Eine
Zylinderspule ist eine
Spule, bei der die Drahtwicklung auf einem
Zylindermantel liegt, also dünn gegenüber dem Zylinderdurchmesser ist. Eine ideale Zylinderspule hat weiterhin einen im Verhältnis zum Durchmesser sehr kleinen Abstand der Drahtwindungen voneinander und damit eine sehr hohe Anzahl von Windungen. Eine Zylinderspule zum Erzeugen eines (räumlich möglichst konstanten)
Magnetfeldes wird manchmal auch als
Solenoid bezeichnet.
Magnetfeld von Zylinderspulen
Für die magnetische Feldstärke H auf der Längsachse einer Zylinderspule mit der Stromstärke I, der Windungszahl N, der Länge l und dem Radius r gilt:
Dabei wird
x von der Spulenmitte aus entlang der Achse gemessen.
Für lange Zylinderspulen mit l >> r ergibt sich daraus, daß die magnetische Feldstärke innerhalb der Spule auf der Achse den näherungsweise konstanten Wert
-
hat und außerhalb sehr schnell auf Null absinkt.
Induktivität von Zylinderspulen
Die
Induktivität einer sehr langen Zylinderspule in Luft oder Vakuum ist näherungsweise
- .
Hier bedeutet
die Querschnittsfläche (
) und
ist die
Permeabilität des Vakuums. Für Spulen mit
ferromagnetischem Kern ist dieser Wert mit der relativen Permeabilität des Kernmaterials zu multiplizieren; es sind dann der Querschnitt
und die Länge
des Kerns einzusetzen.
Für kürzere Luftspulen gilt folgende Näherungsformel:
- .
Diese Formel hat für
weniger als 1 % Fehler.
[H.A. Wheeler, „Simple Inductance Formulas for Radio Coils“, Proceedings of the IRE Vol. 16, pp. 1398-1400 (1928)]