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Geändert: 2007-12-17
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Kategorie: Wiki Kollaborationssoftware

Wiki

<em>Wiki-Wiki</em>-Bus am Flughafen Honolulu

Wiki-Wiki-Bus am Flughafen Honolulu

<em>Wiki-Wiki</em>-Hinweistafel am Flughafen Honolulu auf Oʻahu

Wiki-Wiki-Hinweistafel am Flughafen Honolulu auf Oʻahu

, Hawaii

Ein Wiki (Hawaiisch für „schnell“Hawaiian Dictionary Weblinks), seltener auch WikiWiki und WikiWeb genannt, ist eine Sammlung von Intranet- oder Internetseiten (also eine Website), die von den Benutzern nicht nur gelesen, sondern auch in Echtzeit online geändert werden kann. Wikis ermöglichen es, dass verschiedene Menschen gemeinschaftlich an Texten arbeiten (Autorengemeinschaft). Neben der Autorenschaft besteht die Mitarbeit bei Wikis oft auch in der redaktionellen Mitarbeit.

Es gibt verschiedene Arten von Wiki-Software; manche können nur lokal auf privaten Rechnern eingesetzt werden. Wesentlich für die meisten Wiki-Programme wie zum Beispiel MediaWiki ist die Versionsverwaltung, die es den Benutzern im Fall von Fehlern oder Vandalismus erlaubt, eine frühere Version einer Seite wiederherzustellen. Wie bei Hypertexten üblich, sind die einzelnen Seiten eines Wikis durch Querverweise (Links) miteinander verbunden; zur Vernetzung von verschiedenen Wikis dient das Konzept der InterWiki-Verweisen. Wikis ähneln damit Content-Management-Systemen, unterstützen aber keine streng geregelten Arbeitsabläufe (workflow).vgl. Richard Cyganiak: Wiki und WCMS: Ein Vergleich Weblinks (PDF), S. 3

Die Voraussetzung des Funktionierens von Wiki ist die Bereitschaft und der aus marktwirtschaftlicher Sicht eigentlich unlogische Drang vieler Benutzer, ihr Wissen für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen beziehungsweise vorhandene Artikel zu perfektionieren. Je größer der Anteil dieser Benutzer, um so besser ist ein Wiki.Stefan Jahn: Wieso Wiki funktioniert - nicht-technische Gründe: „...es gibt mehr gute Benutzer als böse Besucher“ Weblinks Bei der Organisationsentwicklung spricht man in diesem Zusammenhang von der „menschlichen Befriedigung“.

Mit der Änderbarkeit der Seiten durch jedermann wird – unabhängig davon, ob eine Benutzeranmeldung notwendig ist oder nicht – eine ursprüngliche Idee des World Wide Web erstmals verwirklicht und gleichzeitig eine wichtige Anforderung an soziale Software erfüllt. 

1 Geschichte
2 Wiki-Syntax
3 Wikis in Unternehmen
4 Große Wikis
5 Siehe auch
6 Einzelnachweise
7 Literatur
8 Weblinks

Geschichte

Erste Wikis entstanden als Wissensverwaltungswerkzeugewerkzeuge von Architekten im Rahmen der Entwurfsmuster-Theorie. Das erste Wiki, WikiWikiWeb genannt, wurde vom US-amerikanischen Softwareautor Ward Cunningham ab 1994 entwickelt und 1995 übers Internet verfügbar gemacht. Das Wiki basierte auf Ideen aus HyperCard-Systemen, die in den späten 1980er Jahren entwickelt wurden.WikiHistory Weblinks on c2.comInterview: Wikinewsie Kim Bruning discusses Wikimania Weblinks on WikiNewsInterview with Ward Cunningham Weblinks on Google Video

Den Namen wählte Cunningham, da er bei der Ankunft am Flughafen auf Hawaii die Bezeichnung Wiki Wiki für den dortigen Shuttlebus kennengelernt hatte. Dabei übernahm er die Verdoppelung, die im Hawaiischen für eine Steigerung („sehr schnell“) steht. Cunningham betrachtet Wiki weiterhin als eine Abkürzung für den eigentlichen Namen WikiWikiWeb.Correspondence on the Etymology of Wiki Weblinks von Ward Cunningham

Das Konzept von Wikis ähnelt dem, was sich Tim Berners-Lee, der Erfinder des World Wide Web, ca. 1990 ursprünglich unter selbigem vorstellte. Die Informationen sollten am privaten Rechner verfügbar und sofort bearbeitbar sein. In historischer Perspektive beschreibt er dies in seinem Buch „Weaving The Web“ (deutsche Lehnübersetzung „Der Web-Report“).Tim Berners-Lee, Mark Fischetti: Weaving the Web: The Original Design and Ultimate Destiny of the World Wide Web (dt. Der Web-Report. Der Schöpfer des World Wide Webs über das grenzenlose Potential des Internets. Aus dem Amerikanischen von Beate Majetschak. Econ, München 1999. ISBN 3-430-11468-3). Kapitel 1

Wiki-Syntax

Wikitext in MediaWiki

Wikitext in MediaWiki

Um den Text lesbarer und gegliedert zu gestalten, gibt es meist Zeichenkombinationen, die dem markierten Text eine Formatvorlage zuweisen. Diese so genannten „Tags“ werden im Eingabefenster an entsprechender Stelle eingegeben. In der Wikipedia beispielsweise ergibt die Eingabe „ein kursives Wort“ die Ausgabe „ein kursives Wort“.

Die Gesamtheit dieser Tags wird als Wiki-Syntax bezeichnet und unterscheidet sich je nach verwendeter Wiki-Software. Allen Dialekten ist jedoch zu eigen, dass sie sehr viel einfacher aufgebaut sind als das historisch verbreitet im World Wide Web eingesetzte HTML. Diese Beschränkung auf das Wesentliche ermöglicht einer großen Gruppe von Menschen, insbesondere auch Computer-Laien, mit wenig Lern- und Schreibaufwand an diesem System teilzuhaben.

Wikis in Unternehmen

Allgemeines

Die ersten Wikis wurden Mitte der 1990er Jahre von Software-Designern zur Produktverwaltung in IT-Projekten entwickelt. Heute kommen Wikis insbesondere im Bereich der Wissensverwaltung zum Einsatz. Hierbei ist vor allem das Engagement der Mitarbeiter unverzichtbar. Zwar ist auch ein gewisser finanzieller Aufwand erforderlich, dieser ist jedoch in der Regel günstiger, als bei herkömmlichen Systemen der Wissenskonservierung.Konstantin Zurawski: Bieten an der Wissensbörse. In: bild der wissenschaft, 11/2007. Konradin Medien GmbH, Leinfelden-Echterdingen, 2007. ISSN 0006-2375.

Typen

Grundsätzlich können unternehmensinterne Wikis in zwei Gruppen eingeteilt werden:

  • Unternehmens- bzw. Abteilungswikis versuchen das Wissen eines Unternehmens bzw. einer Abteilung zu erfassen.
  • Projektbezogene Wikis dagegen sind speziell auf ein einzelnes Projekt zugeschnitten.

Welche dieser Formen zum Einsatz kommt, hängt von verschiedenen Kriterien ab:

  • Dauerhaftigkeit: Unternehmens- und Abteilungswikis bieten sich vor allem an, wenn es um Wissen geht, das langfristig konserviert werden soll. Projekte dagegen haben oft nur eine begrenzte Lebensdauer.
  • Interesse: Informationen aus einzelnen Projekten oder Abteilungen sind längst nicht für jeden Mitarbeiter interessant.
  • Geheimhaltung: Informationen sollen aus Geheimhaltungsgründen nur bestimmten Personen zugänglich gemacht werden (z. B. den Beteiligten an einem Projekt).
usw.

Für beide Typen finden sich Beispiele (Zahlen Stand November 2007):

  • So hat die Bielefelder Synaxon AG ein ca. 6.000-seitiges Wiki eingeführt, in dem das komplette Firmenwissen gespeichert ist.
  • Der Computerhersteller IBM hingegen betreibt für jedes Projekt ein eigenes Wiki, insgesamt 10.000.

Probleme

Schwierig ist, ein gutes Maß zwischen Struktur bzw. Restriktion und Freiraum für die Berechtigungen der Mitarbeiter für die hinterlegten Inhalte zu finden. Darüber hinaus müssen die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die sich am Wiki beteiligen sollen, durch die verantwortliche Stelle/Abteilung von den Vorteilen eines Wikis überzeugt werden. Nur durch diese Motivation kann das gewünschte Maß der aktiven Beteiligung erzielt werden. Hemmnisse sind hier, dass Mitarbeiter ihr Wissen ungern preisgeben wollen, Berührungsängste mit der Editor-Technik haben oder befürchten, etwas zu verfassen, was negativ bewertet wird.

Auch auf Seiten der Unternehmen selbst gibt es Probleme: So werden nur selten unternehmensweite Wikis eingesetzt.

Vorteile

Der Einsatz einer Software zum Wissensmanagement mit Wiki-Eigenschaften wird mit dem Ziel eingesetzt, zu erhöhter Transparenz des im Unternehmen vorhandenen Wissens zu führen, Prozesse zu optimieren und Fehler zu vermeiden.

Auch führen Wikis dazu, dass mehr Mitarbeiterbeteiligung entsteht. Da das eingestellte Wissen auch Vorgesetzten zugänglich ist, können Entscheidungsprozesse beeinflusst werden.

Die Kosten sind niedriger als bei konventionellen Systemen der Wissenskonservierung.

Nachteile

Theoretisch können firmeninterne Wikis auch für Vandalismus, Mobbing und Manipulationen eingesetzt werden. Bei Systemen, die keine Anonymität zulassen, ist dies jedoch nahezu ausgeschlossen.

Ein größeres Problem ist, dass geheime Informationen, die nicht allen Mitarbeitern zugänglich sein sollen, in ein Wiki gelangen, in das sie nicht sollen (z. B. Unternehmenswiki statt Projektwiki). Dies muss nicht absichtlich geschehen, schon eine versehentliche Einstellung kann unangenehme Folgen haben.

Durch die Einführung von Wikis kann Druck auf die Mitarbeiter entstehen: Wer hat wie oft wann was eingetragen? Wie ist die Qualität der Einträge, die ein Mitarbeiter macht?

Große Wikis

Das weltgrößte Wiki ist die 2001 gegründete Wikipedia, eine freie Enzyklopädie. Ebenfalls bekannt ist das englischsprachige MeatballWiki, in dem unter anderem die Eigenarten und Gesetzmäßigkeiten von Online-Communitys diskutiert werden.

Im deutschsprachigen Raum bekannte Wikis sind das Stadtwiki Karlsruhe (über 14.000 Artikel) (und andere Stadtwikis), das JuraWiki, der Reiseführer Wikitravel, die Wikipedia-Parodien Stupidedia und Kamelopedia sowie die Science-Fiction-Datenbanken Memory Alpha (Star Trek) und Perrypedia (Perry Rhodan).

Siehe auch

Einzelnachweise

Literatur

  • Jérome Delacroix: Les wikis: espaces de l'intelligence collective, M2 Editions 2005, ISBN 2952051445
  • Anja Ebersbach, Markus Glaser und Richard Heigl: WikiTools. Kooperation im Web, Springer 2005, ISBN 3-540-22939-6
  • Christian Eigner, Helmut Leitner, Peter Nauser: Online-Communities, Weblogs und die soziale Rückeroberung des Netzes, Nausser & Nausser 2003, ISBN 3901402373
  • Dave Johnson: Blogs, wikis and feeds in action, Manninng 2005, ISBN 1932394494
  • Jane Klobas: Wikis: Tools for Information Work and Collaboration, Chandos Publishing, Oxford 2006, ISBN 1843341786
  • Christoph Lange (Hrsg.): Wikis und Blogs – Planen, Einrichten, Verwalten, Computer- und Literaturverlag 2006, ISBN 3-936546-44-4
  • Bo Leuf & Ward Cunningham: The Wiki Way: Quick Collaboration on the Web, Addison-Wesley 2001, ISBN 0-201-71499-X
  • Erik Möller: Die heimliche Medienrevolution – Wie Weblogs, Wikis und freie Software die Welt verändern, Heise 2004, ISBN 3-936931-16-X
  • Alexander Raabe: Social Software im Unternehmen. Wikis und Weblogs für Wissensmanagement und Kommunikation, VDM Müller Verlag 2007, ISBN 3836412438
  • Andres Streiff: Wiki – Zusammenarbeit im Netz, BoD 2005, ISBN 3833426411

Weblinks

aus Wikipedia, der freien enzyklopädie. Weblinks. Diese seite ist unter der GNU Free Documentation License Weblinks.