemeilen gingen bis 1984 die wichtigsten Fischgründe und mehr als 2.000 Arbeitsplätze in der Hochseefischerei und etwa 4.000 Arbeitsplätze im Fisch verarbeitenden Gewerbe verloren. In Bremerhaven gibt es jetzt nur noch drei Fischereischiffe.
Bis 1990 verursachte der Kalibergbau an der Werra zumeist eine massive Versalzung von Ober- und Mittelweser, unterbrochen von Süßwassereinträgen an den Wochenenden. Das führte sowohl beim Fischbesatz, als auch bei den für die Ernährung vieler Fische wichtigen Mücken(-Larven), zu einem schweren Zahlen- und Artenrückgang. Allein der Aal gedieh noch gut. Heute sorgen Sportfischerverbände und örtliche Angelvereine durch regelmäßigen Einsatz von Jungfischen für einen ausgeglichenen Besatz, während jetzt die Erträge der Aalfischerei zurückgehen.
Handelsweg Weser

Hansekogge von 1380 (Deutsches Schifffahrtsmuseum Bremerhaven)
Anders als auf dem Rhein wurden auf der Weser im Wesentlichen in der Region erzeugte oder für ihren Bedarf bestimmte Waren transportiert.
In vorindustrieller Zeit ließen sich schwere Lasten viel besser zu Wasser als zu Lande befördern. So befand sich unter den Gütern spätestens seit Ende des 15. Jahrhunderts auch Steinkohle aus Obernkirchen (nahe der Porta Westfalica) für Bremen an der holzarmen Unterweser.
Um 1600 wurde auf der Weser vor allem Getreide und Obst aus der Hildesheimer Börde nach Bremen und Holland, und von dort aus Käse, Stockfisch und Tran flussaufwärts transportiert.
Vom 16. bis 19. Jahrhundert gab es an der Oberweser und an Werra und Fulda zahlreiche Dörfer, in denen Töpferwaren hergestellt wurden. Umfangreiche Keramikfunde in diesem Gebiet lassen auf eine starke Produktion schließen. Man schuf den Begriff Weserkeramik, der auch zum Ausdruck bringt, dass die Weser als Handelsweg für die Keramik diente. Aus vielen Töpferorten der Oberweser gelangten Tonwaren und Steinzeug nicht nur in den stets arm an Töpfereien gewesenen Raum an der Mittel- und Unterweser, sondern über die Außenweser auch in die Nordseeküstenländer Friesland, Dänemark, England und die Niederlande. Der Handel mit Keramik von der Oberweser beherrschte schließlich den Markt im gesamten Weserraum, so dass im 18. und 19. Jahrhundert die Produktionsstätten an Mittel- und Unterweser (zum Beispiel in Minden) keine Bedeutung mehr hatten.
Als ausgesprochener Exportschlager erwies sich der Veckerhäger Ofen, der in der 1666 gegründeten Kurhessischen Eisenhütte Veckerhagen (Oberweser) gegossen und von dort aus mit dem Schiff zunächst nach Bremen und weiter sogar zu Kunden in Skandinavien und Amerika transportiert wurde.
Ein wichtiges Produkt des waldreichen Weserberglandes war und ist Holz. Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts wurde Stammholz vorzugsweise geflößt.
;Eine besondere Episode: der hessische Soldatenexport
1776 wurden in Karlshafen 12.000 hessische Soldaten eingeschifft, die Friedrich II, Landgraf von Hessen-Kassel, an Georg III, hannoverscher Kurfürst und König von Großbritannien, vermietet hatte, um diesem im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg gegen die amerikanischen Truppen zu dienen. Die Soldaten, von denen kaum mehr als die Hälfte zurückkehrte, wurden zunächst in nordhessischen Orten wie Ziegenhain gesammelt, von Karlshafen aus über die Weser nach Bremen und von dort aus weiter nach Nordamerika transportiert.

Weserdorf Reileifzen bie Polle
Tourismus
Von touristischer Bedeutung ist das Weserbergland mit Hann. Münden,
Reinhardswald,
Solling, Bad Karlshafen,
Höxter, Hameln sowie die verbliebenen Bauwerke aus dem 16. Jahrhundert im Baustil der
Weserrenaissance, von denen sich viele entlang der Ober- und Mittelweser befinden. An der Unterweser bietet die Wesermarschen mit den Städten Bremen, Bremerhaven und Brake sowie zahllosen
Siel, Kanälen und
reetgedeckten Häusern touristische Höhepunkte. Im
Wesertal verläuft der
Weserradweg, inzwischen einer der beliebtesten Radfernwege in Deutschland.
Schifffahrt
;Geschichte
Schon die
Römer befuhren bei der versuchten Eroberung Germaniens mit ihren Schiffen die Weser. Eine römische Flottenstation wurde bei
Bremen-Seehausen ausgegraben. Trotz der
Varusschlacht gab es weiterhin Handel entlang der Weser mit Produkten aus dem Römerreich. So wurden an Mittel- und Unterweser und Hunte zahlreiche römische Mahlsteine aus
Eifel-
Basalt gefunden. Für das 8. Jahrhundert lässt sich ein Verkehr kleiner Handelsschiffe nachweisen, die über Aller,
Leine und
Oker bis
Braunschweig,
Hildesheim und
Elze fuhren, im 12. Jahrhundert über die
Werre,
Else und
Hase auch nach
Westfalen.

Treideln mit Zugtieren
Flussaufwärts wurden die Lastkähne ausnahmslos an Seilen von Menschen oder Zugtieren gezogen,
getreideltee. Hierzu bestanden in Ufernähe befestigte Treidel- oder
Leinpfad, die zum geringen Teil heute noch erhalten sind. Die Treidelschifffahrt litt unter der oft schlechten Unterhaltung der Treidelwege. Mancherorts mussten die Treidler übersetzen, weil der Treidelpfad die Flussseite wechselte. Stromab wurde nicht getreidelt, die Strömung genügte, um die Kähne in Fahrt zu halten. Die traditionellen Weserkähne wurden
Weserböcke genannt, eine Bezeichnung, die später aber auch für motorisierte Lastkähne verwendet wurde. An der Unterweser benutzte man zusätzlich eine Beseglung der Schiffe.
[Bremer Schiffahrt auf Weser und Aller in der Frühen Neuzeit ]
Beinahe wäre die Weser 1707 Ort der weltweit ersten Dampfschifffahrt geworden, hätte nicht die Mündener Schiffergilde nur wenige Meter vor dem Zusammenfluss von Werra und Fulda die Erfindung des
Denis Papin, ein durch einen Dampfzylinder angetriebenes Schiff, im Fluss versenkt. So wurde erst 1817 mit dem in
Vegesack gebauten ersten von Deutschen konstruierten Dampfschiff
Die Weser wieder ein Kapitel in der Geschichte der Dampfschifffahrt aufgeschlagen.
Die Weser verkehrte bis 1833 auf der Unterweser zwischen Bremen, Vegesack, Elsfleth und Brake und transportierte Passagiere und Post.
Die Dampfschifffahrt verdrängte sehr schnell den Berufszweig der Treidler. Dampf-Schlepper konnten mehrere Lastkähne gleichzeitig an ihre Zugseile nehmen. Auch talwärts wurden die Kähne nun gezogen und erreichten dadurch eine höhere Geschwindigkeit.
Selbstfahrende, Lasten befördernde Dampfschiffe zählten zu den Ausnahmen, während Personendampfer zahlreich in Dienst gestellt wurden.
Insgesamt sank jedoch die Bedeutung der Binnenschifffahrt auf der Weser, seit mit der Fertigstellung der Bahnlinien Hannover Bremen 1851 und Göttingen–Hannoversch Münden–Kassel 1856 eine durchgehende Eisenbahnverbindung von Hessen zu den Seehäfen bestand.
Die Mittelweser erfuhr seit ihrem Anschluss an den Mittellandkanal 1915 dann wieder eine Aufwertung.
Im 20. Jahrhundert ersetzten zunehmend durch Dieselmotoren angetriebene Schiffe die Weserdampfer. Zugverbände wurden von Schubverbänden abgelöst und die Anzahl von Lastkähnen mit eigenem Antrieb stieg.
;Lastschifffahrt
Die Weser ist vom Zusammenfluss von Werra und Fulda bis zur Mündung durchgehend schiffbar. Wie groß die Schiffe maximal sein und wieviel Tiefgang sie haben dürfen, ist in den einzelnen Abschnitten unterschiedlich. Ob tatsächlich noch Lastverkehr auf einem Abschnitt stattfindet, ist abhängig von diesen Einschränkungen.

Weserkai und Speicher in Holzminden
Die
Oberweser darf von Schiffen oder Schubverbänden mit einer Höchstlänge von 85 und einer Höchstbreite von 11 m befahren werden. Der maximal erlaubte Tiefgang ist pegelabhängig. Vom aktuellen Pegelstand muss ein streckenweise unterschiedlicher Sicherheitsabstand abgezogen werden. Dieser beträgt für die Strecken Hann. Münden – Karlshafen 17, Karlshafen –
Bodenwerder fünf, Bodenwerder – Hameln 28 und Hameln – Minden 31 cm. Die aktuellen Pegelstände müssen von den
Schiffsführern beim
Wasser- und Schifffahrtsamt abgefragt werden. Aufgrund dieser Einschränkungen verkehren aus Rentabilitätsgründen auf der Oberweser praktisch keine Lastschiffe mehr, während in den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg noch Schleppverbände auf der Oberweser anzutreffen waren. Der Warenumschlaghafen in Hann. Münden wurde in den 1970er Jahren stillgelegt, das Bahnanschlussgleis 1989 abgebaut.
Die Befahrung der Mittelweser zwischen Minden und Bremen ist Großmotorgüterschiffen (GMS) bis 85 m Länge und 11,45 m Breite und Schubverbänden von 91 m Länge und 8,25 m Breite erlaubt, wobei sie einen maximalen Tiefgang von 2,50 m nicht überschreiten dürfen. Dies entspricht zur Zeit der Wasserstraßenklasse IV mit Einschränkungen. Bis 2010 soll der Weserabschnitt von Weser-km 204,5 (Minden) bis 360,7 (Fuldahafen Bremen) auf Klasse Va ausgebaut werden. Dann dürfen GMS bis 110 m Länge und einem Tiefgang bis 2,80 m diesen Abschnitt befahren.
Die Unterweser darf auch von Seeschiffen befahren werden, tidenunabhängig mit einem maximalen Tiefgang von 7,5 m im Abschnitt Bremen – Brake, 9 m zwischen Brake und Nordenham und 13,50 m auf der Strecke Nordenham – Bremerhaven. Hinzu kommt ein mittlerer Tidenhub von 3,96 m.
Der 14,50-Meter-Ausbau der Außenweser ab Bremerhaven wurde 2003 fertiggestellt.
;Personenschifffahrt

Das Ausflugsschiff „Oceana“ verkehrt zwischen Bremerhaven und Bremen
Mit dem Aufkommen der Dampfschifffahrt auf der Weser ab 1817 übernahmen Personenschiffe den Transport von Reisenden. Lange Zeit war eine Reise mit dem Dampfschiff preiswerter als eine Bahnreise, so dass die Schiffe bis ins 20. Jahrhundert hinein als tägliches Verkehrsmittel genutzt wurden. 1851 zum Beispiel bot die
Oberweser Dampfschifffahrt eine tägliche Talfahrt von Hann. Münden nach Hameln an und wartete in Bad Karlshafen auf die Ankunft der Züge aus Kassel, Marburg und Eisenach. An vier Tagen in der Woche ging von Hameln aus die Fahrt weiter nach Minden und Bremen. An sieben weiteren Tagen im Monat waren die Schiffe der
Oberweser Dampfschifffahrt für den Transport von Auswanderern reserviert, die von Bremen oder Bremerhaven aus die Reise in die
USA und nach
Kanada antraten. Die gesamte Fahrzeit von Hann. Münden bis Bremen betrug drei Tage, die Weiterfahrt bis Nordamerika acht bis zehn Tage. Bekannt waren die Schaufelraddampfer „Kaiser Wilhelm“ (die heute noch als Museumsdampfer bei Lauenburg auf der Elbe fährt), „Kronprinz Wilhelm“ ex „Meißen“ (deren Reste im Deutschen Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven zu sehen sind) und „Fürst Bismarck“ (deren Verbleib unbekannt ist).
Auch in heutiger Zeit verkehren auf der gesamten Weser Personenschiffe, darüber hinaus auch auf der Fulda zwischen Hann. Münden und Kassel. Während die Schiffe auf der Fulda, Ober- und Unterweser zwischen April und Oktober im regelmäßigen Linienverkehr die Anliegergemeinden bedienen, verkehren im Sommerhalbjahr Personenschiffe auf der Mittelweser nur sehr unregelmäßig und bieten vorwiegend eher kurze Ausflugsfahrten an.

Fahrgastschiff „Hessen“ auf der Oberweser 2004
An die Personenschiffe, die auf der Oberweser verkehren, werden aufgrund der geringen Wassertiefe besondere Anforderungen gestellt. So darf auf der Strecke Hann. Münden – Bad Karlshafen der Tiefgang 45 cm nicht überschreiten, um auch bei niedrigem Wasserstand den Linienverkehr bedienen zu können. Zum Beispiel hat das 1993 in Dienst gestellte Fahrgastschiff
Hessen der
Linie 2000 nur einen Tiefgang von 30 cm und besitzt eine nach beiden Seiten ausfahrbare
Gangway. An den
Anlegestellenn, die keine Anlegebrücken mehr haben,
ankert das Schiff in der Flussmitte, indem vier Stempel hydraulisch auf den Grund abgesenkt werden. Das derart aufgebockte Schiff verharrt unbeweglich im Wasser. Ein Anlegezwang gegen die Strömung entfällt somit, ebenso das Festmachen am Anleger. Wegen des geringen Tiefganges haben moderne Motorschiffe für die Oberweser vielfach keine klassischen Schiffsschrauben, sondern Antriebe, die aus dem der Raddampfer weiterentwickelt sind.
Da im Sommer oft der größte Touristenandrang mit dem niedrigsten Wasserstand zusammenfällt, wird manchmal rechtzeitig vor dem Wochenende aus den Talsperren der Nebenflüsse die abfließende Wassermenge erhöht.
;Sportschifffahrt
Auf der Weser ist für Motor getriebene Sportboote, bis auf die Stadtgebiete und Schleusenbereiche, eine Höchstgeschwindigkeit von 35 km/h erlaubt. In den Stadtgebieten beträgt die erlaubte Geschwindigkeit 12 km/h zu Tal und zu Berg 18 km/h. Aufgrund der relativ geringen Strömung und der hohen erlaubten Geschwindigkeit ist die Weser ein ideales Gebiet für die Sportschifffahrt.
Besonders die Oberweser ist beliebt bei Kanusportlern und Wasserwanderernee. Durch die Fließgeschwindigkeit der Weser von durchschnittlich 4,5 km/h bei normalem Wasserstand kann auch der Freizeitsportler längere Strecken ohne übermäßigen Kraftaufwand zurücklegen. Zahlreiche Bootsverleih tragen dieser Tatsache Rechnung und bieten neben dem Verleih von Kajaks und Kanadiern auch einen Rückholservice an.
Einmal im Jahr findet auf der Oberweser zwischen Hann. Münden und Hameln der sog „ICF Weser Marathon“, an dem sich sowohl Ruderboot- als auch Kajak- und Kanufahrer beteiligen, statt. Es können wahlweise 53, 80 oder 135 km absolviert werden. 2006 gingen 1800 Teilnehmer an den Start.
;Wasserstraßenkreuz Minden

Mittellandkanal kreuzt Weser
Am
Wasserstraßenkreuz Minden wird der Mittellandkanal nördlich von Minden seit 1916 in einer
Trogbrücke über die Weser geführt. Die Brücke wurde 1945 durch deutsche Truppen zerstört und in den 1950er Jahren wieder aufgebaut. 1998 kam eine zweite
Trogbrücke hinzu, um dem gestiegenen Schiffsverkehr und dem Ausbau des Kanals auf neue, größere Schiffsklassen Rechnung zu tragen. Die alte Brücke wird seitdem nur noch für die Sportschifffahrt benutzt. Aufgrund zu hoher Unterhaltungskosten wird seither auch ein Abriss erwogen. Drei Schleusen bilden zwei Verbindungen zwischen Weser und Mittellandkanal, es muss dabei eine Höhendifferenz von 12 m überwunden werden. Das ist zum einen der
Nordabstieg über die
Schachtschleuse und zum anderen der
Südabstieg über zwei Schleusen und dem auf halber Höhe liegenden Hafenbecken. Weiterhin gibt es am Wasserstraßenkreuz ein Pumpwerk, mit dem Weserwasser in den Kanal gepumpt wird, um dessen Wasserstand konstant zu halten.
Durch das Wasserstraßenkreuz Minden erhält die Weserschifffahrt eine direkte Verbindung in Richtung Westen zum Rhein und dem Ruhrgebiet sowie der Ems und nach Osten zur Elbe und über das Wasserstraßenkreuz Magdeburg und den Elbe-Havel-Kanal weiter bis nach Berlin und zur Oder.
Kultur und Tourismus

Bad Karlshafen: ehemaliges Packhaus von 1718
Städte
vom Ursprung der Weser (Zusammenfluss von Fulda und Werra) flussabwärts gesehen:
Schlösser, Burgen, Klöster u. a.

Schloss Bevern
- Welfenschloss in Hann. Münden, Ursprung 1501, nach einem Brand im Stil der frühen Weserrenaissance 1560 wiedererrichtet, beheimatet es heute das Stadtarchiv, die Stadtbücherei, das Amtsgericht und das Städtische Museum.
- Jagdschloss Karls von Hessen-Kassel in Veckerhagen, Barock 1690, linke Flussseite
- ehemaliges Augustinerinnenstift Hilwartshausen, 960 gegründet, Teile erhalten, linke Flussseite
- Bramburg bei Hemeln, Ruine einer Schutzburg 1063, rechte Flussseite
- Kloster Bursfelde, 1093 gegründet, heute evangelische Tagungsstätte, romanische Basilika jetzt Simultankirche, rechte Flussseite
- ehemaliges Benediktinerinnenkloster Lippoldsberg, etwa 1056 gegründet, romanische Pfeilerbasilika erhalten, rechte Flussseite
- (ehemaliges Benediktinerkloster Helmarshausen, 997 gegründet, Entstehungsort des Evangeliars Heinrichs des Löwen, nicht erhalten, linke Flussseite)
- Krukenburg in Bad Karlshafen – Helmarshausen, Ruine einer Kirchenburg 1225, linke Flussseite
- Schloss Würgassen, zu Beverungen, Barock 1698, rechte Flussseite
- Benediktinerinnenabtei Herstelle, 1899 gegründet, bestehend, linke Flussseite
- Schloss Wehrden bei Beverungen, Barock 1699, rechte Flussseite
- Schloss Fürstenberg, Weserrenaissance 1590, Porzellanmuseum, rechte Flussseite
- ehemalige Benediktinerabtei Corvey (zu Höxter), 815 erbaut, 1158 erweitert, Kirche und Kreuzgang erhalten, Wohngebäude im 18./19.Jh. zum Schloss umgebaut, linke Flussseite
- Tonenburg in Höxter-Albaxen, 1315, linke Flussseite
- Schloss Bevern, Vierflügelanlage Weserrenaissance 1612, rechte Flussseite
- Burg Everstein in Polle, Ruine der Aschenputtel-Burg 1265, linke Flussseite
- ehemaliges Benediktinerinnenkloster Kemnade in Bodenwerder, 960 gegründet, romanische Klosterkirche erhalten, linke Flussseite
- Damenstift Fischbeck bei Hameln, 955 als Kanonissenstift gegründet, bis auf vierjährige Unterbrechung unter Jérôme Bonaparte kontinuierlich besetzt, Klosterkirche erhalten, rechte Flussseite
- Burg Schaumburg bei Schaumburg-Rosenthal auf dem Nesselberg, Stammsitz der Grafen von Schaumburg und Holstein, rechte Flussseite
- ehemaliges Kanonissenstift Möllenbeck bei Rinteln, 896 gegründet, erhalten, linke Flussseite

Stiftskirche in Bücken
- Burg Vlotho, Reste einer Wehrburg aus dem 13. Jahrhundert, linke Flussseite
- Wittekindsburg (Porta Westfalica), vermutlich im Zeitraum 978-996 erbaut. Fundamentreste unter schützendem Überbau.
- ehemaliges Benediktinerinnenkloster St. Marien in Porta Westfalica, 993 gegründet, wenig später nach Minden verlegt (s.u.), Reste erhalten, linke Flussseite
- ehemaliges Benediktinerinnenkloster St. Marien (um 1000), ehemaliges Benediktinerkloster St. Mauritii (1042) und ehemaliges Dominikanerkloster St. Pauli (1233) in Minden, alle bis 1539 aufgelöst, erhalten, rechte Flussseite

Dreptersiel aus dem 18.Jh
- Schloss Petershagen, Weserrenaissance 1547, linke Flussseite
- Burg Schlüsselburg, 1335, linke Flussseite
- Stiftskirche Bücken, 1050 - 1350, Kloster mit der Reformation säkularisiert, Glasfenster (13.Jh.), Schnitzaltar (1510), linke Flussseite
- Schloss Hoya in Grafschaft Hoya, jetzt Amtsgericht, linke Flussseite
- Schwedenschanze aus dem dreißigjährigen Krieg, Sternschanze im Winkel zwischen Weser und Allermünung, rechte Flussseite
- Erbhof in Thedinghausen, Weserrenaissance, 1620 als Sitz der (seit 1566 protestantischen !) Erzbischöfe von Bremen gebaut, linke Flussseite
- Wasserschloss Schönebeck in Bremen-Schönebeck, Fachwerkbau aus dem 17. Jh., heute Heimatmuseum, rechte Flussseite
- Haus Blomendal in Bremen-Blumenthal, 1354, Graben und ein Gebäudeflügel erhalten, Deckenmalereien um 1600, rechte Flussseite
- U-Bootbunker Valentin in Bremen-Rekum, 1942 - 1945 durch 13000 Häftlinge des KZ Neuengamme errichtet, wobei 6000 umkamen, rechtes Flussufer
- Dreptersiel, historisches Sieltor aus dem 18.Jahrhundert, wieder zusammengesetzt aus den in den 1990er Jahren bei der Deichsanierung gefundenen Steinen, rechte Weserseite
- (Friedeburg (Vredenborch) in Nordenham, 1404-1499 Bremer Stützpunkt in Butjadingen, keine Reste mehr sichtbar, linke Flussseite)

Kaiser-Wilhelm-Denkmal
Markante Aussichtspunkte
- Tillyschanze in Hann. Münden, Bastion mit Aussichtsturm 1885 erbaut, linke Flussseite
- Weserliedanlage oberhalb von Hann. Münden, rechte Flussseite
- Roter Stein am Berghang nördlich von Gimte, rechte Flussseite
- Hugenottenturm und Juliushöhe bei Bad Karlshafen, linke Flussseite
- Hannoversche Klippen zwischen Bad Karlshafen und Würgassen, rechte Flussseite
- Klütturm bei Hameln, anstelle der 1774-1784 unter König Georg III. erbauten drei Forts, linke Flussseite
- Klippenturm bei Rinteln, rechte Flussseite
- Kaiser-Wilhelm-Denkmal bei Porta Westfalica, 1896 vollendet, linke Flussseite
Weitere Aussichtstürme an der Weser finden sich
hier 
Weserlieder
Unweit vom
Weserstein befindet sich an einem
Aussichtspunkt am Hang des Questenbergs die
Weserliedanlage, ein 1931 errichtetes
Denkmal zur Erinnerung an die Schöpfer des
Weserlieds, den Dichter
Franz von Dingelstedt und den Komponisten Gustav Pressel. Der Gedenkstein trägt zwei
Bronzetafeln mit den Portraits der beiden, geschaffen von
Gustav Eberlein, einem in der Nähe von Hann. Münden geborenen Bildhauer.
Neben diesem Weserlied, dessen Text auf der Seite der Weserliedanlage wiedergegeben ist, gibt es noch ein weiteres Weserlied als Regionalhymne Ost-Westfalens.
Daten zu Infrastruktur
Weserkraftwerke
Die Kraftwerke entlang der Weser sind hauptsächlich Elektrizitätswerke, die das Wasser der Weser für Kühlzwecke oder den Höhenunterschied des aufgestauten Wassers zur Energiegewinnung nutzen.

Steinkohlekraftwerk der E.On in Farge (Unterweser)
| Ort
| Betreiber
| Energiequelle
| Leistung
| in Betrieb
|
| Kernkraftwerk Würgassen
| E.ON
| Siedewasserreaktor
| 670 MW
| 1971-1995
|
| Kernkraftwerk Grohnde
| E.ON
| Druckwasserreaktor
| 1430 MW
| seit 1985
|
| Hameln Pfortmühle, Werder
| GWS Stadtwerke GmbH
| Wasser
| ???
| seit 1933
|
| Porta Westfalica Veltheim
| Gemeinschaftskraftwerk Veltheim GmbH
| Steinkohle, Öl
| 880 MW
| seit ???
|
| Kraftwerk Heyden Petershagen
| E.ON
| Steinkohle
| 865 MW
| seit 1987
|
| Wasserkraftwerk Petershagen
| E.ON
| Wasser
| 3,3 MW
| seit 1954
|
| Pumpwerk Minden
| WSA Minden
| Wasser
| 0,5 MW
| seit 1922, nur bei Wasserüberschuss im Mittellandkanal
|
| Wasserkraftwerk Schlüsselburg
| E.ON
| Wasser
| 5,0 MW
| seit 1956
|
| Wasserkraftwerk Landesbergen
| E.ON
| Wasser
| 7,2 MW
| seit 1960
|
| Landesbergen
| E.ON
| Erdgas, Biomasse
| 511 MW
| seit 1973/2003
|
| Wasserkraftwerk Drakenburg
| E.ON
| Wasser
| 5,0 MW
| seit 1956
|
| Wasserkraftwerk Dörverden
| E.ON
| Wasser
| 4,2 MW
| seit 1913
|
| Wasserkraftwerk Langwedel
| E.ON
| Wasser
| 7,2 MW
| seit 1958
|
| Wasserkraftwerk Bremen-Hemelingen
| (Stadtwerke Bremen)
Weserkraftwerk Bremen GmbH
| Wasser
| (?)
10,0 MW
| (1912-1987, abgerissen!)
geplant, ab 2009
|
| Bremen-Hastedt
| SWB Erzeugung
| Erdgas, Steinkohle
| 300 MW
| seit 1972/1989
|
| Bremen-Industriehäfen
| SWB Erzeugung
| Steinkohle
| ???
| seit 1968
|
| Kraftwerk Mittelsbüren Bremen
| SWB Erzeugung
| Gichtgas, Öl
| ???
| seit 1965/1974
|
| Bremen-Farge
| E.ON
| Steinkohle
| 345 MW
| seit 1969
|
| Stadland (KKW Unterweser)
| E.ON
| Druckwasserreaktor
| 1410 MW
| seit 1978
|
Für den Neubau eines Wasserkraftwerkes an der Staustufe Bremen-Hemelingen wurden bis zum Jahre 2002 fünf Vorschläge erarbeitet. Dabei hat sich der Vorschlag einer Unternehmensgruppe, an der eine Tochterfirma von greenpeace energy eG beteiligt ist, letztlich bei der Genehmigungsbehörde durchgesetzt. Im Jahre 2006 wurde das Planfeststellungsverfahren eröffnet, bei dem auch die Einwände der Fischereiverbände gehört wurden.
Staustufen und Schleusen
Verzeichnis der Schleusen
| Ort, Bezeichnung
| Stromkilometer
| Nutzlänge
| Nutzbreite
| Hubhöhe
|
| Hameln, Schleppzugschleuse
| 134,8 km
| 222 m
| 11,25 m
| 3,17 m
|
| Petershagen
| 223,1 km
| 215 m
| 12,30 m
| 6,00 m
|
| Schlüsselburg
| 238,4 km
| 214 m
| 12,30 m
| 4,50 m
|
| Landesbergen
| 251,8 km
| 221 m
| 12,30 m
| 5,50 m
|
| Drakenburg (Schleusenkanal)
| 284,9 km
| 223 m
| 12,30 m
| 6,40 m
|
| Drakenburg, Prahmschleuse (Fluss)
| 277,7 km
| 33 m
| 6,60 m
| 6,40 m
|
| Dörverden, Schleppzugschleuse
| 313,9 km
| 225 m
| 12,30 m
| 4,60 m
|
| Dörverden, Kleine Schleuse
| 313,6 km
| 85 m
| 12,30 m
| 4,60 m
|
| Dörverden, Prahmschleuse
| 308,8 km
| 28 m
| 6,50 m
| 4, |