Ursprünglich handelte es sich jedoch um einen rein wissenschaftlichen Begriff. Bekannt wurde er durch eine Schrift des Philologen Johann Gottfried Herder, der Ausdruck wurde jedoch von dem Philosophen Christian Adolph Klotz in dessen Werk Genius seculi geprägt, das 1760 erschien. Herder kritisierte sowohl dessen Wortschöpfung als auch das dahinter stehende Konzept, nämlich die Eigentümlichkeiten einer Epoche mit Hilfe bestimmter Kriterien zu erfassen.Hermann Joseph Hiery: Zur Einleitung : Der Historiker und der Zeitgeist
.
Verwendet wurde eine ähnliche Bezeichnung durch Johann Wolfgang von Goethe in Faust, wo Faust vom „Geist der Zeiten“ spricht.
„Die geistige Situation der Zeit“ ist der Titel, den im Jahr 1932 Karl Jaspers für seine Kulturkritik wählte, in der nicht ein Zeitgeist die Situation bestimmt, sondern die Vorgeschichte der von ihm betrachteten Gegenwart den Geist dieser Zeit erklärtKarl Jaspers: Die geistige Situation der Zeit, 1932, z.B. ISBN 3110164000 (Das kleine Buch kann auch als Beispiel eines Gerüstes für gegenwartsbezogene Kulturkritik dienen.).
Das deutsche Wort „Zeitgeist“ hat unübersetzt in der englischen, niederländischen, spanischen und japanischen Sprache Einzug erhalten (Siehe auch: Liste deutscher Wörter in anderen Sprachen).
In der Bibel ist vom Zeitgeist im Brief des Paulus an die Epheser die Rede.